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Böchentlich 85 Bt monatlich 3,60 2. Im noraus zahlbar, Bostbezug 4,32 m. einschl. Bestellgeld, Auslandsabonne ment 6,- m. pro Monat.
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Mittwoch 10. Oftober 1928
10 Pfennig
Die etnipaltige Ronpareillezelle 80 Bfennig. Reflamezeile 5.- Reichs mart. Kleine Anzeigen" das fettge bruckte, Wort 25 Pfennig( zuläffig awet fettgedruckte Borte), jedes weitere Bort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Bort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben Arbeitsmartt zählen für zwei Borte. Seile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen annahme im Hauptgeschäft Linden Straße 3, wochentägl. von 8/2 bis 17 Uhr.
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Prag , 10. Oktober. ( Eigenbericht.)
Die Arbeiten zur Rettung oder Bergung der unter den Trümmern des Hochhauses Begrabe. nen werden fieberhaft fortgescht, gehen aber, ob. wohl die ganze Nacht hindurch gearbeitet wurde und be obwohl Militär, Feuerwehr und die ganze Belegschaft der Prager elektrischen Werke am Plate sind, ten nur sehr langsam vonstatten. Es wirkt wie ein Wunder, daß unter dem ungeheuren kompakten Trümmerhaufen noch Leben angetroffen wurde. Bisher wurden 13 Tote und 32 Verwundete aus den Trümmern gezogen. Heute vormittag wurde. der Rumpf eines Mannes ohne Kopf gefunden. Auch drei abgeschlagene Beine zug man aus den Massen. Bei den Rettungsarbeiten wurden. 50 Soldaten und 4 3ivilisten verlegt, zum Glüd nur leicht. Es fehlen immer noch verläß. liche Angaben darüber, wie viele Menschen tot oder lebendig noch unter den Trümmern zu suchen find. Die Stadt befindet sich immer noch in fieber hafter Aufregung. Tausende von Menschen strömen zu der Unglücksstätte. Fast allstündlich er. scheinen Extraausgaben der Blätter mit den neuesten Nachrichten. Große Abteilungen von Fußand berittener Polizei durchziehen die Stadt.
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Zu der Katastrophe meldet die Prager Polizeitorre fpondenz folgende Einzelheiten: Zur Zeit des Unglüds befanden fich nach den Angaben der Baufirma 56 Arbeiter auf dem Bau, von denen sich nach unverbürgten Angaben acht bis neun retten tonnten. Der in der Straße diensthabende Bachmann marnte, als er das Krachen vom Bau hörte, die Fußgänger, sprang geistesgegenwärtig auf einen heranfahrenden Wagen der Straßenbahn und zog selbst die Bremse, so daß er ein weiteres Unglüd Derhütete. Die Rettungsarbeiten werden dadurch erschwert, daß der ganze Eisenbeton im Gewicht von etwa 800 000 kilogramm in die zwei Stodwerke unter der Erde stürzte und eine undurchdringliche Maffe bildet, die das Straßenniveau um drei Meter überragt.
Nach 9 Uhr abends wurde mit den Grabungen von den Kellern der Nachbarhäuser aus begonnen und auf diese Weise ein verschhütteter Arbeiter underlegt gerettet. Als gegen Abend die Feuerwehr zur Unglücksstelle eilte, ereignet sich an einer Straßentreuzung ein fchmerer Unfall. Ein dort diensttuender Wach mann, der gerade einigen Frauen Barmungszeichen gab, wurde von dem Automobil der Feuerwehr überfahren und getötet.
Ein Augenzeuge schildert den Hergang des Unglüds folgender. maßen: Es mar gegen 3,07 Uhr, als sich im zweiten Stockwerk die Dede zu lösen begann. Gleichzeitig nahmen die Arbeiter eine Erschütterung der Betonpfeiler wahr. Es wurde sofort versucht, die Arbeiter zu warnen. Blöglich I alles spielte sich in zwei bis drei Minuten abbog sich der vordere Hauptpfeiler.
In zwei Sefunden war der ganze fiebenstödige Bau in sich. zufammengefunten.
