Der Abend
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B 301 47. Jahrgang
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Paris , 27. Dezember.( Eigenbericht.) Angesichts der Tatsache, daß die Zahl der ArbeitsTosen in Frankreich die Ziffer von 10 000 erreicht hat, ist die Regierung Steeg, wie sie amtlich mitteilt, am Freitagabend zu einer mehrstündigen Sikung zusammengetreten, um das Milliardenprojekt Tardieus zur Ankurbelung der Wirtschaft den neuen Verhältnissen enzupassen. Das Projekt soll jo umgestaltet werden, daß feine Durchführung sofort produktive Ergebnisse bringe. ohne dabei alle verfügbaren Reserven des Schatamtes aufzuzehren. Als erste Maßnahme wurde am Freitag eine Verordnung veröffentlicht, durch die die für die Elektrifizierung des flachen Landes bereit gestellten Kredite von 250 auf 350 Millionen Franken erhöht werden.
Keine Zensuren für Betragen"
Aber engere Fühlungnahme mit den Eltern
schädigen.
Biele Schulen haffen längst diese Zeugnisse abgeschafft, und man gab den Eltern eine eingehende Darstellung über die Entwidlung ihres Kindes,
Der preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Bolts- I liche Innenleben des Schülers ein richtiges Bild geben und wurde bildung hat in diefen Tagen an die Provinzial- Schulfollegien einen pft Anlaß zu später auftretenden Enttäuschungen. Die neue Art Erlaß herausgegeben, nach dem fünftig die Präditate über der Charakterisierung vermeidet auch die schriftliche FestBetragen und Aufmerksamkeit auch in den regelmäßigen legung, um den Schüler nicht in seinem späteren Schulleben zu Schulzeugniffen in Fortfall tommen follen. Diese Noten waren bisher nur in den Zensuren über die bestandenen Schluß- und Reifeprüfungen beseitigt. In der Verordnung wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß der Ernst der Erziehung und die Strenge der Forderung, die sich in den Prädikaten aussprachen, damit nicht beseitigt, sondern umgefehri gesteigert werden, zugleich aber den Ergebnissen der Jugendkunde beffer angepakt werden sollen. Der Erlaß fordert, daß der Lehrer im Falle von Entgleisungen unmittelbar auf den Schüler einwirken soll. Auch engere Fühlung.
Zensuren, die sich über ein Bierfel- oder halbes Jahr erstreden, das Berhalten des Schülers im Augenblick der Kenntnisnahme durch die Eltern unberüdsichtigt laffen. Eine lange vergessene fleine Unge3ogenheit wird dann nach Monaten zu einer peinlichen Rüge, die das ursprüngliche fleine Delift kaum mehr in Betracht zicht.
Der parlamentarische Untersuchungsausschuß für die Duftric- nahme mit dem Elterhause sei zu erstreben, weil alle Angelegenheit erhielt einen Brief von Briand , in dem dieser mit teilt, daß er am Tage der Unterzeichnung der Einführungserlaubnis für die italienischen Wertpapiere mehrere telephonische An rufe erhalten habe, die seiner Auffassung nach vom Finanzmini fterium tamen. In diesen Anrufen habe man ihn darum, gebeten, die Uebersendung des günstigen Berichts zu beschleunigen, damit die Angelegenheit endlich zum Abschluß gebracht werden lönne. Eigentümlicherweise war aber am Tage vorher der ungünstige Bericht des damaligen französischen Handelstattachés an der franzö: fischen Botschaft in Rom im Außenminifterium eingetroffen. Diefer Bericht wurde jedoch aus bisher unbekannten Gründen nicht an das Finanzministerium meitergeleitet. Der Ausschuß hat nunmehr beschlossen, zur Aufflärung dieses Rätsels Briand zu vernehmen.
Reinigungsaftion in der Sowjetbotschaft.
Paris , 27. Dezember.( Eigenbericht.) Die russische Enrigrantenzeitung Letzte Nachrichten" weiß zu melden, daß unter dem diplomatischen Bersonal der Pariser Sowjetbotschaft eine neue Reinigungsaftion bevorsteht. Der Rechtsberater der Handelsdelegation sei seines Amtes fristlos ent= hoben und nach Moskau zurückberufen worden, weil er Be stechungsgelder angenommen habe. Etwa 60 andere Beamte der Handelsabteilung sollen ebenfalls zurückberufen werden.
Mit diesem Erlaß ist endlich die unhaltbare Qualifizierung der Kinder, die nur noch als Ausdruck der alten Lernschule gewertet werden konnte, beseitigt worden und der Weg ist frei geworden für eine wirkliche Beurteilung des Schülers. Erst durch die Arbeit der neuen Schule kommt der Lehrer dem Schüler innerlich näher und ist daher auch in der Lage, ihn verstehen zu lernen, insonderheit durch seine Stellung innerhalb der Klaffengemeinschaft, seine Entwicklung und sein Berhalten im Arbeitsunterricht, in der Gruppenarbeit, im Spiel, auf Schülerwanderungen oder beim Aufenthalt im Landschulheim. So nur lernt er ihn eingehend fennen und nur dadurch wird er befähigt, sowohl ihm wie auch den Eltern zu sagen, nach welcher Richtung hin sich der Schüler entwickelt und wie man mit ihm arbeiten fann an seiner weiteren Bildung.
