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BERLIN Freitag 18. Mai 1928

SW

Der Abend

Erscheint täglich außer Sonntags.

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Zugleich Abendausgabe des Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60 m. pro Monat. Redaktion und Expedition: Berlin SW 68, Lindenstr. 3

Spätausgabe des Vorwärts

45. Jahrgang.

66 Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezetle

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Was wird der 20. Mai bringen?

Ein gutes Vorzeichen: Verdoppelung der sozialdemokratischen Stimmen.

Sozialdemokratischer Wahlsieg

Bei den Kommunalwahlen in Genthin .

Magdeburg , den 18. Mai.( Eigenbericht.)

Bei den Stadtverordnetenwahlen am Himmelfahrts­fag in Genthin hat die Sozialdemokratie einen großen Fort­schritt gemacht. Während sie im Jahre 1924 786 Stimmen und 6 Sihe von 30 Sigen hatte, ftieg im Herbst 1927 die sozialdemokra­tische Stimmenzahl auf 1085 Stimmen mit 6 von 20 Sigen, da in­zwischen die Zahl der Stadtverordneten von 30 auf 20 herabgesetzt war. Der verhältnismäßige Anteil war von 20 auf 33 Proz. ge­fliegen. Bei den gestrigen Wahlen stieg die Stimmenzahl der Sozialdemokratie auf 1552 und die Mandatszahl auf acht, während die kommunistischen Stimmen sich von 553 auf 598 Stimmen nur wenig steigerten. Die Stimmen des Bürgerblods gingen von 1542 auf 1121 zurüd. Wir haben also jetzt 8 Size, d. h. 40 Proz. aller Site oder eine Berdoppelung unseres Anteils von 1924. Dieses Wahlergebnis bedeutet drei Tage von den allgemeinen Wahlen ein hocherfreuliches Stimmungszeichen!

Volkspark aus Sandwüsten.

Blutige Ausschreitungen in Hamburg . Kommunisten und Nationalsozialisten töten Reichsbanner­fameraden.

Hamburg , 18. Mai. ( Eigenbericht.)

Zu dem bereits gemeldeten kommunistischen Ueberfall auf Reichsbannerkameraden in Hamburg , bei dem der kamerad Tiede. mann erschossen wurde, erfahren wir noch folgende Einzelheiten: Am Donnerstag nachmittag befanden sich in einem Lokal in dem Arbeiterviertel Barmbed einige Reichsbannerleute. Es fuhr ein Propagandazug der Kommunisten an diesem Cotal vorbei. Die auf dem Auto befindlichen Kommunisten überschütteten die Reichs­bannerleute ohne Grund mit Zurufen und Beschimpfunugen. Ohne jeden Anlaß wurde dann plöhlich aus dem Auto auf die Reichs­bannerleute geschossen. Ein Reichsbannermann warde föd­lich verwundet. Es drohten schwere Zusammenstöße. Die Reichsbannerleute waren zur Notwehr gezwungen. Ein Polizei­beamter und Mitglied des Reichsbanners mußte darauf seine Waffe ziehen, um sich gegenüber den Angriffen der Kommunisten zur Wehr zu setzen. Einige der kommunisten wurden dadurch leicht verletzt. Der Vorfall hat vor allem in Barmbed, darüber hinaus aber in der gesamten Hamburger Arbeiterschaft eine ungeheure Erregung

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hervorgerufen. Der Donnerstag nachmittag hat den Beweis er­bracht, was schon im bisherigen Verlauf des Wahlkampfes immer wieder zu spüren war, daß nämlich die Kommunisten es ganz fyftematisch darauf angelegt hatten, mit den Sozialdemokraten zu schweren Zusammenstößen zu kommen.

Dem Vorfall in Barmbed steht ein ähnlicher Vorgang in einem anderen Stadtteil Hamburgs zur Seite. In Eimsbüttel waren in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag Nationalsozia­lift en damit beschäftigt, plakate anzufleben. Zufällig passierten einige Reichsbannerleute, die der Meinung waren, daß es sich bei den Nationalsozialisten ebenfalls um Reichsbannerleute handelte, da sie Windjacken trugen, die Gegend. Als sie auf die National­fozialisten zugingen und sich ein Plakat anjahen, bemerkten sie, daß es sich um Bölkische handelte. Es gab darauf eine furze Ausein­andersehung. Die Nationalsozialisten flüchteten. Plötzlich drehte sich aber einer der völkischen Jünglinge um, zeg einen Revolver hervor und schoß auf die Reichstanner. leute. Auch hier ist ein Reichsbannermann, der kamerad Geidorn, födlich verwundet worden.

