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Abendausgabe

Nr. 422 42. Jahrgang

Ausgabe B Nr. 208

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find in der Morgenausgabe angegeben

Redaktion: Sw. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295

Tel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlin

Berliner Volksblatt

7. September 1925

Berlag und Anzeigenabteilung: Geschäftszeit 9-5 Uhr

Berleger: Borwärts- Verlag GmbH. Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2507

Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands

Vollversammlung des Völkerbundes. Internationale Sommerschulen.

Eröffnungsrede Painlevés.

Genf , 7. September. ( WTB.) Die vierte Bölterbundsver-| die Wahl, das Genfer Brotokoll von neuem zu prüfen oder es dem sammlung wurde heute vormittag 11 Uhr von dem französischen Spiel der Kräfte zu überlassen, durch Sonderverträge das Gebäude Ministerpräsidenten Painlevé in seiner Eigenschaft als der= eines neuen Weltfriedens herbeizuführen. Dieselben Erwägungen zeitiger Vorsitzender des Bölkerbundsrates feierlich eröffnet. Pa in sollten auch für die Frage der Entwaffnung gelten, wobei wir die Ievé führte in seiner Eröffnungsansprache aus: notwendige Reihenfolge einhalten müssen:

Es handelt sich jetzt darum.

neuen Geist und neue Moral zwischen den Nationen zu schaffen. Painlevé gibt dann einen längeren Ueberblick über die einzelnen Tätigkeitsgebiete des Völkerbundes, wobei er besonders die finanzielle Aufbauarbeit in Desterreich und Ungarn her­vorhebt. Die Anstrengungen beider Staaten unter Führung der Böllerbundskommissare waren in so hohem Maße befriedigend, daß der finanzielle Wiederaufbau in unerwartet furzer Frist zu Ende geführt werden kann.(!) So fann man hoffen, daß die Kontrolle Desterreichs bald aufgehoben werden kann. Alle diese Fragen treten vor dem Hauptproblem der Sicherheit zurück. Die Ber­fasser des Genfer Protokolls haben mit deffen unverzüglicher Unter­zeichnung durch die Regierungen gerechnet. Die Monate, die ver­strichen sind, haben diese Hoffnung nicht erfüllt. Obgleich das Proto­foll von allen Delegierten der 54 Staaten angenommen und den Regierungen zur Ratifitation empfohlen wurde, hat es nicht die ausreichende Anzahl von Unterzeichnungen gefunden, um in Kraft zu treten. Da der großartige Entwurf nicht Gesetz wurde, mußte auch die geplante Entwaffnungskonferenz verschoben

werden.

do ichaft

Zuerst Sicherheit, dann Entwaffnung.

Es dürfte vielleicht wichtig sein, wenn diese Versammlung den Be­schluß des letzten Jahres wiederholt und den Rat erjucht, die Ein­berufung eines Entmaffnungstonferenz in die Hand zu nehmen. Wir sehnen mit Ihnen alle den Tag herbei, in dem alle Völker Am 1. Dezember 1924 richtete Deutschland an den Rat einen Brief, der sich auf die Bedingungen seines Eintritts in den Bölker­bund bezog, in dem es den Bedenten Ausdruck gab, die in ihm der§ 16 des Völkerbundspattes wachrief. Am 15. März 1925 ant­wortete der Völkerbundsrat Deutschland und berief sich einstimmig auf die formellen Bedingungen des Art. 1, denen ein Staat bei seinem Eintritt in den Völkerbund sich zu unterwerfen hätte. Nach dem der Rat sich bemüht hatte, die Bedenken Deutschlands zu zer streuen, sprach er den aufrichtigen Wunsch aus, daß Deutschland sich an seinen Arbeiten beteiligen und bei der Herbeiführung des Weltfriedens diejenige Rolle spielen möge, die seiner Stellung in der Welt entspreche. Die Völkerbundsversammlung wird sich sicher ein­stimmig diesem Wunsche des Rates anschließen.( Bustimmung.) Obgleich die Bereinigten Staaten dem Böllerbund nicht angehören, find doch die Ideale, die die Regierung von Washington und uns beseelen, die gleichen. Die Vereinigten Staaten haben sich bereits an dem größten Teil der Arbeiten beteiligt.

