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Abendausgabe

Nr. 16 43. Jahrgang Ausgabe B Nr. 8

Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in der Morgenausgabe angegeben Redattion: SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297 Tel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlin

Vorwärts

Berliner Volksblatt

10 Pfennig

Montag

11. Januar 1926

Berlag und Anzeigenabteilung: Geschäftszeit 9-5 Uhr

Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297

Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands

Regierungsfragen.

In Deutschland und Frankreich .

Der Reichsparteivorstand des 3entrums und die Fraktionsvorstände im Reiche und in Preußen beschäftigten fich am Sonntag mit der politischen Lage. Die Verhandlungen Lauerten, abgesehen von einer furzen Unterbrechung, von vor­mittags 11 Uhr bis in die neunte Abendstunde. Der Verlauf wird in einem parteiamtlichen Kommuniqué wiedergegeben, in dem es heißt:

In den Berichten aus allen Landesteilen, insbesondere des Bestens, fand die ungeheure, von Tag zu Tag sich steigernde wirt­schaftliche Not weitester Boltsschichten einen erschütternden Aus­drud. Daraus zog die Versammlung die Folgerung, daß zur Ueber­windung diefer Notlage nur eine Regierung auf breite­frer Grundlage berufen sein kann. Das ist die Große Roa Iition! Der Berantwortung zur Teilnahme an einer solchen Regierung fönne sich feine Partei entziehen, der es ernst ist mit der Fortführung einer zielficheren, friedlichen Außenpolitik und der Aufrechterhaltung unserer Verfassung, der Gesundung der wirt­schaftlichen Verhältnisse und der Linderung der sozialen Notstände. Unverantwortlich wäre es und für eine Berfaffungspartei unerträg lich, in der gegenwärtigen wirtschaftlichen Krise noch eine Staats­krise heraufzubeschwören. Sie würde zur völligen Berelendung unferes Boltes, insbesondere der Arbeitermassen, führen. Die Ber fammlung erwartet daher von der Zentrumsfraktion des Reichstags, daß sie alle Entschlossenheit und alle politischen Mittel aufbietet, um eine solche Entwicklung zu verhindern.

Die erste Sigung des Barteitages, den Generalsekretär Faure eröffnete, fand unter dem Vorsiz des Genossen Dsmin, Sekretär debatte wurde beschlossen, die Aussprache bis spätestens Montag des Seinebezirks, statt. Nach einer einleitenden Geschäftsordnungs­abend 6 Uhr zu Ende zu führen. Der erste Redner war der Sefre tar des Departements Tarn, des alten Wahlkreises Jean Jaurès , Fieu. Er weist darauf hin, daß

die Wähler Jaurès ' auch diesmal wieder einstimmig zugunsten der Regierungsbeteiligung

