Morgenausgabe
Kr. 29
46. Jahrgang
A 15
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Der Bermärts richete modettag lich gmeinial, Sonntags und Deontags. einmal die benbausgaben für Berlia unb im Hanbel mit dem Titel„ Dez benb. 30uftrierte Beilagen„ Bol?. unb Zeit und Rinderfreund". Ferner Unterhaltung und Biffen. Frauens fzimme". Sednit Blid in die Bücherwelt und Jugend- Bormerts
Freitag
18. Januar 1929
Groß- Berlin 10 P Auswärts 15 Df.
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30 Bfennig, Retlanie eile& Reis mor Aleine Anzeigen bes edges Brute pri 25 Bfennig( sufeffig fetgebrudte Borte), jebes weitere Bost
fennig. Staengeluche das erisea Bo 15 fennig, jebes weitere at 16 Biennig. Borte über 15 Buchftohes Kahlen für gei Borte. Grbeitsmark eile 60 Bienxig familienanzeigen für bonnenten Serie 40 Pfennig. Anzeigess nahme im Senpigefchefs Stabens Brage& sextag, pou 8& 17 r
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Inayatullah auch erledigt.
Der Rebellenführer wird König.
Mostas, 17. Januar.
Einer Funkmeldung aus Kabul zufolge hat Stania Jnahatullah heute morgen abgedankt und ich bei seiner Abdantung seine eigeuz 11 nantastbarkeit unb die Sicherheit aller Bersonen, die sich in der föniglichen Residenz befinden, ausbedungen. Das Aommando des Aufständischen teilte mit, daß der Führer der Aufftan bischen Baticht@ala o unter dem Titel Annig Chabibullah Chast die Regierung übernehmen werde. In Kabul herrscht völlige Ruhe. Die Bajare find geöffnet, die Gebäude der ausländischen Gesandt. schaften werden von aufständischen Truppen bewacht. Die Saltung der Rebellen gegenüber den Ausländern ist durchaus freundschaftlich während der Kämbie in und um Sahul hat kein Ausländer irgend wel.
chen Schaben erlitteu.
Die zweifelhafte Königsherrlichkeit von Amanullahs Bruder und Nachfolger hat knapp drei Tage gebauert. Der neue Konig ff. mie der Herrscher non Bersten, Riso, aus der Tiefe aufgestiegen; fein Bater war Bafferträger.
Intereffant ist der freundliche Son der Moskauer Melbung, bie ben Kabuler Funfipruch ohne jebe Einschränkung oder Anweiflung. Deitergibt
Der König ohne Truppen.
Mostou, 17. Samuar
Rach breitägiger Unterbredfung ist heute die untverbindung Mostau- Rabul pleber aufgenommen worden. Den aus Rabul übermittelten Berichten zufolge haben die Aufständlichen noch ber Abdanfung Amanullahs ihrer Borstoß gegen Kabul fortgesezt und es gelang ihnen, die Residenz des Königs, in der sich zum
Gin bes neuen Sherriders 3nanainflab mb ber Regierungs mitglieder nur ein leiner Truppenteil befans, gu um ftellen Die Aufständischen forbetten die bedingungsfofe Unterwerfung Jnanatullahs und der Regierung und drohten, im Falle einer Beigerung, die Refidenz zu stürmen.
Der uene König mochtlos.
Bairo, 17. Jarasan
Es bestätigt fidh, daß die Staht Rabul bereits non ben ni.
Stänbilen befest i und Straßenfämpfe tohen. Die ui ständischenartillerie hat das Gebäude der türkischen Gefeht. 16aft beschädigt. Der neue Konig beinhet fidh mar immer nod in Sabul, beherrscht aber die Lage night. Drei Viertel bez Armee steht zu den Aufständischen; thr Führer, General Batii Safgo, bat abgelehnt, mit den Briefern zu verhanden, pta ber neue Sönig zu ihm gefonbt hatte
Aus dien meldet Reuter, daß bie Rampie in Sabul might haben sollen. Die legten in Chaman eingetroffenen Reifenden er gärten, mamich jei am 13 Samir in Randaber on. getommen und die Rönigstonbarte pehe über feinent Bohni
Enct scher Flieger abgeschoffen.
Bombay, 17 Samor.( Gigenbericht.)
Die Free Bres of Jible berichtet aus Belghawar, bos, ei englifer Flieger, der angeblich auf eigenes Riffo sur Information über die Lage im Aufftonbegehiat gighonisches Territo rium überflogen hat, befchoffen und in der Nähe non Rahul zum Wiedergehen gegnungen morben ist. Mon peiß noch nicht, ob regierungstreue Truppen oder Rebellen ihn her. untergeschoffen haben.
Das Echo der Groener Denkschrift.
Treffende Charakterisierung durch den„ Daily Herald".
London , 17. Januar. ( Eigenbericht.)
