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BERLIN

Mittwoch

12. Auguft

#Der Abend

1931

Erfdetnttäglich außer Sonntags.

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Sugleich Abenbausgabe des Wormårts". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60 M.pro Monat. Redaktion und Expedition: Berlin SW68, Lindenstr.3 Fernsprecher: Douboff( A 7) 292-297

Spätausgabe des Vorwärts"

10 Pf.

Nr. 374 B 187 48. Jahrgang

Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezetle 80 Pf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Bosscheckkonto: Vorwärts Berlag G.m. b... Berlin Nr. 37 536, Der Verlag behält sich das

Recht der Ablebnung nicht genehmer Anzeigen vor!

Mit gesenkten Köpfen

Die KPD. nach der Niederlage Niederlage- Verpuffte Berpuffte Maffenstreif Parolen

Noch in der Nacht nach dem Feuerüberfall auf die Polizeibeamten am Bülowplah begann die PD. die ,, Affion zu steigern". Es wurde die Parole Maijenstreit gegen Arbeitermord!" ausgegeben. Am Montag früh standen vor den Berliner Betrieben erwerbsloje RGO.- Leute und verteilten ein noch in der Nacht hergestelltes Flugblatt, das zum Maffenftreit und

Otto Braun

hat jetzt endgültig zugesagt bei der von der Sozial­

demokratischen Partei veranstalteten großen

zum Kampf für ein Sowjefdeutschland aufforderte. Zum Leidwefen Kundgebung im Sportpalast

der KPD. - Strategen fümmerte fich aber fein Arbeiter, dudh fein fommunistischer, um die Streitparole.

"

Einige Stunden später flingelte in den Betriebse ratszimmern verschiedener Großbetriebe das Telephon. Es meldete sich die Unterbetriebsleitung Nord der PD." Bei Borsig in Tegel wurde die Frage gestellt: Wie steht es mit dem Generalstreif?" Bir denten gar nicht daran, zu streiten", mar die Antwort des Betriebsrats, und als der Mann von der UB. Nord rody mehr sagen wollte, murde ihm bedeutet, er möge feinen Generalstreit allein magen. Darüber lachen die Arbeiter bei Barfig heute noch.

Bericht des Londoner Komitees Gin Protokoll über die 3ngangsehung des Hoover- Plans.

Das Londoner Sachverständigenkomitee für die Durchführung des Hoover- Blanes hat den Entwurf eines Be­Hoover- Plan mit Hilfe eines Protofolls in Kraft zu setzen, am Freitag abend zu sprechen. Außerdem wird eine das von den beteiligten Regierungen unterzeichnet, und rückwirkend Ansprache halten der Vorsitzende der Partei Dom 1. Juli 1931 an in Kraft gesezt werden soll.

ichtes über feine Tätigkeit fertiggestellt. Es schlägt vor, den

Otto Wels

Im wesentlichen sind vier Punkte zu regeln: Der Aufschub für die nichtaufschiebbare Anmuität, für die aufschiebbare Annuität, die Frage der Sachlieferungen und der Aufschub der Regierungsschulden untereinander.

Nach den Vorschlägen des Sachverständigenfomitees foll der letzte

3r 40 Stunden Woche verlangt, um das Heer der Erwerbs. Bunft durch direkte Verhandlungen der beteiligten Regierungen ge­40- Stunden- Woche Ipfen und Kurzarbeiter zu verringern.

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regelt merden.

Für die nicht aufschiebbare Annuität wird folgendes

Berfahren vorgesehen: Monatlich, beginnend mit dem 15. Juli 1931, zahlt die deutsche Regierung an die BI3. den Betrag von 51 Mil­lionen Marf. Die B33. verwendet davon etwa 6 Millionen für den 1. Juli 1933 ab nit 3 Prozent zu verzinsen. Es ist bis zum 30. Juni Dienst der Young- Anleihe, der Rest von etwa 45 Millionen Marf wird der Reichsbahn als Darlehen überwiesen. Das Darlehen ist vom 3 Es ist bis zum 30. Juni

