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Nr. 57.

Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Viertel­jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage, Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30mt. proQuartal. Unter Kreuz­ band : Deutschland u. Oesterreich­Ungarn 2 M., für das übrige Ausland 3Mt.pr.Monat. Eingetr. tit der Post Zeitungs Preisliste für 1895 unter Nr. 7128.

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Vorwärts

12. Jahrg.

Insertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pig., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Numiner müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen­tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn­und Festtagen bis 9 Uhr Vor­mittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin !

Berliner Bolksblatt.

Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands .

Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2.

Freitag, den 8. März 1895.

Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3.

Aus dem Königreiche Stumm. entsandt hat, leise zu murren beginnt. Daſſelbe Klein- aber doch einer Arbeiterorganisation, und damit ist der

den einen Unterschriften- Verweigerer in die Handelskammer Sozialdemokratie mit einer anderen, allerdings sehr zahmen,

Auch im Königreiche Stumm geht alles menschlich zu. bürgerthum, das heimlich

mit

den Arbeitern des frühere Widerstand gegen jede Organisation gebrochen.

M

Es ist nicht wahr, daß die Macht des Alleinherrschers von Saarrepiers sympathisirt, wenn diese einmal aus Wir wissen, was wir von den Evangelischen Arbeiter­Eisens Gnaden im Saargebiete noch so unangetastet und schlagen und einer langjährigen Verbitterung durch vereinen zu halten haben, wir wissen aber auch, daß es absolut dastände, wie früher. Bielleicht beginnt auch dieser unerwartete Ausstandsbewegungen Luft machen, die wieder eine wirkliche Grenze zwischen dem zahmen und dem Glanz schon zu verblassen. Manche Anzeichen sprechen da- im Sande verlaufen, wie sie unorganisirt und spontan wilden evangelischen Sozialismus" auf die Dauer nicht für. Es ist noch nicht viel Opposition, aber es ist doch waren. Es ist wenig, aber doch etwas, und es bedeutet giebt, je mehr sich Arbeiter an den Vereinen be etwas. Und aller Anfang ist bekanntlich schwer. Wenn im Königreich Stumm einen Anfang, während es anderswo theiligen, das werden sie infolge des Rechts­erst eine Stelle erschüttert ist, so bröckelt's allmälig nach. unbeachtlich wäre. Die absolute Herrschaft ist vorüber.... bureaus. Das Prinzip ist unwideruflich durchbrochen, Auch König Stumm hat schon in seinem eigensten Macht- Auch in einer zweiten Angelegenheit hat König Stumm und was anderswo nichts bedeutet, heißt im Saarrevier gebiete zu fämpfen mit dem Geiste des bösen Aufruhrs und das Nachgeben lernen müssen. Er verbot seinerzeit sogar die schon etwas. Er muß es jetzt schon hören, der einstmals der Unbotmäßigkeit. Es wird nur wenig bekannt nach Gründung evangelischer Arbeitervereine in seinem Machtgebiet, absolute Herrscher. Nachdem er beigegeben hat, schreibt ihm außen. Und das ist schade. Von den Regierungsschmerzen das nicht blos feine eigenen Werke umfaßte, sondern das fistalische zum Dank ein