1929
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Gioiosd deitate
D9.736 Jam
Der Abend
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B 263 46. Jahrgang
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Der Deruffa- Sumpf.
Millionenbetrügereien bei der russischen Handelsvertretung.
Zu den Korruptionsaffären, die mit der deutsch zussischen Filmgesellschaft Derussa" und der Sowjethandelsvertretung zusammenhängen, wird uns von informierter Seite noch geschrieben:
Der Vorwärts" hat heute früh furz liber den Verlauf der ersten Gläubigerversammlung der in Konturs geratenen deutsch russischen Film- Alliance A.-G.( Derussa) berichtet. Wie sich aus den Feſtſtellungen des Konkursverwalters ergibt, hat in diesem Unter:
nehmen eine geradezu tolle Mißwirtschaft geherrscht.
Die Russische Handelsvertretung verliert allein, an der Derussa rund zwei Millionen. Mart ,.
dazu kommen aber noch außerordentlich hohe Beträge, die über andere Abteilungen der Handelsvertretung gelaufen sind. Die staatsanwaltschaftliche Untersuchung, die jetzt eingeleitet worden ist. wird sich also nicht allein auf die Vorgänge bei der Deruffa be schränken fönnen, wenn volle Klarheit über die bei der Russischen Handelsvertretung vorgekommenen Betrügereien geschaffen werden
Die Mehrheit für Tardieu.
Bertrauensvotum mit 322 gegen 253 Stimmen.
Der französische Ministerpräsident betonte im Berlauf seiner Rede vor der Kammer, daß er mit Briand über den Kurs der Außenpolitit völlig einer Meinung sei. Auch die schwankenden parlamentarischen Mehrheiten könnten in dieser Hinsicht nichts ändern. Das Ministerium Briand sei in erster Linie gestürzt, weil die Kammer befürchtet habe, daß Frankreich sich zu einer Räumung der dritten Zone hinreißen lassen werde, ohne daß die vorgesehenen Bedingungen erfüllt seien. Die Truppenbewegungen, die im Rhein
soll. Allerdings ist es zweifelhaft, ob die Handelsvertretung und Deutschnationales Sflarefgeld.
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die forjétruffifche Regierung ein befonderes Intereffe daran haben, diese Klarhett herbeizuführen. Wahrscheinlich läßt man es bei der Untersuchung, die von einem besonderen Vertrauensmann Mostaus in der Handelsvertretung durchgeführt wird. Was die Deruffa anlangt, fo mar, wie wir schon früher mitgeteilt haben, der Hauptaftionär Herr Georg Sflarz, der seine Phoenix Filmgesellschaft mitbrachte. Die Deruffa follte den Vertrieb der staatlichen Filmproduktion Sowfina übernehmen, jie mußte aber nach den be stehenden Vorschriften zu gleicher Zeit auch deutsche Filme vertreiben. Vertrauensmann der Handelsvertretung wurde Herr 3öhrer, der Leiter der Photofino- Abteilung. Herr Zöhrer hatte versprochen, daß er sich mit dem nicht ganz fleinen Geijalt begnügen würde, das er in der Handelsvertretung bezog. Er ließ sich aber trotzdem von der Deruffa 2000 Mart Monatsgehalt zahlen, dazu kam noch ein Urlaubsgeld in Höhe von 3000 Mart und„ Spejen", die im Monat bis zu 2000 art betrugen. Wieviel seine sonstigen buchmäßig nicht festgelegten Einnahmen betrugen, das wird, wenn überhaupt möglich, mur durch den Konkurs verwalter und den Staatsanwalt zu ermitteln sein Dieser Zöhrer stammt aus Desterreich, nach dem Kriege trat er in die Rote Armee ein, er galt, als ein tüchtiger Revolutionär und seinen besonderen Verdiensten um Sowjetrußland hat er es zu danken, daß er den Poften in Berlin erhielt. Enge Freundschaft verknüpfte Herrn Zöhrer mit einem anderen Direktor der Derussa, Herrn Dr. Popp. einem Better von Stlarz. Dieser Popp hatte die gleichen Bezüge wie Zöhrer, dazu tamen aber außerordentlich hohe Reisespesen. So liquidierte er allein für eine kurze Fahrt nach London 3000 Mart. An anderen Reisespesen sind 3ehntausende von Mart ausgezahlt worden. Popp machte aber auch noch andere Geschäfte mit der Derussa. Wenn die Gesellschaft fein bares Geld hatte, dann wurden ihr von Borstandsmitgliedern, besonders von Herrn Popp, ,, Darlehen gegeben, wofür fie
außerordentlich hohe Zinsen zahlen mußte, die nicht nur fagewelje, sondern jogar stundenweise berechnet
wurden. Es besteht der dringende Verdacht, daß diese Darlehen gar nicht von den Borstandsmitgliedern gegeben, sondern aus der Kaffe der Derussa selbst entnommen worden sind. Dieses Geschäft in fich" hat der Derussa schweres Geld gekostet.
