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Hamburg , den 11. April 1891.

1. Jahrg.

Arbeiterin

Zeitschrift

für die Interessen der Frauen und Mädchen des arbeitenden Volkes.

that Drgan aller auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung stehenden Vereinigungen der Arbeiterinnen.

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Erscheint wöchentlich einmal und zwar am

Sonnabend.

Eintracht macht Bark- Bildung macht frei!-

Redaktion: Emma Jhrer, Velten ( Mark). Expedition, Druck und Verlag: Fr. Meyer, Hamburg , Rosenstr. 35. Annoncen pro Zeile 20 Pfennig. Vereine erhalten Abonnement pro Vierteljahr 1 Mart, Einzelnummer Rabatt. 10 Pf. Direkt per Kreuzband Mr. 1,40.

Freunde und Freundinnen! Sorgt für die Verbreitung der Arbeiterin!

Borstel die Frau

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fran und der Sozialismus von Bebel. Sinde bas Leben schenkt, fällt", der Mann kann sich eine behandelt. Da ist keine Spur von dem prüden, heuch­

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Von

Clara Zetkin . ( Fortsetzung.)

So zeigt Bebel von den verschiedensten Gesichts aus, daß die mit den sozialen Zuständen aufs verknüpfte heutige Ehe den Naturzweck nicht er­

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Bebel konstatirt weiter, daß der Druck der gebildeten Zustände, welche schwerer auf den Fraven als auf den

illegitime Nachkommenschaft dugendweise leisten, ohne daß lerischen Versteckspielen mit Worten und Thatsachen, welche er dadurch von dem Postament seines gesellschaftlichen durch Anspielungen und Heimlichthuerei die Sinnlichkeit Ansehens fällt". Sehr energisch geißelt Bebel die nur reizt und herausfordert; da ist aber auch keine Spur schreiende Ungerechtigkeit, welche darin liegt, das Geschlechts- der Rohheit, des gesuchten Uebermaßes im Ausdruck, die leben des Mannes und jenes der Frau mit zweierlei abstoßend und verlegend wirken müssen. Die Kapitel, Maaß und Gewicht zu messen, hier Alles zu erlauben, welche Bebel den Fragen widmet und ebenso nackt und dort Alles als Unfittlichkeit zu verdammen. fritisch vernichtend für die Gesellschaft in der Auffassung, ierteljaht und auch nicht erfüllen kann. Und seine Feststellungen Druck der sozialen Verhältnisse ihrer Aufgabe, die Ge In dem Maße, als sich die Ehe unter dem bleiernen als edel und würdig in der Darstellung. ärtiger tonung, welche die natürlichsten Beziehungen zwischen regeln, nicht gewachsen zeigt, gehen mit ihr eine Reihe hoch- Männern lasten, viele von Ersteren veranlaßte, eine zu furchtbaren Anklagen gegen eine Gesellschafts- schlechtsbeziehungen in normaler und fittlicher Weise zu Mann und Frau in furchtbarster Weise durch unnatür tarakteristischer Nebenerscheinungen Hand in Hand. Der Alt- Befferung der Lage des weiblichen Geschlechts anzustreben. Don Liebe und Ehe werden macht. Berhältnisse entarten, zu einem häßlichen Zerrbild und Neumalthufianismus, künstlich herbeigeführter Abortus, Zu diesem Zwecke fordern sie, daß die Frau zu allen Selbstmorde verführter schwangerer Mädchen, Kinder: Thätigkeiten, die liberalen Berufe inbegriffen, zugelassen Frauen die Ehe überhaupt ein Ding der Unmöglichkeit Art, zumal seitens der Männerwelt, Nervenleiden, Fähigkeiten sich eignen. Er wirft nun die Frage auf, ob Andererseits weist er ziffernmäßig nach, daß für viele morde, geschlechtliche Ausschweifungen und Laster jeder werde, zu denen ihre körperlichen und geistigen Kräfte und malen Berhältniffen ziemlich gleich, allein verschiedene Um liche Gewaltthaten, venerische Krankheiten usw., sie alle sind, und ob sie helfen. Während er die erste Frage mit Zwar ist die Kopfzahl der Geschlechter unter nor- Systerie und andere Krankheiten der Frauenwelt, unfitt- die betreffenden Bestrebungen berechtigt und durchführbar Die der Männer um rund 11/2 Millionen übersteigt. Aus- kritisirendes Armuthszeugniß. Seine klassischste Fassung derungen zum Theil schon verwirklich sind, zum Theil bewirken, daß in Europa die Zahl der Frauen schreiben ein die heutige Ehe in vernichtender Weise warmer Ueberzeugung bejaht, weist er nach, daß die For­wanderung und Kriege fosten unserem Erdtheil ein starkes findet dasselbe jedoch in der Prostitution, jener Kehrseite ihrer Verwirklichung entgegengehen, daß sie jedoch ihre Rontingent junger, heirathsfähiger Männer. Die Berufs der Geschlechtsbeziehungen, von denen die Ehe die Vorder- volle Verwirklichung und ihre sozialbefreiende Kraft erst gefahr, welcher der Arbeiter infolge der kapitalistischen seite darstellt. Vom Alterthum an bis in die Neuzeit in einer neuen Gesellschaft erhalten können. nd Heim rofitwuth in den Fabriken, ganz besonders aber in den hinein stimmen Autoritäten auf den verschiedensten Ge­Bergwerken und zur See ausgesezt ist, raffen eine große bieten darin überein, die Prostitution für eine nothwen- im Anschluß hieran der Sozialzustände strebt dem Ziele Anzahl Männer frühzeitig dahin, vermindern damit die dige soziale Institution zu erklären, welche die Gesellschaft zu, der Frau ökonomische Selbstständigkeit und unab= Menge der Heirathskandidaten, vermehren die Zahl der im Interesse des allgemeinen Wohles nicht entbehren hängigkeit zu verleihen. Die Ehe vermag nämlich auch

