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BERLIN Sonnabend 30. Januar 1932

Der Abend

Erscheint täglich außer Sonntags. Bugleich Abendausgabe des Borwärts". Bezugspreis für beide Ausgaben 73 Bf. pro Woche, 3,25 m. pro Monat ( davon 87 Pf. monatlich für Zustellung ins Haus) im voraus zahlbar. Bost bezug 3,97 m. einschließlich 60 Pf. Postzeitungs­und 72 Vf. Vostbestellgebühren.

Spalausgabe des Vorwärts"

10 Pf.

Nr. 50 B25 49. Jahrgang

Anzeigenpreis: Die einfpaltige Wällimeterzeile 30 Vf.. Reflamezeile 2.-M. Ermäßigungen nach Tarif. Bosticheckkonto: Borwärts- Verlag G. m. b. H., Berlin Nr. 37 536.- Der Berlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen por! Redaktion und Expedition: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Bernsprecher: Dönhoff( A 7) 292–297.

Das Eiferne Buch

Die Republik ruft zum Bekenntnis auf!

Reichstagspräsident Paul Cöbe hat dem Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold zu dessen morgen beginnender Rüft­woche das nebenstehende Geleitwort gesandt. Dieses Geleit­wort. befindet sich auf der ersten Seite eines jeden Eisernen Buches. Reichstagspräsident Löbe wird sich am Sonntagvor­mittag als einer der ersten in der Gausammelstelle, Potsdamer Straße 131( Ede Eichhornstraße), einzeichnen.

Die Gaujammelstelle wird am Sonntag von 11 Uhr bis 21 Uhr geöffnet sein, während die anderen

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Für die Pismen Forud!

EISERNE FRONT

1932

Sammelstellen am Sonntag wegen der Kundgebung im Sportpalaft nur in der Zeit von 11 bis 15 Uhr ge­öffnet sind. Man erwartet, daß bereits morgen ein großer Teil der Sportpalaft- Befucher seine Einzeichnung in der Gau­fammelstelle vornimmt.

Von Montag an find alle Sammelstellen in der Zeit von 14 bis 21 Uhr fäglich geöffnet. Die Adressen finden unfere Leser in der Beilage.

Wir weichen, Dav

was wir schmieden

iheit und dem

Dem Recht

Frinden,

der breiten Wathen,

Die wir nicht schutzloſ

nicht schutzlos lassen!

Paul Life.

Kriegserklärung Chinas an Japan ?

Der Völkerbund schickt eine Kommission

London , 30. Januar. Wie Reuter aus Schanghai meldet, erklärt China Japan den Krieg.

heute mittag soll in Schanghai der Waffenstillstand in Kraft Diese Meldung flingt ziemlich stark gerüchthaft. Gerade treten und der Bölkerbundsrat hat soeben allerdings nur die Entsendung einer besonderen Kommission beschlossen. Bor allem aber kann doch nur die gesetzmäßige Regierung in

Der Leopard wird erschossen. anting, aber nicht irgendwer in Schanghai den Strieg

Die Polizei will weiteres Unheil verhüten. Der Leopard des Kunstmalers von Othegraven, der gestern das zweijährige kind der Pförtnersfrau Scharries zerfleischte, foll noch im Laufe des heutigen Tages auf Veranlaffung des Berliner Polizeipräsidenten erschossen werden.

Der Polizeipräsident glaubt sich zu dieser Maßnahme um so mehr verpflichtet, als durch den angeblichen Verkauf des Leoparden an einen Berliner Dompteur keineswegs die Gewähr gegeben ist, daß sich der Kunstmaler das Tier abermals heimlich zurückholt, so wie er es vor Halbjahresfrist in Treptow getan hatte. Das Raub­tier wurde noch in den gestrigen späten Abendstunden aus der Wohnung Othegravens aus der Kaiferallee abgeholt und im Käfig nach einem Rummelplatz in der Belle- Alliance- Straße gebracht, wo der Dompteur sein Domiziel hat.

Der Tierschußverein hat sich gestern für die Erhaltung des Leoparden eingefeßt. Schon als der Leopard im vergangenen Jahr getötet werden sollte, intervenierte der Tierschutzverein nicht erfolg­los Es wäre teffer gewesen, die Polizei hätte schon damals an ihrem Standpunkt energisch festgehalten. Der Besizer des Leo parden, Don Othegraven, ist heute auf dem Polizeipräsidium abermals pernommen worden. Es steht bisher noch nicht genau fest, wie man D. zur Rechenschaft ziehen wird.

erflären.

pattes, des Kellogg Pattes und des Neun­mädtevertrages dringend auffordert, unverzüglich positive Maßnahmen zu treffen, damit Recht und internatio nale Verpflichtungen nicht vom japanischen Militarismus mit Füßen getreten werden". Das flingt nicht nach Kriegserklärung!

Die Konsuln sollen sofort berichten.

Genf , 30. Januar. ( Eigenbericht.) In Anwendung des Verfahrens nach Artikel 15 des Völkerbundspaktes hat der Völkerbundsrat soeben ein­

stimmig beschlossen: Zur Erhaltung von Nachrichten werden die Regierungen, die im Rat vertreten sind und offizielle Vertreter in Schanghai haben, aufgefordert, aus ihren dortigen Beauftragten eine außerordentliche Untersuchungskommission zu bilden, die sofort einen Bericht über die Lage in Schanghai und deren Entstehung erstatten soll.

So berechtigt die chinesische Regierung an sich wäre, der gegenwärtigen Heuchelei ein Ende zu machen und durch eine formelle Kriegserklärung festzustellen, daß Japan schon seit 4 Monaten den Krieg tatsächlich führt, so würde das dennoch ein schwerer taftischer Fehler fein, der Chinas außerordentlich starke moralische Position beeinträchtigen würde. Die Nanting- Regierung hat es bisher sogar ver­mieden, die diplomatischen Beziehungen in Japan von sich aus abzubrechen; wie sollte sie daher diese Etappe plötzlich Chinas Vertreter Yen sprach seine Befriedigung aus überspringen und zur Kriegserklärung schreiten, die lediglich über den Beginn energischer Maßnahmen. Schanghai sei Japan den Vorteil bringen würde, den bisherigen flaren sehr wichtig für China , aber die Mandschurei nicht Tatbestand der alleinigen Schuld Tokios zu ver- weniger. Auch wegen ihr allein hätte China den Ar­Bei allen diesen Erwägungen muß man eine Bestäti- tifel 15 angerufen. gung dieser Nachricht abwarten, bevor man sie als Tatsache registriert.

wischen?

Es ist möglich, daß die von Reuter gemeldete Kriegs­erklärung den Absichten des radikalen Dr. Eugen Tschen entspricht, der in Shanghai den Abwehrkampf leitet. Die Regierung in Ranting aber veröffentlicht einen Auf­ruf, in dem sie den japanischen Angriff auf Schapei brand­markt und die Unterzeichner des Völkerbund

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Die Opfer Japans .

London , 30. Januar. ( Eigenbericht.) Ein Mitglied des Schanghaier Büros der United Pref fchilderte die Wirkung des japanischen Bombenangriffs auf die Zivilbevölkerung von Schapei: Es ist unmöglich, die Opfer an Frauen, Kindern und Männern zu zählen.