Abendausgabe
Nr. 461 43. Jahrgang Ausgabe B Nr. 228
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Dolksblatt
10 Pfennig
Donnerstag
30. September 1926
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In der heutigen Sigung nahm der Feme - Ausschuß des Preu: Bischen Landtages die Behandlung des Falles Pannier auf. Der Berichterstatter Abg. Kuttner( So03.) gab zunächst in öffent licher Sigung einen Vorbericht über den Inhalt der Aften des Falles. Er wies darauf hin, daß die Gerichtsverhandlung im Falle Bannier geheim geführt worden sei, soweit es sich um die Ver hältnisse der Schwarzen Reichswehr handelte. Die Afien tönnten aber ruhig öffentlich vorgetragen werden, denn in einer Kontroverse zwischen Staatsanwalt und Gericht habe sich sogar der Generalstaatsanwalt auf den Standpunkt gestellt, daß das Urteil nichts enthielte, weswegen man die Deffentlichkeit hätte ausschließen müssen. Das Kammergericht habe den Beschluß auf Ausschluß der Deffentlichkeit nur bestätigt aus der Erwägung heraus, daß es nun einmal geschehen sei und durch den Widerruf eines solchen Beschlusses die Situation nur verwirrt werden könnte. Der Fall Pannier spielt bei einem
Arbeitskommando in Elsgrund bei Döberit,
dem sogenannten Bataillon v. Senden. Leutnant Benn leitete das Bataillon, und erst kurz vor dem Morde wurde es vom Leutnant D. Senden übernommen. Der eigentliche Gründer war ein Hauptmann Guttknecht, der früher am oberschlesischen SelbstSchutz beteiligt war und das Arbeitsfommando durch Werbung der früher in Oberschlesien unter ihm dienenden Leute vergrößerte. Diefe gehörten fast ausnahmslos rechtsradikalen Berbänden an ( Wiring, Ehrhardt, Nationalverband deutscher Soldaten und der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei). Bar jemand geworben, so wurde er vom Werbeoffizier nach der bekannten Stelle in der Kurfürstenstraße geschickt, wo Stantie n und Oberleutnant Schulz tätig waren. Diese schickten den Mann dann zur Zifodelle Span dau , wo er eingefleidet und dann über Döberig nach Elsgrund geschickt wurde. Beim Bataillon v. Senden diente ein Schüße Pannier, der nach dem Zeugnis seiner Borgesetzten ein schlechter Soldat war und sich mehrfach unerlaubt von der Truppe entfernt hatte. In zwei aftenfundigen Fällen war er nach Berlin zu seinen Angehörigen gegangen. Er wurde dort durch den Sanitätsfeldwebel Schirmann wieder ergriffen und von Schuhpoligiften festgenommen, weil Schirmann ihn als flüchtigen Reichswehr. foldaten bezeichnete. 3um legtenmal wurde er am 2. Juni 1923, zwei Tage vor feiner Ermordung, zum Arbeitskommando zurück gebracht. Die Angehörigen der Truppe waren über Bannier sehr erregt, und er wurde verprügelt. Durch Zeugenaussagen ist erwiesen, daß
Leutnant Benn den Befehl gegeben hat, Pannier zu beseitigen. Der Schütze Aschenkamp erhielt von Benn den dienstlichen Befehl, Pannier umzubringen. Der Sanitätsfeldwebel Schir mann wurde zum Schein beauftragt, Pannier zum Bahnhof zu bringen. Die Truppenangehörigen Schmidt, Afchenkamp und Stein hatten sich vorher im Franzer- Busch verborgen und bereits eine Grube ausgeworfen, in der Panniers Leichnam verscharrt werden sollte. Als Schirmann mit Pannier an den Busch fam, verfetzte Aschenlamp auf Aufforderung des Feldwebels Stein dem Pannier mit einem Beil einen heftigen Schlag auf den Kopf, so daß er zusammenbrach. Pannier erhielt dann noch mehrere Schläge und wurde zur Grube geschleift. Den letzten Schleg verfehte ihm Schmidt, der aber nur wegen Mittäterschaft verurteilt worden ist, weil das Gericht annahm, Pannier wäre schon tot gewesen, als er diesen Schlag erhielt. Die Leiche wurde dann zunächst vergraben, aber wahrscheinlich auf Befehl des Oberleutnants Benn Später 100 Meter vom Tatort entfernt in einer anderen 24 Meter Hefen Grube verscharrt. Hierbei wirkte ein Absperrfommando mit, um unbequeme Zuschauer fernzuhalten. Die Angehörigen des
Kommandos, die wegen Begünstigung angeflagt waren, find vom Gericht freigesprochen worden mit der Begründung, sie hätten nur dem Befehl ihrer Borgesetzten gehorcht. Ein Fähnrich Mäder ist freigesprochen, weil er damals nicht mehr zur Formation des Leutnants Benn gehörte und nach seiner Angabe nur als neugieriger Zuschauer dabei gewesen ist.
