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Nr. 245.

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in der Post Beitungs- Preisliste für 1896 unter Nr. 7277.

Vorwärts

13. Jahrg.

Insertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder beren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in ber Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- undFest­tagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Amt I, Mr. 1508. Telegramm Adresse: " Sozialdemokrat Berlin".

Berliner Bolksblatt.

Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands .

Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2.

Die Umfahffeuer

Sonntag, den 18. Oktober 1896. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3.

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100. die

würde als eine nach§ 7 Nr. 6 der Reichs- Gewerbe- Drdnung| der Gewerbe Ordnung thatsächlich die reichsgesetzlich zulässige Gewerbesteuer kaum noch angesehen werden garantirte freie Ronkurrenz aufhebt daß ferner eine und die preußische Regierung. können". So der Kommissionsbericht unter Gänsefüßchen, Sondersteuer für bestimmte Geschäftsarten oder Betriebs Das Sturmlaufen unserer Kleinbürger gegen die un- also wohl nach der schriftlichen Firirung durch den größen nicht unter den Begriff der Gewerbesteuer" falle, die der Einzelstaat oder die Kommune zu erheben berechtigt bequemen Großbetriebe im Detailhandel ist bekanntlich Regierungsvertreter selber. nicht auf Sachsen beschränkt geblieben. Weiter richtete Herr Burghart seine Kritik gegen sei. Nun mag man ja darüber streiten, So hat im vorigen Winter die bayerische bas partikulare Vorgehen seitens der Einzel- Strangulirung anfängt. Aber die Motivirung der sächsi= Rammer fich für den Erlaß gesetzlicher Bestimmungen aus- staaten: Was könne es mußen, in Preußen eine derartige fchen Maßregeln spricht offen die Erdrosselungsgelüfte gegen Auch ein auderes Reichs­gesprochen, welche eine so hohe Besteuerung der sogenannten Steuer einzuführen, wenn die anderen deutschen Bundes- die Konsumvereine aus. gesprochen, welche eine so hohe Besteuerung der sogenannten staaten nicht in gleicher Weise einschritten? Insbesondere gefeß, das Gesetz über die Wirthschafts- Genossen­Waareuhäuser, Versandgeschäfte, Zentralgeschäfte, Filial­geschäfte, Bazare und anderer Großunternehmungen in die Versandgeschäfte könnten ihre Waaren ebensogut und schaften, läuft hier Gefahr, für ein großes Gebiet Handel und Gewerbe möglich machen, daß der durch diese mit derselben Wirkung für die preußischen Detaillisten von ganz hinfällig gemacht zu werden. Daß es Einzel­Unternehmungen drohende Ruin der mittleren und kleinen einem Geschäftsfiz außerhalb wie von einen solchen inner- staaten nicht zusteht, sich über Reichsrecht hinwegzusetzen, Betriebe in Handel und Gewerbe verhindert werden kann." halb Preußens abseßen. Das Gleiche gilt natürlich in darüber kann ein Zweifel auf keiner Seite aufkommen. Es Die Forderungen und Verhandlungen in der letzten verstärktem Maße für ein Vorgehen gegen die Konsum- ist jedoch gut, daß auch ein Vertreter der größten deutschen preußischen Landtags- Session werden unseren Lesern vereine seitens der einzelnen Gemeinden, während die Bundesregierung scharf die Grenzen zwischen der Reichs noch in der Erinnerung sein. Der Antrag v. Brockhausen Nachbargemeinden vielleicht ruhig bei der alten schonenden und Einzelstaats Kompetenz im allgemeinen gezogen hat, wenn er auch bei der Stellungnahme zu dem vorliegenden wandte sich allerdings auch hier in erster Linie gegen Steuerpraxis bleiben. Waarenhäuser, Bazare, Versandgeschäfte und ähnliche In den Plenarverhandlungen ging Herr Burghart Spezialfall wieder die üblichen, aber darum auch ganz Unternehmungen". Aber ob eine Genossenschaft, eine dann sogar soweit, die Kompetenz der Einzelstaaten in nichtssagenden Vorbehalte machte. Aktiengesellschaft oder ein Privatmann an der Spitze eines Frage zu stellen. Wir geben hier seine Worte vollständig berartigen Geschäftes steht, ob der Detailhandel sich auf wieder: Lebensmittel oder andere Waaren bezieht, das ändert an der Beurtheilung der rechtlichen Zulässigkeit der ge­planten neuen Steuer gar nichts.