Das blutrünstigste Flugblatt wurde Montag vor dem Tor der Jest flingelt des Telephon im Betriebsratszimmer von Berg- Sigarettenfabrit Garbaty in Pantom verteilt. Hier glaubte mann Rosentha L. Wieder ist die 11B., Rorb am Apparat die KPD . mit den Frauen ein leichtes Spiel zu haben. Die Bor Bir mollien mal wissen, wie es bei euch im Betrieb aussieht." gänge auf deur Bilomplag wurden in ein Blutbad der Polizei" blätter verteilt worden, hatten die feinen Erfolg?" Gewiß", ant erfchoffen worden. Dann heißt es weiter: Gegen diesen groß an Bas heißt aussieht? Ja, bei euch find doch heute morgen Flug- umgelogen, die Polizeioffiziere feien bei der Abwehr der Arbeiter wortet der Kollege von Bergmann, euer Leiter ist schon unterwegs gelegten Polizeiprovokationsplan gilt es fich zu mehren. Wir wollen 1943 in zehn gleichen Anmuitäten zu tilgen. keinen zweiten mitteldeutschen Aufstand... Den Zeitpunkt zur Generalabrechnung bestimmen wir, nicht Herr Severing... Sowjet­Preußen wird kommen, mit der Waffe in der Hand... Rüftet zum lichen Teilbeträgen am 15. jeden Monats. Bei der Annahme eines revolutionären Maffenstreit gegen die Blutherrschaft eines Severing!" Während sonst immer die KPD . Flugblätter an die Garbaty- Beleg- 3prozentigen Zinssages würde sich die jährliche Rückzahlung auf schaft der Landtagsabgeordnete A. Gohlke verantwortlich zeichnete, 117 831 000 Mart belaufen. trägt dieses Flugblatt vorsichtigerweise feine Unterschrift. Aber kein Mensch bei Garbaty fümmerte sich um das Pamphlet.

und macht die Marschfolonnen mobil. Sie werden wohl bald her­ausgehen, euer Leiter rennt schon den ganzen Tag herum."" So, dann haben wir ja Schwein, M. soll sofort die UB. Nord anrufen", schallt es zurüd. Die Handlanger der KPD. - Zentrale in der UB. Nord merkten nicht einmal, wie sie von den Bergmann- Arbeitern

veralbert wurden.

Als man dann dem kommunistischen Arbeiterratsvorsitzenden von Bergmann- Rosenthal von diesem Gespräch Mitteilung machte, mußte er selber lachen. Am Dienstag erklärte er: ,, Wir haben erst gedacht, es wären 15 Tote, aber wo sich herausstellt, was wirklich los war, da ist der Streit nicht angebracht. Deshalb haben wir die Parole nicht befolgt." Sonst herrscht bei den Bergmann- Kommunisten tiefste Niedergeschlagenheit über das Scheitern des Boltsentscheids. Die Arbeiter versuchen mit Kommunisten in den Abteilungen, die fast völlig von der RGO. beherrscht werden, wie das Metallwert, der Drahtzug- Prüfraum oder das Blechmalzwert, zu diskutieren. Die Kommunisten lassen sich seit Montag früh in fein Gespräch mehr ein.

Auch im Siemens Konzern lassen die Radikalen trüb­felig die Köpfe hängen, im Berwaltungsgebäude die Nazis und in den Werken die Kommunisten. Die Kommunisten bei Siemens find anscheinend vom Sonntag zum Montag vom Erdboden verschwunden. Sonst famen die KPD. - Führer jeden Tag ein paarmal in das Arbeiterratszimmer des Werner Werts, bis jetzt ließ sich fein Mensch blicken. Ebenso läßt sich im Arbeiterratszimmer.des Kleinbaumerts fein Kommunist sehen. Als man einen fraf und ihm das Ergebnis des Bolfsentscheids vorhielt, meinte er: Na, jetzt habt ihr wohl die Kommunisten flein gefriegt." Auf mehr lassen sie sich nicht ein, feiner diskutiert, niemand will etwas mit dem Bolts­entscheid zu tun haben. Auf die Frage, was die Kommunisten vom Dynamo- Wert machen, antwortet ein Kollege: Die find bei uns tot, wir haben feine mehr. Da waren wohl noch ein paar Kommunisten, die sind aber im Berband geblieben, und in der vorigen Woche haben sie unser Flugblatt Unser Weg" und die Siemens­Wacht" mitverteilt." Im Schaltmert haben sich die Kommu­nisten mit den Nazis in die Haare gefriegt, jeder schiebt dem anderen die Schuld für das Mißlingen des Boltsentscheids in die Schuhe. Jedenfalls ist im ganzen Siemens- Konzern über Nacht die kommu nistische Opposition vollkommen lahmgelegt worden. Wie Kollegen erfahren haben, soll jetzt die Zelle geprügelt und bann neu aufgebaut werden. Viel Glück dazu!

die

Am Montag früh hatte die KPD. auch auf die Turbinen­fabrit der AG. in Moabit ihre Hoffnung gefeßt. Frühmorgens standen die Flugblattverteiler vor der Tür und agilierten für ihren Massenstreit. Bis eine Polizeistreife tam und die RGD. Leute auf forderte, lieber nach Hause zu gehen. Die Arbeiter hatten sich ohnebies nicht um die KPD. - Barole gefümmert. Auch in der Turbinenfabrik hat der kommunistische Arbeiterratsvorsitzende am Montag fein Bimmer nicht betreten. Offensichtlich hat er sich geschämt. Im Wert Brunnenstraße der AEG. ist den Kommunisten desgleichen die Sprache meggeblieben. So oft fozialdemokratische Kollegen die Revolutionäre anzuzapfen verfuchten, teiner reagierte darauf. Auch aus dem kom­ munistischen Arbeiterratsvorsitzenden ist fein Ton herauszubringen. Um so mehr diskutieren die Verbandskollegen die Situation nach dem Bolfsentscheid. Allgemein wird jetzt eine generelle Anordnung