Der dritte im Bunde ist Herr Romin, gleichfalls ein verdienter Kommunist. Er wurde von der Handelsvertretung als ihr Bertrauensmann in den Aufsichtsrat der Derussa entsandt, und auch er hat nach dem Motto gehandelt: Bereichert euch! Es wurden Settgelage veranstaltet, die Bertrauensleute" waren eifrige Besucher der Rennpläge, wo natürlich hoch gespielt wurde, kurzum, es fehlte nichts, was zu den Bergnügungen der Bourgeoisie" gehört. Es fehlten auch nicht die neuen Autos, die auf Kosten der Derussa getauft wurden. Als Besonderheit mag noch erwähnt werden, daß die Derussa Herrn Georg Sflarz, der mit dem Geschäftsbetrieb nichts zu tun hatte, für seine persönlichen Zwede ein Auto zur Berfügung stellte!
Bie sind nun die Geschäfte gemacht worden? Daß der Borstand wertlose Filme angetauft hat, mag auch bei anderen Gesellschaften vorgekommen fein. Hier aber hat man schon Filme bezahlt, beren Produktion noch gar nicht begonnen hatte. In mehreren Fällen, in denen die Filme gar nicht abgeliefert worden sind, hat man die bereits gezahlten Gelder einfach gestrichen. Sie sind höchftwahrscheinlich in den Taschen der Vertrauensleute verschwunden. Andere Geschäfte wurden auf folgende Art gemacht: Ein Produzent bot einen Film, sagen wir zu 1000 Dollar, an. Der Ankauf wurde ( Fortfegung auf der 2. Seite.)
LAVERRENZ
nuk u dan luak Chandal, will Deutschnational
Deutschnationale Volkspartei
Unser Kampf ge
gen
die Sklarek. Korruption für Reinigung
Gegen
SKLAREK
und
KORRUPTION KAMPFT
UFA
PALA
DIE
DEUTSCHILATIONALE VOLKSPARTEI
DIE FRAU M MON
„ Schöne Wahlpropaganda. Aber, Herr Laverenz, die Koften, die Kosten...!"
Reine Gorge! Ein paar Tausender haben wir Deutsch nationalen noch aus der Gtlaretipende übrig."
lande vorgenommen würden, hätten den Eindruck einer Räunung der dritten Zone erweden tönnen. In Wirklichkeit sei der Befehl für die Räumung der dritten 3one nie gegeben worden. Jede Interpretation, die in diesem Sinne gegeben worden wäre, sei falsch. Der Endtermin der Räumung werde beginnen, nachdem der Doung- Plan. ratifiziert und in Gang gefeßt worden sei. Was den Endtermin vom 30. Juni für die Räumung betreffe, so sei zu fagen, daß, als die Haager Vereinbarungen paraphiert worden seien, niemand den Tod Stresemanns und die französische Ministerkrise Es sei aber selbstverständlich, daß in der vorausgesehen habe. gegenwärtigen Situation, da feinerlei Ratifizierung bisher erzielt worden sei, die Frist noch nicht zu laufen begonnen habe. Man habe Frankreich vorgeworfen, es müße feinen Sieg zu bescheiden aus. Dies sei insofern richtig, als niemals seit dem Siege, unter feiner Regierung, nicht einmal unter Clemenceau , Frankreich das Spiel von 1871 gespielt habe.( Ruhrgebiet ! Red d.„ B.) Frankreich habe es vorgezogen, eine Politit der Wieder perföhnung und des Friedens zu treiben.
Tardieu schloß seine Rede mit innerpolitischen Betrachtungen und mit einer Barnung an die Linke und an die Rechte, das Minifterium zu stürzen. Wenn die Linke es stürze, so stürze sie gleichzeitig die Außenpolitif Briands, und wenn die Rechte gegen Briand ftimme, fo stimme fie gleichzeitig gegen das Rabinett
Achtzig Stimmen Mehrheit.