Evangelisch- Sozialer in den Mittheilungen anderer Monarchen erzählt man sich doch auch. Warum Kohlenrevier mit und die preußischen Staatsbahnarbeiter, des Evangelisch Sozialen Kongresses" unter Erwähnung nicht von den Stumm'schen? wie die Privatarbeiter der sonstigen Eisen- und Glashütten. seines Nachgebens ins Album: Man muß nicht glauben, Daß die Saarbrückener Handelskammer ihrem Vorsitzenden Und doch haben sich die evangelischen Arbeitervereine seit daß die Arbeiterbevölkerung durch dies System zu dauerndem Stumm vor einigen Tagen eine Zustimmungsadresse wegen fünf Jahren im Königreich Stumm angesiedelt. Sie haben Widerstande gegen die Sozialdemokratie erzogen werde feines wackeren Fechtens gegen den Umsturz, zu senden beschloß, einen freilich ganz unschuldigen Verband gebildet, und der Es ist zu befürchten, daß man sich an der Saar eines Tages ist weithin bekannt geworden, doch mancher interessante Neben- wackere Kämpfer gegen den Umsturz wußte es nicht. Pfaffen als sehr wenig widerstandsfähig zeigen werde... Manchmal umstand dieser denkwürdigen Sigung nicht. So ganz glatt find manchmal schlauer denn Könige. Da erfuhr es der will der Geist des Patriarchalsystems das Gute und schafft ging es nämlich nicht ab. Die Saarbrückener Zeitungen Eisenmonarch, als die Gescheitelten mit ihren Arbeitern ein das Böse. Servilismus ist eine schlimme Pflanze..." Go berichten von der wundersamen Mähr: Rechtsbureau errichten wollten. Und da sprang die Gegen- geht der Geist des Widerspruchs erst recht weiter durch Vor Eintritt in die Tagesordnung wurde von dem stell- mine in dem bekannten Beschluß der drei Stumm'schen die Lande im Saarrevier und sucht, wen er verschlinge vertretenden Vorsitzenden, Herrn Generaldirektor Seebohm, Unternehmervereine vom 4. Januar d. J., alles zu vernichten, Ob nicht König Stumm nach alledem ahnt, daß er über der Vorschlag gemacht, die Kammer möge ihrem Vor- was sich an dem Rechtsbureau betheilige. Aber das Stumm- kurz oder lang doch auch nicht mehr Alleinherrscher ist? fitzenden, Herrn Frhrn. v. Stumm, wie es bereits andern sche Bulver wirkt schon nicht mehr absolut sicher. Früher Wer schon einmal im Saarrevier war, denkt mit Orts geschehen, eine Zustimmungsadresse für sein Aufhätte es nach dem einmal gefaßten Beschluß kein Pattiren Schaudern an die schwarze Gegend um Neunkirchen . Sie treten in der Umsturzdebatte im Reichstage zutheil werden laffen. mehr gegeben. Selbst eine zu Unrecht beschlossene Maß ist die richtige Hintergrundszenerie für die Umsturzvorlage. vorbereitet und wurde vom Handelstammer Sekretär, Herrn regel hätte durchgeführt werden müssen. Aber Pfaffen sind Aber warum soll die Welt, die soviel Schönes von König v. b. Often, verlesen. In dem längeren Schreiben wird manchmal schlauer als Monarchen. Herr von Stumm Stumm hört, nicht auch wissen, daß er seine Regierungs Herrn v. Stumm der Dank ausgesprochen für sein Eintreten mußte sich sagen lassen, daß gewisse Arbeiterorganisationen, sorgen hat, wie so viele Monarchen jetzt? für die Intereffen der Saarindustrie, für sein öffentliches und zwar diejenigen seiner geliebten cvangelisch- sozialen Wirken überhaupt und endlich speziell für seine Stellungnahme Gegner um Wagner, nicht mehr todt zu machen seien, auf

