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in der sogenannten 2ancashire Corporation versuchen die Unternehmer, der Produktion und der Verschuldung beizukommen. Diese Riesenfusion wird zwangsläufig von einer sehr scharfen 3usammenlegung des Kapitals begleitet sein, bei der bie Gläubigerbanten um außerordentliche Zugeständnisse an der Berluftbeteiligung nicht herumtommen werben. Mit dem jezt her­aufbeschmorenen Arbeitstampf versuchen die Unternehmer aber zunächst,

Ser Arbeiterschaft die Hauptlaften an dem Gefundungs­

prozeß

Gestalt einer 12% prozentigen Lohnfürzung aufzubürden. Die Gemertschaften haben die Forderungen der Fabritanten mit dem sehr stichhaltigen Hinweis beantwortet, daß die beabsichtigte Lohntürzung die Gesamtproduktionstoften nur um 2 bis 3 roz. perbilligen, die Konkurrenzfähigkeit der britischen Ware also nicht ent scheidend beeinflussen fönnte. Vielmehr weisen die Gewerkschaften darauf hin, daß die überhöhten Produktionstoften in der britischen Baumwollindustrie in erster Linie durch die Preis­diktatur der scharf fartellierten chemischen Industrie, der Bleichereien, Färbereien und Druckereien, verursacht seien. Die Baumwollunter­nehmer sollten sich daher in erster Linie bemühen, die vom englischen Chemietrust dittierten Monopolpreise zu brechen. Ferner hätten die Unternehmer seit Jahren an ihrer rationalisierungsfeindlichen Ein­stellung festgehalten und auch die allerdringlichsten Umstellungen in ben Betrieben unterlassen, so daß unter derartigen Umständen ber Arbeiterschaft das einseitige Opfer einer scharfen Lohnsenkung un­möglich zugemutet werden tönne.

Der deutschen Arbeiterschaft zeigt der Riefentampf in Eng­land ein bekanntes Bild. Auch die englischen Unternehmer versuchen, wie es im August vorigen Jahres die westdeutschen Textilunter­nehmer taten, das often problem von der Lohnfeite her zu lösen. Es liegt auf der Hand, daß mit derartigen brutalen und turzsichtigen Mitteln die englische Tegtiltrise nicht be. feitigt werden fann. Im Gegenteil würden sich die Absatz­schwierigkeiten durch einen längeren Arbeitstampf und die damit verbundenen Kaufkraftverluste, die sich auf wöchentlich mindestens 20 Millionen Mart belaufen würden, noch bedeutend steigern. Bei der schroffen Haltung der Unternehmer ist allerdings faum zu er warten, daß die von der Arbeiterregierung eingeleitete Vermittlungs­aftion noch Erfolg haben tonn. So ist es möglich, daß dieser Arbeitstampf der 500 000 mit allen seinen schweren Folgen bis zur endgültigen Entscheidung ausgefochten werden wird.

Arbeitsmarkt wieder leichte Befferung. Die Arbeitslosigkeit bleibt aber relativ groß.

Die Entwicklung der Arbeitsmarttlage im Bereiche des Landes­arbeitsamtes Brandenburg war in der Woche zum 20. Juli wieder etas günstiger. Die Zahl der Hauptunterstügungsempfänger mies eine Abnahme von 3591 Personen auf, die haupt­lächlich auf die saisonmäßige Belebung der Mäntel- und Kleider. tonfettion zurückzuführen ist. Uneinheitlich wie bisher war wieder die Arbeitsmarttlage im Spinnstoffgewerbe. Papier und Leder­industrie somie das Holz und Schnigstoffgewerbe waren durchweg ungünstig beschäftigt. Die Metallindustrie wies in den männ­lichen Berufen gleichfalls eine weitere Berschlechterung des Be­schäftigungsgrades auf, dagegen machte die Vermittlungstätigkeit für die weiblichen Berufe Fortschritte. Befriedigend beschäftigt war die Industrie der Steine und Erden. Starteren Bedarf an Arbeits­fräften meldete die Landwirtschaft zur Einbringung ber Roggen. ernte an. Unverändert günstig blieb bie Arbeitsmarktlage im Baugewerbe, perschlechterte fich dagegen im Berkehrsgewerbe und Bervielfältigungsgemerbe. Die Arbeitsmarttlage für Angestellte erfuhr in ihrer bisherigen ungünstigen Gestaltung teine Aenderung. In der Berichtswoche fiel die Zahl der Arbeitsuchen ben um 4019 auf 231 642, b. h. um 1.71 Broz., gegenüber einer Abnahme von 915 gleich 5,39 Prog. in der Borwoche. Die Zahl der Hauptunterstübungsempfänger in der versicherungs. mäßigen Arbeitslojemunterstützung betrug 120 958, in der Krifen­unterftügung 24 170, zusammen 145 128 Personen. Von den Haupt­unterstügungsempfängern in der Arbeitslosenversicherung entfielen auf Berlin 100912, auf die Provinz Brandenburg 19 044, auf die Grenzmart Bosen- Westpreußen 1002.