Der Daily Herald" bezeichnet in einem Leitartikel das Memorandum Groeners als ein fn pliches Erzeugmis militärischen Dentena Generäle und Admirale feien vou Natur aus und dank ihres Berufes Panititiffer. Um ihte fignonen, Schiffe, Aeroplane ufm non den kabinetten und Finanzministern zu erhalten, pflegten sie zum naheliegenden Mittel der Furchterzeugung zu greifen. So quale General Groener feine Kollegen mit dem Gespenst eines polnischen Ein. falls, falls er feine Breuzer nicht erhalte. Ju Warschau merde eine große Armee gefordert, weil die Deutichen eine Zurüderoberung Schlesiens und des Korridors planten. Jn Paris bewillige die Kammer Millionenfummen für eine Festungsfctte gegen eine deutsche und allenische Invasion. Jn Condon erhalte die Admi ität ebenlo lei es in Ihre Kreuzer, da die Handelswege gefährdet felen Washington! Diese Fachleute zu Cand und in See jagten Bhantomen nach Jmmer behaupteten sie, man werde„ ficher" jein, wenn man eimas mehr habe, aber dann komme der Nachbar und fordere und erhalte noch mehr, worauf man selbst wieder etwas
Reichshaushalt fertiggestellt. Gleichzeitig mit der Dedungevorlage im Reichsfabinett verabschiedet.
Das Reichsfabinett verabschiedete am Donnerstag den Reichshaushalt und die feine Dedung betreffenden Borlagen, Der Beihshaushalt mito nunmehr unnerzüglich dem Reichstat bzm bem Reichspirtschaftsrat zugeleitet werden.
Bollsabstimmung in Deutschösterreich. Für alle Gesetze beantragt.
mien, 17. Samar.( Eigenbericht.)
In der Donnerstagfißung bes Tattonalrats brachten die Go. zialdemokraten einen Antrag auf Venberung der Ber faffung in dem Sinne ein, baß jedes vom Rationafrat unb Bundesrat bajajloffene Gefez ber Baltsabfiüurung zu unterstehen
mehr Welffrleden geben tänne, folange die Staatsmänner fich durch militärische Fachleute einschichtern fießen.
Der
Die französische Breffe neröffentlicht am Donnerstag tu großen Auszügen bas Don ber englischen Rentem of Reniems" publizierte Memorandum des Generals Groener. Die Blätter enthalten sich dabei im allgemeinen eines Kommentars. Temps gibt der Meinung Ausdrud, daß man an ihm ohne 3meifel gemiffe in Deutschland meitverbreitete Gedanten. gange stubieren könne.
Die nationalistische Liberté meist am Donnerstag, mie bies bereits vor einigen Lagen in der Kammer geschehen ist, auf die bes fonberen Qualitäten des neuen deutschen Banzerfreuzers hin. Dsa Blats erflört, Deutschland verfüge allo zu tünftig über bie schnellsten Kreuzer, momit bepiejen merden soll, baß von Deutschland ber Anfang eines neuen Rüstungs. pettbewerbs ausgehe
ift, menn ein Drittel der Mitglieder des Rationalrats es verlangt. Nach der Betfaffung ist die Boltsabstimmung wir über eine Gesamtanderung der Berfaffung und nur dann über befchloffene Gefeße anzuordnen, menn bie Rebrbeit bes eitongrats es verlangt. Der jozialdemokratische Antrag bedarf zur Annahme einer 3meidrittelmehrheit des Barlaments.
Probemobilmachung gegen Utrainer. Reserven in Oftgalizien einberufen.
Barihan. 17. Jennar.( Elgenbericht.)
Det amtlichen polnischen Telegraphen- Agentur zufolge it in drei offgaflzischen Boiwodschaften eine probemobilisierung von mehreren Refervejahrgängen angeordnet worden. Dieles Kriegs fpbel mird faum zur Cinderung der in diesen Gebieten ohnehin ge spannten Bestehungen zwifchen bei pofuifchen und der uftainiiden Benölferung beitragen.
Ein Alarmruf.
Der Arbeitsmartt an der Zabrespende Von WL Woytinsky.
Der Bericht des Algemeinen Deutschen Gewerkschaftshundes über die Arbeitsloftgfeit Ende Dezember mirti mte ein Mlarmrut. Die Lage gibt zu ernsten Besorguiñen Anlaß und fordert, daß mit Entschlossenheit gehandelt wird.
Die Arbeitslosigkeit unter den Mitgliedern der Gemertschaften, die in den Sommermonaten 1928 son 6,2 bis 6,6 Proz. schwanfie, ist Ende Oftober auf 7,3 Brnz und Ende Nopember auf 9,4 Rung gestiegen, um gegen Jahresschluß die unheimliche Höhe von 16,7 Broz. zu erreichen. Damit sind mir mit einem Schlage zu der gleichen unerfreulichen Lage zurüdgefehrt, wie sie zur Jahresmenbe 1926/27 z ner zeichnen mar.
