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1. Jahrg.

Hamburg , den 24. Oktober 1891.

e Arbeiterin

Die

Zeitschrift

für die Interessen der Frauen und Mädchen des arbeitenden Volkes.

Brgan aller auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung#tehenden Vereinigungen der Arbeiterinnen.

-Eintracht macht stark

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Bildung macht frei!-

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Redaktion: Emma Jhrer, Belten( Mark). Expedition und Verlag: Fr. Meyer, Hamburg , Rosenftr. 35. Erscheint wöchentlich einmal und zwar am

Sonnabend.

Annoncen pro Zeile 20 Pfennig. Vereine erhalten Abonnement pro Vierteljahr 1 Mark, Einzelnummer Rabatt. 10 Pf. Direkt per Kreuzband Mf. 1.40.

Freunde und Freundinnen! Sorgt für die Verbreitung der, Arbeiterin"!

Der zweite Parteitag der deutsdien

Sozialdemokratie

tach Aufhebung des Sozialistengesetzes findet zur Zeit, wäh­end wir diese Zeilen schreiben, in Erfurt statt. Nicht nur die deutschen Arbeiter und Arbeiterinnen, nicht nur das ganze Deutschland richtet seine Blicke nach Erfurt , nein- ohne Hebertreibung können wir es sagen in der ganzen Welt Dieses ist man gespannt auf das, was der Telegraph, was die welche Beitung von dort berichtet. Dieser Umstand berechtigt die hrung deutsche Sozialdemokratie' zu den größten Hoffnungen, er

Wenn

rft bu eigt so recht die Bedeutung der Partei. Und das, was für

jest, uns so selbstverständlich wie nur etwas ist, die Vertretung risches einzelner Kreise durch Frauen, das wird von unserer bürger­

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lichen Breffe ganz besonders vermerkt. Bei der großen Be­und deutung des Kongreffes sind auch wir Willens unseren Le­it das lerinnen ein Bild von den Verhandlungen desselben zu geben, auch trotzdem unser Raum beschränkt ist. Für heute bringen wir in Unbetracht dieses Umstandes einen Auszug aus dem Bericht Gefelles Parteivorstandes, während die nächste Nummer das für

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usher insere Leserinnen Wichtigste vom Parteitag selbst enthalten bird. Vorher noch einige Worte über die Eröffnung des

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Die Delegirten aus allen Gauen Deutschlands trafen wischen 6 und 7 Uhr in den festlich geschmückten Räumen des Versammlungslokals ein. Der große Saal ist mit rothen mach Schildern dekorirt, auf welchen sich Sinnsprüche unserer Bartei befinden. Von den Wänden flattern rothe Fahnen In den Saal. Von der Decke wallt ein mächtiges rothes Banner in den Saal hinab. Ueber der Tribüne prangt in beithin fichtbarer Inschrift das Wort: Proletarier aller länder vereinigt Euch!" und Die Arbeiter sind der Fels, uchuf dem die Kirche der Zukunft aufgebaut werden soll!"

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Gegen 714 Uhr eröffnet Singer, von allseitigem Beifall Degrüßt, die Verhandlungen mit einer zündenden, kräftigen

Schall Ansprache." Wichtige Aufgaben", so führt er aus, stehen

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dem Parteitage bevor. In Halle, wo wir vor einem Jahre bersammelt waren, hatten wir die Neu- Organisation der Bartei zu schaffen. Diese Neu- Organisation hat sich auf bas Trefflichste bewährt; heute haben wir ein neues Pro­Bramm zu schaffen, welches uns, wie das alte, ein Führer

Kampfe, als ein Leitstern zu neuen Siegen voranleuchten oll. Wenn auch die Ansichten der Parteigenossen in ein­elnen Fragen auseinander gehen sollten, so sind wir doch lle von einem Prinzip beseelt, und die Verhandlungen berden zu einem Ergebniß führen, welches nicht nur der Ehre, sondern auch dem Nutzen und dem Gedeihen der Partei dotsprechen wird. Die Geschlossenheit und Einigkeit der Bartei wird über alle Verleumdungen und Angriffe der Begner erhaben sein. Wir blicken auf Erfolge zurück, wie e keine andere Partei zu verzeichnen hat. Blicken sie auf Wahlen in Baden, sehen Sie auf unsere Erfolge in