Das Hamburger Reichsbanner hat am Freitagmorgen sofort ein Flugblatt herausgegeben, in dem die Vorgänge furz geschildert werden und die Hamburger Arbeiterschaft aufgefordert wird, Disziplin zu wahren, um weitere schwere Zusammenstöße zu vermeiden. Die Polizei ist im Augenblid damit beschäftigt, die Ursachen der Zusammenstöße zu untersuchen.

In dem sozialdemokratisch geleiteten Bezirk Wedding ist auf den Sandwüsten der alten Rehberge eine der wunder­vollsten Parkanlagen- der Volkspark Rehberge- entstanden, die die Großstßdt kennt, Ihre Entstehung ist vor allem der planmäßigen Energie der sozialdemokratischen Beznksverwaltung zu danken, die die Sandwüste durch Notstandsarbeiten in einen blühenden Volkspark umwandeln ließ. Unser Bild zeigt einen Blick auf die weiten Riesenflächen des Parks.

Eine Antwort an Mar Hölz.

Bon Dr. Julius Mofes, Borsitzender des Reichsbegnadigungsausschusses.

Die kommunistische Rote Fahne" veröffentlicht unmittelbar| Partei stelle ich zunächst fest, daß die Behauptung, für einen Ihrer vor den Wahlen einen Artikel, in welchem unter den gewohnten wüsten Beschimpfungen der Sozialdemokratischen Partei das Märchen aufgetischt wird, die Sozialdemokratie habe von einem ehemaligen Sefretär der Roten Hilfe" für 5000 m. ein Schreiben gekauft, in welchem Sie sich in nicht gerade schmeichelhafter Weise über die Rote Hilfe" und ihre Funktionäre äußerten.

Ich würde es als unter meiner Würde stehend betrachten, auf diese dumme kommunistische Wahllüge näher einzugehen, wenn nicht Sie, Herr Hölz, in einer von Beleidigungen der Sozialdemokratie strogenden Einsendung an die Rote Fahne" diesen Schwindel unter ftügt hätten. Ich sehe mich deshalb durch Ihr Verhalten gezwungen, Ihnen einige Tatsachen ins Gedächtnis zurückzurufen, um vor der Arbeiterschaft flarzustellen, auf welcher Seite von Schuftigkeit", Ihre Worte Gemeinheit" und erbärmlicher Schurterei" mit Recht gesprochen werden fönnte.

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Als Mitglied des Parteivorstandes der Sozialdemokratischen

Ein jeder Schuljunge

weiß:

1 ist lobenswert

5 ist ungenügend

Briefe seien 5000 m. gezahlt worden, frech erlogen ist. Glauben Sie tatsächlich, daß die Sozialdemokratie soviel überflüssiges Geld zur Verfügung hat, daß sie einen so ansehnlichen Betrag für einen Brief bezahlen würde, dessen Inhalt mir und manchem anderen bereits seit langem bekannt ist? Schäzen Sie sich nicht selbst ein wenig zu hoch ein, wenn Sie glauben, die Sozialdemokratie würde für ein Schreiben von Mag Hölz, das ihr nichts Neues jagt, soviel Geld zum Fenster hinauswerfen?

Wollte die SPD . sich die gewissenlosé und demagogische Methode der Kommunisten zu eigen machen, mit dem Schicksal der politischen Gefangenen, also auch dem Ihren, Wahlpropaganda zu treiben; glauben Sie nicht, Herr Hölz, daß da noch andere Briefe von Ihrer Hand zur Verfügung ständen, in denen Sie sich über die Kom­ munistische Partei , die Rote Hilfe" und über die Funktionäre dieser Organisationen in noch ganz anderer Weise äußerten, als dies in jenem Schreiben geschieht, für das angeblich 5000 m. von uns bezahlt wurden? Aber man hat trotz des Wahlkampfes solche Briefe als vertraulich betrachtet und sie nicht nach tom­munistischem Muster zu propagandistischen Zweden ausgenügt! Ich werde aber nicht dulden, daß Sie, Herr Hölz, meiner Partei, der ich aus poller Ueberzeugung angehöre, Schuftigkeit", ,, Gemeinheit und erbärmliche Schurterei" vorwerfen! Sie haben das geringste Recht dazu!

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Soll ich Sie daran erinnern, daß Sie des öfteren schon gerade Sozialdemokraten Anerkennung, gezollt haben für ihre Bemühungen um die Freilassung politischer Gefangener? Soll ich Sie daran erinnern, daß zu Beginn des Monats Februar die sozialdemokratische, 3. T. auch fommunistische Bresse einen Artikel von mir veröffentlichte unter der Ueberschrift: Schluß mit dem Fall Hölz", und daß Sie sich in einem Schreiben äußerten, Sie feien nicht wenig überrascht gewesen, über die

Darum wählt Liste 1. leit, burg bie sig der Auffag besonders