Mr.499+38. Jahrgang Ausgabe A nr. 252
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Sonnabend, den 22. Oktober 1921
& önigshütte, 21. Oftober.( WIB.) Die deutschen Par-| Starost des Kreises Kattowitz wird der Gewerkschaftsbeamte telen und Gewerkschaften von Königshütte haben folgendes Tele- Rymer, der jezige Borsigende des polnischen Volksrates, Bürger gramm an den Reichskanzler in Berlin gefandi: Das Unrecht ist Wirt- meister wird Stadtrat Dr. Gornit. Als Polizeipräsident wird zu lichkeit geworden. Die deutsche Stadt Königshütte ist vom alten nächst ein höherer französischer Offizier fungieren. Vaterland losgerissen. Auch unter der Fremdherrschaft werden wir unser Deutschtum wahren und mit den Brüdern und Schwestern im Reiche eines Sinnes sein.
Gleichzeitig erlassen die Absender dieser kundgebung folgenden Aufruf: Deutsche Bürger von Königshütte! Das bisher Unglaubliche ist eingetreten. Unsere Stadt, die zu 75 Proz. deutsch ist, wird gegen unferen Willen und gegen unser flardes Recht einem fremden Staat zugeteilt. Unsere Zukunft müssen wir neu schaffen. Ertragt die schweren Tage der Uebergabe mit Ruhe, bewahrt eure Würde und vergeßt nicht, daß ihr Deutsche seid. Schließt euch enger als je zufammen!
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Die deutschen Parteien und Gewerkschaften von Königshütte. Breslau , 21. Oktober. ( TU.) Der Oberbürgermeister hat angeordnet, daß sämtliche städtischen Gebäude, einschließlich der Schulen, auf Halbmast oder mit Trauerflor zu flaggen sind.
Kundgebung des Zentrums.
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Ablehnen- und dann?
Im Reichstag wurde gestern abend erzählt, die Deutsche die Entscheidung über Oberschlesien nicht angenommen Bolkspartei habe einen Beschluß gefaßt des Inhalts, daß werden dürfe. Als aber dann in etwas späterer Stunde der Bericht von WTB. tam, sah die Sache doch etwas anders aus. Es wurde nämlich gemeldet:
Die Reichstagsfraktion der Deutschen Bolkspartei hat am Freitag Die oberschlesischen Abgeordneten der Zentrumsfraftion des nachmittag folgenden Beschluß gefaßt: Die Reichstagsfraktion der Reichstages und des preußischen Landtages( gez. Pfarrer Ulizka) Deutschen Bolkspartei hat von den bekanntgewordenen Erklärungen richteten folgende Kundgebung an ihre Wähler: der Entente über die oberschlesische Entscheidung Kennt Die Entscheidung, wie sie jeßt durch die amtliche Bekanntmachung der Botschafterkonferenz veröffentlicht worden ist, übersteigt alle Be- nis genommen. Die Fraktion sieht in dieser Entscheidung eine fürchtungen, die wir für unsere Heimat schon in den letzten Wochen ißachtung der Boltsabstimmung und eine Bergehegt haben. Eure Abgeordneten und die 3entraumsfrattionen des legung des Versailler Vertrages und lehnt diese Reichstages und des preußischen Landtages verstehen nur zu gut Entscheidung einstimmig ab. euren Schmerz und eure Entrüstung und teilen sie mit euch auf- Daß dieser Beschluß einstimmig angenommen wurde, ist richtigen Herzens. Es bedarf wohl weiter feiner ausdrücklichen Ber - fein Wunder. Wäre ein solcher Antrag in der sozialdemo ficherung, daß wir restlos bemüht find, das über uns hereingebrochene tratischen Frattion gestellt worden, er hätte gleichfalls einUnglüd noch in letter Stunde abzuwenden
Wir werden dabei
Reichstages und der des Landtages, die ebenso unablässig tätig sind, bei den Unabhängigen auch nicht anders gelaufen. unterstützt durch das volle Berständnis der Zentrumsfraktion des stimmige Annahme gefunden, und vermutlich wäre die Sache die Interessen der Oberschlesier nach allen Seiten hin und mit allen Kräften zu wahren. In diesem Sinne bitten wir euch, wie bisher Bertrauen zu uns und unserer Arbeit zu haben, Ruhe zu wahren und alle unüberlegten Schritte zu vermeiden.
