gesetz
als ein Kompromiß, als ein Versuch des Privatfapitals, feine Machtsphäre hinten herum wiederzugewinnen lichen Schuß für die öffentlichen Betriebe gegen förmliche Aus= unter Ausnutzung öffentlicher Monopolrechte. Die Weiterentwid plünderungsfeldzüge. Einen solchen Ausplünderungsfeldlung der öffentlichen Wirtschaft geht in eine ganz andere Richtung. zug erleben wir jetzt. Der interkommunale Betrieb hat die Zukunft für sich. Noch hält ein falscher Lokalpatriotismus viele Gemeinden vor interlokalen Bindungen zurück. Die Unternehmer bilden Kartelle und Syndikate, nur die Gemeinden beharren noch in lofalwirtschaftlicher Abgeschlossenheit.
Wenn man in die Zukunft der Gemeinwirtschaft blidt, dann parf man auch nicht deren Grenzen übersehen. Die Befriedigung individueller Wünsche wird man der Privatwirtschaft überlassen. Die öffentliche Hand fühlt auch keine Veranlassung, in das Gebiet der Kleinbetriebe hinüberzugreifen. In gleicher Weise bin ich gegen jede Produktion der öffentlichen Wirtschaft für den freien Markt. Die Privatwirtschaft hat gar keine Veranlaffung, sich aufs hohe Roß zu setzen. Wir sehen eine wirtschaft liche Anarchie vor uns: Aufsichtsräte, die keine Aufsicht führen, Preispolitik ohne Zusammenhang mit der vorhandenen Konsum traft, Syndikate, die die Produktion drosseln und dadurch zusätzliche Arbeitslosigkeit hervorrufen und Fehlinvestierungen. Wir erleben
eine
Wirtschaft ohne Wirtschaftlichkeit
und daraus resultierende Krisen. Der Kampf der Unternehmer: schaft gegen diefe öffentlichen Betriebe zeigt, daß wir auf dem rich: tigen Wege sind. Das Schwergewicht der Wirtschaftspolitik muß in den kommenden Jahren aus der privatwirtschaft lichen in die öffentliche Sphäre verlegt werden, um eine beffere Wirtschaftsverfassung zu erlangen. Die Umbildung des Wirtschaftssystems ist fein fernes Zukunftsziel, sondern ein täg= lich fortschreitender Entwicklungsprozeß, an dem wir bauen müssen, Stein um Stein.
Hier in Frankfurt am Main hat die politische Demo Pratisierung Deutschlands ihren ersten Ausdruck in der deut schen Nationalversammlung von 1848 gefunden, und von hier aus ergeht heute vor dem Parlament der Arbeit der Ruf nach der wirtschaftlichen Demokratie.( Langanhaltender stürmischer
Beifall.)
Die Aussprache.
Polenske( Gesamtverband): Wie steht es denn mit der angeblichen Mizwirtschaft der öffentlichen Betriebe? Die Abführung der Ueberschüsse ist im Vergleich mit der Vorfriegszeit gestiegen und in der Krise haben sich bis jetzt die öffentlichen Betriebe wesentlich besser gehalten als die Brivatbetriebe. Die öffentlichen Betriebe find das Rückgrat für die Gemeindeverwaltung. Im verflossenen Etatsjahr ist über eine halbe Milliarde den Gemeinden
" Die gegenwärtige Wirtschaftskrise ist neben den Auswirkungen des Weltkrieges auf das Versagen des herrschenden tapitalistischen Wirtschaftssystems zurückzuführen.
Eine der Vorausfehungen zur Ueberwindung der Krise ist die verstärkte Einflußnahme der öffentlichen Hand auf die Gesamtwirtschaft und ihre Funktionen.
