fle.34» ♦ SS.�ahrgaüg Ausgabe B Nr. 171 Bezugspreis» St Rtelj öftrL 30/— 3L, mnutL 14— PL frei ins Hans, notous zahlbar. bejug: Monatlich 10,-9 fteLunasgebühr. Unter S___ Deutfchland, Danzig . das Saar » und Aiemelgebiei, sowie die ehemals dent» fchen Gebiete Polens , Oesterreich, Ungarn nnd Luxemburg 30,— SR, für das übrige Ausland??,— M. Poft. beftellangen nehmen an Oesterreich, Ungarn, Tlchecho- Elowakeh Düne- mort Holland, Luxemburg , f und die Schweiz , Ter.Vorwärts�>>--« beilage.Volt ui hallungsdeiloge ,�en Beilage.Siedlung und Klewaarton� erscheint wochentäglich zweimal. Sa tags und Montags einmal.
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Dienstag, den ÄS. Juli 19ÄK.
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Die Metallarbeiter für /lmjleröam.
Das endgültige berliner Resultat. In Verl in wurden abgegeben 5466$ S limine«. Davon erhielten: Liste A 31641, Liste B 22 827 Stimmen. * Die aus dem Reiche vorliegenden Resultate bestätigen die Tendenz des Berliner Resultats. Ueberall Nieder» lagen der Kommunisten. Bezirk Essen: Bon 69 zu wählenden Delegierten gehören 5 7 d e r Richtung Amsterdam und 12 der Kommunistischen Partei an. Diese wurden gewählt in der Zahlstelle Essen . Bezirk Hagen : Bon 56 Delegierten des Bezirks wurden durch die Zahlstelle Remscheid 7 Kommunisten gewählt. Me übrigen 49- Delegierten vertreten die Amsterdamer Jnter- nationale. In Bochum stegte die vereinigte Liste der Sozialdemokraten und Unabhängigen mit 1319 Stimmen gegen die kommunistische mit 934 Stimmen. Alle gewählten Delegierten(5) ge- hören der Richtung Amsterdam an. In Oberhausea(Rhld.) wurden mit 961 gegen 366 kommunisti- schen Stimmen 2 Sozialdemokraten und ein Unabhän- giger zum Lerbandstag delegiert. In Blühlhelm a. d. Ruhr erhielt die„Mehrheitsliste"(KPD .) 362 Stimmen und die„M inderheitsliste"(SPD .) 538 Stim- men. Diese Verschiebung der Mehrheitsverhälwiss« in dem ehemals kommmzistischtn Mühlheim bewirkte die Wahl von 2 Sozial» d e m o t r a t e n. Di« Kommunisten sind ganz ausgefallen. In ganz Rheinland-Westfalen wurden also neben 113 die Richtung Amsterdam vertretenden Delegierten nur 19 Kommunisten gewählt. In Magdeburg schlugen unsere Genossen die vereinigten Unabhängigen und Kommunisten mit 4045 Stimmen gegen 3271 Stimmen. Alle 10 Delegierten gehören der SPD . a n. Don den 18 Hamburger Delegierten sind 12 Sozialdemo- traten und 6 Unabhängig«. In Siel, der ehemaligen kommunistischen Hochburg, s i e g t e d i e List« A mit 3638 Stimmen gegen 1593, die auf Liste B entfielen. In Skeksin wurden mit 1484 gegen 726 Stimmen 3 Sozial» bemokraten und 2 Unabhängige gewählt. In Saalseld war die„Mehrheitsliste" ebenfalls kommunistisch, erhielt aber nur 375 Stimmen, während unsere Genossen auf ihre Liste 453 Stimmen vereinigten und den zu wählenden Delegierten stellen.
