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Te.203 38. Jahrgang Ausgabe A nr. 103

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Sonntag, den 1. Mai 1921

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Der 1. Mai- ein Schicksalstag.

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Der 1. Mai, den wir heute zum zweiunddreißigsten Male schlägen resultierenden Vereinbarungen durchführbar zu machen", festlich begehen, ist ein Kind der 3 meiten Internatio- gibt der Internationale Gemertschaftsbund der Meinung Ausdrud, nale. Die Erste, die noch von Karl Marr selbst begründet daß unter diejen Bedingungen und angesichts derartiger Garantien wurde, war durch das putschistische Treiben des russischen Re- der Weg gebahnt ist für eine volutionsphantasten Bakunin und feiner Gesinnungsgenoffenh friedliche Lösung der Probleme,

von innen zusammengebrochen; auf dem Pariser Internatio- die nicht nur auf dem Leben der Bevölkerung der durch den Krieg nalen Sozialistenfongreß vollendete sich dann der Zufammen verwüsteten Gebiete, sondern auf der gesamten Weltwirtschaft lasten. schluß zur 3meiten Internationale, die ihren meltumfassenden Ausdruck in dem Beschluß fand, den 1. Mai in allen Ländern Judem der Internationale Gewerkschaftsbund auf seine in Condon ols Tag der Kundgebung für internationalen Arim November 1920 und in Amsterdam am 31. März und 1. April beiterschuß festlich zu begehen. Der Sozialistentongres 1921 angenommenen Resolutionen verwoeift, erklärt er aufs neue, von 1893 erweiterte die Bedeutung des Maitags zu einer daß die Zuflucht zu einer Politik der Gewalt nur geeignet Rundgebung für den Weltfrieden, als dessen Hüter if, den eben erst wiedererwachenden Frieden in der Welt zu stören fich das sozialistisch bewußte internationale Profetariat feit und den alten Ruinen neue hinzuzufügen. Er fordert im höheren Jatereffe der Bälter, daß die Wiedergutmachung fich Die weitere Entwicklung des 1. Mai schildern, hieße gründen muß auf die Mitarbeit der Völker, die allein die dreißig Jahre Weltgeschichte schreiben. Wir wissen heute, Garantie bietet, den getroffenen Abmachungen ihre Wirksamkeit zu daß der Ball, den die sozialistischen Arbeiter in begeistertem fichern und zugleich die für die Errichtung eines definitiven und Bufunftsglauben gegen die zerstörenden Kräfte der Ber- dauernden Friedens notwendige Wiederversöhnung der Böller er­gangenheit aufgerichtet hatten, sich als viel zu schwach erwies möglichen wird. Der Internationale Gewerkschaftsbund gibt den. und daß er beim ersten Anprall zerbrach. Wir wissen, daß Gefühlen der organisierten Arbeitermaffen Ausdrud, indem er die ein Menschenalter sozialistischer Arbeit nicht genügte, um den Regierungen der Entente auffordert, Berhandlungen. Arieg auszurotten, der in der Welt gewesen ist, soweit mensch fiches Erinnern zurückreicht.

dem fühlte.