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Meinungen und in Sachsen . Unsere wackeren sächsischen Parteigenossen bringen uns drei neue Mandate und 20000 Stimmen mehr als bei den fünfundachtziger Wahlen!( Stür­isches Bravo!) Die Genossen, die hier in diesem Saale ersammelt sind, sind sich ihrer Pflicht bewußt. Die Sozial­emokratie Deutschlands hat es soweit gebracht, daß die

Aufmerksamkeit der ganzen Welt aus diesem Saal ruht. Mögen unfere Gegner mit Waffen kämpfen, mit welchen sie

bollen

-

an unserer Einigkeit, an unserem Gefühl der Zu­mmengehörigkeit, an dem Bewußtsein, welches die Aus­Bebeuteten aller Länder zusammenhält, werden ihre Hoff­ungen fläglich Schiffbruch leiden.

aber

Wir treten ein für volle Freiheit der Meinungsäußerung, wir verlangen auch, daß jeder Parteigenosse beseelt ist

on dem Gefühl, von der Pflicht der Unterordnung. Die Beschlüsse des Parteitages sind zu achten, sie sind die höchste nftanz, welche in unserem Parteileben existirt.

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35.

Redner schließt mit einem Hoch auf die deutsche, auf internationale Sozialdemokratie, auf das Proletariat Länder, welches stürmischen, begeisterten Widerhall

Alex

Imbet.

Der Bericht des Parteivorstandes liegt den Delegirten gedruckt vor. Wir entnehmen demselben Folgendes:

Die vom vorigen Parteitag beschlossene Organisation ift sofort nach Schluß desselben ins Leben gerufen worden. In allen Städten und Orten, wo immer nur in erheblicher Anzahl die Genossen wohnten, sind Vertrauensleute gewählt worden, welche sodann mit der Parteileitung in Verbindung traten und in jeder Beziehung Auskunft, Rath und wo nöthig petuniäre Hilfe für die Agitation erhielten. Es wurden Provinzial- und Landesparteitage abgehalten, in welchen sich die Genossen über die in ihren Bezirken besonders nöthigen Maßnahmen besprachen. In allen diesen Parteitagen wurde die Betheiligung an den Wahlen zur Gemeinde refp. Stadt­vertretung, sowie an den Landtagswahlen beschlossen. Ebenso hat die Parteileitung nach ihrem Bericht für lebhafte Agi­ation, namentlich in den ländlichen Bezirken, Sorge ge­ragen. Diese Agitation ist sowohl mündlich durch Ver­ammlungen, als auch durch eigens zu diesem Zweck ver­aßte Broschüren geschehen.

Außer der allgemeinen Agitation hat die Partei im Laufe des letzten Jahres ihre Kräfte in einer Reihe von Wahlkämpfen zu erproben gehabt. An Reichstagswahlen war die Partei betheiligt bei den Nachwahlen in den Wahl­freisen Würzburg, Sonneberg , Geestemünde , Kaffel, Tilsit und Memel . In allen diesen Wahlkämpfen fiel zwar der Sieg den gegnerischen Parteien zu, aber nicht, ohne daß ihnen unsere Genossen denselben fauer genug machten. In Sonneberg verdanken die Freisinnigen ihren Sieg nur der Unterstützung der Nationalliberalen und dem weiteren Um­stande, daß noch auf Grund alter Wählerlisten abgestimmt wurde. In Kassel gingen schließlich Freisinnige, Konservatve und Antisemiten einträchtig Hand in Hand, um dem National­liberalen zum Mandat zu verhelfen.

Es zeigte sich hier die eine reaktionäre Masse" in hellster Beleuchtung, und selbst ein angesehenes Organ der Linksliberalen meinte von diesem Bündnih, es wäre die politische Unsittlichkeit in der Potenz, wenn es nicht der einzige vernünftige Ausweg gewesen wäre." Vernünftig

Jm Monat.

1890. Oktober

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natürlich vom Bourgeoisstandpunkt aus, welcher in klassen­bewußten Arbeitern den Todfeind sieht, zu dessen Bekämpfung sich im gegebenen Falle selbst Eugen Richter und Böckel die Hand reichen, wobei Stöcker den Segen dazu gibt.