Es ist nun, schon im Hinblick auf die wahrscheinlichen Erörterungen im Reichstage, wichtig und lehrreich, die Stellung der preußischen Regierung zu der Forderung einer Umsatzsteuer nochmals genauer festzustellen. Diese Stellungnahme ist aller­dings nicht offiziell seitens des gesammiten Staatsministeriums erfolgt; die Aeußerungen des Generaldirektors Burghart in der Kommission und im Plenum lauten jedoch immerhin Derart bestimmt, daß kein preußischer Regierungsvertreter später so leicht über ihren wesentlichen Inhalt hinweg­tommen wird.

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Politische Uebersicht.

Meine Herren! Sie verlangen Schuh- Schutz der Kleinen gegen die Großen; und das können Sie nur erreichen Berlin , 17. Oftober. durch eine Steuer, die das Gewerbe selbst Der Alte vom Sachfenwalde ist sehr schwach ge­reguliren will. Das ist das Entscheidende. Sie worden, sonst würde er nicht jetzt nach 14 Tagen noch den müssen, wenn Sie das erreichen wollen, die Steuer so ton- schon halb vergessenen nationalliberalen Parteitag troß der struiren, daß Sie in die Gestaltung und die freie Entwickelung reaktionären Haltung und Beschlüsse desselben in seinem Organ dieses Klein- und Großbetriebes, des fapitalfräftigen und des minder fapitalfräftigen hineingreift und sagt: so soll es hier anrempeln lassen. Ein besonderer Leitartikel befaßt sich sein; die Großen sollen nicht größer werden; die Kleinen sollen mit folgender Resolution des Parteitages: Raum und Licht haben.... Aber ob wir das durch eine Steuer machen tönnen, und namentlich, ob wir es durch eine andes steuer machen können, das ist doch eine eminent zweifelhafte und schwierige Frage.

Das kann niemals Sache der Landessteuer, das kann nur Sache des Reiches sein. Das Reich hat die souveräne Regelung der Gewerbe- Ordnung, und wohin follte das führen, wenn jeder einzelne deutsche Staat seine Steuer­Einrichtungen so treffen wollte, daß er ihm mißliebige oder ihm gefährlich scheinende Entwickelungen auf dem Gebiete des Gewerbebetriebes durch strangulirende Steuern ein­schränkte und zum Untergang verurtheilte oder sie so weit ein­schränkte, daß sie nicht mehr ihre Egstenz mit Gedeihen fristen tönnen.

Die nationalliberale Partei tritt für eine durchgreifende Reform der Arbeiter- Versicherungsgeseye, namentlich im Simme der Vereinfachung derselben, sowie für eine maßvolle, den prak tischen Verhältnissen des Wirthschaftslebens und der aus-, ländischen Konkurrenz genügend Rechnung tragende Weiter führung der sozialen Gesetzgebung, insbesondere auch auf dem Gebiete der Hausindustrie ein.

Die nationalliberale Partei strebt nach wie vor ein Reichs Vereinsgesetz auf liberaler Grundlage an. Sie ist damit eine verstanden, daß zunächst durch partikulare Gesetzgebung wenigstens das Verbot beseitigt wird, welches die politischen Vereine an der Verbindung mit einander hindert. Jedem Versuch einer reaktionären Gestaltung der Vereinsgefeßgebung, wie einer Einschränkung des Koalitionsrechts wird sie entgegen­

