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BERLIN 190lusion o

Dienstag,

31. Juli

1928

Der Abend

Ericheint täglich außer Sonntags. Bugleich Abendausgabe des Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Vf. pro Woche, 3,60 M. pro Monat. Redaktion und Erpedition: Berlin SW68, Lindenstr. 3

Spätausgabe des Vorwärts

10 Pf.

Nr. 358

B177

45. Jahrgang.

66 anzeigenpreis: Die einfaltige Nonpareillegeile

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Das Geständnis des Mörders.

Indrar jadrom

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Obregon aus religiösem Fanatismus getötet!

Megito City, 31. Juli. ( Eigenbericht.)

Das der Oeffentlichkeit heute vorgelegte Unter­fuchungsmaterial über den Obregon- Mord zeigt klar das religionsfanatische Tatmotiv. Der streng katholisch erzogene Mörder war Mitglied einer katholi schen Organisation und der berüchtigten igazur Ver teidigung religiöser Freiheit. Er war auch befreundet mit den hingerichteten Tätern des mißglückten Obregon- Attentats und war von der Notwendigkeit der Beseitigung Obregons und Calles im Religionsinteresse überzeugt. Weitere Hauptschuldige sind die Kloster. schwester Concepcionaceredo sowie die bisher flüchti gen Manual Trejo und Carlos Castro, die den Mörder mit Mordwaffen und Munition versorgten. Die beiden waren auch die bisher unentdeckt gebliebenen Täter der im Mai d. J. im Parlament erfolgten Bomben. explosion. Die Klosterschwester ist geständig. Sie gibt zu, daß der Mordplan im Kloster besprochen worden ist und daß sie selbst vor Monaten im Vertrauten kreise auf die Notwendigkeit des gewaltsamen Todes Obregons und Galles hingewiesen hat. Der Mörder hat am frühen Morgen des Mordtages die Messe gehört und die Absolution erhalten und ist auch am Vortage des Mordes mit einem Priester namens Imenenz zusammen. gewesen. Es ist aber zweifelhaft, ob der Priester mit dem Mordplan vertraut war.

Der Mörder hat vor Zeitungskorrespondenten aus drücklich sein Bedauern darüber ausgesprochen, daß ihm die Bemühungen Obregons zur Beilegung des Religions. konflikts vor dem Attentat nicht bekannt gewesen seien. Er habe ganz selbständig gehandelt, um die Kirche und Obregons Seele zu retten. Der Mörder be antwortet die Frage unseres Korrespondenten, ob Mp rones, wie behauptet, mit dem Mordkomplott verquidt sci, folgendermaßen: Es wäre leicht, in meiner jetzigen Lage andere Leute zu beschuldigen. Da ich aber guter Katholik bin, will ich keinen unbeteiligten, ins besondere keinen Mann, der selbst Religionsfeind ist, be. schuldigen.

Die polizeiliche Untersuchung ist jest abgeschlossen. Es find insgesamt 23 Schuldige den ordentlichen Ge­richten zugeführt worden.

Der Einsturz im Kolonialmuseum. Eine Erklärung der Reichsbahndirektion über die Ursachen Zu dem Einsturzunglüd, das sich gestern nachmittag bei den Abbruchsarbeiten des früheren Kolonialmuseums in Ait Moabit ereignete und bei dem ein Arbeiter tödlich und drei andere schwer bzw. leichter verlegt wurden, erklärt die Reichsbahndirektion folgendes, nachdem die Untersuchungen über Die Ursache zum Teil abgeschlossen sind:

Beim Abbruch des Kolonialmuseums werden Steine und Schutt mit Arbeitswagen zu den auf dem Eisenbahngleis stehenden Eisen bahnwagen befördert. Die Beförderung geschieht über das Keller­gewölbe, welches als Kappen zwischen eisernen T- Trägern besteht. Beim Verschieben zweier Loren wurde eine Kappe zu schmer belaftet, wodurch das Widerlager und ein eiserner T- Träger fich verschoben und die Kappe einstürzte. Die beiden be­ladenen Wagen und die vier Arbeiter stürzten dabei etwa 6 Meter herunter. Die Urfache ist auf das zu weit abgebrochene seitliche Mauerwerk zurückzuführen. Die Berant= wortung trägt die Firma Albert Rosterlig, Greifswalder Straße 63/65.