hat heute einem Redakteur des Bureaus Fournier folgende Erilä Reichstagsfraktion und Parteiausschuß. rungen gegeben: Polen wird die Genfer Entscheidung annehmen. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion beriet geitern Ihm liegt nur eins am Herzen: die größten Vorteile aus dieser Entfcheidung zu ziehen und zu arbeiten. Wir werden uns bemühen, mit gemeisam mit dem Barteiarsichu B. Die fchon bekannte unseren Nachbaren freundschaftliche Beziehungen herzustellen. Die- Stellungnahme der Fraktion in der Regierungsfrage fand auch jenigen Deutschen , die als Candgutbesiger auf unserem Gebiete ver- in diefer gemeinsamen Sigung einmutige Buftiming. bleiben, werden feinen Belästigungen ausgesetzt sein. Wir werden die polifische und landwirtschaftliche Organisation des uns zugeteilten Gebietes schrittweise vornehmen, um allmählich die Einheit des polnischen Vaterlandes herzustellen.
Fartgesetzte Kabinettsberatung. Berlin , 21. Oftober.( WIB.) Das Reichstabinett trat Berlin , 21. Oftober.( WIB.) Das Reichstabinett ftat Es liegt wohl an lüdenhafter Uebermittlung, daß bloß deutsche heute abend zusammen, um seine Beratungen über die oberschleLandgutbesizer in Ruhe gelassen werden sollen. Die Pariser Bericht über die wirtschaftlichen, verkehrstechnischen und fozialen Pariserie Frage fortzusetzen. Die beteiligten Refforts erstatteten Note stellt allen Bewohnern volle Sicherheit in Aussicht. Folgen der von der Botschaftertonferenz getroffenen Entscheidung. fatfowitz, 21. Oftober.( DA.) Die Stadt Kattowiß wird der Darauf trat das Kabinett in die Besprechung dne politischen Siz der polnischen Wojewodschaft werden. Die bisher im Beuthener Gesamtlage ein. Lomnitz- Hotel residierende Geschäftsstelle des Obersten polnischen Das Kabinett wird seine Beratungen, die bis in die Nacht hinein Volksrates siedelt nach Rattowit ins Hotel Deutsches Haus" über.[ dauerten, morgen nachmittag fortsetzen.
Gesamtaussperrung im Buchdruckgewerbe.
gekündigt worden.
Auch der Reichstag selbst könnte diesen Antrag einstimmig zum Beschluß erheben, wenn- ja wenn der Reichstag darüber zu entscheiden hätte, ob die Entscheidung über Ober schlesien gelten soll oder nicht. Aber das scheinen die scharfsinnigen Bolitiker der Deutschen Volkspartei übersehen zu
haben, daß die Entscheidung über Oberschlesien nicht der Be der springende Bunkt. schlußfassung des Reichstags unterliegt und das ist leider
sagen werden, sondern man hat uns einfach gesagt:„ So ist Man hat uns gar nicht gefragt, ob wir Ja oder Nein es!" Es wird uns nichts zur Annahme vorgelegt, sondern es wird eine Verfügung getroffen, und wenn wir nicht nach dieser Verfügung handeln, werden uns 3wangsmaßnahmen angedroht. Unter diesen Umständen zu sagen:„ Bir lehnen das ab!" ist entweder eine absichtlich gewählte unklare Ausdrucksweise oder eine Kinderei.
Innerlich lehnen wir alle die Entscheidung über Ober schlesien ab, und diesem Gefühl in Worten Ausdruck zu geben, ist ungefährlich. Die Kernfrage aber ist, ob die poli tische Handlungsweise Deutschlands diesem Gefühl folgen darf, und darauf gibt die Entschließung der Deutschen Bolkspartei keine Antwort. Ob man sich dem 3wang beugen, ob man Widerstand leisten oder ob man zu verhandeln ver suchen soll, um sich dann zwischen Unterwerfung und Widerstand zu entscheiden, das ist die Frage!
Man sucht in den Worten der Weisen Rat und findet feinen! Wenn damit das Meisterstück geliefert sein soll, mit dem die Deutsche Volkspartei ihren Beruf als Retterin des deutschen Volkes beweisen will, so ist er mißlungen. deutschen Volkes beweisen will, so ist er mißlungen.