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Die Umgestaltung der Produktionsverhältnisse und

in einer anderen Hinsicht ihrer früheren Aufgabe nicht Unsere Zeit zeichnet sich im Punkte der Prostitution mehr genügen. Sie ist nur noch für eine sehr beschränkte Das Schaffen in der Familie feitdem es nicht mehr

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Die Furcht, eine Familie nicht erhalten, den An­Sprüchen einer Frau nicht genügen zu können, hält nur durch die Heuchelei aus, mit der sie sich ab und zu und täglich mehr zusammenschmelzende Anzahl von Frauen Nicht nur die Zahl der Eheschließungen sinkt, sondern Körpers ausdrückt, und durch die Grausamkeit, mit welcher und für die Familie erweist sich. Taufende von Männern davon ab, eine Ehe einzugehen. über die Unmoralität der Verschacherung des weiblichen eine Versorgungsanstalt. Bleichzeitig steigt das durchschnittliche Lebensalter, in fie die Prostituirten, der großen Mehrzahl nach Opfer produktiv, vielmehr nur ersparend ist auch nicht mehr Frauen nicht freien dürfen, sondern warten müssen, bis sie ihnen den Zehnten ihrer Einkünfte" abpreßt. Auch muß selbstständig dem Erwerb nachgehen. welchem fich die Männer zu verheirathen pflegen. Da die sozialer Verhältnisse, mit ihrer Verachtung belegt, während als ausreichend, die Existenz der Frau zu sichern, sie fie gefreit werden, so bleiben viele von ihnen ledig. Mit in der Frage der Prostitution marschiren wir im Zeichen| Rücksicht hierauf haben verschiedene Fanatiker, denen die der Heuchelei und die patentirten Vertreter und Wächter the der letzte und höchste Zweck der weiblichen Existenz der Moral, Ordnung, Ehe und Familie" bilden einen| i, im angeblichen Interesse des weiblichen Geschlechts, die ansehnlichen Prozentsatz der Kundschaft der Freudenhäuser.| Bolygamie gefordert. Bebel macht der Forderung gegen­

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über geltend, daß die Polygamie unseren Sitten wider­

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In dem Maße, als die Zersetzung der alten sozialen

( Fortsetzung folgt.)

Eine Beitung für Arbeiterinen.

( Aus Paris .) Aus Deutschland erfahren wir eine unerwartete, eine

Alle Mittel, welche von wohlmeinenden ausschließlich von Frauen geschrieben, auch ausschließlich

nicht mehr als eine Frau erhalten kann. Nur die Einheit für Alle möglich ist, so lange es Männer giebt, höhere Töchter" enthält. Haben wohl bis dahin Frauen

ist. Die

Betreffenden finden sich mit dem Gesez

zeugend, arbeitet der Prostitution in die Hände. Die wird.

Es behandelt die ernſteſten wirthschaftlichen den bisher erschienenen Bebel hebt Erwerbsleben erschüttern, Arbeiterinnen ihres Verdienstes Nummern zu urtheilen, wird ihm dies auch trefflich ge­So bereitet es seine Leserinnen für die Emanzipation Prostituirten in erschreckendem Maße wächst. Fast stets vor, welche es für dieselben erkämpfen will. Auch die