Bei den Wahlkämpfen im XIX. hannöverschen Wahl­freise und in den Kreisen Tilfit und Memel war die Mög= lichkeit eines Wahlfieges für uns von vornherein ausschlossen. Wenn die Partei im ersteren Kreise doch erhebliche Anstren­gungen machte, so geschah dies speziell in Rücksicht darauf, daß dort der gewesene Reichskanzler Bismarck sich um das Mandat bewarb und in dem Falle die Partei- Ehre es gebot, Vater des Ausnahme- Gesetzes gegen die Sozialdemo fratie" den Sieg so schwer als möglich zu machen. Dieser Zweck ist auch vollständig erreicht worden, daß der von be­zahlten oder überspannten Speichelleckern als größter Staatsmann aller Zeiten" gefeierte Reichstanzler a. D. erst in der Stichwahl, und zwar gegen den von unserer Partei aufgestellten Bigarrenarbeiter" zum Mandat gelangen konnte.

Die Wahlen in Tilsit und Memel brachten für unsere Kandidaten einen so bedeutenden Stimmenzuwachs gegen die letzten allgemeinen Wahlen, daß das Geschwätz der Gegner vom Rückgange der Sozialdemokratie" von da ab elend verstummte.

Sehr beachtenswerthe Erfolge hat die Partei in ver­schiedenen Ländern bei den Landtagswahlen erzielt. Im Großherzogthum Hessen sind die beiden Mandate in Mainz bei der Neuwahl behauptet und ein weiteres Mandat im Landbezirk Offenbach dazu gewonnen worden. Ebenso sind Size durch unsere Genoffen in Baden und Meiningen er­obert worden, so daß auch in Landesvertretungen dieser Staaten zum ersten Male Genossen unserer Partei eintreten.

Daß diese Erfolge erzielt wurden und der Boden für neue weitere Erfolge vorbereitet ist, das verdanken wir in erster Linie der unermüdlichen Thätigkeit unserer Genossen allerwärts. Soweit aber die Parteileitung dazu beitragen fonnte, hat sie es an Unterstützung nicht fehlen lassen, wie die Genossen aus dem nachstehenden Kassenbericht ersehen, in dem unter den Ausgaben diejenigen Posten, welche der Agitation dienten, den Löwenantheil einnehmen.

Kassenbericht.

A. Einnahmen der Parteikasse vom 1. Oktober 1890 bis 30. September 1891. Von gesammten Einnahmen entfielen auf

November Dezember 1891. Januar

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Ins gesammt

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Februar März

Mart Pf. 12118 75 28547 6859 31341 10 5807 05

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April.

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Juni.

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Juli

9042 55 23920 25 12929 25 15900 85 30519 80

11

August.

31940 15

Freiwillige 3insen Beiträge Mart f. Mark$ f. 10972 50 406 55 18046 50 549 10 6361 50 472 50 19920 45 1998 65 5342 05 360 8617 55 11501 70 10832 95 13140 85 18775 45 31915 15

Schriften­Ueberschuß

Ueberschuß bes, Bor­

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25

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2025

2025

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9719 35

223 866,60 Mk.

14940 85 13418 35 997 50

1223866| 60| 168845| 00| 5690| 601 838| 20| 38909| 30| 231| 50| 9352| 00| 7184| 20

Rassenbestand am 1. Oftober 1890

7 184,20" 231 050,80 Mt.

B. Ausgabe der Parteikasse vom 1. Oftober 1890 bis zum 30. September 1891. Von den genannten Ausgaben entfielen auf:

Schriften

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Darlehne

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1890 Oftober November Dezember 1891 Januar Februar März

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Juli

148 1597 800

Al­gemeine ftügungen Gefäng­Agitation nißtoften 6194190 1208 301 1406 50 600 6286 5 557 50 253 45 2500 50 1120 12768 25 915 1268 75 3920 40 61 10 2050 500 1653 14345 65 813 50 368 2648 75 600 4000 17212 45 665 736 40 3463 50 2840 10 3100 21638 50 662 519 55 1045 40 2178 5 1500 12045 55 700 98 95 1897 40 50 8553 1064 504 5 2243 6147 50 540 12611 55 727

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August

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6360 1034 65

300

600

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September

20 1258 80

300

300

11

1111181

811

1

1111111111

6677 80 1485 899 80 2657 30 129 40 10468 65 1412 800 40 6309 45 68

134949 85| 10749-15987| 35| 31479| 90| 8446| 65| 15706| 60| 745| 16852| 30| 52-12556212776| 45| 16602 60

Dazu kommt Ausgabe für Kapitalanlage Kassenbestand am 30. September 1891

*) Darunter 10 000 Mt. Raution, die nach Landesgefeg zu leisten war.

134 949,85 94 080,95

2 020,-

231 050,80