sich ausgesprochen hätten in der Ueberzeugung, daß fie das einzig wirksame Mittel zur Bekämpfung der Reaktion sei. Ihre Ablehnung würde als Ausgang der Regierungsfrise ein Kabinett der Mitte und damit die Uebergabe der Macht an die Rechte zur unausbleib lichen Folge haben. Die Arbeiterschaft von Tarn , die schwer unter den Verfolgungen der Reaktion gelitten habe, wolle unter feinen Umständen die Rückkehr zu den Verhältnissen einer glücklich über­wundenen Periode der unumschränkten Herrschaft des Kapitals. Der französische Sozialismus, der eine Partei der revolutionären Reform fei, dürfe unter feinen Umständen die Republik um der Doktrin willen preisgeben. Der nächste Redner ist Compère Morel. Er polemisiert einleitend gegen die bisherige Politik der Partei. Das Kartell sei lediglich ein für die Wahl gefchloffenes Bündnis gewesen. Heute handle es sich darum, das Kartell durch eine noch ftärtere Bindung zwischen den Sozialisten und den Parteien der bürgerlichen Demokratie zu ersetzen. Von diesen trenne aber die sozialistische Partei eine Weltanschauung. Wenn die sozialistische Bartei auf den Kampf gegen das Kapital, der ihre Haupt­aufgabe im Barlament sein müsse, verzichte, dann verleugne fie sich selbst und ihre grundlegendsten Prinzipien. Ein Zwischenruf Mauranges, ob Compère Morel diese Auffassung auch damals ge­habt habe, als er selbst Oberkommissar für die Landwirtschaft im Kabinett Clemenceau war, ruft eine lebhafte persönliche Aus einandersetzung hervor. Compère Morel fährt fort: Wenn es auch nicht schwer fei, sich auf ein gemeinsames Programm mit den Radikalen zu einigen, so sei es doch unmöglich, ein solches Pro­gramm mit ihnen durchzuführen. Die Folge wäre, daß in einem gemischten Kabinett die Sozialisten rettungslos in der Minderheit wären und über feinerlei Mittel verfügten, um ihre Forderungen durchzusehen. Wenn die radikale Partei aufs neue die Regierung übernehmen wolle, so könne fie der einmütigen Unterſtüßung der Sozialisten sicher sein, solange fie eine wirklich demokratische Bolitik mache. Auf der anderen Seite habe die sozialistische Partei feinen zu übernehmen, sei es in einem rein sozialistischen Kabinett, oder in einem Ministerium mit sozialistischer Mehrheit. Compère Morel folgten als Redner zunächst eine größere An­zahl von Delegierten aus dem Lande, die der Regierungsbeteiligung das Wort redeten, darunter der ehemalige Generalsekretär der Eisenbahner, Bidegarray, der den Parteitag beschwor, nichts zu unterlassen, was zur Verwirklichung der wirtschaftlichen Forderungen der Arbeiterschaft beitragen fönne. Im gleichen Sinne sprach Gaston der Arbeiterschaft beitragen fönne. Im gleichen Sinne sprach Gaston Levy im Namen der Genossenschaft. Deat Maret entwickelte Levy im Namen der Genossenschaft. Deat Maret entwidelte unter außerordentlich starkem Beifall

Die Feme .

Die Landplage organisierter Mörder.

In den nächsten Tagen soll vor einem Berliner Geriat wieder einmal einer der zahlreichen Feme morde zur Berhandlung kommen, die die deutsche Deffentlichkeit feit Jahren beunruhigt haben. Inzwischen muß sich die politische Beugen für eine Reihe von weiteren Morden zu gewinnen, die Polizei die öffentlichen Plakatsäulen dienstbar machen, um der Täter habhaft zu werden. vor Jahren erfolgt find, ohne daß es bisher gelungen war,

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Das Charakteristische an diesen planmäßigen Hinrich tungen" ist die Tatsache, daß die Mörder selbst, ihre Anstifter und Beschützer sämtlich aus jenen völkischen Kreisen stammen, die die Erneuerung Deutschlands auf wehrhafter völkischer Grundlage" als ihr angebliches Ziel preisen. Noch schlimmer aber ist, daß die Banditen, die schließlich das Hinrichten gewerbs- und gewohnheitsmäßig vollstreckten, sich vor jeder Behörde und jedem Gericht darauf berufen konnten, sie ständen in einem militärischen Verhältnis, wären ihren Bor­gesezten zu Gehorsam verpflichtet und hätten nur Befehle auszuführen.

Dieses Verhältnis der sogeiannten schwarzen Reichswehr " zu militärischen Organisationen und zur Reichswehr selbst ist ein Kapitel, das in den bisherigen Berhandlungen stets mur gestreift und absichtlich im Dunkel gehalten wurde. Man er innert sich des Putsches in Küstrin , wo diese Land­fnechtsbanden unter Führung ds Majors Buchruder einen Handstreich versuchten, um sich der Gewalt über die Festung Rüstrin zu bemächtigen, von dort aus die Verbindung mit den in Döberig untergebrachten Banditen aufzunehmen und so gemeinschaftlich Berlin zu überrumpeln.