Entscheidend für den Kampf um die öffentlichen Betriebe ist die politische und wirtschaftliche Kraft der Arbeiterklasse. Wegener- Hannover ( Eisenbahner): Für fünf Siebentel des Reichsbahnpersonals fann das Reich in der Lohn, Gehalts- und Arbeitszeitfrage zu einem guten Teil selbstherrlich vorgehen. Nur Die wirtschaftliche Betätigung der öffentlichen Körperschaften ents für zwei Siebentel des Personals ist die tarifliche Regelung entspricht ihrem geschichtlichen Aufgabenkreis. Ein wesentliches Charakscheidend. Wer beherrscht die Reichsbahnverwaltung? Die Groß-| teristikum der Entwicklung der letzten Jahrzehnte ist die Verschiebung industrie! Wenn Arbeitszeiten von 54 Stunden und noch viel län- des wirtschaftlichen Schwergewichts von der privaten in die öffentgere Schichtzeiten bei der Reichsbahn vorhanden sind, so bedeutet liche Sphäre. das eine gewaltige Behinderung der übrigen Arbeiterschaft. Die Forderung der Privatwirtschaft nach Beseitigung oder EinBernhard- Berlin ( Baugewerksbund). Der gemeindliche Woh- schränkung der öffentlichen Wirtschaft widerspricht allen Erfahrun nungsbau hat für die Arbeiterschaft viel Segen gebracht. Nicht über- gen der letzten Jahre, die eindeutig das Dogma widerlegt haben, all braucht man heute die Arbeiterfinder zum Spiel auf die Straße daß Privatbetriebe an sich gut, öffentliche Betriebe an sich schlecht zu jagen. Die Not hat dazu geführt, daß eine Menge Wohnungen seien. Immer häufiger haben gerade Privatbetriebe die scheinbar überflüssig murden. Alles in allem sind, wenn man die Hilfe der öffentlichen hand in Anspruch genom abbruchreifen Wohnungen in Betracht zieht, 300 000 bis 400 000 Wohmen und damit das Risiko auf den Staat abgewälzt. Die ungenungen notwendig. In diesem Jahre hätten 215 000 Wohnungen heuren Fehlinvestitionen in der Privatwirtschaft haben die Behaupgeschaffen werden müssen. Ohne öffentliche Mittel können für die tung von der Berschwendungswirtschaft der öffentlichen Hand als Arbeiter keine Wohnungen mit tragbaren Mieten geschaffen werden. Legende klar erkennen lassen. Die Gemeinden müssen dazu übergehen, ihre Bauarbeiten in eigener Regie durchzuführen. Die Bodenvorratswirtschaft der Gemeinden muß ebenfalls unter allen Umständen weitergeführt werden, denn auch sie ist notwendig, wenn billige Wohnungen geschaffen werden sollen.
Kwaßnik( Landarbeiterverband) schildert die Bedeutung der öffentlichen Betriebe in der Land- und Forstwirtschaft. Heute seien die Forstarbeiter lange nicht mehr so der Willkür der Forstbeamten ausgeliefert wie früher. Das sei lediglich eine Folge des Einflusses der Arbeiterschaft auf die öffentlichen Betriebe. Auch in der Landwirtschaft ist durch die öffentliche Wirtschaft mancher Fortschritt angebahnt worden. Deffentlich- landwirtschaftliche Betriebe könnten Dasen sein in der Wüste reaktionärer Agrarbezirke.
Priezzel( Musikerverband) fordert, daß nicht jetzt unter dem Druck der Verhältnisse
die Kulturarbeit der Gemeinden
Der Niedergang der deutschen Gesamtwirtschaft ist wesentlich dadurch mit bedingt, daß die öffentliche Wirtschaft durch systematische Kreditdroffelung zu einer starken Einschränkung der öffentlichen Arbeiten gezwungen wurde.
Neue Erschütterungen der gesamten Wirtschaft wären unausbleiblich, wenn die öffentlichen Betriebe wieder der Privatwirtschaft überantwortet würden. Angesichts der wachsenden Not der Bevölkerung erfordert das Gemeinwohl die Erhaltung der öffentlichen Unternehmungen und ihren gemeinwirtschaftlichen Ausbau. Vornehmstes Wirtschaftsziel der öffentlichen Unternehmungen fann nicht. Profit wille sein, sondern Dienst wille an der Gesamtheit. Diese soziale und wirtschaftliche Zielfeßung muß auch in der Stellung zum Ausdruck kommen, die die öffentlichen Betriebe ihren Arbeitnehmern gewähren.
