Nr. 286a+ 43. Jahrg. Ausgabe A nr. 148
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Montag, den 21. Juni 1926
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pg erze 10 081 011 001
050
Gesamtergebnis: 15 Millionen Ja!
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Glänzende Ergebnisse in den Städten.- Terror auf dem Lande.
Sie ist auch sonst nicht nuklos vertan: Eine gewaltige auch fonft nie Umgruppierung der Maffen ist im Zuge. Die Strömung geht nach links!
Wolff- Bureau meldet: Um 1 Uhr nachts| Fast zwei Drittel von diesen 30 Millionen, faft 20 Millionen, lag ein vorläufiges Gesamtresultat hätten mit Ja stimmen müssen, wenn das beantragte Gefeß aus sämtlichen 35 Wahlkreifen vor, sollen. Die Frage bleibt offen, ob diese 20 Millionen hätten mit verfassungsändernder Kraft hätte angenommen werden Die Republik und die Arbeiterschaft gehen gestärtt nach welchem 14889703 Ja- Stimmen, erreicht werden können, wenn es jedermann freigeftanden aus diesem Kampf hervor. Jebe Regierung und jede bürger542311 Nein- und über 50000 ungültige hätte, zu stimmen, wie ihm sein Gewissen vorschrieb. Aufliche Partei muß mit dieser Tatsache rechnen. Für uns liegt Stimmen abgegeben worden find. Aus ein- dem Lande, in den Kleinstädten, in ganzen Provinzen, in aber nicht der geringste Grund vor, die Waffe des zelnen Bezirken in mehreren Wahlkreisen denen die reaktionäre Vorherrschaft noch nicht gebrochen ist, Bolts entscheids enttäuscht in die Ecke zu stellen, meil der erste Hieb, den wir mit ihr führten, nicht gleich den fehlt noch die Stimmenzahl, so daß das bat ber Terror gefiegt Gesamtresultat mit So läßt sich über das Resultat einer überall mirklich ganz ganzen Sieg gebracht hat. Jahrzehntelang hat die politische freien, ganz unbeeinflußten Abstimmung nur eine Wahrschein Arbeiterbewegung mit der Waffe des Wahlrechts zum lichkeitsrechnung aufstellen. Zu der Zahl der abgegebenen Barlament gefämpft. Wie bescheiden waren die ersten Ja- Stimmen find danach noch einige Millionen zuzurechnen, Erfolge aber je öfter die Waffe geführt wurde, desto die wegen des ausgeübten 3manges nicht abgegeben werden größer wurden fle. Mit dem ersten Boffsentscheid haben wir fonnten. Diesen Millionen wird bei den nächsten Reich schon eine Stimmenzahl erreicht, die bei Wahlen genügen tagswahlen Gelegenheit gegeben fein, für die Unter würde, etwa die Hälfte des Reichstags zu besetzen! brückung, die sie durch die Rechtsparteten erfuhren, Revanche zu nehmen.
rund 15 Millionen angenommen werden kann. Diese Zahl be deutet einen Prozentsak von 36 der stimmberechtigten eingeschriebenen Wähler für Ja.
Groß- Berlin.
Gesamtergebnis der 20 Kreise.
Stimmberechtigte.
9
Graf Westarp hatte in einer deutschnationalen BerSammlung als Ziel verkündet, beim Bolfsentscheid dürften nicht mehr soviel Stimmen abgegeben werden, mie sich Wähler 3029 851 zum Boltsbegehren eingetragen hatten, also weniger 1760510 als 12% Millionen Stimmen. In Wirklichkeit sind 14,3 Mil38 203 lionen Stimmen abgegeben morden, also 2 Millionen mehr! 35554 Das ist eine unzmeideutige Niederlage der Rechis 1829 267 parteien, eine unzweideutige Niederlage der Monarchie Es haben 58% der Wahlberechtigten mit Ja gestimmt.
Ja.
Nein
Ungültig.
Jusgesamt abgegeben
Es haben rund 200 000 Wahlberechtigte mehr mit Ja gestimmt, als sich beim Volksbegehren eingezeichnet haben.
Gesamtresultat der Bezirke 1 bis 6.
Stimmberechtigte
Abgegebene Stimmen.
Beim Volksbegehren
Ja!
Mein.
Ungültig.
1491 873
1022 480 867 969 944 970 26 429
45287
Wäre Berlin das Reich, so könnten sich die Fürsten heute mit ihren Ansprüchen packen. Wäre Berlin das Reich,
und der Reaktion.
Troß alledem ist der fachliche Erfolg des Bolfsentscheids nicht erreicht. Wohl hat das Bolf den Fürsten deut lich gefagt, daß es von ihnen nichts mehr wissen mill. Aber dennoch können sie heute das schöne Lied anftimmen: die Kaz, die Kah ist gerettet!"
Nämlich die Geldkage!
Doch
Die radikale Lösung der metallischen Rebenfrage der Monarchie hat nicht die erforderliche Mehrheit aller ftimmberechtigten Wähler und Wählerinnen gefunden. Herr v. Hindenburg kommt nicht in die Verlegenheit, das Gefeßz über die entschädigungslose Enteignung der Fürsten verkünden oder abtreten zu müssen. Die Fürsten können nach der schönen Angst, die sie ausgestanden, erleichtert aufatmen. Zwar die Kronen und Krönlein find unwiderbringlich dahin doch die Katz, die Katz ist gerettet!
