1931
Der Abend
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Nr. 237
B 119 48. Jahrgang
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Hakenkreuzler als Wegelagerer
Ueberfall auf einen Wehrlosen- Entlaffener Schutzpolizist beteiligt
Ein unglaublicher Borfall, der ein bezeichnendes Licht auf die Bertiertheit der nationalsozialistischen Sturmfolonnen wirft, spielte sich heute früh in der unteren Friedrichstadt ab. Gegen 16 Uhr stand der 28jährige faufmännische Angestellte Reinhold Fiedler aus der Briezener Straße an der Autobushaltestelle Oranienburger Tor, um mit der Linie 2 nach Hause zu fahren. An der Haltestelle tauchten plöglich fünf jüngere Männer auf, die sich als Nationalsozialisten entpuppten und Fiedler ohne jeden ersichtlichen Grund anrempelten. Als sich F. die Provokation verbat, schlugen einige Burschen sofort auf ihn ein. Fiedler blieb weiter nichts übrig, da Schutzpolizei nicht in der Nähe war, als die Flucht zu ergreifen. Er lief, von den fünf Hakenkreuzlern verfolgt, die Friedrichstraße hinauf, bog in die Johannisstraße und verbarg sich im Torbogen des Hauses Johannisstraße 20.
Die nationalistische Meute enfdedte den Flüchtigen jedoch sehr bald in seinem Bersted und fiel ernent über ihn her. Trog erheblicher Kopfperlegungen gelang es dem Bedrängten, sich abermals pon seinen Beinigern zu befreien und in das Haus Johannisstraße 14/15 zu fliehen. In seiner Angst lief Fiedler bis auf die Bodentreppe. Die nationalsozialistischen Rowdys verteilten sich in der Nähe des Gebäudes, das dem Gesamtverband gehört, und warteten, da sie mit Recht annehmen mußten, daß ihr Opfer das Haus wieder verlaffen müsse. Indessen war eine Mieterin auf den Borfall aufmerksam geworden. Die Frau alarmierte den Hausmeister, der Fiedler pom Boden herunterholte und von dem Ueberfallenen in furzen. Worten von der Bubentat der Hafenkreuzler in Renntnis gesetzt wurde.
Als der Hausmeister mit seinem Schützling die Straße betreten wollte, tauchten die Nazis sofort wieder auf und fielen über die beiden Männer her.
In größter Bedrängnis zog der Hausmeister, der im Besize eines Waffenscheines ist, feine ist ole hervor und gab auf seine Gegner einen Schuß ab. Der 26jährige Nationalsozialist Wolfgang Gut aus der Linienstraße murde von der Kugel in die Brust getroffen. Schwerverletzt wurde er in die Klinik in der Ziegelstraße gebracht. Inzwischen war das alarmierte Ueberfallfommando in der Johannisstraße erschienen und nahm die nationalistische Bande feſt. Auch der Hausmeister wurde in das Polizeipräsidium überführt. Bei der ersten Bernehmung in der Abteilung IA stellte sich zur Ueberraschung der Beamten heraus, daß
einer der Rowdys ein ehemaliger Schupowachtmeiffer namens Gildisch
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200 Kinder erwerbslofer Eltern aus Berlin , Hamburg und Leipzig find auf Einladung der franzöfifchen Lehrergewerkschaft gäste auf der schönen Jnjel Oléron bei Bordeaur Unser Pild zeigt ihre Ankunft auf dem Bahnhof in Paris
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scheint seit 2 Jahren mit der Reichs post ein Abkommen ge troffen, wonach diese auf telephonischem Wege ihren Abonnenten gegen eine Gebühr von 20 Pfennigen das Wetter, allerdings nur für denselben Tag, verrät. Der Vorgang spielt sich so ab, daß man
Seit der vergangenen Nacht ist eine fortschreitende zu sein, hat die Wetterdienststelle was vielen nicht bekannt zu sein Wetterverbesserung zu beobachten. Mit einiger Sicherheit ist daher mit schönem Wetter für die Pfingstfeiertage zu rechnen. Allerdings besteht für den zweiten Feiertag die Möglichkeit lofaler G. ist erst vor nicht allzu langer Zeit wegen nationalfozia Gewitter. Das Tief, das gestern über der mittleren Offfee listischer Umtriebe aus der Berliner Schußpolizei ent= fernt worden. Wie recht der Berliner Polizeipräsident in seinem lag, ist nach Standinavien abgewandert. Dadurch ift im ganzen hier nach dem Berliner Wetter fragt; eine zweite Einrichtung ist Borgehen gehandelt hat, beweist jetzt die Zugehörigkeit des ehe die Erwärmung macht erhebliche Fortschritte, während gestern mittag Reich fast ausnahmslos heiteres Wetter eingetreten. Auch maligen Schupo zu der Wegelagererfolonne.
mar.
Die Entlaffung des Gildisch
hatte seinerzeit in der gesamten reaktionären Bresse einen Ent. rüstungsstrum hervorgerufen. Wegen der Entfernung des Hakens treuzlers aus der Schußpolizei mar bekanntlich der Hauptmann a. D. Stennes vom Angriff" als Polizeispizel beschuldigt worden. Dem Stennes wurde von seinen früheren Gesinnungsgenoffen unterstellt, Gildisch im Polizeipräsidium denunziert zu haben. Diese Befchuldi gung fonnte jedoch schnell widerlegt werden. Bei der Haussuchung im Gebäude des Angriff" in der Hedemannstraße mar nämlich der Polizei Schriftwechsel in die Hände gefallen, aus dem hervorging, daß Gildish aus dem Fonds Gefangenenhilfe" Darlehen er
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in Berlin nur 12 Grad gemeffen wurden, befrugen die Temperaturen heute annäherud 21 Grad.