Mitglieder des Völkerbundes sein werden.

Gegenseitiges Mißtrauen wird die Völker gemeinsam in ihr Berderben stürzen.

Inzwischen sind Verhandlungen über das Sicherheitsproblem und die Schiedsgerichtsverträge mit den einzelnen Staaten, die heute noch fortdauern, geführt worden. Der Erfolg dieser Verhandlungen, falls sie zum Ziele führen sollten, wäre, die einzelnen Nationen, die Mitglieder des Bölkerbundes sind, durch entsprechende Ber­pflichtungen untereinander zu binden. Die in Aussicht genommenen Sonderverträge unterscheiden sich nur durch ihr beschränkteres An­wendungsgebiet vom Genfer Protokoll. Die Regionalverträge zwi­schen den einzelnen Staaten halten sich durchweg im Rahmen der im Genfer Protokoll vorgesehenen Bestimmungen. Der Sicher- feffeln wollen. Der Optimismus des Völkerbundes ist durch heitspatt sieht dagegen Schiedsgerichte vor, die alle Streitfragen umfaffen sollen, und deren Erfüllung nicht nur von dem guten Willen und der Berständigung zwischen den Unterzeichnern abhängt, sondern für die der Bölkerbund die volle Garantie trägt. Das Sicherheitsproblem tritt deshalb in diesem Jahre in einer anderen Form an uns heran. Es bleibt uns

Der Maslow- Prozeß.

se

Vier Jahre Gefängnis gegen Maslow beantragt. Leipzig , 7. September. ( Eigener Drahtbericht.) Am Schiuffe feiner anderthalbstündigen Ausführungen erklärte der Reichsanwalt, daß die Angeklagten nach§ 7 des Gesetzes zum Schuhe der Republik und nach§§ 83 und 86 des Strafgesetzbuches zu verurteilen feien. Dabei müffe man jedoch auch die Frage der Amnestie berücksichtigen, die bei Strafen in Frage tomme, die eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren nicht überschreiten. Bei Grylewicz, Schumacher und Redehfi tomme eine Strafe über zwei Jahre Gefängnis nicht in Frage, fo daß der Reichsanwalt hier die Einstellung des Verfahrens beantragte. Bei dem Angeklagten Schlecht beantragte er drei Jahre Gefängnis und 500 m. Geldstrafe, gegen Maslow als Hauptan­geflagten vier Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von 500 M. und nach§ 9 des Gesetzes zum Schutz der Republik die Aus­weisung aus dem Reichsgebiet. Die Unterfuchungshaft foll dem Angeklagten in Höhe von 12 Monaten angerechnet werden.

Genosse Stücklen verunglückt.

In die Klinik übergeführt. München , 7. September. ( MTB.) Reichstagsabgeordneter Stücklen ist laut Meldung der Münchener Poſt" auf einer Dienstfahrt Don Trostberg nach Wasserburg am Inn verunglüdt. Er hat eine schwere Verlegung davongetragen, die seine jofortige Ueberführung nach München in die Chirurgische Klinik erforderlich machte. Zu ernsten Besorgnissen gibt sein Befinden feinen Anlaß.

Der werdende Montanblock. Zusammenschluß Otto Wolff , Krupp , Phönix, Rheinstahl und Rhein- Elbe- Union.

Solingen , 7. September. ( Eigener Drahtbericht.) Die Ungewiß heit über die Zusammenschlußbestrebungen innerhalb der rheinisch­westfälischen Montanindustrie beginnt jetzt zu weichen. Ein Mit­arbeiter der Rölnischen Zeitung", der Gelegenheit hatte, führende Persönlichkeiten der Industrie zu befragen, fonnte feststellen, daß ein Busammenschluß in viel fefterer Form beabsichtigt ist, als bisher angenommen wurde. Es wird auf das Gegenbeispiel in der chemischen Großindustrie verwiesen, deren Zusammenschluß zu einer einheitlichen Gesellschaft wohl noch im Laufe dieses Jahres erfolgen wird.