anzubahnen,

ohne zu neue Sanffionen, die tanner un mirtiam bleiben Der Maigedanke hat den Krieg nicht getötet. Wer aber werden, Zuflucht zu nehmen, und andererseits die Regierung das Verhältnis der miteinander ringenden Kräfte mißt, der Deutschlands auffordert, das gegebene Wort zu respektieren, mird mit Genugtuung feststellen, daß auch der Krieg den indem sie das äußerste Maß an Bereitwilligkeit zeigt Maigebanten nicht getötet hat. Er hat den Mai und hinsichtlich der Militaristen ihres Landes, die immer noch gedanken nicht gerätet und nicht den internationalen Sozialis- eine Bedrohung der Deutschen Republik und durch die rüd­mus und auch nicht die 3 weite Internationale. Gerade diese bewies, indem sie dem schwersten Ansturm van wirkenden Folgen eine Bedrohung des europäischen Friedens dar­rechts und links standhielt, ihre unverwüstliche Lebenskraft, ftellen, die gebotenen Maßnahmen vornimmt. Der Internationale Gewerkschaftsbund ist überzeugt, daß er und bei ihr ruht auch heute all unsere Hoffnung auf eine auf diese Weise im Jateresse der Bevölkerung der verwüsteten Ge­beffere Zukunft. An diefem 1. Mai versammeln sich die Sieger des Welt biete, wie für den Frieden der Welt wirkt, der unerläßlich ist, damit Bages, um über das Schicksal des besiegten Deutschland zu die Nationen fich aus ihrer gegenwärtigen schmerzlichen und gefähr­beraten. Da fie die Macht in Händen haben, hängt von ihrem lidhen Cage befreien können. mehr oder weniger üblen Bilfen mehr ab als von unserem England wartet auf ein neues Angebot. guten. Bon England her mehren sich die Stimmen der Be­jonnenheit, und es zeigt sich, daß das Unbehagen vor einem London, 30. April .( WTB.) Reuter erfährt: Wenn auch weiteren militärischen Bordringen Frank der britische Botschafter in Berlin feinen neuen Plan aus reichs dort doch größer ist, als man bisher aus diplomati Deutschland mitbrachte, machte er doch tiar, daß Artikel 1 un­fchen Gründen erkennen ließ. Die gigantischen Bläne der genau ist und falsch überseht wurde. Es ist noch nicht be­Borifer firategischen Genies, das mehrlose Deutschland von fannt, ob dies eine mögliche Grundlage für Verhandlungen bietet, drei Seiten umfassend anzugreifen, scheinen erledigt zu sein, und es handelt sich wahrhaftig nur" noch um die Frage, ob die Erobererfaust in den nächsten Tagen auf das Ruhrrevier herabsausen oder ob noch Beit gelassen werden soll, den Kon fiift zu einer fchiedlichen Lösung zu bringen.

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Die Amsterdamer Gewerkschaftsinter nationale hat in einer Rundgebung, die wir weiter unten wiedergeben, die deutschen Vorschläge für eine geeignete Ber­handlungsgrundlage erflärt und gegen neue Gewalttaten ihre warnende Stimme erhoben.

man ift aber wenigstens der Ansicht, daß die zweideutigkeit dadurch beseitigt ift.d

Zum 1. Mai.

Bon Otto Wels.

Noch in feinem Jahre beging das Proletariat den Welt­ichen Situation. Der Lag, einst der Demonstration für be feiertag in einer so ungeklärten, gewitterschwangeren politi­ftimmte ökonomische Forderungen gewidmet, ist seit langem auch der Tag des Bekenntnisses für die Idee der Völker­auch der Tag des Bekenntnisses für die Idee der Völker­verständigung gewesen. Leider so werden auch viele Gegner der Maifeier heute sagen ohne dieses Ziel zu er= reichen. Der Krieg zerriß die Fäden, die die internationale Arbeiterschaft miteinander verbanden, und höhnend wiesen bürgerliche Politifer auf die Ohnmacht der sozialistischen Inter­nationale hin: nur in der engen nationalen Gemeinschaft aller Klassen jeden Landes sei die Wohlfahrt des Volksganzen zu er reichen. Die Internationale fei tot, sie sei gestorben an ihrer inneren Unmöglichkeit.

Welch gründlicher Irrtum!

Die Internationale fonnte den Krieg nicht verhindern, sie fonnte den Frieden, der die Freundschaft mit den Nachbarvölfernermöglicht", nicht erreichen­aber faum verftummte der Mund der Kanonen, als sie in Er­tenntnis der Solidarität der wirtschaftlichen Interessen der Arbeiterklasse zunächst zaghaft, dann immer stärker ihre Stimme erhob. Seit dem Jahre 1918 mar es nicht möglich. die internationalen Beziehungen der Kunft, der Wissenschaft zueinander wiederherzustellen. Alle darauf gerichteten Be­mühungen scheiterten an der diese Kreise noch immer beherr fchenden chauvinistischen Verheizung. Die Zahl der internatio­nalen Arbeiterfonferenzen aber mar nie größer als im verflossenen Jahre. Internationale Fach- und Berufs­tagungen, allgemeine Gewerkschaftskongreffe, zahlreiche Non­ferenzen und Kongresse der sozialistischen Internationale, die ein immer stärkeres Ueberwinden der ursprünglich noch vor­handenen Spannungen erkennen laffen und in ihren zumeist einmütigen Beschlüssen zum Ausdruck bringen.

