Der Abend
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Nr. 227
B 113 47. Jahrgang
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.Die Fjorde im Umanafgebiet find noch mit Eis bededi. Der ,, Gustav Holm" liegt veranfert an der Eistante 35 Kilometer westlich vom Kamarujufgletscher. Wir haben in vier Tagen 120 000 kilo. gramm Gepäd ausgeladen und 10 Kilometer weit über das Eis nach Notufigfat gebracht. Auf 400 Hundeschlittenfahrten wurde ein Gesamtweg von 8000 Kilometer zurüdgelegt. Es war sehr schwierig. die riesigen Motorschliffen ohne Motore durch die Hunde über das bereits aufbrechende Eis des Fjords schleppen zu laffen. Wir überfiedeln heute nach Uvfufigiat, wo wir unser Lager aufschlagen werden. Wir rechnen mit einer Wartezeit von 14 Tagen, bis freie Schiffahrt möglich sein wird und wir das ganze Gepäd von Uvfujigfat weiter nach dem& amarujutgletscher transportieren fönnen.
Prof. Wegener.
Uvfufigfat ift eine ganz fleine Siedlung, welche an der westlichen Spike der Halbinsel liegt, die im Süden der Bucht des Kamarujufgletfchers vorgelagert ist.
Der Samarujufgletscher ist der Beftimmungsort der Expedition. Ueber diesen Gletscher wird sie auf das Inlandeis auffteigen.
Bon der Gruppe Dr. Löwe, die sich am 3. mai von der Hauptexpedition trennte und von der Diskobucht aus über Land, d. h. über das Inlandeis, in das Gebiet des Kamarujukgletschers vordringen wollte, fönnen noch teine Nachrichten vorliegen. Wenn alles programmäßig verläuft, müßte die Gruppe Dr. Löwe in den nächsten Tagen wieder mit der Hauptexpedition zusammentreffen.
Wie die dänische Telegraphenverwaltung mitteilt, liegt das späte Eintreffen der Radiotelegramme der Expedition an atmosphärischen Störungen. In den nordischen Gebieten haben alle Radiosendungen start unter diefen Störungen zu leiden.
Bombenflugzeug stürzt in Pacifit.
Elf amerikanische Militärflieger gerettet.
New York , 16. Mai. Minenfucher und andere Dampfer haben elf Militärflieger gerettet, die bei hohem Seegang in den von Haifischen wimmelnden Gewässern zwischen den Inseln Hawai und Maui niedergegangen waren.
Während ein Geschwader von 18 Flugzeugen zwischen den beiden Inseln kreuzte, mußte ein Marinebombenflugzeug aufs Waffer niedergehen, wobei zwei Mann der Befahung erfranfen. Ein Wafferflugzeug fam zu Hilfe, aber der hohe Seegang verhinderte es wieder aufzufteigen. Zwei weitere Flugzeuge, die ebenfalls aufs Waffer niedergegangen waren, gerieten in die gleiche Lage. Eines der Flugzeuge war über 60 kilometer weit abgetrieben worden, bevor die Bejahung gerettet werden konnte.
Bergarbeiter gegen Rüftungen. 24- stündiger internationaler Proteststreit. Warschau , 16. Mai.
Der in Krakau tagende internationale tagende internationale Berg arbeiterfongres hat eine Entschließung gegen die weitere Aufrüftung der Staaten gefaßt. Um die ganze Welt von der Notwendigkeit diefes Proteftes zu überzeugen, hält es der Kongreß für notwendig, einen 24stündigen Demonstrations. Streit der Bergarbeiter aller Länder zu veranstalten. Der Ausschuß des Kongreffes ist beauftragt worden, einen geeigneten Tag für diesen Streit auszuwählen.
Aegyptens Heimsuchung.
Bur Heufchreckenplage auch Beulenpeft.- Bisher 35 Tote.
Kairo , 16. Mal. Zu der Heuschredenplage in Aegypten , die in verschiedenen Teilen des Landes immer noch großen Umfang hat, hat sich nunmehr die Gefahr eines Ausbruchs der Beulenpest gefellt.