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Das ist noch nicht der ganze Sieg. Aber es ist ein großer Erfolg. Die neue Waffe hat sich bewährt. Lernen mir, fie zu gebrauchen, um dem demokratischen Sozialismus letzte entscheidende Siege zu erfechten!
Ergebnisse aus dem Reich.
Wahlberechtigte; 1301 257. Ja: 263 902. Nein: 9778. ungültig: 5056. Beim Voltsbegehren gültige Eintragungen:
166 078.
Abgeg. Stimmen: 2447.
3. Wahlfreis: Potsdam ( II). Teltow , Eingeschr. Wähler: 3826. Ja: 2284. Rein: 113. ungültig: 50. Neu- Zittau . Eingeschr. Wähler: 980, Stimmscheine: 59. Abgen. Stimmen: 584. Ja: 506. Rein: 37. Üngültig: 41.
Bosen: Eingeschr. Wähler: 662. Abgeg. Stimmen: 343. Ja: 327. Rein: 10. Ungültig: 6. Blankenfelde . Eingeschr. Wähler: 477. Abgeg. Stimmen: 260. Ja: 251. Rein: 7. Ungültig: 2.
4. Wahlkreis: Potsdam( I). Eingeschriebene Wähler: 1 202 005. 2bgeg. Stimmen: 613 577. Ja: 565 865. ein: 22 013. Ungültig: 25 699. Für Voltsbegehren: 479 420.
5. Wahlkreis: Frankfurt a. d. D. Frankfurt a. D. Eingeschr. Wähler: 1 036 315. 2bgeg Stimmen: 323 696. Ja: 297 340. tein: 13 403. Ungülfig: 6. Wahlkreis: Pommern . Stimmberechtigt: 1 149 181. 2bgeg.: 286 613.
12 953.
Ja:
so hätte die Republik gestern einen alles zermalmenden Steg Reichstag weiter fort. Es steht nur fest, daß die Fürsten 269 454. Rein: 11 398. Ungültig: 5761. Bolfsenfscheid:
über ihre Feinde davongetragen.
Das Berliner Resultaf ist überwältigend. Die erdrückende Mehrheit der gesamten erwachsenen Bevölkerung hat mit Ja gestimmt. Die erdrückende Mehrheit der gefamten erwachsenen Bevölkerung Berlins hat der Monarchie und den Monarchen ihre unverföhnliche Feindschaft angefagt. Die erdrüdende Mehrheit aller erwachsenen Berlinerinnen und Berliner hat damit auch Herrn v. Hindenburg zu verstehen gegeben, daß sie sich um seine Briefschreiberei nicht im geringften imponieren läßt.
Der Kampf ist freilich noch nicht zu Ende. Er geht im nicht entschädigungslos enteignet werden. Wieviel sie erhalten follen, darüber entscheidet jeht der Reichstag .
Die Regierungsparteien haben im Reichstag vor dem Bolfsentscheid große Schwüre getan, daß die Fürsten nur ihr unzweifelhaftes Privateigentum" be halten sollen und daß bei der Bemessung der ihnen zu gewährenden Abfindung auf die allgemeine Verarmung des Bolles Rücksicht genommen werden soll.
Benn sie nicht von allen guten Geistern verfassen sind, Berlin ist nicht die ganze Deutsche Republit. Aber Berwahr machen. Ueber diesem Reichstag hängt das Damaties. werden sie nach dem Voltsentscheid ihre Versprechungen lin schüzt die ganze Deutsche Republit. Gegen die Fürstenknechte, gegen die Butschapostel, gegen jeden, der es wagen sollte, an ihr zu rühren, er sei, wer er fei.
In Berlin war die Sturmflut gewaltig. Sie überffutete den Damm. Die 50 Proz. wurden weit überschritten. Auch im Reiche war die Flut hoch- aber der Damm war noch höher.
Bon den rund 39 Millionen Wahlberechtigten pflegen fich rund 30 Millionen an öffentlichen Wahlen zu beteiligen.
schmert der Auflösung. Wie Neuwahlen unter der Parole der Fürstenfrage ausfallen würden, tönnen sich die Parteien leicht ausrechnen.
So darf man trotz alledem die Erwartung aussprechen: Benn das Endergebnis der Auseinandersegung mit den ehe. mals regierenden Fürstenhäusern vorliegen wird, dann wird fich herausstellen, daß die Kraft, die an den Volksentscheid gewendet wurde, nicht muglos vertan iſt.
205 559.
7. Wahlkreis: Breslau . Gesamtresultat: Eingeschr. Wähler: 1 201 088. 2fbgeg. Stimmen: 421 416. Ja: 383 108. ein: 24 909. Ungültig: 13 443.
Breslau - Stadt. Ja: 154 000. Boltsbegehren: 155 500. 8. Wahlkreis: Ciegnih. Stimmberechtigt: 768 481. 768 481. Ja: 263 093. Boltsbegehren 267 415. 9. Wahlkreis: Oppeln . Gesamtergebnis von Oberschlesien :
Liegnih: ein: 13 377.
Stimmberechtigt: 794 695. Ja: 193 923. Rein: 11 975. Boltsbegehren: 153 038. 10. Wahlkreis: Magdeburg . Gesamarefultat: Eingeschr. Wähler: 1 065 503. Abgeg. Stimmen: 493 605. Ja: 453 800. tein: 16 754. Ungültig: 11. Wahlfreis: Merseburg . Stimmberechtigt: 884 765. Ja: 351 142. Nein: 12 564. ungültig: 14 281. Zunahme gegenüber dem Boltsbegehren: 42 096 Stimmen. Beteiligung 40 pros
23 051.