Dieser neue Weg der Erziehung legt dem Lehrer natürlich erhöhte Pflichten auf und der Erlaß sagt darum mit Recht:„ Der Ernst der Erziehung und die Strenge der Forderung, die sich in diesen Urteilen aussprechen, sollen damit nicht beseitigt werden, sondern in einer Weise gesteigert werden, die den Ergebnissen der Jugendkunde besser Rechnung trägt. Weder die Eltern, noch der
Protest gegen Fridericus- Film. Schüler fallen erſt durch das Zeugnis erfahren, daß fish in der Ent
Kaffel, 27. Dezember.
Bei der gestrigen Aufführung des nationalistischen Fridericus Films„ Das Flötenkonzert von Sanssouci" im Kaffeler Ufa- Theater fam es zu fpontanen mißfallensäußerungen des Bublifums. Die Aufführung mußte unterbrochen werden.
Marineleitung verurteilt.
Die angeblichen kommunistischen Umtriebe vor Gericht. Kiel , 27. Dezember.( Eigenbericht.) Das Oberlandesgericht Kiel verurteilte die Marineleitung, an den Obermaat Beder, der vor Monaten mit mehreren anderen Marineangehörigen wegen ,, fommunistischer Umtriebe" fristlos entlessen worden war, zur sofortigen 3ahlung von 3950 Mart nebst 8 Broz. 3infen für die Zeit ab 1. Oktober 1929 und zu weiteren Teilbeträgen, die insgesamt eine Summe von 17700 Mar? ergeben. Boraussetzung zu der Zahlung ist, daß Becker beSchmört, daß er meder mit Kommunisten verkehrt noch ihnen irgendwelche Geschenke gemacht hat. Obermaat Becker erflärte sich zu Biefem Eide bereit.
Mit diesem Urteil ist die Marineleitung nunmehr bereits im pierten Falle ins Unrecht gesetzt worden. Insgesamt hat sie feinerzeit fünf Marineangehörige, die alle seit langem in ihrem Dienst ftanden, megen fommunistischer Umtriebe" entlassen.
wicklung des Schülers Hemmungen, Störungen oder Gefahren ge= zeigt haben. Die Beratung des Schülers und die Mitteilung an die Eltern müssen sofort geschehen, und zwar nicht in einer fahlen Formel, fondern in einer eingehenden Darlegung des Beobachters." Die alte Klaffifizierung durch Noten fonnte nie über das wirk
Der Weihnachtsengel
auf
Frden
Friede
عمرو
erlift in diesem Jahr ein bedauerliches Mißgeschick
um ihnen zu zeigen, wo Lücken vorhanden, waren und wo Gefahren sich auftun konnten. Von der Schule wird weiter verlangt, daß die Klaffenlehrer in mindestens zwei Konferenzen im Jahre, die
Unglück beim Wintersport.
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Ein Schüler getötet, zwei schwer verletzt. Krummhübel , 27. Dezember. Bei dem Eröffnungsbobrennen am Freitag ereignete sich ein schweres Unglück. Der mit Schülern der Hirschberger Oberrealschule besetzte Bob Schneekoppe" wurde in einer Kurve infolge Versagens der Steuerung aus der Bahn geschleudert und zerschellte an einem Baum. Ein 18jähriger Schüler wurde sofort getötet, ein anderer erlitt einen komplizierten Beinbruch, ein dritter Schüler fam mit leichteren Quetschungen davon.
von den Zenfurtonferenzen verschieden sind, sich über alle Eigenarten der häuslichen Verhältnisse der Schüler wie auch über ihr Berhalten in der Schule und Klassengemeinschaft und über ihre Arbeitsweise aussprechen sollen. Der Minister denkt nicht an die Aufstellung besonderer Beobachtungsbogen, sondern hält freie Charakteristiken für zweckmäßiger.
Der Erlaß entspringt dem Gedanken der Fortführung einer ernsthaften Schulreform, die das Kind als Kind und werdenden Menschen wertet, die den Lehrer verpflichtet, durch seine Arbeit in ein engeres Verhältnis zum Schüler und zu den Eltern zu kommen.
Absturz eines Autobus.
Heldenmütiger Chauffeur rettet 30 Personen. Mailand , 27. Dezember. Infolge des dichten Rebels stürzte ein mit 32 Personen besetzter Autobus in den Naviglia- Kanal. Der Chauffeur fonnte 30 Personen reffen, während zwei Personen ertranken. Die Leichen wurden geborgen.
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13 Lokomotiven im Flammenmeer. 200 000 M. Schaden.- Brandstiftung vermutet. Halle a. d. S., 27. Dezember. Wie die Pressestelle der Reichsbahndirektion Halle mitteilt, geriet am 25. Dezember abends der mit falten Lokomotiven angefüllte Lotomotivschuppen. auf dent Güterbahnhof Faltenberg bet Torgau in Brand. Den Feuerwehren gelang es nach mehrstündiger Arbeit, den Brand zu löschen. Personen find nicht verletzt worden, jedoch wurden 13 Lokomotiven beschädigt. Der Eisenbahnbetrieb erlitt glücklichermeise teine Störung. Der Schaden an Gebäuden und Bokomotiven beträgt etma 200000 Marf. Die Ursache des Brandes ist noch unbekannt. Bermutlich liegt Brandstiftung vor. Für die Ermittlung des Täters hat die Reichsbahndirektion Halle eine Belohnung von 500 M. ausgesetzt.