In einem Dorfe in der Nähe der Gizeh- pyramiden follen bereits 35 personen der Seuche zum Opfer gefallen fein. Die Regierung wird alle erdenklichen Maßnahmen treffen, um eine Ausbreitung der Peft zu verhüten. Etwa 3000 personen follen geimpft werden, während die bereits von der Seuche befallenen Einwohner isoliert werden follen.
nötig erscheinen laffen, rund 500 Quadratmeter des Grundstücs Bellevueftraße 1 Ede Botsdamer Platz dafür in Anspruch zu neh
men.
Der Untersuchungsausschuß des Landtags zur Prüfung der| Blaz- Stettiner Bahnhof. Die Festsetzung der Fluchtlinie hat es Mißwirtschaft in der Berliner Stadtverwaltung vernahm heute vormittag über den Grundstückstauf Bellevueftraße 1 den Kaufmann Ludolf Bicter. Der Zeuge ist ein alter Herr und schwerhörig und gibt auf alle Fragen nur mit leiser Stimme Antwort. Er war als Angestellter der Banffirma Schlesinger, Trier u. Co. gleichzeitig mit direktor der Kanada- Landgesellschaft, einer Firma, die von dem hinter Schlesinger, Trier u. Co. stehenden Banttorfortium zum
Frick lehrt beten.
Mehr
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strafst des Landes Verrat.
Ich wertss, daß Vater Hands verrat unger Volk verrichtet
Der Teufel lacht dazu!
Zwecke der Erwerbung des Grundstücks Bellevuestraße 1 für das französische Warenhaus Lafayette erworben wurde. Von den eigentlichen Verkaufsverhandlungen weiß er als Mitdirektor der Kanada - Landgesellschaft absolut nichts. Der Erwerb des Grundstücks sei das einzige Geschäft gewesen, das gemacht wurde. Er will lediglich als Angestellter von Schlesinger u. Co. eines Tages in das Zimmer gerufen worden sein, in dem die Vertreter der Bertragsparteien anwesend waren, um im Auftrage feiner Chefs als Mitdirektor der Kanada - Bandgesellschaft die Unterschrift unter den Verkaufsvertrag zu setzen. Es handelte sich um ein Objekt von 4 950 000 Mart.
3u welchem 3wed bas Grundstüd erworben wurde, will der Zeuge nicht wiffen. Er tann auch teine Auskunft darüber geben, daß später im Auftrage der Kanada - Bandgefellschaft eine leber weifung von 300 000 m. an eine holländische Bant erfolgt ist. Er beruft sich immer wieder darauf, daß er ein fleiner Angestellter ift, ber nur 550 m. Monatsgehalt bezieht und daß offenbar alle
Da durch die Begnahme dieses Grundstücksteils durch die Stadt das Grundstüd selbst für den Bau eines neuen Warenhauses nicht ausreichte, sollte das Nachbargrundstück Bellevuestraße 2, das als Stiftungsgrundstüd Eigentum der Stadt war, von der KanadaLandgesellschaft resp. von dem dahinter stehenden Bankkonfortium mit erworben werden.
Hierauf werden die beiden Inhaber der Mallerfirma Wiener und Co., Neumann und Schmidt, vernommen. Diese Firma war als Bermittler an den Grundstücken Bellevueftr. 1 und 2 tätig. Beide Zeugen berufen sich darauf, daß alle Verhandlungen in dieser Sache von ihrem inzwischen verstorbenen Sozius Wiener geführt find und daß fie darüber aus eigener Wahrnehmung nichts wissen. Die Firma hat von der Kanada- Landgesellschaft eine Provision von 50 000 m. bekommen, davon aber 10 000 M. an den Architekten Mendelssohn weitergegeben und 20 000 M. an die Schwanenwerder. Attiengesellschaft. Aus welchen Gründen diese Summen abgezweigt wurden, und wer dazu den Auftrag gegeben hat, wissen diese Zeugen nicht zu sagen.