m ganzen zeigten die vier Wochen vom 22. Juni bis zum 20. Juli beträchtliche Schwantungen, aber feine Besserung, wie meist im Juni- Culi. Die Zahl der Arbeitsuchenden ist in Brandenburg zwar von 233 733 auf 231 642 gefallen. Die Hauptunterstützungs­empfänger find aber von 117 612 auf 120 958, zusammen mit den Krisenunterstützten von 143 987 auf 145 128 gestiegen.

Massenpleite von Getreidebanken. Nur geringe Beteiligung der Staatsbant.

Zu unserem Artifel, Massenpleite von Getreidebanten teilt uns die Breußische Staatsbant( Eeehandlung) mit, daß sie nur in ge­ringen Umfange von eventuellen Berlusten betroffen werden wird. Frühere Verbindungen mit den Getreidekreditbanten in Stettin und Mains seien voll abgemidelt. Nur aus dem Zusammenbrush der Magdeburger Getreidekreditbank A.-G. seien gewisse Berluste zu ermarten. Da aber die früher gewährten Kredite von bis 2 Miu. Mart auf 200 000 m. abgebaut sind, seien nur aus diesem Betrag noh Berluste möglich.

1 Milliarde Leipziger Messeaufträge.

- Das Leipziger Messeamt legt eine Erhebung und Berechnung des Leipziger Messeverkehrs und Umsatzes vor. Der Gesamt­mert der Aufträge, die den deutschen Ausstellern zur Leipziger Frühjahrsmesse( 1928) erteilt wurden, liegt mit der unteren Grenze bei 430 Mill. Mart. Nach sorgfältiger Abwägung aller Bedenten wird man die ungefähre Höhe der Gesamtaufträge auf 470 bis 500 Mill. Mart bemessen fönnen. Wenn die aus der Messe her­zuleitenden nach bestellungen berüdsichtigt werden, ergibt sich, wenn man nur die gleiche Summe der direkt erteilten Aufträge an nimmt, ein Gejamtumiag von 950 bis 1000 Mill. Mart.

Auch in Desterreich Eijenkonjunktur. Die vom deutschen Stahl­trust beherrschte österreichische Alpine Montangesellschaft meldet ebenfalls Rekordziffern der Eisenproduktion. Die Eisenerz­förderung ist im Juni gegen Mai von 167 500 auf 178 000 Tonnen gestiegen. Die Erzeugung von Roheisen brachte 75 Broz, von Roh­stahl 90 Bros., von Balzwaren 103 Broz. ber Bollbeschäf tigung.

Eine europäische Studienfommiffion für die Arbeitsmethoden in Warenhäusern. Der Rationalisierung des Einzelpertaufs in Baren­häusern wird eine europäische Studiengesellschaft dienen, die von der Tiez- A.- G. Köln, Harrods London , Innovation Brüffel, Magasins du Nord Kopenhagen, A. B, Nordist Company­Stodholm und den Brintemps- Warenhäusern Bar is ge gründet worden ist. Das Arbeitsprogramm soll den Austausch von Mitteilungen über die Arbeitsmethoden und wichtige organisatorische Fragen in erster Linie umfaffen.

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