Ausgangspunkt der Berhandlungen in der Schwerindustrie war die folgende Ueberlegung:

Die vertikale Konzernbildung hat es mit sich gebracht, daß in den Werken fast jedes großen Konzerns so gut wie alle Stahl und Walzwerkerzeugnisse hergestellt werden. Eine volle oder auch annähernd rationelle Beschäftigung für ihre Erzeugungsmöglichkeiten haben die Konzerne aber schon seit längerer Zeit nur in den feltensten Fällen für die eine oder andere Spezialproduktion. Sieraus entwickelte sich der in geringem Umfange schon verwirklichte Gedanke, durch Auftrags- und Synditats quotenaus. tausch der Konzerne untereinander zu einer besseren

%

nce Dahin darf es nicht kommen. Niemand in dieser Versammlung wird sich einer Täuschung über die Gefahren. hingeben, die Europa bedrohen. Um ihnen zu begegnen, haben die Verfasser des Genfer Protofolis den Angreifer im Kriege in ein Neß von Santtionen aus nicht blind, er hält die Augen weit geöffnet. Millionen junger Leute haben durch ihre Opfer der Welt den Frieden nicht gebracht, wohl aber die Möglichkeit, den Frieden auf der festen Grundlage des Rechtes aufzubauen. Möge unsere Versammlung nach dem Wahlfpruch Wilhelms von Oranien handeln: Hoffen, Wagen, Ausharren".

Beschäftigung für gewisse Erzeugnisse hier und für andere dort zu tommen, also in der Konsequenz auch gemisse Produktions­3 meige still zu legen, um in anderen Zweigen volle Beschäfti­gung zu haben. Daher ergebe sich zwangsläufig eine solche Art der Spezialisierung, daß den beteiligten Konzernen jeweils die jenigen Aufträge zugeteilt würden, für die ihre Werte am besten ein­gerichtet sind und die Werke geographisch frachtliche Lage haben.

Aus den Berhandlungen über solche Spezialisierungsmaßnahmen hat sich nun ergeben, daß eine derartige Regelung in größerem Um fang nicht an die Lebensdauer der Synditate geknüpft werden kann. Es bedarf dazu langfristiger Berträge unter den beteiligten Werten und einer starten Beschränkung der Eigen­bestimmungsrechte, sowie einer Berücksichtigung der ver­fchiedenen finanziellen Interessen. Man verhandelt deshalb jetzt allen Ernstes über eine straffe Interessengemeinschaft zwischen Grupp, Phönig, Rheinstahl und den Werken der Rhein- Elbe- Union( Dt. Luremburger, Gelsenkirchener Bergwerks- Aktiengesellschaft und dem Bochumer Verein ).

Außerhalb dieses Blocs würden dann an großen Konzernen nur bleiben: 1ödner, Gute hoffnungshütte, Soesch, Mannesmann und Stumm.

