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Nr. 246.

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in der Post Zeitungs Preisliste

für 1896 unter Nr. 7277.

Vorwärts

13. Jahrg.

Insertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Fest­tagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Mr. 1508, Telegramm Adresse: " Sozialdemokrat Berlin".

Berliner Bolksblatt.

Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands .

Redaktion: SW. 19, Benih- Straße 2.

An die Parteigenossen!

Dienstag, den 20. Oktober 1896.

Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3:

weil die Genossen kein Lokal bekommen, oder weil, wie in Mecklen| ein hervorragender Agitator ist und sehr mächtige burg, sozialdemokratische Versammlungen überhaupt nicht geduldet werden, da genügt es, wenn die Parteigenossen sich privatim ver­Durch Beschluß des Parteitages in Gotha ist das am ständigen, und einen aus ihrer Mitte als Vertrauensperson in 5. Dezember 1895 bezüglich der Parteileitung von der sozial- Vorschlag bringen. demokratischen Fraktion des Reichstags geschaffene Provisorium bestätigt und für das nächste Geschäftsjahr beibehalten worden.

Die Unterzeichneten sind mit der Leitung der Parteigeschäfte für das nächste Jahr betraut worden. In Ausführung dieser Be­schlüsse hat sofort im Anschluß an die Wahl die Konftituirung der Parteileitung stattgefunden, bei welcher Gelegenheit folgende Beschlüsse gefaßt wurden:

Die Adresse des Parteibureaus ist wie bisher: W. Pfannkuch,

Hamburg Eimsbüttel , Eichenstr. 4, I. Sämmtliche für den geschäftsführenden Ausschuß bestimmte

Briefe und sonstige Zusendungen sind nur an die vorstehende

Adresse zu richten.

Alle Geldsendungen dagegen sind nur an den Parteikassirer A. Gerisch, Hamburg Eimsbüttel ,

au adressiren.

Eichenstr. 4 I,

Heinrich Meister, Hannover , Pferdestr. 9, einzusenden.

Parteigenossen! Der geschäftsführende Ausschuß wird wie warten, daß Euerseits das gleiche geschieht. bisher, so auch im neuen Jahre seine Pflicht erfüllen, wir er­

Vorwärts, trok alledem!

Hoch die internationale Sozialdemokratie! Hamburg , 19. Oktober 1896.

Der geschäftsführende Ausschuß.