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Berichterstatter Abg. Kuttner bemerkte, daß irgendwelche positive Anhaltspunkte dafür, daß Pannier einen Berrat an der Sache der Schwarzen Reichswehr verübt habe, von ihm nicht gefunden fei. Er berichtete sodann über die Einzelpernehmungen in der Sache Pannier. Schirmann hat zunächst zu leugnen versucht, hat aber sodann ein Geständnis abgelegt und erflärt,
Ceutnant Benn sei der Anftifter gewesen.
Auf Grund seiner Aussagen konnte auch auf die Verbrecher gefahn det werden, zunächst auf den Polizeiwachtmeister Stein. Der Berfuch, die Leiche des Pannier zu finden, blieb erst vergeblich, weil Schirmann noch nicht mitgeteilt hatte, daß sie umgebettet sei. Berhaftet und vernommen wurde auch der Bataillonsfeldwebei Stegelberg. Bezeichnend sei, daß er vom Hauptmann Guttfnecht einen mündlichen Befehl" erhalten habe, am nächsten Tage zur Schwarzen Reichswehr zu kommen. Er hat Angaben über die Tat gemacht, die wenigstens feine mittäterfchaft außer Zweifel erscheinen ließen. Festgenommen wurde dann der Leutnant Benn. Diefer leugnete, die Tat angeftiftet oder von ihr gewußt zu haben. Schirmann habe ihm nur gemeldet, daß der Gefangene Pannier den Begleitern entrissen wurde und dann totgeschlagen worden sei. Nach der Tat habe er dem Leutnant v. Senden die Meldung erstattet, daß Bannier tot sei. Dieser habe ihn groß angesehen und fei dann fortgegangen. ohne ein Wort zu fagen. Es folgte das Geständnis des Schirmann über die zweite Vergrabung der Leiche, auf Grund dessen die Leiche ausgegraben wurde. Der Schüße Arnold Erwin Schmidt wurde dann auf Grund der Aussagen festgenommen. Er gab seine Täterschaft zu und hat fich fofort auf die Anftiftung von Benn berufen. Er ist von Aschenkamp zur Teilnahme an der Tat auf= gefordert worden. Zur Zeit feiner Verhaftung war Pannier beim Mecklenburgischen Landbund angestellt. Schließlich hat auch der Polizeiwachtmeister Stein, der zum Tode verurteilt worden ist, ein Geständnis abgelegt und Hauptmann Guttknecht, Freiherrn v. Senden und Oberleutnant Schulz schwer belastet. Er hat besonders die Schuld seiner Vorgesetzten hervorgehoben. Die Ermordung sei erfolgt auf Befehl des Leutnants Benn, der vorher mit Hauptmann Gufffnecht gesprochen habe. Guttknecht hatte zuvor mit Oberleutnant Schulz Rücksprache ge= Benn und Guttknecht hätten auch gewußt, wo die Tat begangen worden sei. Die Entscheidung sei von der Divifion gekommen, vom Oberleutnant Schulz. Mit Buchrucker sei darüber nicht verhandelt worden. Hauptmann Gutttnecht sei dafür gewesen, daß Pannier zu töten sei. Ein weiteres Mitglied der Schwarzen Reichswehr namens Mäder, der Dienst tat als Adjutant beim Oberleutnant v. Senden, leugnete die Tat, hat aber später zugegeben, als Zuschauer der Tat beigewohnt zu haben. Nach einer Mitteilung des Bolizeipräsidenten, Abteilung 1a, ist, wie weiter berichtet wird, feftaeſtellt worden, daß Schirmann, Stein, Schmidt, Stekelberg und Mäder aus dem Gefängnis Briefe geschmuggelt haben und Besuche empfingen, ohne Beisein eines richterlichen Beamten oder eines Beamten der Abfeilung 1a. Daraufhin wurden sie aus der Stadtvogtei in das Untersuchungsgefängnis übergeführt.