Die Niederlage, die die Kommunisten erlitten haben,
scheint bei ihnen eine fürchterliche Wirkung gehabt stolzen iT~" WWW.. die g kaus auf dem Wahlschlachtfelde. Die„Rote Fahne " stellt
chterliche zu haben.„Gestern noch auf stolzen R Brust geschossen lixgen die
osfcn, heute durch die roßspurigen Bannerträger Mos
erwarten war". Wie für alles, so hat sie natürlich auch für den ausgebliebenen Sieg, der ihr so sicher war, eine E n t- s ch u l d i g u n g. mit deren Hilf» sie die kommunistische Niederlage in einen„sehr hoch anzuschlagenden Erfolg" umwandelt. Diese Entschuldigung ist aber so eigen- tümlich, daß wir sie der Oeffentlichkeit nicht vorenthalten wollen. Die Kommunisten sagen nämlich, daß sie unter sehr schwierigen Verhältnissen bei der Wahl zu arbeiten hatten, weil— ja weil„in den Märzkämpfen fast s ä m t l i ch e kam- munistischen Funktionäre in den Betrieben gemaßregelt wurden". Wem dieser Grund für die Niederlage der Komunisten nicht einleuchtet, dem ist nicht zu Die Märzaktion der Kommunisten hat nämlich in der
at bewirkt, daß ihr ein sehr großer Teil nicht der schlechtesten Mitglieder den Rücken gekehrt hat und sich wieder dahin be- gab, woher er kam, nämlich zu den Unabhängigen oder zu unserer Partei. Wir freuen uns, daß die„Rote Fahne" jetzt endlich einmal diesen„Erfolg" ihres wahnwitzigen März- putfches feststellt. Wie„hoch" der„kommunistische Erfolg" anzusagen ist, ergibt sich aus der Tatsache, daß die Anhänger Amster» dams bei der Wahl zur Berliner Ortsverwal- t u n g der Metallarbeiter die Kommunisten nur mitl339 Stimmen schlagen konnten, während sich ihr Bor- sprung mehr wie versechsfacht hat. Wirklich ein„sehr hoch anzuschlagender Erfolg!" Um sich über den Schmerz des Verlustes der 77 Berliner Mandate einigermaßen zu trösten, berichtet das Kommunisten- blatt:„In Nürnberg , Stellin. Limbach, Gotha hat die kommunistische Liste die Mehrheit." Keine einzige Zahl, die die Richtigkeit dieser Mitteilung beweist. Jeder, der die Verfiältnisse einigermaßen kennt, wird mit uns zum mindesten die Behauptung, daß die Kommunisten in Nürnberg ge- siegt haben, sehr bezweifeln. Wie berechtigt dieser Zweifel ist, zeigt das oben wiedergegebene Stettiner Resultat. Dort ist nicht ein einziger Kommuni st zum Metallarbeiter- kongreß delegiert morde« Der Nürnberger „Sieg" wird dem Stettiner sehr ähnlich sein.
Zorüerungen ües I.H. D. Die Oberfchlesifche Kommission des Internatio- nalen Gewertschaftsbundes hat über ihre Unter- suchung des oberschlestschen Problems einen Bericht heraus- gegeben, in dem es heißt: Die Vertreter des IGB. haben festgestellt, daß das oberschlesische Problem im Wesen eine Frage um den Besitz industriellen Gebietes ist. Sie heben hervor, daß dieses Gebiet eine wirtschaftliche Ein» heit darstellt und nicht zerstückelt werden darf, wenn nicht seine ganze wirtschaftliche Tätigkeit und Entwicklung gefährdet werden soll. Nach eingehender Prüfung der Existenzmöglichkeiten der ober- schlesischen Industrie, der Bedürfnisse dieses Gebiets und der Jnter- essen Deutschlands und Polens sind sie zur Ueberzeugung gelangt. daß mit der Zuteilung dieses Gebietes ein« wirtschaftliche Autonomie vrbunden sein muß. d. h. die neue politische Grenze darf keine Zoll- schranke bilden, der freie Austausch der Güter nicht behindert wer- den. Zu alledem muß bei der endgültigen Zuteilung des Gebietes gleichzeitig die Verteilung der Produkt« und die Lieferung der Roh- stoffe derart geregelt werden, daß sie den gerechten Bedürfnissen beider Staaten Rechnung trägt. Diese wirtschaftliche Autonomie muß durch eine Autonomie der Verwaltung ergänzt werden, um