Der Abend
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Spalausgabe des„ Vorwärts
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Nr. 406
B 202 46. Jahrgang.
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Kiel , 30. Auguft.( Eigenbericht)
In den ersten Morgenstunden wurde in dem überdachten Borflur des Hauses Neuwerkstraße 5 in Schleswig , das von dem Regierungsvizepräsidenten Grimpe bewohnt wird, eine Höllenmaschine gefunden. Es handelt sich um eine etwa 40 Zentimeter lange und 30 Zentimeter hohe Holzfiste, die außer einem verlöteten Blechtaften mit Sprengstoff eine Uhr enthielt, die durch Drähte mit drei Trodenbatterien verbunden war.
Nach Mitteilung der Polizei handelt es sich um eine Höllenmaschine der gleichen Art, wie sie am 1. August im Gebäude der Landtrantentasje in Cuneburg vorgefunden wurde.
Die Entdedung geschah durch eine Hausangestellte, die gegen 2 Uhr nachts von ihrem Ausgang heimkehrte und die Kiste vor der Haustür stehen fah. Als sie die Kiste ins Haus tragen wollte, löfte sich der Deckel und sie vernahm das Ziden einer Uhr. Es fam ihr fofort der Gedante, daß es sich um eine Höllenmaschine handle. Zunächst flüchtete fie ins Haus, ging aber später wieder hinaus und trug die Kiffe mit ihrem gefährlichen Inhalt in den Garten. Dann blieb sie noch eine Weile hinter der gefchloffenen Haustür beobachtend stehen.
Grimpe, der sozialdemokratische Regierungsvizepräsident von Schleswig- Holstein , deffen Schlafzimmer sich im ersten Stodwerk befindet, wurde etwas später durch das Hin- und Herlaufen der An
gestellten wach und begab sich nach unten, wo er von dem Vorfall erfuhr. Er alarmierte sofort die Polizei, die die Nachforschungen
fofort aufnahm.
Aft.
Es handelt sich offenbar auch bei diefer Tat um einen politischen
Vier Kilo Sprengstoff!
Zum Sprengstoffanjchlag auf das Haus des Regierungsvizepräsi denten Grimpe, der der Sozialdemokratischen Partei angehört, werden noch folgende Einzelheiten mitgeteilt: Die ganze Umgebung wurde nach den Tätern abgesucht. Ein Bolizeibeamter wollte in der Windallee Barnungsschüe gehört haben. Als er sich an Ort und Stelle begab, war jedoch nichts zu entdecken. Bei der aufgefundenen Höllenmaschine handelt es sich um das gleiche Fabrikat wie bei der= jenigen, die am 1. Auguft d. J. bei der Landkrankenkasse in Lüneburg aufgefunden wurde.
Die Höllenmaschine enthielt etwa vier kilogramm Sprengstoff und hätte, wenn sie zur Explosion gekommen wäre, sicher das ganze Haus in die Luft gesprengt, da sie in dem mehrere Meter fiefen Hauseingang niedergelegt worden war.
Die Bahnhöfe der Umgegend wurden noch in der Nacht nach allen Richtungen hin überwacht; von den Tätern fehlt noch jede Spur.
Das dritte Opfer des Großfeuers. Auch Feuerwehrmann Christel gestorben.
Das schwere Brandunglüd am Kurfürstendamm . hat in der vergangenen Nacht noch ein Todesopfer gefordert. Damit hat sich die Zahl der tödlich verunglückten Feuerwehrleute auf drei erhöht.
Es handelt sich um den 36jährigen Oberfeuerwehrmann Robert Christel, der seit April 1920 im Feuerwehrdienst steht. Christel befand sich unter dem Trupp, der bei dem der= hängnisvollen Deckeneinsturz unter brennenden Balken und Schuttmassen begraben wurde. Er fand im Wilmersdorfer Krankenhaus in der Achenbachstraße Aufnahme und man hoffte zunächst, daß er trotz der schweren Brandverlegungen mit dem Leben davontommen dürfte. Sein Zustand verschlimmerte fich gestern und nachts gegen 2 Uhr trat der Tod ein. Christel hinterläßt ebenso wie der tödlich verunglückte Brandmeister Pfeiffer Frau und zwei Kinder
im Alter von 9 und 15 Jahren.
Wie vom Oberbranddirektor Gempp mitgeteilt wird, ist das Befinden der übrigen schwerverletzten Feuerwehrbeamten Kindler, Raschdorf, Schiffmann, Toppel, Thinius und Kraaß durchweg günstig es besteht keine Lebensgefahr mehr.
Von der Beuerwehr und den zuständigen Behörden ist ein gemeinsames Begräbnis der tödlich verunglückten Feuerwehrleute in Erwägung gezogen worden. Man hat aus diesem Grunde mit den Angehörigen Fühlung genommen. Eine endgültige Entscheidung ist bisher noch nicht gefallen.
Friedensdokumente unterzeichnet.
Schlußßigung im Haag. - Auf nach Genf !