Trotzdem wächst die Wahrscheinlichkeit, daß schließlich an Stelle des Kabinetts Wirth eine rein bürgerliche Re gierung zustande kommt, in der dann naturgemäß der Rechten die Führung zufallen wird.
Die Berhandlungen im Zeitungskonflikt haben den geftrigen Tag| den Betrieben, wo diese Streitarbeit abgelehnt wurde, sei„ wegen voll ausgefüllt, Ulle Bemühungen, zu einer Einigung zu fommen, unberechtigter Arbeitsverweigerung die fristlose find ergebnislos verlaufen. Das Personal der Firma Mosse Entlassung der an der Herstellung der Zeitungen beteiligten Persobeharrt ebenso auf seinem Standpunkt, der in der gestern gefaßten nale" ausgesprochen worden. Nach derselben Erklärung hat der BerEntschließung, die wir abends mitteilten, zum Ausdrud tommt, wie ein der Berliner Buchdruckereibefizer gleichfalls zur Bekundung einer die Firma felbst. Der Reichsarbeitsminister fah fich eben- Solidarität mit den Zeitungsverlegern die Kündigung der techfalls veranlaßt, feine Bemühungen, den Streit zu schlichten, auf- nischen Belegschaften mit der tariflichen achttägigen Kündi- Das Kabinett Wirth fann nur bleiben, wenn sich seine zugeben und auch ein von anderer Seite unternommener Versuch, gungsfrist beschlossen". Die Zeitungsverleger beteuern, daß ihnen Mitglieder über die nächsten zu unternehmenden Schritte einig in später Abendsfunde noch zu einer Einigung zu fommen, fann als der Entschluß der Entlassung sehr schwer geworden sei, besonders werden, und wenn im Reichstag eine Mehrheit vorhanden ist, gescheitert betrachtet werden. Die Unternehmer haben jetzt den„ in Erwägung der überaus ernsten politischen Verhältnisse". um seine Politik zu stützen. Damit soll nicht gesagt oder an Beschluß gefaßt, das Personal jämtlicher Buchdrude. gedeutet sein, daß im Kabinett Meinungsverschiedenheiten relen auszufperren. So ist denn gestern in einer großen äußern, darauf tommt es jetzt nicht an. Der Konflikt war ursprüng- burch beraten, über seine fünftige Haltung aber noch nicht beZur Entstehung des Streites wollen wir uns heute nicht mehr vorhanden wären, denn bisher hat es ja nur die Pariser Note Reihe Berliner Buchdruckereien, unter denen fich wichtige 3ei- lich auf die Firma Mosse beschränkt und konnte auf sie beschränkt raten, geschweige den beschlossen. Diese fichliche Metungsbetriebe befinden, dem gesamten personal bleiben, aber die Unternehmer erflärten ihre Solidarität mit Moffe. thobe der Beratung ist nur zu billigen, denn wo es um Ebenso taten die Arbeiter, was ihre Arbeiterehre gebot: fie übten Kopf und Kragen des Boltes gehen kann, darf man nicht mit Wir haben es bisher unterlassen, in dem Konflikt zwischen Mosse Solidarität. Aus der Erklärung der Zeitungsverleger geht sehr flar Hurra Beschlüsse fassen, von denen man nicht weiß, was aus und seinem Personal Stellung zu nehmen, um in Anbetracht der hervor, daß sie von vornherein gewillt waren, eine Machtprobe ihnen folgt. politischen Ereignisse einer Einigung auch nicht die geringsten Schwie- herbeizuführen. Sie wußten, daß die Arbeiter ihren Kollegen von rigkeiten zu bereiten. Wir haben uns lediglich darauf beschränkt, über Moffe nicht in den Rücken fallen würden und haben dennoch den einen Beschluß faßt, wie der der Volkspartei, so nüßt das Wenn eine außerhalb der Regierung stehende Fraktion die Dinge zu berichten, aber schon am Mittwochmorgen fahen wir Berfuch gemacht, Streifarbeit herstellen zu laffen. Nicht um den nichts, aber es schadet auch nichts. Ein ähnlicher Beschluß uns veranlaßt, die Frage aufzuwerfen, ob es sich bei der Mosse- Aus- Tarif zu retten, sondern