die rechtliche und tatsächliche Gleich- heit der Einwohner in einwandfreier Weise zu sichern und der Min- derheit gegenüber eventuelle Repressalien oder Unterdrückungen irgendeiner Art und unter welcher Form sie auch auftreten mögen. Garantien zu bieten. Als wichtigste Bedingung, deren Mißachtung die Unzufrieden. hell und die Konflikte nur erhöhen und vermehren könnte, verlangen sie die Austechterhaltung der von den Deutschen eingeführten sozialen Gesetzgebung, die den Arbeitern dieses Gebietes zurzeit zugute kommt. Sie verlangen nachdrücklich den Ausbau dieser Gesetzgebung, der das sicherste Mittel darstellt, um durch die fortschreitende Solidarisierung der deutschen und polnischen Arbeiter, deren Organisationen das bindende Element sind und bleiben werden, zum Frieden zu ge- langen. In diesem Zusammenhang weisen sie auf die Tatsache hin, daß die Sozlasisierung der oberschlestschen Großindustrie unumgäng- lich notwendig ist. und zwar nicht nur, weil sie eine Form des Fortschritts bilden wird, weil sie auch den kapitalistischen Druck ausschalten wird, unter dem ein Teil der Bevölkerung.und die all- gemeinen Interessen de» Landes leiden könnten. Di« Delegierte« des IGB. erklären außerdem, daß das ober- schlefifche Problem nur dam» einer glücklichen Lösung zugeführt
werden kann, wenn diese Provinz aufhört, ein Objekt fortwährender Konflikte zwischen Polen und Deutschland zu sein, sondern ein Elc- ment der Zusammenarbeit wird zwischen den beiden Nachbarländern. Sie fordern schließlich die Arbeiter der beiden Nationen auf, in diesem Sinne zu handeln, um ihre Rechte, ihre Forderungen und den allgemeinen Frieden zwischen den Bölkern zu sichern. gez. Fimmen. Iouhaux. DeutschlanÜ unü Amerika . Pari«, 26. Juli. (EE.) Die„Chicago Tribüne" meldet aus Berlin : Aus der bestunterrichteten Quelle wird bekannt, daß die Be- sprechungen zwischen dem amerikanischen Geschäftsträger Dresel und dem deutschen Außenminister Dr. Rosen beendet wurden. Auf alle Fragen Amerikas wurde eine befriedigende Antwort erteilt, deren wichtigste die war, wie sich Deutschland zu einer gesetzmäßigen Aktion stellen würde, die im Hinblick auf die Porter-Knox-Entschlie- ßung unternommen werde. Die deutsche Regierung antwortete, daß sie eine Proklamation des Präsidenten Harding für anehmbar betrachte. Diese würde ihr gestatten, einen Botschafter in Amerika zu ernennen und die Friedenspräliminarien zu verein- baren. Man erfährt, daß Deutschland mitgeteilt wurde, eine Ant- wort bezüglich der Form und des Inhalts dieser Proklamation zu erteilen, doch wird erklärt, daß die Anschauung Deutschlands nichts mit den Punkten des Friedensvertrages zu tun habe. Reichskanzler Wirth sei entschlossen, einen wirtlichen Frieden zwischen beiden Ländern herbeizuführen. In offiziellen Kreisen herrscht die Ansicht vor, daß der amerikanische Friedensvertrag wahrscheinlich die meisten seiner Bestimmungen dem Bersailler Vertrage ent- nehmen wird.' Irland gegen Gewalt. Dublin . 26. Juli. (EP.) Eine offizielle Mitteilung der Einnfeincr Regierung sagt, daß der Friede nicht ohne Schwierigkeiten erlangt werden könne; doch werde man ihn erlangen. Alles hänge heute von Irland ab. Sein Engländer würde Zwangs- mahnahmen des Nordens gegen den Süden dulde« Ueberhaupi lehre die Erfahrung, wie unwirksam solche Maßnahmen seien. Man solle zu dem gesunden Menschenverstand jedes einzelnen irischen Bürgers Vertrauen haben. Den in Irland seien die Neber- lleserungen der Vergangenheit stärker als alle Zwangsmaßnahmen. v« frühere preußische Zusttzminifler o. Beseler ist gestern im 80. Lebensjahre in Berlin gestorben.