IN TREUE

FEST

Das Wappen der Volksentscheidler Bei allem Ernst des politischen Kampfes muß auch der Humor zu seinem Rechte kommen. In Eichwalde - Schmödwiz hat ein wiziger Mann Wappen und Sinnspruch der Antipreußenfront in einem Plakat knapp und flar gekennzeichnet. Das Blafat hat den Abstimmenden, die es am Eingang ihres Wahllofals an der Bahnhofstraße fanden, sicher viel Freude gemacht.

Der Verfassungstag im Ausland.

Die aufschiebbare Annuität soll vom 1. Juli 1933 ab in zehn Jahreszahlungen zu zahlen sein, und zwar in gleichen monat­

In der Frage der Sachlieferungen soll nach Möglichkeit Gorge getragen werden, daß Sachleistungen weitergehen. Jedoch dürfen die Leistungen teine Belastung für den Haushalt eines Gläubigerstaates oder des Deutschen Reiches für die Zeit bis 30. Juni 1932 mit sich bringen.

Der Bericht legt ferner dar, welche Durchführungsschwierigkeiten in Griechenland und Jugoslawien entstanden sind.

Der Mord an den Polizisten.

Die Untersuchung geht weiter.

Die Politische Polizei ist weiter mit Hochdruck an der Aufklärung des Doppelmordes an den beiden Schupooffizieren be­schäftigt.

Die ausgesetzte Belohnung von 23 000 Mart hat das Publikum zu eifrigster Mitarbeit angeregt. Fast unaufhörlich wer­den Bekundungen gemacht und es laufen zahlreiche Anzeigen ein, die Hinweise auf verdächtige Personen enthalten. Wie immer er­meisen sich die meisten Verdächtigungen als haltlos, trotzdem muß all diesen Fingerzeigen genau nachgegangen werden. Sämtliche Beamten der Abteilung IA des Polizeipräsidiums find ständig unter­wegs, um die notwendigen Nachforschungen anzustellen.

Fünf Personen, die der Kommunistischen Partei anges hören, befinden sich noch in Haft. Sie sind zumindest der Mit­täterschaft an dem feigen Meuchelmord start verdächtig. Ob fich unter den Inhaftierten jedoch die Mordschüßen befinden, erscheint fraglich.

Stahlhelm friecht zu Kreuze.

Erst beschimpft er Brüning, dann bittet er um Vergebung. Das Wolff- Büro verbreitet heute folgende nicht uninter­effante Meldung:

Glückwünsche und Feiern. Glückwünsche anläßlich des Berfaffungstages haben in Wien Bundespräsident Miklas und die Bundesregierung dem deutschen In der Zeitschrift ,, Der Stahlhelm" Nr. 23 vom 14. Juni 1931 Gesandten Dr. Rieth übermittelt. Beim Empfang der Reichsdeutschen war auf der letzten Seite ein Bild erschienen, das unter der lleber hielt Gesandter Rieth eine mit lebhaftem Beifall aufgenommene Anschrift Am Ende zwei Personen zeigt, die lächelnd und mit sprache, in der er aufforderte, alles Trennende zurückzustellen und mur einer gewissen 3ufriedenheit aus dem Körper des deutschen an das zu denten, was alle Angehörigen eines Bolles verbindet. Michels für Reparationszmede Blut entzapften. Auch in den Hauptstädten der Bundesländer wurden Empfänge auf Von den beiden Personen foll die eine den Herrn Reichs­den deutschen Konsulaten abgehalten. fanzler darstellen. Eine zynische Begleitzeile erläutert die verunglimpfende Darstellung.

Bräsident Hopper hat an den Reichspräsidenten ein Glückwunsch telegramm gesandt.

Auch auf allen reichsdeutschen Botschaften und Konsulaten wur den festliche Empfänge abgehalten, wobei zumeist auch die Regie­rungen der Gastländer ihre Sympathien für die deutsche Republik ausspredjen fießen.

Von diesem Bilde ist die Leitung des Stahlhelm in der Nr. 30 des Stahlhelm" vom 26. Juli 1931 abgerüdt, indem fie auf Seite 4 mitteilt:

..Die Bundesführung hat diese Zeichnung mißbilligt und dem Herrn Reichskanzler diese Mißbilligung zur Kenntnis gebracht."