Freilich läßt sich die Steigerung der Arbeitslosigkeit zum Teil auf Saijoneinflüsse zurückführen: der Rüdgang des Be fhäftigungsgrades in den Außenberufen dürfte keinen Anlas zu besonderen. Sorgen geben. Aber gerade in diesen Berufen ist die Arbeitslosigkeit in den letzten Monaten nur normal" d. h. nicht stärker als in den früheren Jahren gestiegen. Die Arbeitslosigkeit unter ben Gemertschaftsmitgliedern in den wichtigsten Außenberufen betrug in Brozenden:
1927
1928
Oftober Ranemhez Dezemb. Daber Samher Dezemb
Garmer Baugerperfsbund 4.9 24.3
52,7
14.0 20.9$ 3,8 14,1 17,7$ 1,6 8.9 17.6 33,1
Maler Simmierer
13,7
$ 1,4
11.7 20,8 34,6
6,3
173
12,3 20,3
43,5
Dachbeder
SA
41,5 66,1
15,0 26.4
55.1
Steinarbeiter
1,5
9,9
32,0
9.7
16,5 45.3
Grobferomit im
Sobritarbeiterverb.
7,0
18.1 23.7
12, 19,6 29,0
Die 7 Gruppen. 54 206 44.1 40.2 x
18,5 46,8
In hen bier angeführten Gruppen( auf die rund 20 Bros. bes Mitgliederbestandes der freien Gemertchaften entfallen) stieg die Arbeitslosigkeit im Jahre 1927 pon 3,4 Broz. ( Ende Oktober) auf 44,1 Proz.( Jahresschluß), b. b. um 38,7 Punkte, unb im Jahre 1928 pon 10,2 Braz. quf 46,8 Brnz., D. h. um 36,6 Bunfte. Selbstverständlich zeugen fo große normale" Schmanfungen für eine höchst unrationelle Organisation des Arbeitsmarktes und in erffer Linie der Bauwirtschaft und bringen die alte Forderung der Bauarbeiter in Erinnerung, daß die Bauaufträge gleich mäßiger auf das ganze Jahr verteilt werden.
Mit einem Rüdgang der wirtschaftlichen Konjuntiur haben aber bie oben gebrachten Zahlen nicht das geringite zu fun: Um über die Entwicklung der allgemeinen Wirtschaftstonjunttur urteilen zu fönnen, muß man hie Arbeitslosigkeit in denjenigen Berufen und Verbänden beobachten, deren Be: fchäftigungsgrad nicht unmittelbar von den Witterungsverhältniffen abhängig iit, und ehen in diesen Berufen ist in ben legten Wochen 1928 eine entschiedene Verschlechterung eingetreten
Die Arbeitslofigleit in den vom Better mefentlich unov hängigen Industrien betrug:
1928 bei den Metallarbeitern Tertilarbeitern.
Brok
Auguft, Geptember Oftaber November Desember Brog
Bros
Frog
5,4.
5,7
6,2
7,0
8.6'
8,4
8,6
7,6
7,7
8,4
Bekleidungsarbeitern 9,0
10,1
10,1
.13,0
20,3
Buchdrudern
5,9.
5,5
6,1
6,7:
Buchbindern
7,5
6,7
6,4
3,6
8,0
8.2
8,1
8,3
9,6
10,5
16,4
15,7
14.2
15,3
17.5
17,7
17,3
18,6
18.9
23.7
9,7
8,9
0
9,4
11,4
17,6
Tabalarbeiteru leichern Bädern
9,0
10.1
10,3
10,9
16,5
5,6
5,6
11,2
8,1
7,3
6.9
7.8
123
Beberarbeitern Sattlern.
Schuhmachern.
Salzarbeitern
Bis zum Oktober waren in den meisten Berbänden nur geringe Schwonfungen der Arbeitslosigkeit zu erlernen, bie. im großen und ganzen gegenseitig hie Mage hielten. 3m Dezember ließ fich in famtlichen Berufen eine Verschlech terung erfennen. Die einzige Ausnahme mocht der Bergbau. in dem noch der Steigerung der Arbeitslosigkeit- int November ( infolge der Ruhrobenteuer im Dezember eine leichte Befir: tung des Beschäftigungsgrabes eintrat. Bielleicht sind bei der allgenteinen Zunahme der Arbeitslosigtet auch gepiffe faifonmäßige Einflüsse nicht ohne Wirkung geblieben( wahr scheinlich her biefes im Belleibungsgemerbe fowie bei ben Schuhmachern, Labatarbeitern und Badern der Fam Ausschlaggebend dürfen aber diese Einflüße nicht gewesen sein, entscheidend war der Rüdgang ber Ronjuntaur.
Dabei war auch die Entwicklung der Kurzarbeit in ben festen Monaten nicht sehr erfreulich: 3mar nahm die So ber Sturzarbeiter nicht zu( in einzelnen Berbänden ging fie fogar zurüd, bo die Sturzarbeit sich in polle Arbeitsloffgreit verdichtete), aber man fonnte eine Berlängerung der burd schnittlichen Dauer der Kurzarbeit feststellen.
Mir woken hier nicht auf alle riachen des Ridgenges der Wirtschaftstonjitur eingehen, unter denen auch die ric