Bunächst räumte der Generaldirektor der direkten Steuern feineswegs ein, daß der§ 7 Nr. 6 der Reichs­Gewerbe Ordnung eine Umsatzbelastung der gewünschten Art überhaupt zulasse. Die Gewerbe- Ordnung verbietet bekanntlich alle Abgaben für den Betrieb eines Ge­werbes" außer den an den Staat und an die Gemeinden zu entrichtenden Gewerbesteueru". Nach Herrn Burg­hart ist jedoch unter den zugelassenen Gewerbesteuern nur Darüber kann kein Zweifel sein: das Reich hat alle das gemeint, was man im allgemeinen unter einer Ge Kompetenzen, die sich auf die Gewerbe- Ordnung beziehen. Der erste Theil des ersten Absages findet den uns werbesteuer verstehe, das heißt eine analog wie von Diese Darlegungen des preußischen Regierungsvertreters bedingten Beifall des Bismarckblattes, bedenklicher aber andern Ertragsquellen von dem Gewerbebetrieb erhobene betonen somit offen: daß eine strangulirende" Umsatz- erscheint ihm schon der zweite Theil. Die Hervorkebung Ertrags- oder Realsteuer; eine start progressive, prohibitiv besteuerung durch Gemeinden oder Einzelstaaten unzulässig der Fortführung der Sozialreform" hält es für eine wirkende Sonder steuer von gewissen Groß betrieben ist, weil sie-wenn auch bei formeller Aufrechterhaltung gewöhnliche Bauernfangsphrase, der sich eine real­

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Rienzi .

noch benutzen wollt, ntanches hübsche Gesicht und manche reizende Gestalt empfehlen."

Drittes Kapitel.

treten."

Ritter mit ernster Aufmerksamkeit betrachteten. Er blieb stehen, als eine der Damen zu ihm sagte: Schöner Herr, Jhr seid sehr kühn, denn Ihr tragt teine Maske und riecht auch nicht an Blumen.

" Ich trage keine Maste," erwiderte er, weil ich erkannt werden möchte; ich bin an diesen traurigen Ort ges kommen, um Eine zu suchen, deren Verlust mein Tod sein würde."

"

Es ist wahr."

Jung und schön? Mit schwarzen Haaren und Augen? Ich will Euch zu ihr führen!"

" Signora!"

Folgt uns!"

" Wißt Ihr, wer ich bin und wen ich suche?"