Der Wortlaut war

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in der Umftursvorlage. Dagegen sprach Herr Schäde. Die Gefahr hin, erst recht Gozialdemokraten zu züchte Politische Leberlicht. Er betonte, daß man Herrn v. Stumm die Anerkennung für König Stumm nahm in seinem Reichsanzeiger, im Saar­Berlin, 7. März. seine persönliche Thätigkeit nicht versagen könne, daß es brücker Gewerbeblatt" vom vom 10. Februar, den ersten Aus dem Reichstag . Heute wurde die Berathung aber aus fachlichen Gründen unmöglich sei, Ukas zurück. Die Beschlüsse der drei Unternehmervereine des des Militäretats fortgesetzt. Die Forderung für die für die Resolution zu stimmen. Von den elf an wesenden Handelskammer- Mitgliedern unterschrieben zehn; die Saargebiets vom 4. Januar seien gegenstandslos" geworden. Kommandantur in Altona wurde genehmigt. Eine längere Adresse wurde sofort zur Post gegeben." Die Evangelischen Arbeitervereine werden unserer Sym- Debatte entstand über die Frage des Militärdienstes Und die Saarbrückener Handelskammer konnte nun- pathie" versichert. Das Rechtsbureau kann zu arbeiten an der Volksschullehrer. Mit Ausnahme der Sozial­mehr zur Reform des Handelskammerwesens den reaktionären fangen. Nun mag man sagen, Arbeitervereine, denen demokraten erklärten sich alle Parteien für die bekannte von Wunsch äußern, das Wahlrecht bei den Handelskammern Stumm Sympathie entgegenbringt, find keine Arbeiter der Kommission vorgeschlagene Resolution. Auch herrschte nach Steuerklassen geordnet zu sehen, sie konnte gegen die vereine. Und in der That haben die Evangelischen Arbeiter bei der Majorität Uebereinstimmung darüber, daß es Sache Errichtung eines Gewerbegerichts stimmen, und was sonst vereine des Saarreviers, was nach außen sorgfältig ver- der Einzelstaaten sei, mittellosen Lehrern Beihilfe zur zu ihren kapitalistischen Verrichtungen gehört. Die Wände schwiegen worden ist, versprechen müssen, keine Gewerk- Ableistung des einjährig freiwilligen Dienstes zu ge­des Sigungssaales waren ja auch nicht eingefallen, vereine zu gründen, Naumann's" Hilfe" nicht zu empfehlen währen. Staatssekretär v. Bötticher glaubte in Aus­als acht Mitglieder zur Abstimmung über die und ihr Rechtsbureau nach katholischem Muster einzu- sicht stellen zu können, daß die Entscheidung des preußischen Ergebenheitsadresse gefehlt hatten und als eines der richten; die letzte Bedingung paßt ja auch vortrefflich zur Staatsministeriums über die Frage, ob den Seminar­elf anwesenden gegen dieselbe stimmte. Vor ein Gemeinsamkeit der Interessen Stumm's und des Zentrums Abiturienten grundsäßlich die Berechtigung zum einjährig paar Jahren wäre das noch nicht möglich ge- an der Umsturzvorlage. Aber das Nachgeben Stumm's freiwilligen Dienst zu ertheilen sei, in bejahendem Sinne wesen. König Stumm hatte damals die Huldigung mit ist doch schon ein Parlamenteln, und parlamenteln ausfallen würde. Nachdem die weitere Berathung des der Hochverweigerung gar nicht angenommen. Er ist jetzt bedeutet das Gegentheil der absoluten Herrschaft. König Militäretats auf Freitag vertagt war, rief der Präsident bescheidener geworden, weil selbst das Kleinbürgerthumi, das Stumm will den Teufel mit Beelzebub austreiben, die v. Leveyor den Abg. A hlwardt wegen der Ausdrücke,

Feuilleton.

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Skizzen aus dem südamerikanischen Hinterlande. an bedeuten hat, fangen Sie an, ungalant zu werden muß

Ein Blatt

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Wir können außer Landes gehen... ich besige genug, um in Buenos Aires zu leben... Sie sollen nichts ent­behren... geben Sie mir eine runde Antwort... was sagen Sie zu dem Vorschlag..."

