Nr. 45 38. Jahrgang Ausgabe A nr. 23
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Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutfchlands
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Freitag, den 28. Januar 1921
Tschechoslowakische Außenpolitik.
Rede Dr. Benesch'.
Ueber das
Prag , 27. Januar. ( TU.) Außenminifter Dr. Benesch be- fagte der Minister: Die Wiedereinsetzung des ehemaligen Raisers sprach im Abgeordnetenhause seine bevorstehende Reise nach Rom start wäre für einige Nachbarstaaten ein tatsächlicher und berech und sagte, Italien nehme zu den Fragen Mitteleuropas einen Standpunkt ein, der den Beziehungen zwischen Jugoslawien , Rumänien und der tschechoslowakischen Republik entspreche. Die Reise nach Rom bezwede eine Festlegung diefer Politif, direkte Verständigung mit 3talien
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Ja, das war Preußen!
Konservative Geständnisse.
Seit die alttonservative Richtung in der Deutschnatio= nalen Partei vollständig die Oberhand gewonnen hat, darf bas sozusagen wissenschaftliche" Organ dieser Richtung, die Ronfervative Monatsschrift"( Herausgeber Dr. Wendland). tigter Kriegsfall. Die Einsetzung einer ausländischen Dynastie oder auf besondere Beachtung Anspruch erheben. Sie verdient eines magyarischen Ariftotraten scheint weder aktuell, noch gut diese Beachtung auch darum, weil sie von den geistigen Kräften, möglich. Aus der Entschließung der Botschaftertonferenz vom 2. Fe die auf der Rechten wirken, ein ungleich flareres und unge bruar 1920 geht hervor, daß die Rückkehr der habsburgischen schminkteres Bild gibt als die von allerhand taktischen Rücke Dynastie, in welcher Form und welcher Berson immer, auf irgend- fichten beschwerte Tagespresse. So enthalten die Hefte pom einen Thron in Sentraleuropa ausgeschlossen ist. Wir geben der Dezember und Januar dieser Zeitschrift u. a. auch einen republikanischen Lösung in Ungarn ben Borzug vor jeder anderen. Aufsatz von Dr. Theodor Dettii Bon der preußischen Ehre", Dann könnte von einer rascheren und leichteren Annäherung, Freundschaft, Zusammenarbeit, eventuell Hilfe, gesprochen werden. Der ein wahres Schazkäftlein reaktionärer Aufrichtigkeiten In Besprechung des Berhältniffes zu darstellt. Der tonservative Thcoretiker Dr. Dettli vertritt die Auffaffung, daß das alte Breußen eine Ehr gemeinschaft" dargestellt habe, die viel stärker gewesen set als die Rechts gemeinschaft. Ueber diese„ Ehrgemeinschaft" führt er dann des näheren aus:
Bolen
in der ungarischen, österreichischen und in der habsburgischen Frage und in der Frage des Bersuches der Wiederherstellung des ehe maligen Donaustaates sowohl in wirtschaftlicher wie in politischer Hinsicht. Zum österreichischen Problem fagte Dr. Benesch, die Frage nach dem Anschluß Desterreichs an Deutschland fönne in Birklichkeit nicht gestellt werden. Die internationale Lage gefagte Benefch: Nach der Lösung des Teschener Konflittes, troßdem statte nicht die Aenderung des Anschlußverbots von St. Germain. fie uns nicht befriedigt, betrachtet die Regierung unseren Ronflitt In Deutschland selbst werde nicht daran gedacht. Wenn mit Bolen als definitio gelöst und will systematisch eine in gewissen politischen Kreisen auf diese Möglichkeit für die Zukunft Politit der Annäherung treiben. verwiesen wird, so geschieht es vornehmlich in der Absicht, eine Unsere Politit gegenüber internationale Hilfe durchzusehen. Auch das Dilemma
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Rußland