Abzulehnen sind alle direkten und indiretten Maßnahmen, die die wirtschaftliche Bewegungsfreiheit der öffentlichen Körpergedrosselt werde. Die Anzeichen mehrten sich, daß öffentliche Theaterschaften einengen. Aufgabe der staatlichen Wirtschaftspolitik muß es betriebe wieder in Privatbetriebe umgewandelt werden. Komme es vielmehr sein, die öffentliche Hand und ihre Wirtschaftskräfte in dazu, dann find sie dem Einfluß der Arbeiterschaft entzogen, auch stärkstem Maße für eine Milderung der Arbeitslosigkeit einzusetzen. soweit der Spielplan in Frage kommt. Das ist durchaus feine Zu fordern ist eine Erweiterung der Beteiligung der öffentlichen Nebensächlichkeit, denn wenn man sparen will, dann soll man nicht Hand auf allen Gebieten, die sich für eine zentrale Planung eignen Geld für Riesengagen von Prominenten megwerfen. und dauernden volkswirtschaftlichen Wert besitzen. Zur Pro duktionsanregung in diesem Sinne eignen sich vor allem die öffentliche Energiewirtschaft, das Verkehrswesen und die Wohnungswirtschaft. Voraussetzung dafür ist
Brauer ging in seinem Schlußwort auf die verschiedenen in der Aussprache gemachten Anregungen ein. Das Sanierungsprogramm des Deutschen Städtetages, an dem ich entscheidend mit gewirkt habe, ist kein wirkliches Programm. Es ist eine Notmaßnahme.
aus den öffentlichen Betrieben zugeströmt. Man hat die Gemeinden gezwungen, von den deutschen Banken teueres kurzfristiges Geld zu nehmen. Woher stammte dieses Geld? Es kam aus England, Holland und der Schweiz in Form von furzfristigen Krediten herreine ein. Selbst der Fall Sklaret ist nur ein 3 merg, gemessen an der Luderwirtschaft, wie sie in großen Teilen der Privatwirtschaft betrieben wurde.
Scheffel( Einheitsverband der Eisenbahner): Der größte öffentliche Betrieb in Deutschland ist die Reichsbahn. Heute ist sie dn der Hand der Reichsbahngesellschaft. Jedenfalls regelt die Gesellschaft Betrieb und Verwaltung allein, und zwar nach privatwirtschaftlichen Gesichtspunkten, unbeeinflußt von Parlament und Regierung. Die Reichsbahn ist der größte Auftraggeber. Sie kann, wie einer ihrer leitenden Persönlichkeiten einmal gejagt hat, Industrien entstehen und vergehen lassen. Der wilde Kraftwagenbetrieb hat eine unerhörte Schmußtonturrenz gegenüber der Reichsbahn geschaffen.
Uns fehlt ein Reichsverkehrsgefet,
das alle Zweige des Verkehrs einheitlich zusammenfaßt. Man gebe den öffentlichen Betrieben die Lebensmöglichkeit, und sie werden in der Deffentlichkeit beweisen, daß sie, wenn sie unter den gleichen Voraussetzungen und Bedingungen arbeiten können, den Privatbetrieben überlegen sind.
Haß- Berlin( Lithograph): Der Kampf gegen die öffentliche Wirtschaft richtet sich gegen die organisierte Arbeiterschaft, weil die Arbeit der Städte für die Arbeiterschaft der Reaktion ein Dorn im Auge ist. Der gemeindliche Wohnungsbau hat ganze Städte entstehen lassen. Für die Schulen wurde viel getan. Vor bildliche Arbeitsverhältnisse wurden in den Gemeindebetrieben ge= schaffen. Wenn die Gemeinden heute in Schwierigkeiten steden, so ist daran die öffentliche Wirtschaft wahrhaftig nicht schuld.
Deutscher Metallarbeiter- Verband
Verwaltungsstelle Berlin
Todesanzeigen
Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Bohrer
Karl Voigt
geb. 22. Dezember 1871, am 30. Geptember gestorben ist.
Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 3. Geptember, 16 Uhr, auf dem Friedenskirchhof in Nordend statt.
Am 1. September starb unser Rollege, der Dreher
Max Fritzsche geb. 26. März 1880.
Die Einäscherung findet am Sonnabend, dem 5. September, 16 Uhr, im Krematorium Berlin , Gerichtstr., statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Am 26. August starb unser Kollege,
der Arbeiter
August Zühlke
Die Einäscherung hat bereits stattgefunden.
Ehre ihrem Andenken!
Wir müssen unter allen Umständen den Arbeitslosenschutz aufrechterhalten und wir müssen die Werke der Gemeinden vor der Gefahr der Verschleuderung schützen.
