Morgenausgabe
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46. Jahrgang
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Vorwärts
Berliner Boltsblatt
196
Sonntag
17 November 1929
Groß- Berlin 15 Pf. Auswärts 20 Pf.
Die t
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Auf zur Wahl!
Heute wird für vier Jahre über die Richtung der fünftigen Verwaltungsarbeit in Berlin entschieden. In den vergangenen vier Jahren ist ein gewaltiges Stück Aufbauarbeit geleistet worden, wesentliche Fortschritte auf allen Gebieten fonnten im Interesse der Bevölkerung verwirklicht werden. Trotzdem ist in diesem Wahl fampf ein haßerfüllter Kampf gegen die Verwaltung geführt worden, die der Bevöferung von Berlin wertvolle Dienste geleistet hat. Das gewaltige Ausmaß an positiver Leistung ist hinter einem noch gewaltigeren Ausmaß von Lüge, Verleumdung, Beschimpfung und Haß trübe 1 Diese verschwunden. ganze Schlammflut wälzt sich gegen die Sozialdemokratie.
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Die
Bahrheit Wiederauslieferung dieser großen Versorgungs-| Berliner Stadtverwaltung beteiligt sind, haben sich nicht gebetriebe an die Privatwirtschaft, heißt Raubbau, heißt aus beutende Tarifpolitik zugunsten des Großbesizes! Es hat teine Parfei gewagt, mit dieser ehrlich eingestandenen Forderung vor die Wähler zu treten. Was private Tarifpolitit, was der Segen der
scheut, das eigene Nest in der widerwärtigsten Weise zu beschmugen und die eigene Sache, den eige nen Anteil an dieser Berwaltung im Schlamm der Ver leumdung zu erstiden.
WAHLT LISTE
Die Berliner Stadtverwaltung war in den nun abgelaufenen vier Jahren nicht sozialdemokratisch. Die Mehrzahl der maßgebenden Berwaltungsämter war in der Hand der bürgerlichen Parteien. Aber eben die Parteien, die so start an der Stadtver waltung beteiligt waren, wollten im Wahlkampf nichts davon wissen. Betonung der positiven Leistung wurde der Sozialdemokratie überlassen, die sich stolz zu ihrer Verantwortlichfeit befennt die Leistung dieser vier Jahre spricht besser für sie, als tönende Morte. Die bürgerlichen Parteien haben es vorgezogen, eine Einheitsfront der Bes schmuzung der Stadtverwaltung zu bilden, um in dieser Einheitsfront geschlossen die Sozialdemokratie zu befämpfen. Flucht vor der eigenen Ber- di antwortung und der eigenen Leistung in die niedrigste und schmutzigste Demagogie das fennzeichnet die Haltung der bürgerlichen Parteien in diesem Kommunalkampf.
Warum diese Flucht vom Positiven in den Schmutz?
Das Bürgertum ist unzufrieden mit der Tatsache, daß der Einfluß der Sozialdemokratie, und damit der Einfluß der Arbeiterschaft in der Berwaltung des Reichs, der Länder und der Gemeinden langsam, aber stetig wächst. Es erschrickt vor der Richtung auf das Soziale, es entfeszt sich davor, daß der Einfluß der Sozialdemokratie zu positiven Leistungen führt. Einst hieß das Schlags wort des Bürgertums: Wiederaufbau -nun, da der Wiederaufbau im öffentlichen Leben im sozialen Geiste im Gang
SCHULE
KRANKENHAUS
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Ein Wahnsinnsanfall, in dem ein Höchstmaß von schmutziger Gesinnung und üblen Instinkten zum Ausdrud gekommen ist- das war der Berliner Kommunalwahl= tampf, eifrig geschürt von jenen, denen es nur auf Berseßung, nur auf Hemmung positiv aufbauender Arbeit an tommt.
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Die Sozialdemokratie hat ihr bestes getan, um in dieser Schlammflut das Positive an Leistung und den tommunalpolitischen Sinn der Wahl hochzuhalten. Sie hat von fommunaler Finanzpolitit, von den Problemen ber Maffenversorgung, von der Not und den Bedürfnissen der Bevölkerung gerebet, während die anderen von einer perleumderischen Sensation in die andere verfielen. Sie hat von Wohnungsbau, von Elektrizitätsversorgung, von Krantenhäusern und Grünflächen und Berkehr geredet- während die anderen die geistigen Kosten des Wahlkampfes I mit dem Belz des Oberbürgermeisters und dem Stlaret- Geschrei bestritten. Korruption hieß das Feldgeschrei aber sie meinten des Bürgertums die großen Versorgungsbetriebe. Sauberfeit der Verwaltung aber sie wollten die Auslieferung der öffentlichen Werke an die Privatwirtschaft zur Ausplünderung der städtischen Bevölkerung. Um so egoistischer das Ziel, um so lauter das Standalgeschrei.