Ueber den Stand dieser Berhandlungen wird berichtet, daß man sich im Kreise der Beteiligten bereits durch Austausch genauen und umfassenden Materials über alle technischen und produktionsstatisti. schen Fragen einen Ueberblick über die Möglichkeit verschafft hat, gegebenenfalls eine einheitliche Betriebsverwal. tung einzurichten. Zurzeit arbeiten eine Anzahl von Spezialaus schüffen an der Lösung von Teilfragen. Etwas Endgültiges ist natürlich noch nicht beschlossen. Die Personenfragen dürften recht große Schmierigkeiten machen, denn für die Leitung der zu bildenden Spizengesellschaft fandidiert sozusagen jedes Mitglied der derzeitigen Einzelleitungen. Anderseits gibt man offen der Ueberzeugung Ausdrud, mit einem Zusammenschluß schon zu lange gewartet zu haben. Auch wird die Dringlichkeit der Auch wird die Dringlichkeit der Finanz sorgen jedes Konzerns betont. In dieser Beziehung arbeitet der Finanzdirektor von Krupp , Herr Wi edfeldt, mit starfen Gründen für den Zusammenschluß, dessen Voraussetzung die konjo­lidierung der vielen furzfristigen Schulden der einzelnen Werke zu einer großen langfristigen Schuld sein soll, die man im In- und Auslande zu plazieren gedenkt und für die der Montanblock sicherlich ein Garant von entscheidender Qualität sein würde. In der Folge eines Zusammenschlusses von solchem Ausmaß würden starke Produktionsverschiebungen, auch Stillegungen in be­trächtlichem Ausmaße stattfinden. Das bedeutet natürlich auch große Veränderungen für die Arbeiterschaft. Dabei wird die Umlegung von Werksbelegschaften auf andere Betriebe durch Ein­richtung neuer und auszubauender Verkehrsgelegenheiten am wenigsten Schwierigkeiten machen. Jedoch wird zugegeben, daß man auch mit einer erheblichen Arbeitslosigkeit als Folge der Blodbildung rechnet. Jedenfalls ist also damit zu rechnen, daß die soziale Situation im rheinisch- westfälischen Industriegebiet, die bereits durch die rigorosen Maßnahmen des Bergbaus außerordentlich verschärft ist, weiter verschärft wird.

Bon Albert Faltenberg.

Internationalismus, mie mir ihn verstehen, fann meder in der politischen, noch in der gewerkschaftlichen Braris zu Dauererfolgen führen, solange nicht in den Massen auf Grund der Kenntnis internationaler Zusammenhänge die Not­wendigkeit internationalen Handelns erfannt wird. Also Internationalismus nicht mehr als bloßes Sonntagsver­gnügen, sondern als praktische Auswirkung innerlich gefestigter Ueberzeugung. Sie fann nicht gewaltsam aufgezwungen werden, fie muß wachsen. Als einer der sichersten Wege, dieses Wachstum zu fördern, beginnt der Versuch des Inter­ nationalen Gewerkschaftsbundes ( Amsterdam ), gewerkschaftlich orientierte Sommerschulen in den dem JGB. angeschlossenen Ländern zu veranstalten, sich auszuwirken. Noch fehlt die letzte Rundung im Programm und Methode, die Möglichkeit fyftematischer Verarbeitung gewonnener Erfahrungen war nicht gegeben. Was 1924 in Orford und Schönbrunn gewagt wurde, war nichts als ein taftender Versuch, zu neuen Wegen zu kommen. Kritik wurde laut- Schweigsamkeit wäre schlim­mer gewefen. Nun ist eben die erste diesjährige, in Brunsvit am Bäsmansee in Schweden veranstaltete Sommerschule ge= schloffen und die zweite Sommerschule in Prag eröffnet wor den. Wer über Brunsvit urteilen will, muß vorerst die Be­gleitumstände zu würdigen versuchen.

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Schon der Auftakt der Brunsviter Sommerschule war perheißungsvoll. Der Empfang der Sommerschulbefucher im fremden Lande kann für das Gesamtergebnis der Veranstal tung von ausschlaggebender Bedeutung werden, weil neben dem Erwerb von Wissen der Gedankenaustausch im Vorder­grund steht. Er wird erleichtert, wenn die Vertreter des gastgebenden Landes verstehen, eine Atmosphäre zu schaffen, in der Internationalismus gedeihen fann. Und das haben die Schweden in vorbildlicher Weise verstanden. Natürliche Herz­lichkeit und ein in ihr begründetes startes Solidaritätsgefühl schufen von erster Stunde an ein internationales Freund­fchaftsverhältnis, das auch nicht einmal während der Dauer der Sommerschule ins Banken geriet offiziöser Bekräftigung durch die fameradschaftliche Beteili­das sogar eine Art gung des schwedischen Ministerpräsidenten als Dozenten an der Brunsviter Sommerschule erfuhr.