nommen.
Severing, der Kämpfer gegen die Reaktion. Rolle. Sie feien aber lange nicht mehr das, was sie während des
Ein französisches Urteil.
Ruhrkampfes gewesen seien. Es vergeht zwar auch heute noch taum ein Sonntag, ohne daß es Zusammenstöße zwischen rechts und links gebe. Aber auch das werde immer seltener und ungefährlicher. Schließlich flagte Severing darüber, daß man im Auslande über Preußen immer noch eine falsche Vorstellung habe. Preußen bekenne sich rücksichtslos zur Republik und Weimarer Berfassung und sei die beste Stüße der Reichsregierung gewesen, jolange diese eine entschlossene Linkspolitik betrieben habe.
Das Militär verläßt Germersheim . Der Mörder nach Nauch gebracht.
Paris , 30. September. ( Eigener Drahtbericht.) Sauerwein veröffentlicht am Donnerstagmorgen im Matin" ein Interview mit bem preußischen Innenminister Severing. Die furze Charat teriftit Severings, die Sauerwein der Unterredung voranstellt, ver dient mindestens das gleiche Intereffe wie der Inhalt der Unterredung felbft. Severing, so erflärt Sauerwein, ist der gefürchtet ste und geschmähteste Mann Deutschlands . Es ist ein wahres Wunder, daß er noch nicht demselben Geschick erlag wie Rathenau . Wenn die deutsche Republit heute noch besteht, so verdantt sie das zum größten Teile ihm. Mit unbezähmbarer Energie unterdrückte Severing die Aufstandsversuche der Nationalisten, fämpfte gegen ihre Geheim- Mainz, 30. September. ( BS.) Wie wir aus ficherer Quelle er bünde und ließ nach den Urhebern der Fememorde in der Schwarzen fahren, ist der Mörder von Germersheim , der französische Leutnant Reichswehr fahnden. Severing ist das rote Tuch für die Roucier, nachdem beim französischen Militärgericht des Generaldeutsche Rechte. Man fann wohl sagen, daß die Angriffe der fommandos in Kaiserslautern durch einen beauftragten Offizier des Freunde des Grafen Bestarp gegen die preußische Regierung cinzig Armeeoberfommandos aus Mainz vernommen worden ist, auf Beden 3wed verfolgten, Severing aus der Feste zu vertreiben, wo er fehl des Armeeoberkommandos nach Nancy weiterbeför sich zur Verteidigung der Republik verschanzt hat. Troß schwanken- bert worden, um in seiner Heimatorganisation den weiteren Gang der Gesundheit bleibt Severing auf seinem Bosten, um die Bläne der des gegen ihn eingeleiteten Verfahrens abzuwarten. Gegner der Republik zunichte zu machen. Er ist eine ausgesprochene Rämpfernatur und macht den Eindrud größter Kraft und größten Freimuts.