Anschluß an Deutschland oder Donauföderation ist die der Michfintervention-es versteht sich, der gegen entbehre einer ernsten Grundlage. Die Absicht, auf uns oder feitigen. Nach der Niederlage Brangels denft niemand mehr an andere Nachbarn einen Drud auszuüben, läßt sich nicht vertennen. eine Intervention. Die Lösung des Problems muß den Ruffen Die Tschechoslowatei habe a priori abgelehnt. Uebrigens dente auch allein überlassen werden. Man spricht heute von einem eventuellen in Desterreich, abgesehen von einigen wenigen Theoretikern, niemand bolfchemistischen Angriff gegen seine Nachbarn im Frühjahr. Unsere daran. Aus Traditionen der Borkriegszeit lasse sich erflären, daß Republit wird sich mit äußerster Entschiedenheit gegen einen Andiese Idee in gewiffen französischen und englischen Kreisen hier griff auf unser Gebiet, von welcher Seite immer, stellen. Ganz und da Anklang findet. Doch stehe fest, daß das mitteleuropäische objektiv genommen, fann man schließen, daß die Politit der NichtBroblem auf diese Weise nicht gelöst werden kann. Das Problem intervention vielleicht eine rajchere Lösung des heutigen russischen Mitteleuropas , wie es während des Krieges geschaffen wurde, Problems herbeiführen wird. Daß das heutige Regime fich noch fei für die Tschechoslowakei von hervorragender Wichtigkeit. In Mittel- lange in der gegenwärtigen Form erhalten tann, ist überhaupt europa sei die Schaffung eines neuen politischen und wirtschaftlichen ausgeschloffen. Syſtems notwendig, das den Frieden sichere. Es würde die end- Unser Verhältnis zu Jugoslawien ist, durch unseren Allianzver gültige Verständigung der Tschechoslowakei mit Defterreich, Ungarn , trag und unser Uebereinkommen mit Rumänien , oder mit anderen Jugoslawien und Jugoslawiens mit Desterreich, Ungarn und Worten, durch die Politik der sogenannten Rumänien bedeuten. Die
furzfristigen Wirtschaftsverträge mit Deutschland erwähnte Benesch nur kurz. Zwischen der Tschechoslowakei und Deutschland habe sich auf Grund der Friedensverträge im Laufe der letzten zwei Jahre eine gewisse Tradition anständigen nachbarlichen Zusammenlebens herausgebildet. Die wirtschaftlichen Beziehungen der beiden Staaten fußen natürlich auf einer ziemlich festen Grundlage, es gebe
feinen Konflitt
zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei , und er hoffe, daß es auch in der Zukunft keinen geben werbe. Vor furzer Zeit best and in Deutschland eine gewisse Gefahr monarchistischer Umstürze, welche vorüberging und gegen die wir uns entschieden zur Wehr gefeht hätten. Der wirtschaftliche Verkehr sei rege. Er trage dazu bei, den fozialen Frieden und die Ruhe zu befestigen. Der Minister wies dann darauf hin, daß das Berhältnis Polens zu Rußland eine Frage der beiden Nationen selbst sei.
Das fünftige Rußland werde allzustart sein, als das Bolen bamit nicht rechnen müßte. Die internationale Auf faffung über Bolen gehe dahin, auch Polen müsse so start sein, daß Rußland darauf Rücksicht nehmen müsse.
Kleinen Entente
wendigkeit ist. Wir würden eine dirette Mitarbeit anderer gegeben, beren Politit fozusagen überhaupt eine internationale Not. Staaten hierbei wünschen. Bielleicht wird es dazu alsbald zwischen Bolen und Rumänien und dann zwischen Polen und uns kommen.
Schuh den Minderheiten!
Europa verletzten nationalen und religiösen Minderheitsrechte New Bort, 27. Januar. ( D2) Zur Verteidigung aller in New Bort, 27. Januar. ( D) Zur Verteidigung aller in hat sich ein komitee gebildet, dem angehören: Taft, Bryan, Hoover, Kardinal Gibbons, Botschafter Morgenthau u. a. m.
Immer feste spalten!
Malhausen, 27. Jan.( Tul.) Die Kreistagswahlen ergaben nach der Spaltung der sozialistischen Partei im Dberelfaß eine bedeutende Niederlage der Sozialisten. Der Herital- nationale Blod erhielt 3220, die sozialistische Partei 1780 und die kommunistische
1115 Stimmen.
Gile tut not!