Ein schwerer Fehlgriff. Zur Programmdiskusfio«. Bon Max Quarck . Warum sagen wir Mitglieder der Programmkommission nicht endlich gerade heraus, daß die Veröffentlichung des Pro- grammentwurfs in so eiliger und unfertiger Gestalt ein schwerer Fehlgriff war? Wir können doch damit viele un» nütze Diskussionen abkürzen und die Partei vor Schaden be- wahren! Jetzt wird hinter den bei so früher Veröffentlichung un» vermeidbaren Mängeln überall im Lande Absicht gesucht. die gar nicht vorhanden ist. Daß die Dürftigkeit der finanz» politischen und das fast völlige Fehlen schulpolitischer Vor- schlüge auffällt, ist nur zu begreiflich. Unsere Leute im Lande wollen hier einige wenige, leicht handhabbare und praktisch formulierte Forderungen mit Recht haben. Statt dessen spricht der Abschnitt Finanzen fast mehr vom Friedensvertrag, als von der deutschen Steuerreform, die doch auch einen völligen„Um» stürz" oerlangt, und die Schulsätze sind wunderschöne Lehr» buchdeklamationen, nur keine politisch zugespitzten Forderun- gen. Die fatale Unausgeglichenheit zwischen Agrarkommission und Wohnungs- und Siedlungskommission in Bezug auf Bodenverstaatlichung ist offensichtlich. Infolgedessen hat sie hier schon mehrfache Erläuterungen finden müssen. Der all- gemeinen Einleitung Hot man in der Parteiversammlung meines Wohnortes nichts mehr und nichts weniger seitens der Redaktion des Parteiblattes und des Parteisekretärs vorge« warfen, als daß sie— den Klassenkampf wegeskamotteren wolle, weil der betreffende Satz des Erfurter Programms nickst wieder aufgenommen sei. Zur Prüfung der Frage, ob die Sache auch ohne das Schlagwort nicht sehr deutlich bezeichnet sei. ist man leider nicht gekommen. Und den Exaltados von ganz links war die angebliche Entdeckung natürlich Wasser auf ihre Mühle, das sie nach seiner Reinheit nicht zu unter- suchen brauchten. Die größte Enttäuschung aber bereitete den Genossen im Lande, daß sie eine solche Fülle von Einzel» Programmen in vielen Zeitungsspalten vorgesetzt bekäme« Sie hatten eine sehr gedrungene Zusammenfassung erwartet. Die Summe von bedauerlichen Irrtümern, die durch den Fehlgriff der unfertigen Veröffentlichung bervorgerusen sind. ist in der Borstellungswelt der großen Masse eher noch größer, als oben geschildert. Und vieles hätte dlirch die zeitige Ausgleichsarbeit der Gesamtkommission, die sofort nach Ab» schluß der Einzel- und Teilarbeiten einsetzen mußte, vermieden werden können. Wer ein wenig Organisations- und Arbeiter- kenntnis hat, wußte, daß das Unfertige der Programmarbeit unsere Leute im Lande verwirren mußte. Man durfte es gar nicht dahin kommen lassen, daß sie sich mit diesen unge» reisten Programmteilen und Borarbeiten, die der scharfen kritischen Zusammenfassung und des kräftigen Strichs ent» behrten, herumschlagen mußten. Welche Berkennnung der Massenpsyche! Wer weiß und versteht denn jetzt draußen im Lande, daß die meisten von uns Kommissionsmitgliedern die wichtige Einleitung, auf die unsere Leute mit Recht so ent- scheidenden Wert legen, vor der Veröffentlichung so wenig gekannt haben wie sie? Wenn man ihnen das jetzt sagt, halten sie es für eine faule Ausrede. Und doch ist es so. Im Höchst- falle kannten vor der Beröffentlichung die wenigen von uns Programmarbeitern, die in zwei Teilkommissionen sahen, die Arbeitsergebnisse dieser beiden Kommissionen, also bestenfalls den fünften Teil des veröffentlichten Gesamtmaterials. Daher erklären sich z. B. die Widersprüche und Unklarheiten, die zwischen Wohnungs- und Agrarbeschlüssen bestehen bliebe« Wir hätten eben in einer Sitzung der Gesamtkommission, jeder auf seinem Gebiet, gewaltig opfern und zusammenfassen müssen. Und bei der programmatischen Zusammenfassung hätten wir uns gegenseitig das Urteil geschärft. Schließlich hätten wir''«serem besten Stilisten den Auftrag geben müssen, das neue Gejamtprogramm nach jenen letzten Beschlüssen in e in e m Gusse zu schreiben. Dann bätte es auch mit allen Vorarbeiten veröffentlicht werden können. Die Massen hätten über und neben allen Einzelbeitev etwas Großes, Fertiges, Abgerundetes in die Hand bekommen, das gewiß immer noch verbcsserungsfähig war, aber doch eine achtunggebietende, durchgearbeitete Schlußschöpfung der Gesamtkammission dar- stellte. Sicher ist der schwere Fehlgriff in bester Absicht geschehe« Man wollte in angemessener Frist vor dem Parteitag den Ge- nassen im Lande Gelegenheit zu einem Urteil über den Entwurf und zur Mitarbeit an der Kommissionsarbeit geben. Sehr löblich! Aber auch hier ist das Gegenteil erreicht. Jetzt lehnen die Genossen im Lande zum Teil die Mitarbeit an so Unfertigem ab und es gibt außerdem unendliche Mißverständnisse aufzu- klären, währenddessen der Parteitag heranrückt. Wir müssen jetzt doch noch einmal zu einer Sckilußredaktion zusammen- treten, nur unter v'el ungünstigeren Umständen, umgeben von Irrtümern und unntltig erweckten Boreingenommenheite« Und das Ergebnis uyscrer verspäteten Gesamtarbeit kommt außerdem doch zu spät, um an der verfahrenen Diskussion vor Görlitz noch etwas zu ander«