Nobiles Heimfahrt.

in Deutschland sehr zufrieden sei. Er sei fest davon überzeugt, daß

Bedretti( Radiotelegraphift), Trojani, Biagi, Bigliari, Nobile, Die Gruppe Nobiles auf der Heimfahrt durch Deutschland :, rückhaltend Antwort. Dann erklärte er, daß er mit der Aufnahme Bedretti( Radiotelegraphift), Trojani, Biagi, Vigliari, Nobile, Cecchioni, Prof. Behounek.

zu der Durchfahrt Nobiles durch München ist ergänzend zu berichten, daß Nobile in seinem Wagen auch kurz deutsche und ausländische Pressevertreter empfing. Er gab auf Fragen zu

man ihn später überall herzlich begrüßen werde, wenn die Wahr­heit über den Berlauf seines Unternehmens bekannt geworden sei. Im Augenblick denke er an nichts anderes, als daß er in 24 Stun den seine kleine Tochter wiedersehen werde.

D- Bugunfall bei Fürstenwalde.

Die Kuppelung geriffen.- Niemand verletzt.

Der Zug Berlin - Breslau - Bukarest wurde| alten Mann kennengelernt, der sich ihr als von Arnim" por in der vergangenen Nacht gegen% 42 Uhr furz nach Passieren der Station Fürstenwalde a. d Spree von einem eigenartigen Unfall betroffen.

Die Kupplung zwischen einem Teil des Zuges und dem Butarefter Wagen riß aus noch ungeklärter Ursache plötzlich durch. Der vordere Teil des Juges fuhr noch einige hundert Meter weiter und kam dann durch selbsttätiges Einschalten der technischen Sicher heitsvorrichtungen, die auch bei dem abgerissenen Zugteil in Funk tion traten, zum alten. An die rüdliegenden Stationen wurden fofort entsprechende Mitteilungen telephonisch durchgegeben, so daß die Strede, um ein Unglück zu verhüten, rechtzeitig gesperrt werden fonnte.

Der beschädigte Wagen mußte ausrangiert werden und die Fahr gäfte in die anderen Wagen umsteigen. Mit einer Verspätung von rund 75 Minuten konnte die Reise um 3 Uhr fortgesetzt werden.

Schießerei um eine 57jährige.

Der Täter unbekannt.

Die seltsame Liebes- und Lebenstragödie, die sich gestern abend in der Grunewaldstraße abspielte, hat noch feine Aufklärung gefunden.

Die Berletzte 57 Jahre alte Frau uhl, die in Lebemanns freisen eine Rolle spielte, hatte vor einiger Zeit einen etwa 42 Jahre

stellte. Bald nach der Bekanntschaft kam es schon zu Streitigkeiten zwischen beiden. Angeblich, um nicht schußlos zu sein, hatte Frau Uhl gestern abend einen ihr ebenfalls bekannten 25 Jahre alten Matrofen und Boger Alfred ein zu sich gebeten. Der angeb liche von Arnim, dessen Wohnung und Beschäftigung der Frau Uhl nicht befannt ist, drang nun ein und gab auf die Frau und den Matrosen mehrere Schüsse ab. Die Verletzten liefen dann aus der Wohnung, die Treppe hinunter, auf die Straße. Bon Arnim", der als erster unten antam, feuerte noch mehrere Male und traf die Frau mit drei Schüssen. Der Matrose Hein wurde nach dem Augufte- Bittoria- Krankenhaus gebracht, Frau Uhl nach dem Achenbach- Krankenhaus. Die Verlegungen, die beide davon­getragen haben, sind nicht lebensgefährlich. Frau Uhl erklärte, daß sie nichts näheres über den vermeintlichen Baron aus­sagen könne; sie wisse nur, daß er im Anfang der vierziger Jahre stehe. Ob der Schüße wirklich von Arnim heißt und was er treibt, fonnte noch nicht festgestellt werden. Er ist flüchtig und wird von der Kriminalpolizei gesucht. Frau Uhl, die sich zuweilen auch ,, Don Fischler" nannte, führt diesen Namen zu unrecht. Die Führung des Adelstitels ist ihr durch Berfügung des Amtsgerichts Berlin­Schöneberg untersagt.

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Die Weltrevolution marschiert wie die Krebse. Der Mit­gliederbestand der franzöfifchen Kommunistischen Bartei ist nach einer Statistit des Matin" von 75 000 im Jahre 1926 auf 52 372 im Jahre 1927 zurüd gegangen.

Vergeßt es nicht: Gegen den Krieg!

Mittwoch. den 1. August

abends 7' Uhr im Humboldthain