Die Erklärungen Severings gegenüber Sauerwein bewegen sich burchweg in den gleichen Gedankengängen wie die am Mittwoch von Sauerwein veröffentlichten Mitteilungen des preußischen Minister präsidenten Braun. Auch Severing sprach sich über die deutsch französische Aussöhnung aus, als deren langjähriger Anhänger er sich bekannt hat. Severing betonte, daß der größte Teil des deutschen Boltes die Aussöhnungspolitit mit Frankreich wünsche. Natürlich gebe es auch Kreise, die an der Revancheidee festhielten. Die Verminderung des Heeresbestandes habe eine Reihe entwurzelter Elemente zurückgelassen, die hartnäckig und verbiffen für die Wiederkehr der alten Einrichtungen fämpfen. Aber ihre Zahl und ihr Einfluß nehmen täglich ab. In der französischen öffentlichen Meinung spielten die vaterländischen Berbände eine große
Der Oberbefehlshaber der Rheinarmee hat mit Rüdficht auf den Germersheimer Zwischenfall allen Besatzungsangehörigen im besetzten Gebiet das Tragen von 3ivilkleidung verboten und gleichzeitig angeordnet, daß in den von Befagungstruppen belegten Drien des Nachts bis auf weiteres ein reger Ba trouillengang in Berbindung mit den deutschen örtlichen Bolizeibehörden eingerichtet werden soll, der sich besonders auf die Wirtschaften beziehen soll.
Germersheim , 30. September. ( WTB.) Der Abtransport des 311. Artillerieregiments ist vollendet. Heute morgen verließen die letzten Mannschaften dieses Truppenteils Germersheim zu Fuß. Die Erregung in der Bevölkerung hat sich durch diese Tatsache etwas gelegt. 3u 3 wischenfällen ist es nicht mehr gekommen. Im Befinden des schwer verletzten Mannes ist eine fleine Wendung zum Befferen eingetreten, doch besteht immer noch Lebensgefahr.
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Wettbewerb um die Mandschurei .
Zum oftchinesischen Eisenbahnkonflikt.
Bon Dr. Artasches Abeghian.
Wieder ist ein Konflikt zwischen Tschangtfolin, dem Machthaber der Mandschurei , und der Sowjetregierung über die ost chinesische Eisenbahn ausgebrochen. Die Marinebehörden Tschangtsolins haben die Frachtschifflottille der Eisenbahnverwaltung auf dem Sungariflusse und die Warenlager beschlagnahmt. Auch die ganze Schulverwaltung an der oftchinesischen Eisenbahn mußte an das mandschurische Unterrichtsamt übergeben werden. Tschangtfolin hat weiter angeordnet, die mandschurischen Filialen der sowjetrussischen Staats.bant und der Bank für Handel und Industrie zu ließen. Der Sowjetbotschafter in Beling, Karachan, ist gezwungen worden, China zu verlaffen. Tschitscherin hat bei der chinesischen Regierung protestiert und erklärt, daß die Handlungen der autonomen Regierung der drei chinesischen Oftprovinzen die bestehenden Verträge verlegen und der Sowjetregierung die vertragsmäßig festgelegten Rechte an der Ost chinaeisenbahn nähmen. Moskauer Presse bespricht diese Angelegenheit als einen neuen Verfuch politischer Eintreifung Sowjetrußlands durch kapitaliftische Mächte, namentlich England und Japan .
Die
Schon im Januar 1926 hat Tschangtsolin Maßnahmen gegen die sowjetrussischen Mandschureibahnbehörden verfügt; man verhaftete sogar den russischen Generaldirettor Iwanoff. Der Konflikt wurde jedoch bald beigelegt. Was nun in der Mandschurei vor sich geht, ist eigentlich nichts anderes als eine Wiederholung und Verschärfung des alten Konflikts um die ost chinesische Eisenbahn, das ist die Fortsetzung der sibirischen Bahn, deren Ausgangspunkt die Grenzstation Mandschuria , deren Endpunkt der russische Hafen WIa diwostot am Stillen Ozean ist. Charbin ift Knotenpunft; von dort aus zweigt füdwärts die chinesische Ostbahn bis Tschangtschun ab. Daran schließt sich die südmandschurische Bahn mit dem Zentrum Muf den und mit dem Endpunkt Port Arthur am Gelben Meer. Die Mandschurei ist fo in zwei Einflußgebiete geteilt: die Nordmandschurei russisch, die Südmandschurei japanisch.