Die Kammer, die bis heute morgen um 5 Uhr tagte, sprach dem Kabinett Tardien mit 332 gegen 253 Stimmen das Bertrauen aus, Die Kammer vertagie sich dann auf Dienstag. Im Berlauf der Sihung nahm unter anderem auch Tardieu noch einmal das Wort.
Um 4 Uhr 30 früh stimmte die Kammer über die von dem Abgeordneten Thomson( radikale Linke) eingebrachte Tagesordnung ab, die der Regierung unter Ablehnung jedes weiteren Zusages das Bertrauen ausspricht. Die Abstimmung ergab 332 Stimmen für und 253 Stimmen gegen die Tagesordnung Thomsons, also einen Sieg der Regierung mit 79 Stimmen.
Der sozialistische Abgeordnete hry schlug zu dieser Tagesordnung einen Zusatz vor, der die Caienpolitit ausdrüdlich festlegen foll. Minifterpräsident Tardieu lehnte dies ab und stellte gegen den Zusatz die Vertrauensfrage. Der Zufah wurde darauf mit 327 gegen 256 Stimmen abgelehnt.
5jähriges Mädchen mit durchschnittener Keble aufgefunden, Düsseldorf , 9. november. Die feit Donnerstag vermißte fünfjährige Gertrud Albermann ist heute morgen in der Lenaustraße mit durchschnittener Kehle tot aufgefunden worden.
Reichskabinett und Monopol.
Die Streichholzvorlage verabschiedet.
Das Reichskabinett verabschiedete in feiner heutigen unter dem Borfit des Reichskanzlers abgehaltenen Sigung den Entwurf des Zündwarenmonopolgesetzes, mit welchem die Aufnahme einer Anleihe von 125 Millionen Dollar verbunden ist. Der Ent ourf geht nunmehr an den Reichswirtschaftsrat zur Begutachtung.
Ein neuer Bant Zusammenbruch. Das Finanzinstitut des Reichsbundes der höheren Beamten. Die zusammengebrochene Bant für deutsche Beamte hat nun auch ein anderes Beamtenbankunternehmen mit ins Berderben gezogen. Das selbständige Finanzinstitut des Reichsbundes der höheren Beamten, die Reichsbundbank A.-G., die mit einem Aftientapital von 620 000 mart arbeitet und 11 millionen Mart Einlagen hatte, hat ihre Zahlungen eingestellt. Der Zusammenbruch dieser Beamtenbank, die einen recht regen Geschäftsverkehr aufwies, ist nicht nur durch die allgemeine Beunruhi gung der Beamtenschaft infolge der letzten Vorgänge innerhalb der Beamtenwirtschaft infolge der letzten Borgänge innerhalb der Beamtenwirtschaft verursacht worden, sondern es sind dafür auch noch andere, und zwar politische Gründe maßgebend. Der Reichsbund der höheren Beamten, aus dessen Mitgliedern hauptsächlich die Kunden der Reichsbundbank bestehen, hatte nämlich fast als einsige Beamtenorganisation teine Stellung zu der Frage Aus diesem Grunde des Volksbegehrens genommen. wandten sich- wandten sich wie die BS.- Korrespondenz wissen willzahlreiche Mitglieder von dieser Organisation ab und erklärten ihren Austritt, wobei sie gleichzeitig auch die Konten bei der Reichsbundbank fündigten. Der allgemeine Run, der infolge des Zusammenbruchs der Bank für Deutsche Beamte auch bei den übrigen Beamtenfinanzinstituten einfegte, da die Einleger in großer Sorge um ihre Ersparnisse waren, verschlimmerte dann die augenblickliche Illiquidität, so daß schließlich, als auch von anderer Seite keine Mittel zur Verfügung gestellt wurden, die Eröffnung eines gerichtlichen Bergleichsverfahrens beantragt werden mußte.
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Die Reichbundbank hatte über das ganze Reich hin Geschäftsverbindungen; allerdings unterhielt fie fein eigenes Filialnet, fondern stand mit namhaften und äußerst zuverlässigen Banten, fo mit der Bayerischen Landesbank und anderen staatlichen und provinziellen Finanzinstituten in Geschäftsverkehr. Auch zahlreiche Gehälter wurden von den Behörden für die Beamten an die Bank und ihre Abschlußinstitute überwiesen. Die Bant steht unter der Leitung des Präsidenten Bauli, eines ehemaligen höheren Beamten der Provinzialverwaltung, und eines banttechnisch vorgebildeten Direktors Haase- Mühlner.