Die Arbeiter haben erkannt, daß ihre Interessen nicht parallel der Ländergrenzen laufen, sondern sie schneiden. Nur dadurch sind sie zu so reger und politischer Arbeit be­fähigt gewesen, mie sie in den letzten Tagen beispielsweise von fähigt gewesen, wie sie in den letzten Tagen beispielsweise von der Amsterdamer Gemertschaftsinternatio= nale geleistet wurde. Troh ihrer politischen Neutralität in den einzelnen Ländern hat die Internationale der Gewerk­schaften die weltpolitische Bühne betreten und ist auf ihr zu einem Faftor gewordenn, dessen Bedeutung für manchen heule noch nicht in feinem vollen Umfange erkennbar sein mag, der aber steigen und nicht mehr von ihr verschwinden wird. Die Gewerkschaften sind die Träger der größten sozialen Revolution, die die Welt je gesehen, und bringen international Den politischen Einfluß der Produzenten um so stärker zum Ausdruck, als die Zerrissenheit der sozialistischen Internationale diesen schwächt und behindert.

Der diplomatische Mitarbeiter des Daily Telegraph schreibt, die augenblidliche Lage in der Reparationsfrage und in der Entwaffnungsfrage laffe dem Obersten Rat teine andere Wahl als die Besetzung des Ruhrgebiets durch französische und belgische Truppen, die unter alliiertem Mandate handeln müßten. Die Sanktionierung dieser Bestimmung bedeute feineswegs, daß die britische Regierung und die britischen Sachverständigen ge­neigt seien, die französischen Borschläge als wirtschaftliche Unter folchen Umständen fann eine fluge und feste Ganttionen und dauernde Garantie anzunehmen. Am 1. Mai bricht ein dunkles Schicksal über Deutschland Führung für das deutsche Bolt von unschäßbarem Ruhen ein. Ob sie vorhanden ist, sei heute nicht weiter unterfucht, es tönne von Deutschland feine Information bezüglich des wichtigsten vermochten, haben sich außerftande gezeigt, einen wirklichen Der diplomatische Berichterstatter der Daily News" meldet, herein. Die Staatsmänner der Welt, die den Krieg nicht vor der völligen wirtschaftlichen Anarchie Europas zu enden a das Spiel ein Spiel mit hohem Einsatz! noch nicht zu Bunttes in den deutschen Borschlägen, nämlich der Bedeutung des Frieden zu schaffen. Sie finden aus diefer Sackgasse nicht Ende ist und Uebereinstimmung darüber besteht, daß ein Re: Angebotes von 200 milliarden in Annuitäten und des Zeitraumes, heraus und fennen nur ein Mittel: die Gewalt. Allein gierungswechsel unter den gegenwärtigen Umständen nichts über den die Annuitäten verteilt werden sollen, erhalten werden. Die Arbeiter erheben heute in Frankreich ihre Stimme gegen besser machen, sondern nur vieles verderben könnte. Darum Der Berichterstatter erfärt, wenn die deutsche Regierung die in Paris die vorbereitete Mobilmachung. Die englische Arbeiterklasse hat auch der Reichspräsident das unzeitgemäße Abschiedsgesuch vorgeschlagene Beriode von 42 Jahren, oder lieber eine noch führt einen entschlossenen Kampf gegen das System politischer des Ministers des Aeußeren Dr. Simons abgelehnt. Kein 1. Mai war für Deutschland ein schlimmerer Sorgen- etwas fürzere Zeit vorschlagen werbe, dann würden starte Ein Unfähigkeit und wirtschaftlicher Borniertheit, das in den tag, feiner bedrohte ganz Europa mit schwererem Verhängnis. füffe angewendet werden, um die deutschen Borschläge als Ber Sanktionen gegen Deutschland zum Ausdruck kommt. Sie hat am eigenen Leibe erkannt, daß die Deutschland auferlegten Aber das ist für uns nur ein Grund, nicht die Köpfe hängen handlungsgrundlage anzunehmen. Demfelben Berichterstatter zufolge wird in britischen Kreisen 3wangslieferungen sich auch gegen die Arbeiter ihres eigenen zu lassen, sondern die Stirnen höher zu heben in dem Bewußt­fein: Die Welt braucht die Berwirklichung der Gedanken, nicht länger daran gezweifelt, daß Frankreich- tomme, was Landes richten, denn die deutschen Bergarbeiter wurden zu für die wir am 1. Mai demonstrieren, sie braucht fie, um molle!