H. Förster. A. Gerisch. H. Könen. F. Moltenbuhr W. Pfannku ch.

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re unde hat und ich brauche wohl nicht auss einander zu sehen, was dies zu bedeuten hat." geordneten hatte, hielt mich damals zurück, das Gespräch in ge Nur die Achtung, die ich vor der Eigenschaft eines Ab­bührender Weise abzubrechen. Dr. Arendt beklagte in derselben Unterredung, daß Dr. Peters nicht zum Gouverneur gemacht und von mir nicht in Vorschlag gebracht worden sei. Ich wußte, daß Dr. Arendt die Vorgänge kannte, denn seine Freunde, die Herren v. d. Heydt und Dr. Schröder, hatten ohne mein Vor­wissen dem gegenwärtigen Herrn Reichskanzler den Obersten Lieber vorgeschlagen und an diesen hatte Dr. Peters geschrieben, daß er ihn zum Vizegouverneur in Antrag bringen sollte. Ich wich der Frage des Dr. Arendt deshalb aus und bemerkte nur: Er überschäße meine Stellung; für die wichtige Stelle eines oftafrikanischen Gouverneurs bedürfe ein Reichskanzler keiner Vorschläge, ebenso wenig wie für diejenige eines Botschafters. Für solche Posten habe sowohl Bum Wechsel im Kolonialamte. Der eich stanzler, wie oft auch Seine Majestät felbft ihre eigenen Kandidaten. Daß übrigens Fürst Dr. Kayser, der verflossene Direktor des Kolonial- Hohenlohe die Ambitionen des Dr. Peters nach dieser Stellung wesens, hat heute die letzte Sigung des Kolonialraths, der gekannt habe, könne ich versichern." Wenn also Dr. Arendt er präsidiren wird, zu einer Rede pro domo, das heißt in behauptet, ich hätte ihm gesagt, daß ich Dr. Peters zum Gou­verneur vorgeschlagen habe, so ist diese mir unterlegte Mit­eigener Sache, benüßt. Nach einer Einleitung, in der er theilung unwahr. Das Gegentheil ist der Fall. Ich hatte die deutsche Kolonialpolitik im allgemeinen und seine aber, nachdem mir Dr. Arendt Verfolgungen seitens des Beschwerden über den geschäftsführenden Ausschuß oder bessen kolonialpolitische Thätigkeit im besonderen in möglichst Dr. Peters und seiner Freunde verblümt, aber 2 Geschäftsführung sind an wenig ungünstiges Licht zu setzen suchte, gestand er ein, deutlich in Aussicht gestellt hatte, keine Veranlassung, Bekanntlich haben sich die daß das Kolonialfeuer in Deutschland vollständig erloschen seine Frage zu beantworten. sei und kam dann auf sein Verhältniß zu Peters zu Berhandlungen mit Dr. Peters wegen der Stelle am Tanganyka Monate lang hingezogen, weil er Bedingungen über Bedingungen sprechen. Er sagte da: Parteigenossen! Nach den Bestimmungen des§ 4 des Als Major v. Wißmann zum Gouverneur ernannt worden stellte, Erklärungen wieder zurückzog und auf Erlasse Wochen Organisationsstatuts hat die Neuwahl der Vertrauenspersonen war im Frühjahr 1895, tam noch während meiner lang nicht antwortete. Zuletzt riß dem Herrn Reichskanzler die alljährlich im Anschluß an den Parteitag stattzufinden. Wir damaligen schweren Krankheit Dr. Arendt als Abgesandter des fang gewährte Geduld und es wurde Dr. Peters ein Ultimatum trittes zu verhandeln. Ich machte ihn darauf aufmerk richten deshalb an Euch das Ersuchen, diese Neuwahlen überall Dr. Peters, um wegen dessen Verwendung mit mir zu ver- gestellt. Dr. Arendt fam, um über die Modalitäten des Rück­handeln. Er berief fich auf eine Aeußerung des Staats­wo sie nothwendig sind, schleunigst vorzunehmen und von dem sekretärs v. Marschall in der Budgetkommission, daß die Re- sam, daß die bloße Weigerung, die Stelle zu über­nehmen, den Abschied ohne Pension zur Folge haben Ergebniß derselben, unter genauer Angabe der Adresse des Ge- gierung außer Wißmann auch Dr. Peters seinen Fähigkeiten würde, daß aber der Herr Reichskanzler, um sein besonderes wählten, dem geschäftsführenden Ausschuß unter der oben an- entsprechend zu verwenden gedenke. Diese Aeußerung hatte zwei Wohlwollen zu bezeugen, geneigt sein würde, Dr. Peters zur Afrikaner veranlaßt, hiergegen Einspruch zu erheben und die gegebenen Adresse Mittheilung zu machen. Vorgänge am Kilima- Ndjaro neu zu beleuchten. Es hatte deren Disposition zu stellen. Dr. Arendt griff dieses Anerbieten init Auch die Vertrauenspersonen jener Drte, welche im neuen Bernehmung und diejenige des Dr. Peters stattgefunden. Ein Freuden auf, vergaß aber nicht hinzuzufügen, daß dies um so Jahre die Parteigeschäfte wie bisher weiter besorgen, werden er- Beweis eines Verschuldens war hierdurch nicht erbracht, wohl angenehmer sei, als Dr. Peters doch einen Fuß im Steigbügel behielte und wieder in den Dienst sucht, davon dem geschäftsführenden Ausschuß Mittheilung zu aber ein bisher nicht vorhanden gewesener Zweifel angeregt. tönnte, wenn das gegenwärtige Regi machen, damit das Adressenverzeichniß auf dem Laufenden gehalten Abgeordneten getheilt wurde, war folgende: Der Beweis einer Ende erreiche. Auf Wunsch von Dr. Arendt habe ich ihm Meine Stellung, die auch von einem hervoragenden Reichstags- ment, bas boch nicht von Bauer sein werde, fein werden kann und Irrthümer vermieden werden. Die Vertrauens. Schuld des Dr. Peters schien mir nicht erbracht: der weiterende erreiche. Auf Wunsch von Dr. Arendt habe ich ihm das an Dr. Peters zu stellende Gesuch in die Feder diktirt. nach dem damals bekannten personen werden besonders darauf aufmerksam gemacht, daß es Fortgang der Sache hätte So Dr. Kayser über sein Verhältniß zu Peters. Was nicht genügt, wenn ihre Neuwahl in irgend einem der Partei- Bache schädlichen Skandal herbeigeführt, ohne eine Verurtheilung er dann noch über die Gebrüder Schröder sagt, ist von Beweismaterial meiner Ueberzeugung nur einen der kolonialen organe veröffentlicht wird. Bei der großen Zahl unserer Preß zu erreichen. Auch glaubte ich angesichts diefer Sachlage die untergeordneter, und was er zum Schluß über die Aus­organe ist es ausgeschlossen, daß seitens des geschäftsführenden Verdienste in Erwägung ziehen zu müssen, die Dr. Peters um sichten der Kolonialpolitik sagt, von gar feiner Bedeutung. Ausschusses eine so genaue Kontrolle stattfindet, um jede Notiz die Erwerbung von Ostafrika erworben hatte. Eine Verwendung Desto wichtiger sind die Halb- Enthüllungen mit bezug über etwa erfolgte Wahlen von Vertrauenspersonen feststellen zu unter dem Gouverneur von Wißmann schien mir die beste Lösung. auf Peters. Zunächst sehen wir, wie man die Thaten und Die Verhandlungen mit Dr. Arendt dauerten lange Beit, Unthaten des letzteren zu verschleiern und zu ver zumal ich Don meinem Krankenbett aus nicht viel 811 tuschen bemüht war. Allein von weit größerem thun vermochte. Nach meiner Genesung im Juni wurden dieser Theil der Bekenntnisse des die Verhandlungen im Amt fortgesetzt. Dr. Arendt be- Interesse als gann dieselbe mit folgenden Worten, deren Text ich Herrn Dr. Kayser sind die absichtlichen oder mir damals, nachdem er mich verlassen, sofort notirt hatte: absichtlichen Indiskretionen über die Kliquenwirthschaft und " Dr. Peters erwartet eine gute Behandlung; Sie wissen, daß er den Zickzack- Kurs auf dem Gebiete der Kolonialpolitik.