Handelsgerichtsrat Haac befundet als Vertreter des Waren hauses Wertheim , daß er im Frühjahr 1927 von den Verkaufsverhandlungen über das Grundstüd Bellevueftr. 1 gehört hat. Seine Firma hätte natürlich ein Intereffe daran gehabt, daß in so unmittelbarer Nähe des Stammhauses Leipziger Straße fein Konturrenzunternehmen ersteht.
Da der Bau eines solchen Kaufhaufes ohne gleichzeitigen Erwerb des Grundstüdes Bellevueftr. 2 unmöglich war, habe man für diefes Grundstüd der Stadt Berlin 1,4 millionen Mark geboten. Da dieser Preis dem Magiffrat zu niedrig war, ist man auf 1,5 millionen hinaufgegangen.
Nachdem Wertheim dann erfahren hat, daß die Kanada - Lands gesellschaft inzwischen 1,6 Mill. Mart geboten hatte, überbot Bertheim diese Summe um 20 000 Mart. Hierauf ist der Vermittler Sachs bei Wertheim erschienen und habe im Auftrage des hinter der Kanada - Landgesellschaft stehenden Banktonsortiums angefragt, ob feine Möglichkeit der Einigung mit Wertheim bestünde. Seine Hintermänner hätten bereits der Stadt 1,9 mill. Mark angeboten, aber es fei tein Zustand, daß Kaufleute gegenseitig die Preise in die Höhe treiben. Wertheim hat eine Einigung abgelehnt, weil es nur möglich gewefen fei, zu einer Einigung zu tommen, wenn man Bertheim einen gewissen Einfluß auf die Verwertung des Edgrundstückes Bellevuestraße 1 zugesichert hätte. Wertheim hat dann als endgültiges Raufangebot die Summe von 2 Mill. Marf genannt. Darauf ist dann vom Magistrat der Bescheid gekommen, daß das Grundstück Bellevueftraße 2 nicht zu verkaufen ist, da es inzwischen dem Grunderwerbsstod der Stadt zugeführt worden ist.
Oberbürgermeifter Dr. Böß hat aber ausdrücklich und schriftlich der Firma Wertheim die Zuficherung gegeben, daß für den Fall eines Verlaufes fie unbedingt mit herangezogen werden folle. Troßdem ist es dann später zu den Verkaufsverhandlungen mit dem hinter der Kanada - Gesellschaft stehenden Banktonsortium ohne Hinzuziehung von Wertheim gekommen. Ein Brief, den Wertheim deshalb beschwerdeführend unter Berufung auf die schriftlich gegebene Zusicherung an den Oberbürgermeiffer richtete, ift unbeant. wortet geblieben. Um die Pläne zur Errichtung eines unter fron zösischem Namen segelnden Raufhauses zu durchtreuzen, hat dann päter Wertheim bas Grundstid Bellevueftraße 3, das fogenannte Künstlerhaus", vom Verein Berliner Künstler für 3,1 Millionen Mart getauft.
Nach dieser Bernehmung tritt der Ausschuß in die Mittags pause ein.
Transattionen der Kanada - Landgesellschaft von seinen Chefs, den Inhabern der Banffirma Schlesinger, geführt wurden. Für die Unterschrift, die er unter den Berkaufsvertrag fekte, will er nichts bekommen haben. Der aus dem Zeugen nichts weiter heraus Busch auf Verhandlungsfähigkeit untersucht zuholen ist, wird er schließlich entlaffen.
Der nächste
Zeuge Zangemeister,
jetzt Direktor der Berliner Verkehr-.- G. und vordem Stadtbaurat, äußert sich über die beabsichtigte Verkehrsregulierung am Bots damer Platz durch den projektierten Untergrundbahnban Potsdamer
Wie verlautet, hat die Staatsanwaltschaft heute vor. mittag den ehemaligen Stadtrat Busch durch Universitätsprofessor Dr. Raspar untersuchen lassen, um den Gesundheitszustand Buschs und den Grad seiner Verhandlungsfähigkeit feststellen zu laffen. Ueber den Ausfall dieser Untersuchung ist bisher nichts betannt geworden,