-beabsichtige, in das Ruhrgebiet einzumariie Ueberschichten gezwungen, um die Produktion in einem Maße Leben zu fönnen. Um leben zu fönnen, braucht fie inner ren. Wenn jedoch ein abgeändertes deutsches Angebot, das als be- zu steigern, das die englischen Bergarbeiter arbeitslos macht halb der Grenzen und über sie hinaus die Einigkeit der friedigend angefehen werden könne, zeifig eintreffe, fo werde fich Eng- und zum Hungern zwingt. Die Internationale der Arbeit hat in Amsterdam die Arbeiter, für die wir fämpfen und deren Symbol diefer land der Befehung des Ruhrgebietes energisch widersehen. Mangels eines befriedigenden deutschen Angebotes werde Lloyd George nicht Wege gewiefen, auf denen die kapitalistischen Regierungen zum Maitag ist. nur der Besetzung des Ruhrgebietes zustimmen, sondern auch bri- Ausgleich und zum Aufbau des zertrümmerten Europa ge­Aufruf der Gewerkschafts- Internationale. tilge Truppen baran teilnehmen lassen. Selbst im schlimmsten langen könnten. Auf getrennten Tagungen kamen die Zweite London, 30. April .( PTB.) Das Bureau des Inter. Falle würden jedoch wahrscheinlich die britischen Vertreter im Ober- Internationale, der Internationale Gewerkschaftsbund und die nationalen Gewertschaftsbundes erklärt nach kennt. Iten Rate, zweifellos mit Graf Sforzas Unterflüßung, darauf dringen, Wiener Arbeitsgemeinschaft zu gleichem Ergebnis. Sie fan­nisnahme der neuen deutschen Vorschläge betreffs der Wiedergut- baß, bevor eine endgültige Attion unternommen werde, ein Ultiden den Weg, weil sie frei waren von gegenseitigem Haß und matum an Deutschland abgesendet werden foll, worin Deutschland heiße Liebe zu den aus unzähligen Wunden blutenden diese Vorschläge geeignet eine Frist von Stunden, vielleicht auch von Tagen, gewährt werde, Bölfern sie erfüllte. um sich durch Annahme der alliierten Bedingungen zu retten. Die Lenker der Staaten aber gehen mit Scheuflappen find, den Gegenstand neuer Berhandlungen zwischen den durch die Welt. Sie sehen nicht, wie sie selbst sich zum Toten­Regierungen der Entente und Deutschland zu bilden. In Erwägung Baris, 30. pril.( WTB) Jufransigeant glaubt zu roiffen, gräber der Wirtschaftsform machen, die sie verewigen möchten. der Erklärung der in Amsterdam anwesenden Vertreter daß der französische Plan für die Befehung auf dem rechten Rhein- Sie sehen wie hypnotisiert auf die Schwertspitze Fochs und der deutschen Arbeiterorganisationen, die Bor uier fich auf ein Gebiet von 100 kilometer Sänge und glauben der Entwicklung mit Gewalt andere Wege weisen zu schläge der deutschen Regierung werden von der deutschen Arbeiter 40 11ometer Breite erftrede. Die bedeutendsten Städte, die tönnen. flaffe unterstützt und die Gewerkschaftsorganisationen Deutschlands in diese 3one flelen, feien Effen, Gelfentirchen, Dort- Gewalt ist unproduttiv. Sie zerstört, aber sie erklären fich bereit, alles aufzubieten, um die aus den neuen Vor- mund und Mülheim an der Ruhr. ist teine aufbauende Kraft. Der Aufbau der zertrümmerten

machung, daß