Sowjetrußland hat zwar auf alle zaristischen Sonderrechte und Kapitulationen in China formell verzichtet, es hat aber in Wirklichkeit die früheren ruffischen Rechte auf die Bahn, die durch das rein chinesische Mandschureigebiet geht, und die eine Leistung der imperialistischen Politik des 3arismus war, weiter beibehalten. In diesem Sinne hat auch die Sowjetregierung, als Erbin der zaristischen, mit China zwei spezielle Berträge abgeschlossen: am 31. Mai 1924 mit der Pefinger Zentralregierung und am 20. September 1924 mit der autonomen Mandschureiregierung Diese beiden Verträge fußen auf dem Tschangtfolins. chinesisch- russischen Vertrag von 1896 betreffend den Bau und die Ausbeutung der chinesischen Ostbahn. Aus dem Gesagten geht also flar hervor, daß die chinesische Bolitik Sowjetrußlands fich nicht allzuweit von derjenigen Englands, Japans und anderer imperialistischer Mächte unterscheidet.
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als
Nach dem Abkommen von 1924 untersteht die chinesische chinesisch russischen Ostbahn einer gemischten Verwaltung. Da nun schon seit Jahren in der Mandichurei Tschangtfolin unabhängig herrscht, fritt er zumal er 1924 das Abkommen mit unterzeichnet hat der wirkliche Kontrahent der Ruffen auf. Diese seine Stellung ist in letzter Zeit, im Zusammenhange mit der Ausdehnung feines Einflusses in Beting, noch befestigt worden. Er will feine Macht zur Schwächung des russischen Einfluises in der Mandschurei ausnutzen. Dabei stützt er sich aber auf den japanischen Imperialismus, den Rivalen des russischen, wie sich eben andere chinesische Gruppen auf Hiermit erhält also der sowjetSowjetrußland stüßen. russische - chinesische Zwischenfall einen internationalimperialistischen Hintergrund.
Troß ihrer theoretischen Anerkennung des Selbstbestimmungsrechtes der Bölfer und des Verzichtes auf russische Sonderrechte in fremden Ländern verbleiben doch die Sowjetleute in der Nordmandschurei, wie es eben die Japaner in der Südmandschurei tun. Nicht weniger als die anderen imperialiftischen Mächte mischt sich Sowjetrußland in die inneren Angelegenheiten Chinas . Die Rolle, die Karachan hier gespielt hat, ist bekannt. Aber nicht alles wird direkt, viel wird durch chinesische Hintermänner getan.
Gegenstand der heutigen japanisch- ruffischen Gegenfäße in der Mandschurei ist vorzugsweise die Eisenbahnpolitif der beiden Mächte. Während nämlich die Japaner ihr Eisenbahnneß in der Südmandschurei fortwährend vergrößern, wächst das russische in der Nordmandschurei nicht. Die Japaner find jetzt besonders bestrebt, ihre Eisenbahnlinien in östlicher Richtung zu erweitern und sie mit nordforeanischen Häfen zu verbinden. Sie bezwecken mit diesen nach Osten gerichteten Berbindungslinien einen Teil des Warentransportes von der Nordmandschurei nach ihren koreanischen Häfen anzuziehen. Andererseits sollen die n'a ch Westen gerichteten neuen Verbindungslinten Transporte nach der chinesischen Staatsbahn Beting- Mukden ableiten. In letzter Zeit unternehmen die Japaner auch Eisenbahnbauten in der Richtung nach der Mongolei , dem ausschließlichen Einflußgebiet Rußlands . Die Chinesen sind ihrerseits bestrebt, wenn auch nicht mit großem Erfolg, ihr Land von der Herrschaft sowohl japanischer als auch russischer Eisenbahnen zu emanzipieren. Die Südmandschurei hat eine viel größere Bevölkerungsdichte als die Nordmandschurei.