freitet und unter allen Umständen eine Herabwürdigung| Formen sich auch auf die Ehe erstreckt, als sie Aber­der Frau bedeutet, sich auch außerdem nicht mit den tausende zur Ehelosigkeit verurtheilt, die Existenzbedin- vortreffliche Neuigkeit. Seit einigen Wochen erscheint in Berhältnisse sind es, welche unabhängig von den Landes- überhand. materiellen Verhältnissen rerträgt. Denn die materiellen gungen erschwert, in dem Maße nimmt auch die Prostitution Hamburg eine Zeitung ungewöhnlicher Art. Sie wird Bejegen, über die Frage der Polygamie und Monogamie Philantropen zu ihrer Ausrottung oder Eindämmung ver- von Frauen redigirt. Das Merkwürdige dabei ist nun entscheiden. So lebt in Ländern, in welchen Erstere ge- sucht worden sind, müssen sich nothwendigerweise als aber, daß diese Zeitschrift weder den Modethorheiten Teglich gestattet ist, die Masse in der Einehe, weil der wirkungslos erweisen, so lange die Ehe nicht als filtliche dient, noch belehrenden und unterhaltenden Lesestoff für Minorität der Besitzenden kann sich den Lurus des Harems die mit Hülfe ihres Geldsacks jede ihrer Launen fröhnen je Anderes redigirt, als Modezeitungen oder Revüen für lebens gestatten. Gleicherweise gehört der polygamische fönnen, so lange Frauen existiren, welche gezwungen werden, das gebildete" Publikum? Das Auszeichnende an dem Geschlechtsverkehr zu den Gepflogenheiten der reichen ich für ein Stück Brot zu verschachern. Der kapitalistische neuen Unternehmen jedoch ist, daß es für die Frau aus Männerwelt der Länder, in denen die Vielehe gesetzlich Wirthschaftsmechanismus, das zeigt Bebel klar und über dem Volke und zwar von Sozialistinnen herausgegeben ab, indem sie eine legitime Gattin und beliebig viel miserablen Löhne, welche für die weibliche Arbeit auf Fragen, es will dieselben dem Verständniß der Unkundi illegitime Frauen halten, während sich für die arbeitende jedem Gebiete gezahlt werden, die Krisen, welche das gen erschließen und, nach Klaffe die Vielweiberei von selbst verbietet. außerdem nachdrücklich hervor, daß die Kopfzahl der Ge- berauben, Männer außer Stand sehen, für den Unterhalt lingen. Ichlechter unter normalen Verhältnissen entschieden auf die der Familie aufzukommen, veranlassen, daß das Heer der Mag sich aber die Frau in einer entwürdigenden Ehe erweist sich die von den Eigenthums- und Erwerbsver- Unwissendsten, auch die Schüchternsten unter ihnen lernen Kimmern, fast stets wird sie es sein, welche unter un­prostituiren, mag fie als bewißelte alte Jungfer verhältnissen gezeugte Noth als die große Kupplerin, welche daraus auf Grund erworbener Erkenntnis ihre wirth­glücklicher Ehe oder Ehelosigkeit mehr als der Mann zu Ausbeutung der Prostitution durch Bordellwirthe, Zu unveräußerlichen Rechte jedes Menschen, welche die Gesetze leiben hat. Der Mann benutzt die Freiheit, die ihm durch hälter, durch einen feftorganisirten Handel mit weißen bis jetzt noch dem Weibe unerbittlich vorenthalten, auch den Bufall der Geburt als Mann geworden, um sich für Sklavinnen", der den Freudenhäusern der fernsten Welt- bei jenen Völkern, welche so stolz auf ihre Freiheit" eine unbefriedigende Ehe oder Junggesellenthum schadlos theile frische Waare" liefert, zählt zu den lukrativsten pochen. Die Zeitschrift, welche sich die Befreiung der ein Auge zu, wenn der Verheirathete den Ehekontrakt eines unvermeidlichen, ja nothwendigen sozialen Uebels Sie erscheint wöchentlich einmal in Hamburg . u halten. Die Gesellschaft drückt mit nachsichtigem Lächeln Erwerbszweigen. Die Anerkennung der Prostitution als Frau zum Ziel gesezt hat, nennt sich Die Arbeiterin". Fur Pflicht, sein Geschlechtsbedürfniß in der Wildniß zu der Geschlechtsbeziehungen ihre Rolle nicht erfüllt. befriedigen. Was sie dem Manne als sein gutes Recht| Berbrechen an. Das Mädchen, welches einem unehelichen heit Bebel alle auf das Geschlechtsleben bezüglichen Fragen dem Gesetz die Frau dem Manne gleichberechtigt sein gefteht, daß rechnet sie der Frau als Sittenlosigkeit, als mit welchem sittlichen Ernst, mit welcher feuschen Offen- welche mit Hülfe der Philosophie nachwiesen, daß vor

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den Markt mit Frauenfleisch versorgt. Die geschäftsmäßige schaftliche, politische und soziale Freiheit zu fördern; jene

Es kann nicht rühmend genug hervorgehoben werden,

Man beachte wohl die Neuheit und Rühnheit des Unternehmens! Bis jetzt waren höchstens einzelne Denter aufgetreten,