,, Iut mir furchtbar leid" meint der Leiter der amtlichen Wetterdienststelle", aber heute fönnen Sie auf keinen Fall bei uns Reportagematerial erhalten. Wir sind so überlastet, daß wir auch nicht einen Augenblic Zeit haben. Schließlich aber ließ sich der Gestrenge doch erweichen und gab im Eilzugtempo einige Informationen.
Um dem Riesenanfturm von Anfragen überhaupt gewachsen
Uebersicht über die Wetterlage in sämtlichen Reichsgebieten bis der amtliche Reisewetterdienst, der täglich erscheint und eine hinauf zur bayrischen Zugspige enthält. Auf diese beiden Wege werden all jene verwiesen, für die der Unterschied zwischen gutem oder schlechtem Wetter teinerlei Eristenz oder andere wirtschaftliche Sorgen mit sich bringt. Das gilt vor allem für jene Wissensdurstigen, die sich über die Wahl ihres Kleides und die Mitnahme eines Regenschirmes noch nicht ganz einig sind; all diesen Personen wäre in ihrem eigenen, sowie im Interesse der zu den Feiertagen start überlafteten Wetterdienststelle zu raten, sich auf diesem Wege Gewißheit zu verschaffen, zumal ihre Anfrage bei der Wetterdienststelle sie ja doch auch nur auf die Benüßung dieser Möglichkeiten verweisen würde. Etwas anderes ist es natürlich, wenn es sich um ernsthafte, handelt, Film
baiten hatte. Nachdem G. fich auch anderer politischer Vergehen Frauenmord in Magdeburg. gelaten, Bauarbeiten uſm. Dieſe ſtändigen Abonnenten, des
schuldig gemacht hatte, erfolgte nach eingehender Untersuchung seine mehr als gerechtfertigte Entlassung.
Die Namen der übrigen in Haft befindlichen Hakenkreuzler, die fämtlich zur SA., Seftion Stettiner Bahnhof, gehören, find:
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Matter, 3ernid und Röttger.
Friedensstifter mit Totschlag bedroht.
Zu dem ganzen Borfall, der wieder einmal den Beweis dafür erbringt, daß die Nationalsozialisten sich richtiger National terroristen nennen sollten, ist von besonderer Wichtigkeit, daß ein junger sozialistischer Student den ganzen Vorfall beobachtet und Darauf versucht hatte, die Nationalsozialisten durch gütliches Zu reben zur Vernunft zu bringen. Um ein Haar wäre dieser Ver fuch für den Studenten übel abgelaufen, denn die Nationalterrorifien fielen über ihn gleichfalls her, indem sie ihn mit Totschlag bedrohten. Im legten Augenblid gelang es ihm, sich zu befreien, auf eine gerade vorbeitommende Tage und die Polizei zu holen.
Der mutmaßliche Täter gefaßt.
Magdeburg , 23. mai.( Eigenbericht.)
Am Freitag wurde in der Magdeburger Altstadt ein scheußlicher Mord verübt. Die verwitwete 56jährige Frau Fischer fand bei der Heimkehr von der Arbeit in ihrer Wohnung Peterstraße 22 ihre 26jährige Tochter Gertrud hinter einem Bett in einer großen Blutlache liegend tot auf. Die Ermordete hatte Bürgemale am Halse und am Kopfe eine flaffende Wunde, die offenbar von furchtbaren Schlägen mit einem ffumpfen Instrument herrührten. Die Mordkommission nahm fofort die Untersuchung auf. Es gelang ihr noch am gleichen Tage, den mutmaßlichen Täter, den 23jährigen früheren Polizeibeamten Roeper in 3angerhütte, festzunehmen. Die Leiche der Gertrud Fischer wurde beschlagnahmt und zum Wefffriedhof gebracht. Die Wohnung der Frau Fischer wurde von der Kriminalpolizei bis zur Bornahme weiterer Ermittlungen versiegelt.
gesellschaften,
Wetterdienstes erhalten jederzeit genaueste Auskunft und Beratung durch den diensthabenden Meteorologen. Auch für Reisende, die eine weitere Tor vorhaben, wird nach Möglichkeit genaueste Auskunft erteilt. Also: Ueber den Pfingstsonntag oder Montagsausflug informiert man sich am besten und schnellsten durch ein einfaches Telephonat.
Tag und Nacht am plättbrett.
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Was die Meteorologen an Höchstdienst in den Lüften, das haben die Waschfrauen im Wasser und mit dem Blättbolzen zu leisten; da wird die legten Tage vor dem Fest Tag und Nacht geschuftet. das ist das Hauptgeschäft Berge von Kragen und Oberhemden harren ihrer schnellen Reinigung. Immer noch zu Pfingsten bringt ein Eiliger ein Batet und bittet beschwörenden Blides ,,, aber bestimmt zum Fest, ja". Pyramiden schmuziger Wäsche müssen fortiert, gezeichnet, gewaschen werden, das Regenwetter in den letzten
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