Wer seine Photographie noch nicht beschafft und seinen Stimmantrag noch nicht vollzogen hat, wende sich sofort an die nächste
Ortsgruppe der Bereinigten Berbände heimattreuer Oberschlesier, falls er nicht bereits bestimmte Anweisung erhalten hat, die peinlichst befolgt werden muß Jetzt muß vor allem zunächst das Stimmrecht gesichert werden
Wer die Frist verfäumt, gibt ein Stimmrecht preis und übt damit Verrat am Vaterlande
Die preußische Ehrgemeinschaft ist einem großen Kreise zu vers gleichen, der eine Reihe von weneren Kreisen umschließt. Kern diefer Gemeinschaft war das Offizierkorps mit dem obersten Kriegsherrn an der Spihe. Deffen Amt war mit dem des Monarchen Staatsrechtlich verbunden, und ebenso war sein Hervorgehen aus der Hohenzollernfamilie staatsrechtlich gewährleistet und ge regelt. Das Offiziertorps ergänzte fich dagegen nicht infolge staats rechtlicher Bindung aber faffisch, vorwiegend aus dem preußischen Candadel, und es hat fet: Gepräge bis zuletzt durch die Hohenzulern dynastie und den Adel bekommen. Man kann diese beiden füglich als den eigentlichen Kern der Ehrgemeinschaft bezeichnen, die bis zum Waffenstillstandsangebot im Herbst 1918 über das gewichtigste Machtmittel des Staates, die preußische Armee, verfügte, und, geftüht auf diese Macht, in allen wichtigen Fragen der äußeren und der inneren Politit Preußens und des Reiches faktisch den Ausichlag gab. Gegen den Willen des Königs und des Adels von Preußen tonnte in Preußen und im Reiche bis zum Herbst 1918 Keulenschlag auf die verlogene deutschnationale Parteinichts Wesentliches durchgefeht werden. Jedes Wort dieses konservativen Geständnisses ist ein agitation. Hier wird in dem wissenschaftlichen Organ des Konfervativismus von einem seiner Theoretiker offen zugegeben, daß der König und der Adel von Preußen für alles, was bis zum Herbst 1918 geschehen ist, die volle Verantwortung zu dem die Reichsregierung von der Obersten Heereslettragen haben. Das gilt für die ganze innere und äußere Bolitik einschließlich des Waffenstillstandsangebots, zu tung gedrängt worden ist.
Dr. Dettli führt dann in seiner historischen Analogie des preußischen Staates weiter aus: Die engere Ehrgemein schaft" habe zwar nicht durchweg aus Adligen bestanden, ihre bürgerlichen Mitglieder hätten aber vorwiegend dem Referve Offizierstorps angehört. Das fonservative Bürgertum habe dann den weiteren Kreis der Ehr gemeinschaft gebildet, und dann geht es in Kreifen" noch tiefer zum Kleinbürgertum, dieses wurde der Ehrgemeinschaft durch das Unteroffizierstorps zuge wandt:
Der Unteroffizier war ein unentbehrlicher Vermittler der preußischen Getfter groffchen ber engeren Ehrgemeinschaft und dem waffentragenden Wolfe, das durch die harte Schule des preußischen Heeresbtenftes ging und in ihr, ob es wollte oder nicht, einen Tropfen fpezifisch preußischen Ehrgefühls eingeimpft betam
Man muß zugeben, daß kaum jemals noch ein klareres Bild des Preußen vor dem 9. November gezeichnet worden ift. König und Adel haben Ehre von Haus aus, das Bürgertum fann sie unter Wahrung einer gewiffen Distanz erwerben, dem gemeinen Volt wird sie mit dem Korporalstod eingebläut. Wie war aber das Verhältnis diefes pollendetsten aller Raftenstaaten zur geistigen Kultur? Darüber sagt. Dr. Dettli: Gegen alles Ornament im Leben hatte man ein leises Mißtrauen, von Kunst und Wissenschaft, soweit sie sich nicht unmittelbar in den Dienst des Staates stellen ließen oder doch die Erziehung der Staatsbürger förderten, hielf man nicht allzu viel, neigte aber ihren Ber tretern gegenüber, wie jede wahre Aristokratie, zur Toleranz: Es muß auch folche Rauze geben."
Das also war die Einschähung, die der freie Gelehrte und Künstler im alten Breußen- Deutschland erfuhr. Wie ganz anders war da die Stellung des Kavallerieoffiziers:
Wenn ich nicht irre, hat einmal ein preußischer König sich dahin geäußert, ein guter preußischer Kavallerieoffizier sei zu jedem hohen Amt in Berwaltung und Diplomafie geeignet vielleicht auch wurde ihm diese Aeußerung nur von seinen politischen Gegnern in den Mund gelegt, um in ihr die Rückständigkeit des preußischen Regiments zu tennzeichnen. Dabei sagt der Sah die schlichte Wahrheit.
Aber, merkwürdig, selbst ihr Bewunderer, Dr. Dettli, kam fich gegenüber dieser vollkommensten Rafte eine gewisse Ironie nicht ganz vertneifen. Denn obwohl er die kirchlich gläubigen