Ein Arbeiter, der vorn im ersten Stod arbeitete, versuchte noch abzuspringen, wurde jedoch von den nachfolgenden Betonmassen erfaßt und verschüttet. In der Ede des Bauplatzes steht fast unversehrt noch ein etwa sieben Stod hohes Holzgerüst, ein Ziegelaufzug, auf dem noch ein Arbeiter hing, der beim Zusammensturz abgesprungen war, und sich am o 13 fest. gehalten hatte. Er wurde sofort von der Feuerwehr her. untergeholt und das Holzgerüst durch Seile an den Nachbar. häusern befestigt. Der Einsturz des Gebäudes erfolgte vom Techsten Stod wert aus und war von donnerähnlichem Getöse begleitet. Die auf der Straße befindlichen Bassanten stoben in wilder Flucht davon.
Szenen des Grauens.
Noch immer lagert eine große Staubwolle über dem Trümmerhaufen der Unglüdsstätte. Militär arbeitet an der Beseitigung der Trümmer. Andere Militärabteilungen haben die ganze Umgebung abgesperrt. Die Feuerwehr ist mit der Bergung ( Fortsetzung auf der 2. Seite.)
DC
Bei den Panzerkreuzer- Bolschewisten.
Russische Kinder tragen bei einer Kundgebung das Modell eines Panzerkreuzers. In Rußland wird also schon die Jugend mit militaristischen Ideen verseucht. Es ist eine Heuchelei sondergleichen, wenn die deutschen Bolschewisten angeben, sie seien für Abrüstung.
Der enthüllte Geheimpakt.
Horan ist der Sündenbock für andere.
Paris , 10. Oftober.( Eigenbericht.) Die Ausweisung Horans, des Korrespondenten der Hearst- Presse, ruft auch in der französischen Bresse zahlreiche Proteste hervor; das Syndikat der sozialistischen Presse hat dagegen Verwah rung eingelegt.
Die Bernehmung Horans durch seine englischen und amerika nischen Kollegen hat ergeben, daß Horan das Geheimschreiben von Hearst persönlich überreicht wurde mit dem Auftrag, es nach New York zu drahten. Die monarchistische Action française" behauptet, daß
ein Beamter des Quai d'Orsay dieses Dokument persönlich nach Amerifa gebracht und dort verkauft
babe. Searft habe also das Schriftstüd bereits in der Tasche gehabt, als er nach Paris gereift sei, um dort mit Briand eine Unterredung zu haben. Der Schuldige sei also nicht etwa Horan, der nur seine Bilicht getan habe, sondern der Beamte, der das Dokument aus der Hand gegeben. Die Action française" bezeichnet diesen Beamten durch ihre Andeutungen so genau, daß er von den französischen Behörden wohl erkannt werden muß.
Journal" schreibt über die politische Seite im Fall Horan, Poincaré und Briand seien von Baris abwesend und hätten daher noch nicht ihre Ansicht zu den Protesttelegrammen des eng
Berichte 2. Seite.
Dem
lisch- amerikanischen Presseverbandes bekanntgeben können. Bertreter der nordamerikanischen Botschaft wurde laut ,, Journal" folgende Darstellung der Sachlage am Quai d'Orsay gegeben: Horan habe das Gesetz vom 8. April 1886 übertreten, das sehr schwere Strafen für die Beröffentlichung geheimer Staatsdokumente feftfeßt. Horan fei nicht ungerechtfertigten Härten ausgesetzt worden, sondern habe Duldsamkeit und Langmut genoffen. Es gebe in der Angelegenheit aber andere, viel interessantere Dinge, deren Untersuchung noch am Anfang stehe. Vor allem
der persönliche Fall Hearst,
der eine mehr als sonderbare Stellung einnehme. Am 15. September sei Hearst in Paris angekommen. Briand habe ihn offiziell empfangen, und zwei Tage später habe Hearst ein geheimes Dokument entwendet und es mit für England und Frank. reich ehrenrührigen Kommentaren veröffentlicht. Dies fei eine weit schwerwiegendere Tat als die Unforrektheit Horans. Hearst sei außer Reichweite. Man müffe aber die Berson des Hauptfchuldigen suchen, der das Dokument ausgeliefert habe. Wenn fich der Pariser Aufenthalt Horans perlängert habe, und er fönne sich noch weiter verlängern, so geschehe dies allein, um die Unter fuchung zu erleichtern, die für die französische Diplomatic ebenso interessant sei wie für die Justiz.
In der Bereinigung der angelfächsischen Pressevertreter teilte Horan mit, daß das Dokument, das ihm in Paris von Hearst selbst ausgehändigt worden sei, weder durch Angebot von Geld, noch auf irgendeinem anderen illegalen Bege in den Besitz des ameritanijchen Großverlegers ge fommen sei.