Zu den Küstrinern gehörte auch der sogenannte Ober­leutnant Schulz, der jetzt endlich in Untersuchungshaft ge nommen worden ist, nachdem frühere Angehörige der schwar zen Reichswehr " auf ihn aufmerksam gemacht hatten. Man erinnert sich auch, daß der Küstriner Putsch von dem Reichs­mehrministerium während des Ausnahmezustandes als ein Streich nationalfommunistischer Haufen" aus­gegeben wurde, während dem Ministerium nicht unbekannt war, daß er in Wirklichkeit von den Arbeitskommandos" veranstaltet wurde, die von den Reichswehrbehörden groß­gezogen waren und als Schwarze Reichswehr " allgemein bezeichnet wurden. Auf diese enge Berbindung, deren An

Wie der Sozialdemokratische Bressedienst" hierzu erfährt, Wie der Sozialdemokratische Pressedienst" hierzu erfährt, wurden die Zentrumsführer Marg und Fehrenbach beauftragt, der sozialdemokratischen Frattion am Montag vormittag von der Auffassung ihrer Parteiinstanzen offiziell Kenntnis zu geben und das parteiamtliche Kommuniqué ent­fprechend zu erläutern. Eine endgültige Entscheidung über die Haltung der Zentrumsfraktion für den Fall, daß die Große Roalition vorläufig scheitern sollte, wurde nicht getroffen. In der Debatte foll aber von der Mehrheit der Redner die Auffaffung zum Ausdrud gebracht worden sein, daß im Falle einer Ablehnung der Großen Koalition durch die Sozialdemokratie eine direkte Beteiligung des Ben trums an der fommenden Regierung nicht in Frage fäme. Angeblich nur von einer Minderheit wurde die Bildung einer 3weifel an ihrer Bereitschaft gelaffen, allein die Verantwortung deutung noch vor furzem als Landesverrat verfolgt wurde, ist Regierung, unter Zentrumsführung mit Anschluß nach links, ähnlich wie es vorübergehend im vergangenen Jahre in Preußen der Fall war, gefordert.

Am Montag vormittag, 11 Uhr, fand auf Anregung der Abg. Fehrenbach und Marg eine Besprechung über die Frage der Regierungsbildung statt, in welcher der Abg. Fehrenbach den bereits veröffentlichten Beschluß der Reichs­fonferenz des Zentrums erläuterte. An der Besprechung nahmen die Abgg. Hermann Müller , Wels und Hilferding von der Sozialdemokratie, Roch, Haas nd Ertelenz für die Demokratische Partei teil. Die Ber ireter der Sozialdemokratie erklärten, daß die sozial demokratische Frattion auf Dienstag nach mittag einberufen sei und daß ihr die Stellungnahme vor­behalten bleiben müsse.

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die Formel der Berständigung.

Es müsse möglich sein, in einem einstimmig gefaßten Beschluß beide Richtungen zu einigen. Die Hauptsache sei, zunächst ein finanzielles bürgerlichen Linksparteien vorzulegen. Erst wenn mit diesen eine und politisches Aftionsprogramm aufzustellen und es den Berständigung erzielt fei, werde die Regierungsbeteiligung selbst spruchreif. Die Gegner der Regierungsbeteiligung famen mit Lebas zu Wort, der seine Argumente gegen den Eintritt in eine bürgerliche Regierung vor allem auf die Erfahrungen des letz­ten Jahres stüßte und den Radikalensozialen zum Vorwurf machte,

Jer Reichspräsident empfängt heute um 5 Uhr nach daß sie den unerläßlichen mittag die Abgg. Roch und Fehrenbach.