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Einer der ruhenden Pole in der schwedischen Arbeiter­bildungsbewegung ist die Volkshochschule in Brunsvik, die von dem Studienrektor Hugo im Berein mit dem Ministerpräsi denten Sandler, dem Nachfolger Brantings, als erftem Vor­fizzenden mustergültig geleitet wird. Gibt es ein anderes Land außer Schweden , in dem der höchste Beamte nicht nur Zeit findet, Vorlesungen zu halten, sondern auch die Fähigkeit befizzt, so sehr Mensch zu sein wie dieser schwedische Minister­präsident, dem die Herzen der Vertreter aller Rationen zu flogen? Ist es andersmo denkbar, daß der Finanzminister eines Nachbarlandes als Dozent seine Arbeitskraft für das gemeinsame Ziel zur Verfügung stellt und sich als Freund der allen heiligen Sache unter Freunden heimisch fühlt? Solche Unwägbarkeiten allein bedeuten schon die Hälfte des Ge­lingens.

Aber noch ein anderes Moment verdient hervorgehoben zu werden. Was bezweckt die in Brunsvit geleistete Arbeit anderes als die Festigung der Grundlage für das Wachstum einer neuen Welt, einer besseren Welt? Die große Zahl der zu behandelnden Brobleme bedingt geradezu nicht nur die Beteiligung vieler Kräfte, sondern auch ihre Zusammenlegung aus den verschiedensten Bevölferungsschichten. An der dies­jährigen Sommerschule in Brunsvit haben als Hörer teil­genommen: 4 Studenten, 4 Lehrer, 2 Angehörige sozialer Be­rufe, 2 Handwerfer, 5 Arbeiter, 4 Beamte, 5 Angestellte, 2 Schriftsteller, 1 Kaufmann, 10 Gewerkschaftsbeamte. 6 sonstige Berufe. Von diesen Hörern standen 2 im Alter von mehr als 50 Jahren, 5 Hörer waren über 40 Jahre alt, 18 Hörer 30 Jahre und darüber, 19 Hörer 20 Jahre und darüber, 1 Hörer( Student) war 17 Jahre alt.

wurde von 10 Dozenten( Holland , England, Amerika , Tschecho­Der für die Sommerschule vorgesehene Vorlesungsstoff flowatei, Polen , Deutschland , Dänemark und Schweden ) be­wältigt. Neben der internationalen Arbeiterbewegung fand naturgemäß die Gewerkschaftsbewegung in den verschiedenen Ländern( Schweden , England, Amerika , Dänemark , Deutsch­ land , Polen , Tschechoslowakei ) weitestgehende Berücksichtigung. Eine für den deutschen Hörer besonders interessante Vorlesung des Ministerpräsidenten Sandler über Die Sozialisierungs­frage in Schweden " fonnte wegen Zeitmangel leider nicht so eingehend diskutiert werden, wie die Bedeutung des Themas es verlangt hätte. Besonderes Interesse weckten die Bor­lesungen Engelbert Grafs über ,, Die Konzentration des Rapi­tals und die modernen fapitalistischen Entwicklungstendenzen in ihrer Auswirkung auf die Gewerkschaftsbewegung" sowie über Die soziale und wirtschaftliche Geschichte der Vereinigten Staaten " von dem Direktor des Arbeiterbildungsbureaus Spencer Miller.

Die in wohlmeinender Absicht bereitgestellte Stoffmenge erwies sich als zu reichhaltig. Wie stets bei solchen Veran­staltungen ergab die Behandlung der Themata für den Hörer so viele Problemstellungen, daß eine Ueberbelastung der Dis­fussion entstand, die zu einer starken Beschneidung der Erörte­rung der Hauptfragen führen mußte. Dieser Zustand wird sich in Zukunft am besten dadurch vermeiden lassen, daß höch= stens zwei bis drei Grundfragen für die Dauer der Sommer­schule zur Erörterung gestellt werden. Dann lassen sich auch die vor Beginn der Tagung schriftlich fertigzustellenden Refe=