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Hier die Sozialdemokratie und die dort die pofitiv aufbauende Arbeit gegen fie anbrandende Flut der Verlogenheit und des Wühlens im Schmutz. Man tann mit der Standalheze vielleicht eine Massenpsychose erzeugen und die Köpfe verwirren eine aufbauende Verwaltung im Dienste des Fortschrittsaber tann man niemals damit schaffen!
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Die Sozialdemokratie geht unbeirrt vom Haß, unerreicht von der verlogenen Hezze über die ,, rote Korruption" ihren Weg. Sie weiß, daß ihrem Wirken die Zukunft gehört, und sie ruft heute allen Bürgern Berlins zu: Kommt zu uns, arbeitet mit uns zum Wohle der Stadt und ihrer Bürger, schiebt die Verreinigt mit uns Berlin von dem Sumpf
der politischen Berleumdung!
ist, heißt die Parole: Abbau. Auf allen Gebieten. Abbau| Privatwirtschaft in den Versorgungsgbetrieben bedeutet, das| leumber beiseite der Steuern, die den Besitz belasten. Abbau der Sozial politit. Abbau der öffentlichen Leistungen der Gemeinden. Und vor allen Dingen natürlich Abbau der Sozialdemokratie - denn die Sozialdemokratie steht diesen allgemeinen Abbauabsichten hemmend im Wege.
Das Ziel des Bürgertums: die Hemmung der Entwidlung in der Richtung zum Sozialen, der Abbau der er reichten Fortschritte, die Ersegung des sozialen Kurses durch den reaktionären Kurs.
Aber die Propaganda? Das Bürgertum ist nie
des schlechten Gewissens, daß das Bürgertum seine wahren Biele nicht ideologisch verbrämt zu verteidigen wagt. Die fehlende Idee wurde ersetzt durch den Standal, den letzten Ausweg derer, denen sonst nichts einfallen will. Aus der grundsäglichen Auseinandersegung um die Richtung der Gemeindepolitit wurde ein Standalmahlkampf.
Der Kampf um die Kommunalwahlen begann mit dem Feldgeschrei der großen Industrie: 3urüddrängung fo ideenarm gewesen wie heute. Es ist zudem ein Zeichen der öffentlichen Hand. Es sollte ein grundsätzlicher Kampf der Privatwirtschaft gegen die Ansätze des Gemeindefozialismus werden. Von dieser grundsäglichen Auseinander fegung war feine werbende Wirkung für die bürgerlichen Parteien zu erwarten. Die öffentlichen Betriebe auf dem eigentlichen Gebiete der Privatwirtschaft sind auch in der Riesenstadt Berlin geringfügig. Die Privatwirtschaft hat auf fie nicht entscheidenden Wert gelegt, wohl aber auf die großen Versorgungsbetriebe: Gas, Elektrizität, Verkehr. Hier find Riesenbetriebe mit ständig wachsendem Abnehmerkreis und gesicherter Rentabilität.
Kommunalwahlkampf war das ich mußigste, mas mir bisher auf diesem Gebiete erlebt haben. Gemeinsam mit den Kommunisten haben die bürger lichen Barteien von links bis rechts die Berliner Stadtver
Für die Sozialdemokratie sprechen ihre Taten, ihre Arbeit für den sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt. Der Ansturm des Bürgertums in diesem beispiellos schmutzigen Wahlkampf zeigt, daß unsere Arbeit wirkungsvoll war.
Die Gemeinden find zu Brennpunkten der großen fozialen Auseinandersehung geworden. In den Gemeinden vollzieht sich der Kampf zwischen dem Gruppenegoismus der Privatwirtschaft und der dem Gemeinwohl dienenden Arbeit der Sozialdemokratie. Heute finden im größten Teile Deutschlands Kommunalwahlen statt. Ueberall geht es um die gleichen Probleme, überall gilt es, freie Bahn zu schaffen für die sozialdemokratische Arbeit in den Gemeinden!
Diese Wahl ist praktisch von der gleichen Bedeutung wie eine allgemeine Barlamentswahl, sie wird bestimmend sein für die nächsten vier Jahre fommunaler Arbeit!
waltung als einen einzigen Korruptionsherb, als eine riesige Wählt sozialdemokratisch!
Burüddrängung der öffentlichen Hand das heißt in Eiterbeule hingestellt. Barteien, die selbst sehr starf an der