Kampf gegen den Senat

nicht gewagt hätten. Bon der Beteiligung der Sozialisten an der Regierung befürchtet er gefährliche Illufionen in der Arbeiterschaft und dann ihre Enttäuschung. Der von einem Delegierten des Depar­tements Tarn gestellte Antrag, vor der Entscheidung sich mit dem Bewertschaftsbund in Verbindung zu setzen, wurde von Leon Blum heftig bekämpft, nach einem Eingreifen Renaudels jedoch der Resolutionsfommiffion überwiesen. Den Standpunkt der extremen Linfen vertrat 3yromsti, worauf Paul Boncour betonte, daß die Meinungsverschiedenheiten nicht doktrinärer Natur feien, sondern nur die Frage betreffen, welche Ministerposten bie Sozialisten in einer Regierung beanspruchen müßten. Er schloß seine Ausführungen mit der

Der französische Parteitag. Die Frage der Regierungsteilnahme. Paris , 11. Januar. ( Eigener Drahtbericht.) Der außerordent­fiche Parteitag trat am Sonntag in Belleville - Baris im Saal Jean Jaurès zusammen. Die politische Bedeutung, die der Entscheidung des Rongresses für die innerpolitische Entwicklung zu femmt, findet ihren Niederschlag in der die Teilnehmerziffer früherer Parteitage weit übertreffenden Zahl der Delegierten aus allen Teilen des Landes, dem außerordentlich starken Andrang der Parteimit glieder zu den Tribünen und vor allem auch in dem ungewöhnlich starten Interesse der Bresse des In- und Auslandes. Die Entschei dungen der Delegiertenversammlungen der einzelnen Bezirke geben bereits ein verhältnismäßig flares Bild der Mehrheitsverhältnisse. Troz des starken Gewinns, den die in erster Linie von Bencour In der gleichen Richtung sprach sich Vincent Auriol aus: Selbst­und Renaudel vertretene Auffaffung der Beteiligung an einer verständlich müsse die Sozialistische Partei danach streben, die Regie­bürgerlichen Regierung zu verzeichnen hat, verfügen deren Geg- rung allein zu übernehmen; das fäme aber ernstlich nicht in Frage, bürgerlichen Regierung zu verzeichnen hat, verfügen deren Geg solange die Fraktion im Parlament lediglich eine Minderheit darstelle. ner doch über eine Mehrheit von rund 300 Stimmen. Wie groß die Fortschritte sind, die die These der Teilnahme an der Regierung in den letzten Monaten gemacht hat, zeigt ein Ber­gleich mit dem Abstimmungsergebnis des letzten Parteitags im August v. J. Damals ist die Richtung Renaudel mit 559 gegen 2210 Stimmen unterlegen, während sie diesmal auf mindestens 1200 bis 1300 von insgesamt etwa 2800 Mandaten zu rechnen hat.

Benn auch über den Ausgang der Debatte bestimmte Anhalts­punkte noch fehlen, so läßt es die völlige Berschiebung der Mehr. heitsverhältnisse feineswegs ausgefchloffen erscheinen, daß der Bar­teitag mit der Annahme einer Kompromißformel enden wird, in der eine genaue Liste der Bedingungen aufgestellt werden dürfte, unter denen die sosialistische Partei mit den Bartelen der bürgerlichen Linken die gemeinsame Uebernahme der Regierung ins Auge faffen fönnte. Bon der Anahme oder Ablehnung dieser Be­dingungen burch die bürgerlichen Linksgruppen wird dann wahr fcheinlich die endgültige Entscheidung abhängen.

Mahnung, das Land in einer der gefährlichsten Stunden nicht im Stiche zu lassen.

Koalitionsfrage in Zürich .

Zürich , 11. Januar. ( Eigener Drahtbericht.) In den nächsten Tagen tritt aus der Regierung des Kantons Zürich der reaktionäre Bauernvertreter Tobler aus. Damit wird für die Sozialdemo­fratie die Frage einer Beteiligung an dem Kantonskabinett wieder atut. Die grundsäßliche Entscheidung über eine sozialdemo­fratische Teilnahme an einer hauptsächlich bürgerlichen Koalition wurde schon vor fast 20 Jahren gefällt, als die zuständige Organi fation den Lehrer Ernst in sin Koalitionsfabinett entfandte. Die Beteiligung im gegenwärtigen Augenblick ift trotzdem sehr umstritten, so daß zur endgültigen Entscheidung für den 12. Januar ein Kantonsparteitag nach Zürich einberufen worden ist. In einer Parteiversammlung der Stadt Zürich wurde der Beteiligung nach eingehender Diskussion zugestimmt.

auch zurückzuführen, daß in der Verhandlung gegen den Führer der nationalfommunistischen Haufen", Major Buch ruder, vor dem außerordentlichen Gericht in Kottbus von dem eigentlichen der Dinge nur sehr nebenbei gesprochen wurde.