Der letzte der römischen Volkstribunen. " Fort! Elender!" erwiderte Adrian zornig, ich war Roman von Edward Lytton Bulwer. ein Thor, meine Zeit mit solchen Menschen zu verlieren." " Ihr seid muntere Gesellen," sagte Adrian, aber hört, Das Gelächter des Becchino folgte seinen Schritten. tönnt ihr die Lebendigen eben so gut auffinden, als die Diesen ganzen Tag wanderte Adrian in der Stadt um­Todten fortbringen? Ich suche jemand in dieser Stadt, her, aber seine Nachforschungen und Fragen waren erfolglos'; und wenn Ihr ihn entdeckt, sollt Ihr so viel haben, als alle, denen er begegnete, und von denen er Erkundigungen Euch ein ganzes Jahr Euere jezige Beschäftigung ein- einziehen wollte, schienen ihn als einen Wahnsinnigen Eine der Damen flüsterte jegt der anderen zu: Er ist bringt." zu betrachten. Lärmende Gesellschaften von Lüderlichen jung, hübsch, offenbar edeln Standes und die Best hat ihn Nein, nein, damit können wir uns nicht befassen. und Trunkenbolden, Prozessionen von Mönchen, oder verschout, er wird ganz unserer Abficht entsprechen." Man könnte eben so gut ein Sandkorn am Ufer wieder hier und da einzelne Personen, die schnell einherschritten Das sind meine eigenen Gedanken," erwiderte ihre finden, als ein lebendiges Wesen in den verschlossenen und jede Annäherung oder jedes Gespräch vermieden, Gefährtin, die sich mit den Worten an Adrian wendete: Häusern oder eine Leiche in den offenen Grüften. Wenn waren die einzigen lebenden Wesen, die man in den Straßen Ihr sucht gewiß Eine, mit der Ihr nicht vermählt seid, Jhr aber die armen Becchini's vorausbezahlen wollt, so erblickte, bis die Sonne, mit trübem Dunst umgeben, hinter da Ihr so eifrig sucht?" sollt Ihr die erste Stelle in einem neuen Leichenhause den Hügeln versant und die Finsterniß das stille aber rast­haben, es wird gerade fertig sein, sobald Jhr dazu reif seid." lose Werk der Pest verhüllte. Da!" sagte Adrian, indem er ihm einige Goldstücke hinwarf. Da! und wollt Ihr mir wirklich einen Dienst Die Blume unter den Gräbern. erzeigen, so perlaßt mich wenigstens, so lange ich noch am Leben bin," und hiermit ging er aus dem Zimmer. Adrian überzeugte sich, daß der Bechino den Hunger Der Becchino, der mit ihm gesprochen hatte, folgte ihm. verhindert hatte, der Pest vorzuarbeiten. Das Mahl der Ihr seid freigebig, Herr, bleibt, Ihr werdet frischerer Todten war entfernt und frische Speisen und Weine aller Könnt Ihr mir wirklich etwas über Frenen sagen?" Nahrungsmittel bedürfen, als diese verdorbene Ueberbleibsel Art denn es herrschte jest Ueberfluß in Florenz , Gewiß folgt uns!" find. Ich will Euch mit dem besten versehen, so lange bedeckten den Tisch. Er genoß von den Speisen, jedoch Bu ihr?" so lange Ihr es bedürft. Und hört, wann soll ich wieder nur mäßig, und indem er die Ruhe in einem Bette nicht Ja, ja folgt uns!" tommen?" suchen wollte, neben dessen kostbaren Vorhängen der Tod Die Damen gingen voran und Adrian folgte ihnen, wie Adrian blieb stehen und nannte den Namen Jrenen's noch vor kurzem so geschäftig gewesen sein mochte, ver- in einem Traume, erstaunt und noch zweifelud. Ihr An­und theilte alles mit, was dazu dienen konnte, fie auf schloß er sorgfältig die Thüren und Fenster und wählte zug, ihr Benehmen und der reine toskanische Dialekt zufinden. Mit schwerem Herzen beschrieb er die Gesichtszüge, seinen Ruheplay auf einigen Kissen in dem Zimmer, in der einen, die ihn angeredet hatte, deuteten an, daß sie aus die Haare, die Gestalt jenes liebenswürdigen Wesens, das dem er gespeist hatte. Seine Müdigkeit ließ ihn in einen edlem Stande seien, aber alles andere war für ihn ein un­den Dichter begeistern konnte und jetzt durch den Leichen- unruhigen Schlummer versinken, aus dem er plöglich durch auflösbares Räthsel. träger aufgesucht werden mußte. das Raffelu einer Karre und das Geklingel einiger Glöck­Der Becchino schüttelte mit dem Kopfe, als Adrian chen erweckt wurde. Er horchte, wie die Karre langsam von seine Beschreibung beendigt hatte. Mehr als fünfhundert Haus zu Haus fuhr und endlich der Ton in der Ent solcher Beschreibungen," sagte er, hörte ich in den ersten fernung verhallte. In dieser Nacht konnte er nicht mehr Tagen der Pest, als es noch Liebeode und Geliebte gab; schlafen. aber es ist eine hübsche Beschreibung, Herr, und es würde Die Sonne war noch nicht lange aufgegangen, als er einem armen Becchino Ehre machen, wenn er so viele Reize seine Nachforschungen fortsetzte, und es war noch früh, als, auffinden oder selbst begraben könnte. Ich will mein da er bei einer Kirche vorbeitam, zwei reich gekleidete Damen bestes thun, übrigens kann ich Euch, wenn Ihr Eure Zeit aus ihr heraustraten und durch ihre Masken den jungen

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" Ja!"

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Sie famen an einer der Brücken an, wo eine Sänfte und ein Diener zu Pferde, der ein anderes am Zügel hielt, sie erwarteten. Die Damen traten in die Sänfte, und dies jenige, welche vorhin mit Adrian gesprochen hatte, ersuchte ihn, auf dem Pferde ihnen zu folgen. Aber sagt mir" begann.

Reine Fragen, Ritter," erwiderte sie ungeduldig," folgt den Lebenden schweigend, oder bleibt bei den Todten, wenn Ihr es vorzieht.".