tönnen.

Die Wahlen der Vertrauenspersonen haben in öffentlichen Parteiversammlungen stattzufinden, zu denen jedermann Zutritt hat, der sich zu den sozialdemokratischen Grundsätzen bekennt. Wo solche Versammlungen nicht stattfinden können, sei es,

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Rienzi .

Der letzte der römischen Volkstribunen.

Signora", erwiderte Adrian, ich ließ mir wenig träumen, daß ich hierher kommen würde, um Fragen über mich selbst zu beantworten, aber ich will Eurem Verlangen genügen. Mein Name ist Adrian di Castello aus dem römischen Hause der Colonna."

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wir looseten, wer ihn suchen solle, das Loos fiel auf die Damen, die Euch, wie ich hoffe, nicht zu Eurem Miß­vergnügen, hierher brachten. Schöner Herr, mein Bericht ist beendet!"

,, Ach, liebenswürdige Königin!" sagte Adrian, der kräftig, aber vergeblich gegen die bittere Enttäuschung an­kämpfte, ich kann mich Eurem glücklichen Kreise nicht auschließen; ich bin in mir selbst schon eine Verlegung Eures Gesetzes. Nur ein trauriger Gedanke erfüllt mein Herz, dem jede Fröhlichkeit Entheiligung sein würde. Ich suche unter den Lebenden und den Todten nach einem Wesen, über dessen Schicksal ich ungewiß bin, und nur die Worte meiner schönen Führerin, deren Sinn ich mißverstand, haben von meiner traurigen Pflicht mich ableiten können. Ge stattet, edle Signora, daß ich nach Florenz zurückkehre." Die Königin sah befremdet nach der schwarzäugigen Marianna, die durch einent bedeutsamen Blick erwiderte und darauf, schnell vor Adrian tretend, zu ihm sagte:

Die beiden Begleiterinnen des Colonna hatten jetzt ihre Masken abgenommen, und die eine, die ihn zuerst vor der Kirche auredete, schüttelte ihre langen und schwarzen Locken Eine edle Säule eines edlen Hauses", erwiderte die über einem großen schelmisch lächelnden Auge und einer Königin. Was uns betrifft, so wißt, da Eure Neugierde Wange, deren Farbe jetzt durch ein leichtes Erröthen vielleicht erregt worden ist, daß wir sechs Damen aus noch erhöht wurde, und sagte ihn, noch bevor er auf die Florenz , durch unsere Verwandten und Beschüßer theils ver­Bewillkommnung, mit der er empfangen wurde, erwidern lassen, theils durch den Tod ihrer beraubt, den Entschluß tonnte: gefaßt haben, uns in diese Villa zurückzuziehen, wo der " Herr Ritter, Jhr seht nun, wohin ich Euch entführt Tod weniger mit seinen Schrecknissen erscheint, als in der habe. Ihr werdet gestehen müssen, daß es hier angenehmer Stadt dort unten, und da die Gelehrten behaupten, daß ist, als in der Stadt, die wir verlassen haben. Ihr blickt die Traurigkeit die furchtbare Krankheit befördert, so seht mich verwundert an? Seht, meine Königin, wie sprachlos Jhr in uns geschworene Feindinnen der Traurigkeit. Sechs die Wunder Eures Hofes ihn gemacht haben. Ich ver- Ritter von unserer Bekanntschaft willigten ein, uns zu be­sichere Euch, er war beredtsam genug, als er blos mit uns gleiten. Wir bringen unsere Tage, seien es viele oder zu thun hatte, ja, ich war sogar gezwungen, ihm Still- wenige, in den Abwechselungen und Zerstreuungen zu, welche schweigen zu gebieten." die Natur und unsere eigenen Hilfsquellen uns darbieten. O, bann habt Ihr ihn also noch nicht von den Ge- Musik und Tanz, muntere Geschichten und fröhliche Ge­bräuchen und der Geschichte unseres Hofes benachrichtigt? fänge mit solchem leichten Wechsel der Szene als vom sagt die Dame mit dem Lorbeertranz. Rasenplatz in den Schatten, von der Allee zur Fontaine, erfüllen unsere Zeit und bereiten uns auf einen ruhigen Schlaf und auf glückliche Träume vor. Jede von uns ist abwechselnd Königin unseres freundlichen Hofes, so wie es heute mein Loos ist. Unsere Konstitution besteht nur aus Mit diesen Worten sprang das Mädchen fort und be- einem Gesetz daß nichts Trauriges zugelassen werden wie ich Euch sagte. Nein, Signor, ich täusche Euch nicht. gann ihre Locken etwas tokett in dem glatten Spiegel eines soll. Wir möchten leben, als ob jene Stadt nicht in der Es ist wahr, daß ich Euch nicht zu ihr bringen kann, sie Marmorbassins, aus dem das Wasser über den Rand den Welt wäre, und als ob( fügte die schöne Königin mit ist vor einigen Tagen nach einer der lombardischen Städte, grünen Abhang hinunterrieselte, zu ordnen, dann und wann einem leichten Seufzer hinzu) Jugend, Anmuth und Schön- welche, wie man wissen will, die Seuche noch nicht erreicht schelmisch nach dem Fremden blickend und so nahe bleibend, heit nicht verblühen könnten. Einer unserer Ritter verließ hat, abgereift. Nun, edler Herr, ist Euer Herz jezt er daß sie hören konnte, was gesprochen wurde. uns thörichterweise, indem er versprach, am nächsten Tage leichtert und wollt Ihr sobald unseren Hof der Freude Erlaubt mir zuvörderst, Herr," sagte die Dame, welche zurückzukehren; wir haben ihn nicht wiedergesehen; wir verlassen? und vielleicht auch den der Liebe", fügte sie mit die Königin benannt wurde, nach Eurem Namen, Rang wollen nicht daran denken, was ihm widerfahren sein mag. einem sanften Blicke aus ihren großen schwarzen Augen und Geburtsort zu fragen." Es wurde nothwendig, einen Stellvertreter für ihn zu finden; hinzu, ( Fortsetzung folgt.)

Nein, meine Königin, ich glaubte, daß jede Beschreibung, in einem Orte, wie Florenz jetzt ist, vorgetragen, ihre Wirkung verfehlen würde. Mein Auftrag ist erfüllt, ich empfehle ihn Eurer Gnade."

Aber Signor, wenn ich mein Versprechen noch halten tönnte? wenn es mir möglich wäre, Dich zu beruhigen über die Gesundheit und Sicherheit- Frenens." Irene," wiederholte Adrian verwundert, indem er in diesem Augenblick nicht daran dachte, daß er selbst ihren Namen genannt hatte. Frene, Frene di Gabrini, die Schwester des einst so berühmten Rienzi."

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Dieselbe", antwortete Marianna schnell, ich kenne sie,