Wenn die Notmaßnahme des Städtetages unser Programm wäre, dann müßten wir alle unsere politischen und wirtschaftlichen Gedanken einftampfen. Der Ruf der Spießer: Wir haben nicht gebaut, wir haben auch feine Schulden gemacht!, imponiert mir gar nicht. Was die Gemeinden in der Nachkriegszeit unter dem Einfluß der Arbeiterschaft geschaffen haben, war notwendig wie das liebe Brot. Es tut mir in der Seele weh, wenn ich sehe, wie heute so mancher Arbeiter entlassen wird, weil sein Meister leine Arbeitsaufträge mehr von den Gemeinden erhält. Um die Meister und Handwerker aber, die jahrelang trotz der Arbeitsaufträge auf uns herumgehackt haben, tut es mir nicht leid, wenn sie jetzt zu uns kommen und nach Arbeit Ausschau halten.( Sehr richtig!) Was wir jetzt unter dem Druck der Not tun, hat mit Sparsamkeit wahr haftig nichts zu tun. Im Gegenteil:
Wenn wir die Straßen verfallen lassen, dann sparen wir nicht, mir vergeuden öffentliche Mittel
Der Borschlag, die Arbeitslosenunterstüßung für die Beschäfti gung von Arbeitskräften zu verwenden, ist nicht neu und nicht richtig. Mit den Unterſtügungsgeldern kann man mehr Menschen über Wasser halten als Arbeiter beschäftigen. Die Theaterbetriebe der Gemeinden müssen selbstverständlich soweit mie möglich aufrechterhalten werden. Ein demokratischer und sozialer Volksstaat ist ohne Selbstverwaltung undenkbar.
Nur das Beste ist gut genug
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Trotz steigender Lasten sowie Zuckerpreiserhöhung keine Preiserhöhung, kein Lohnabbau bei meinen Angestellten u. Arbeitern. Man achte auf die Plakate in meinen Fenstern. Unverschnittener echter Tarragona . Liter 1.20 Malaga 1.35 Griechenwein 1.40 Insel Samos Ungarwein
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die planmäßige Zusammenfaffung der öffentlichen Unternehmungen von Reich, Ländern und Gemeinden auf den einzelnen Wirtschaftsgebieten. Die öffentlichen Spartassen und Bantunternehmungen müssen dabei stärker als bisher in den Dienst der Wirtschaftsausgaben der öffentlichen Körperschaften gestellt werden.
Der Kongreß erblickt in der Verstärkung der Einflußnahme der öffentlichen Hand auf die einzelnen Wirtschaftszweige die Möglichfeit gemeinwirtschaftlichen Handelns schon in dem kapitalistischen Wirtschaftssystem und den geeigneten Weg für die UmwandLung der fapitalistischen Profitwirtschaft in eine planmäßige Bedarfsdeckungswirtschaft."
Ebenso einstimmig wurde eine Entschließung des Baus gemerksbundes angenommen, in der die von Bernhard in der Aussprache vorgetragenen Gedanken und Anregungen zusammengefaßt und Staat und Kommunen mit schärfstem Nachdruck an ihre Pflicht zur Belebung des Baumarktes erinnert werden.
Die Referate Lederers und Brauers werden nach einem weiteren Beschluß des Kongresses in einer Massenauflage den breitesten Boltomaffen zugänglich gemacht.
( Gewerkschaftliches siehe 1. Beilage.)
Verantwortlich für Politik: Bictor Schiff; Wirtschaft: G. Klingelhöfer: Gewerkschaftsbewegung: S. Steiner; Feuilleton : Dr. John Schitowsti; Lotales und Constiges: Frik Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin . Berlag: Bormärts- Berlaa G. m. b. S., Berlin . Drud: Vorwärts- Buchdruckerei und Verlagsanstalt Vaul Ginger u. Co., Berlin SW 68, Lindenstraße 3. Sieran 2 Beilagen.
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Danksagung
Für die uns beim Hinscheiden meines lieben Mannes, Vaters und Großvaters
Albert Flatau erwiefene Teilnahme sprechen wir unieren herzlichsten Dant aus. Ins besondere danien wir den Genossen der 128 Abteilung, den Kollegen des Deutschen Metallarbeiter Berbandes, den Mietern des Hauses, dem Bundes vorstand des Arbeiter- Radiobundes sowie allen jenen, die durch eine falsche Zeitveröffentlichung verhindert maren, den Bei egungsfeierlichkeiten berzuwohnen.
Mathilde Flatau und Kinder.
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