um einen Grund zur Kriegser- einer verantwortlichen Regierungspartei fönnte nur verhängSperrung nicht, um eine Machtprobe der Unternehmer flärung zu bekommen, haben sie diesen Schritt unternommen, nisvoll sein. handelt. Die Ereignisse der letzten Stunden scheinen diese Frage der zu dem Kampf führte, den sie wohlwollten. mit ja beantworten zu wollen. Wegen eines ganz geringen KonDie sozialdemokratische Reichstagsfratfliktes, in dem es sich nur um ein paar lumpige Mart Ition, die jetzt mit dem Parteiausschuß gemeinsam berät, ist handelt, läßt das Zeitungskapital einen Rampf entbrennen, der bereit, jeden ernsten Borschlag, der ihr gemacht wird, ernstiich gerade in diesen Tagen außerordentlich schädlich wirken muß. Wie Die Ortsverwaltung Berlin des Verbandes der graphischen Hilfs. zu prüfen. Aber es läßt sich nicht verhehlen, daß ihr überall, so glauben auch im Buchdruckgewerbe die Unternehmer die arbeiter hatte zu gestern abend eine Mitgliederversamm. Optimismus in dieser Beziehung start begrenzt ist, und daß Zeit für gekommen, um einen entscheidenden Schlag gegen lung einberufen, in der Gloth über den Stand des Beitungs- fie einen Vorschlag, der Deutschland einen Ausweg aus seiner bie Arbeiterschaft zu führen. Aber diese Meinung fonfiiftes berichtete. Nach der Schilderung der Entstehung des Kon- furchtbaren Lage zeigt, nicht fennt. Besteht aber nicht die ist irrig. Die Ulstein und Scherl, die Mosse und Stinnes mögen Redner: Nachdem die Unternehmer diesen Beg beschritten haben, dann übrig? Protesterklärungen können in die Zukunft wirflittes und nach der Mitteilung über die Aussperrung sagte der Möglichkeit, einen solchen Ausweg zu finden was bleibt es sich gesagt sein lassen, daß die gesamte Berliner Arbeiter wird die Organisationsleitung wissen, was sie zu tun hat. Die ten, aber sie können an den harten Tatsachen der Gegenwart fchaft hinter den ausgesperrten Buchdruckern steht und daß sie den Kollegenschaft möge fich nicht in Erregung bringen laffen und die nichts ändern. Schlag, der nicht nur die Buchdrucker, sondern die gesamte Arbeiter Anweisungen der Organisationsleitung abwarten. schaft treffen soll, mit der ganzen Kraft parieren wird, die in Nichts wäre schlimmer, als wenn die Regierung ihr wohnt.
Solidaritätskundgebung der Hilfsarbeiter.
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In der Aussprache befundeten alle Redner ihre volle Sym- Wirth zu einheitlichen Beschlüssen über die fünftige Politit pathie mit den Ausgesperrten. Man war sich darüber nicht kommen fönnte, und wenn dann eine Regierung käme, einig, daß auch die Hilfsarbeiter einmütig zusammenstehen werden, die erst recht nicht weiß, was sie mill. Mit einer Die„ Bereinigten Zeitungsverleger Groß- Berlins" nehmen in wenn ihnen der Kampf aufgezwungen werden sollte. Beantragt solchen Regierung müßte man aber nach dem Sturz Wirths einer umfangreichen Erflärung Stellung zu dem Konflift und be. wurde zur Unterstüßung der ausgesperrten Arbeiter einer umfangreichen Erklärung Stellung zu dem Konflikt und befchaft von Mosse von den männlichen Hilfsarbeitern 5 M. und den rechnen, dafür ist der Beschluß der Deutschen Volkspartei ein gründen den Aussperrungsbeschluß. Sie weisen darauf hin, daß die weiblichen 3 M. Extrabeiträge zu erheben und hiervon 42 000 m. Symptom. Solidarität der Zeitungsverleger gebot, den Bersuch zu machen, das für den gedachten 3wed bereitzustellen. Dieser Antrag wurde angeDieser Beschluß drückt ein Gefühl aus. Aber er zeigt Berliner Tageblatt" in anderen Druckereien herstellen zu lassen. In nommen. teinen Weg.