Zum ersten Male erfuhr man Näheres über die weit­verzweigte Mordorganisation in der Berhandlung vor dem Schwurgericht in Schwerin , das über eine Reihe von Angehörigen der inzwischen in Preußen aufgelösten " Schwarzen Reichswehr " wegen Mordes und mein­eids zu Gericht zu fizzen hatte. Das Schwurgericht hatte jedoch die Deffentlichteit für alle Teile der Berhand­lung, selbst für die Urteilsbegründung ausgeschlossen wegen angeblicher Gefährdung der Staatssicherheit. Nachdem Sprache gebracht worden ist, fällt die Geheimniskrämerei in aber das Urteil wie seine Begründung im Reichstag zur sich selbst zusammen. In diesem Urteil wurde über die Schwarze Reichswehr " und ihre Nachfolgerinnen, die länd­lichen Arbeitsgemeinschaften, etwas folgendes festgestellt: " Nachdem im September 1923 der Küstriner Butsch zusammen­gebrochen war, wurde die sogenannte Schwarze Reichswehr in der Mart Brandenburg aufgelöst. Diese Auflösung erstreckte sich nicht auf die alten Mannschaften, da die maßgebenden Per­fönlichkeiten in der Organisation es nicht verantworten zu können glaubten, ihre alten Mannschaften auf die Straße zu setzen, sondern verpflichtet zu sein glaubten, auf irgend eine Weise für ihr ferneres Fortkommen zu sorgen. Aus diesem Grunde wurden aus den älteren Mannschaften Arbeitstommandos gebildet und diese auf dem plaften Lande untergebracht. Go fam ein Teil der ehemaligen Mannschaften der Schwarzen Reichswehr nach Mecklen burg, unter anderm ein Trupp nach Oberhof bei Klütz. Die Schwarze Reichswehr war nach militärischem Muster organisiert gewesen. Die Mannschaften waren in mehr oder minder feierlicher Weise zur Treue verpflichtet worden. In der Regel war eine Art von Fahneneid geleistet worden, in dem die Mannschaften dem jeweiligen Führer der beweglichen Streitkräfte" und durch ihn auch dem jeweiligen Kompagnieführer" Gehorsam gelobten. In der Organisation hatte strenge Manneszucht geherrscht. Allgemein hieß es unter ihren Angehörigen, daß der Berrat an der

Sache der Organisation mit dem Tode bestraft werde. Häufig wurde dieses auch den neu eintretenden Mannschaften von dem fie auf­nehmenden Offizier ausdrücklich gefagt.... Waren die Mann­Schaften nur noch als landwirtschaftliche Arbeiter tätig, so hat sich doch nicht widerlegen laffen, daß sie jedenfalls die einfachen Mannschaften fich auch nach der Auflösung der Organisation noch

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als Soldaten gefühlt haben..."

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Die straffe Manneszucht", von der das Gericht zu sprechen für notwendig hält, ist von einer ganz besonderen Art. Daß diese Horden von Arbeitsgemeinschaftlern Sauf und Raufgelage aller Art veranstalten, ist jedermann in medlenburg und darüber hinaus bekannt. Nur das Gericht wollte augenscheinlich nichts davon wissen. Wohl aber bemühte es sich mehrfach, die angeblichen Berdienste" der Mord­und meineidsbuben um die vaterländische Sache" hervorzuheben, indem es auf ihre Tätigkeit in Oberschle