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haben, unter die Unzufriedenen zu gehen... ich will es sehen zu können... und immer daran zu denken, daß die meinem Manne hintertragen... Sie wissen, er ist zur Gunst, die Sie einem andern zutheilen in verschwenderischem ( Nachdruck verboten.] Beit ziemlich allmächtig und ich mit ihm... Küssen Maße, weil Sie vor der Gesellschaft sein Weib sind, Sie meinen Fuß, Bernardino.... alle Wetter.... eigentlich mir gehört; der ich mich unterdessen mit außerdem, daß Sie unzufrieden sind, was nicht viel den armseligen Brocken eines Blickes abfinden lassen zu .. Ich glaube, es muß das eben so ernie­Sie sehnen sich am Ende nach einer Abwechselung.. sind drigend sein für Sie, wie es für mich ist. gerade so wie meine Schwester, die ebenso verrückt ist wie Sie leben an der Seite eines Mannes und lieben einen südamerikanischer Geschichte. Gie ich glaube, die hat eine stille Schwärmerei für den andern... es muß ein Mittel geben, daß ich Sie allein Der Apotheker faßte die Sache heiter auf. jungen Godoy.. wir haben ihu einmal bei uns auf besigen kann... ich will fürder mit niemand theilen..." " Ja, ja, Excellenz, Jovellanos ist diesmal schlauer ge- genommen, als man ihn verwundet.. bei Ihrer ersten Und nennen Sie mir das Mittel..." wesen als wir; habe ihn eigentlich nicht für so gescheut Revolution, General.. Wissen Sie, das beste wäre, Sie gehalten.. hat aber von uns was gelernt.. paciencia, heiratheten meine Schwester das wäre für beide Theile Ercellenz.." gut... fie vergäße ihre Schwärmerei und Sie Ihre Welt Jovellanos ging ruhig mit seinen Ersparnissen nach schmerz- Anwandlungen... für eine gute Mitgift will ich England, um dort später als behäbiger Rentner zu sterben. forgen... konvenirt Ihnen der Vorschlag. Sie glauben also, daß es einer Frau leicht sei, ihre Scherzen Sie nicht immer so leichtsinnig Sie Schande zu offenbaren... Herr Bantista Gill hatte also endlich die Präsidentur wissen, daß meine Liebe zu Ihnen mehr zu als abgenommen Es ist keine Schande, das zu gestehen, was das Herz erreicht. Er hatte es sich auch etwas tosten lassen. Am hat. ich wollte, Bautista fäße noch in Barrero Grande, fühlt... man hat Sie, ohne Sie zu fragen und viel zu 25. November hatte er ein großes Fest arrangiren lassen. wie damals und ich wäre der simple Bernardino, der einst jung an Bantista verhandelt Auf der Plaga spielten eigens dazu von Buenos Aires her- zufrieden zu Ihren Füßen saß... Sie erhörten mich da Sie vergessen, daß die katholische Kirche keine Ehe geholte Seiltänzer und am Abend desselben Tages brannte mals, Concepcion; soll ich es Ihnen ins Gedächtniß zurück- löft, die einmal geschlossen ist man vor dem Regierungsgebäude ein großartiges Feuer- rufen Was fümmert uns die katholische Kirche... ich will Befinnen Sie sich, General, ein Liebhaber, der sich an meinen, daß man hier kein zu großes Gewicht darauf legt, Der General Caballero war sein Freund geblieben; dafür vergangene Dinge zurückerinnert, beleidigt. Einem Mann was die Kirche sagt... Sagen Sie mir also, Concepcion, hatte schon Herr Francisco Guanes gesorgt. Er hatte das wie Sie steht es nicht gut an, einer Frau Sachen ins Ge- was Sie von unserer Sache denken... ich will alles thun, Portefeuille des Unterrichts und des Kultus inne, obwohl dächtniß zurückzurufen. die sie nicht hören will... Schämen was Sie für zweckdienlich halten nur um Sie zu be er nur mit Noth und Mühe seinen Namen schreiben konnte; Sie sich und schweigen Sie..." figen doch das hatte ja nichts auf sich. Zwei Jahre gingen Ich will nicht schweigen," sagte der General, aufstehend Frau Concepcion sah ihn an, ohne ihre Augenlider ins Land. und sie scharf ansehen. Ich will Sie daran erinnern, daß merklich zu erheben. Wir finden den General wieder einmal in einem Sie vor Ihrem Gewissen die meine sind... und ich will" Nun gut, Bernardino ich liebe den Neger intimen Gespräch mit Frau Concepcion, denn das Ver- Sie ganz besigen, ohne mit jemand zu theilen... ich bin nicht ich bin nicht... den Neger, der mein Mann ist... Sie wissen hältniß war dasselbe geblieben und die Dame war eben so es müde, hier den Hausfreund zu machen und in der es wohl, oder könnten es doch wissen... aber man fragt hübsch und anziehend, wie früher auch. Gegenwart anderer Leute jedes Wort auf die Wage zu eine Frau dabei nicht um Rath, was was dabei zu Man hört aus Ihrem Munde, General", sagte sie legen, das uns verrathen könnte... hier mich hinftehlen thun ist eins sage ich Ihnen; ich will schmunzelnd zu ihrem Gegenüber, daß sie auch angefangen zu müssen unter Vorwänden aller Art, um Sie einmal eine ehrbare Frau bleiben vor der Welt... auch will ich

werf ab.

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