V. Sch. Haag, 30. Auguft.( Eigenbericht.) Heute vormittag wurden in einer Sigung der sechs einladenden Mächte, die als politische Kommission tonstituiert waren, die Dofumente unterzeichnet, die die Einigung über die politischen Fragen in bindender Form besiegeln. Es handelt sich um vier Haupt dokumente:
1. Ein Protokoll der sechs einladenden Mächte, in dem die politischen Ergebnisse der Konferenz zusammengefaßt niedergelegt werden.
2. Ein Protokoll der fünf Signatgrmächte des Rheinpattes von Locarno ( also die sechs einladenden Mächte ohne Japan ) über die Bergleichstommiffion.
3. Gleichlautende Briefe Englands, Frankreichs und Belgiens an Deutschland über die Räumung mit drei Anhängen, die die technijchen Einzelheiten der Räumung jowie eine Vereinbarung über Amnestie in den besetzten Gebieten enthalten.
mächte, die eine Bestätigung der empfangenen Dokumente enthält. 4. Die Antwort Deutschlands an die drei Besatzungs Diese Antwort wird in drei gleichlautenden Eremplaren überreicht. Kostenverfahrens nach dem 1. September verhandelt und die Doku In der Finanzkommission wurde über die letzten Einzelheiten des mente über die finanzielle Einigung fertiggestellt.
Die Unterzeichnung der Dokumente wurde mit einem goldenen Füllfederhalter vorgenommen. Der Unterzeichnungsaft wurde fine
Bertie, fedtag, 30. Raga 1959
Fauft über D
Erbarmliches Ende im Haag Bolle Kapitulation vor den Alliierten
Auch Finanseinigung
Bezahlte Räumung.
des Beales
Das imperialistische Reparationsdiftat von Haag
Salguns al Boxes ber beiden Berges- eve illor belatung- Deck& ctone ex fejettcont
Deutsche 3eitung":
Das ist das Ende im Haag: Briand forderte von Stresemann volle Unterwerfung. Stresemann hat sich voll und ganz unterworfen. Stresemann hätte auf einen Bruch feßen fönnen, und weifellos wäre es ihm dann gelungen, eine englisch - deutsche Berständigung zu erzielen, deren Spike gegen Frankreich gerichtet ge
mesen wäre.
Es muß jezt Schluß gemacht werden. Das deutsche Volk muß legt auf die Männer hören, die zur Gegenwehr und zum natio nalen Widerstand aufrufen.
Rote Fahne":
Diese imperialistische Einheitsfront richtet ihre Hauptspike gegen die Sowjetunion . Mit der Unterzeichnung des Haager Abkommens erklärt sich der deutsche Imperialismus bereit, fich bedingungslos dieser Kriegsfront gegen die Sowjetunion anzuschließen.
matographisch aufgenommen, ebenso die gegenseitige Ueberreichung der Schriftstücke. Dann tauschten die führenden Staatsmänner Händedrücke aus, was von den übrigen Anwesenden mit lebhaftem Händeklatschen aufgenommen wurde. Zum Schluß gab es noch einen heiteren Zwischenfall. Henderson hatte Jaspar den goldenen Füllfederhalter geschenkt, nahm aber zum allgemeinen Erstaunen Jaspar den ihm soeben geschenkten Füllfederhalter einfach weg und fügte hinzu: Die Herren müssen nicht glauben, daß er ein Dieb sei, er wolle lediglich den Füllfederhalter vorübergehend zurüdbehalten, um eine Gravierung vornehmen zu lassen". Go ging man in bester Laune auseinander.
Die Regelung der Räumungsfoften.
V. Sch. Haag, 30 August.( Eigenbericht.) daß von den Kosten, die auf 60 Millionen Mark geschätzt werden, jagungsfoften ab 1. September wurde in der Form angenommen, Der Vorschlag einer gemeinsamen Kasse zur Deckung der Be Deutschland 30 Millionen trägt; den Rest zahlen die Besatzungs1,8 Millionen, Sollten die Kosten höher sein als 60 Millionen, mächte ein, und zwar Frankreich 21, England 7,2 und Belgien 30 Millionen abgegolten ist. so geht das Deutschland nichts an, dessen Verpflichtung mit den
Auf diese Art find die Besatzungsmächte felbft daran interessiert, die Räumung möglichst schnell durchzuführen. Mit dieser Regelung ist ein verhältnismäßig geringer Teil jenes Ueberschusses von 300 Millionen Deutschland zugute gekommen, der dadurch entsteht, daß Deutschland seit dem 1. April dieses Jahres nach dem Dames- Plan gezahlt hat, nach dem Young- Plan aber weniger zahlen braucht. Wer darin eine deutsche Niederlage erblickt, möge sich bei Dr. Sch a cht beschweren, denn er ist es, der fich am Schluß der Pariser Konferenz mit einer so vagen For
Die Befreiung des Rheinlandes.
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Marburg
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Saarbrücken
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21629
Mannheim
Karlsruhe
1. Zone 3 99
Baden 2 Kehl###### Saargebie