77212 528 = 312 557 67 510 479 524 377 513 613 207 632 53 171 757 518
79 484( 200)
615 121 606
Nr. 29.
Mittwoch, 4. Februar 1885.
II. Jabrg.
Berliner Volksblatt.
7 42 396 834 ( 250) 534 639 529 333( 200 13 14 982 240 50 105 36 998 800 737 862 1000) 331 64
5 533 959 916 85770 273 37 580 232 342 6 610 259 65 00 424 36 54
O 402 761 81
689 704 16
Organ für die Interessen der Arbeiter.
405 858( 50% et täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtages. Abonnementspreis für 77( 200) Beli fret ia's Saus vierteljährlich 4 Mart, monatli 1,35 Black, wöchentlich 35 3f. Botabonnement 4 Mart. Einzelne Nr. 5 Bf. Sonntags- Nummer mit illuftr. Beilage 10 Bf. 480 453( 200 ( Singetragen in der Bostzeitungspreisliste für 1885 unter Nr. 746.) 00) 661( 200 679 839( 250
560 961
D. 93424
553 247
409 75
188( 200) 684 95 73 757( 2 292 194( 2 494. 96 852 463 ( 200) 749
Redaktion und
Zu den neuesten Boll- und Steuerplänen.
Während im Deutschen Reiche alle Parteien, die Reichsregierung voran, in Arbeiterfreundlichkeit machen, wird froßbem wieder eine Erhöhung der Lasten für den armen Mann
87 290 4 geplant.
169( 200)
Die Getreibezölle und die 3ölle auf
200) 612 5 meine und Schweinefleisch sollen erhöht
61( 200) werben. Im Bundesrath wird ein erhöhter Zolltarif be= 457( 250) athen und in der schutzöllnerischen freien Vereinigung im Reichstage überbietet man noch den Tarif.
on.
Die Regierung verlangt einen doppelten Roggenzoll, die freie Bereinigung einen dreifachen. Daneben will lettere ben Zoll auf Schweine von 2 M. 50 Pf. auf 6 M. er Бобен auch für then und den Zoll auf Fleisch überhaupt von 12 auf Fenden Vere 20 M. Gründen f
r dürfen
ter
S
Veridlus
fein?
& Scher nft tönnen
Sle
Bei dem anderen Vieh soll eine Zollerhöhung von
50 Prozent eintreten, bei dem Zoll auf Schweine aber eine Grobung von 140 Prozent!
Da nun aber Schweinefleisch überwiegend von der
arbeitenden Bevölkerung genoffen wird, so sehen
it
ervainen und klerikalen Herren, die sich zu der sogenannlor ist berfen freien wirthschaftlichen Vereinigung zusammengefunden haben. Da sollte man fast die Deutsch- Freifinnigen loben,
nigten Sta der allgemein bie Autors,
8 europäi Poftansta awar fam ner( in Deut 1 Einwohne 225,000 raphenanital er in Eur 5947 Million Brieffendung
en, 1046
n, 1672
europäi
Einnahme
chuß also
antonfer
unkt der
内
Were
Endlich die B
trägt auf Der Greenwi
n, von weld
Pla
½ Uhr,
ng
= 9 u. 10. beiterfrage emer. Rend
en.
Butritt.
Der Vorftan
gimmer
ob"
[ 130
Leit
Spiel
ht wenigstens nicht mehr mit ihrer Arbeiterfreundlichprahlen, sondern mit verschränkten Armen dem Schau
zusehen.
Ueber den jeßt dem Bundesiath vorliegenden neuen olltarif urtheilt ein tonservatives Blatt, die ,, DresNachrichten" in folgender recht bezeichnender Weise:
Dener
Der
Um für die Getreidezölle eine sichere Mehrheit im Reichstage zusammenzubringen, hat der Reichelangler in Die Bolltarijnovelle auch eine ausgedehnte Zahl von InBekannt ist von früheren buftriezöllen aufgenommen. Berathungen der Bolltariferhöhungen her, daß viele Landwirthe im Reichsiage durchaus nicht geneigt waren, Industrie die nöthigen Schutzölle zu bewilligen. Gift als auch Schutzölle für Erzeugnisse der Landwirth schaft vorgeschlagen wurden, tam das Bündniß zwischen den Vertretern der verschiedenen Interessengruppen zu Stande. Noch diesem Rezepte ist auch der jezige Bolltarif ausgearbeitet. Die Großindustriellen find nämlich feineswegs von der Erhöhung der Getreidezölle erbaut. Um ihren Widerstand zu bestegen, gewährt ihnen der Reichsfanzler eine unerwartet lange Bahl industrieller Schußzölle. Er veiflicht in die Getreidejölle möglichst viele Gruppen von Interessenten und bedenkt nicht blos die große, sondern auch die mittlere und fleine In
dustrie."
Insertionsgebühr
beträgt für die 3 gespaltene Betitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 f. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Juferate werben bis 4 th Nachmittags in ber Expedition, Berlin SW., 8immerstraße 44, sowie von allen Annoucem Bureaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen.
pedifion Berfin SW., Bimmerstraße 44.
fervativen Blatte ſelbſtverſtändlich die ganze Berantwortung.
Als vor einigen Jahren den Agrariern und industriellen Schutzöllnern im Reichstag der Vorwurf gemacht wurde, daß sie ein Schachergeschäft getrieben hätten, da entstand großes Halloh in jenen Kreisen, welches auch von der konservativen Presse weidlich unterstüßt wurde. Man sprach von Verdächtigungen und Verleumdungen. Jezt scheint man wenigstens in einigen konservativen Blättern zur Eins ficht gekommen zu sein und den Interessenhandel" noch nachträglich zuzugestehen.
Daß aber die Interessengruppen im Reichstag, die Großgrundbesitzer und Großindustriellen mit ihren Bollerhöhungen noch weiter gehen, als die verbündeten Regie
rungen, das haben wir oben schon angedeutet.
Betont foll noch werden, daß die erstere Intereffengruppe fich ganz besonders bagegen sträubt, auf eine höhere Spiritussteuer einzugehen und die Zucker= rübensteuer zu regeln. Hierzu bemerkt recht drastisch bas obengenannte fonservative Blatt:
Es versteht sich ganz von selbst, daß man die Landwirthschaft als solche und ihre technischen Nebengewerbe in die pfleglichste Behandlung zu nehmen hat; aber die allzugroße Bartlichkeit der Eltern wird stets für die Kinder verhängnißvoll. So weit darf die Begünstigung niemals gehen, daß die Kinder fich vermittelst elterlicher Unterstügung selbst ruiniren und alle anderen Erwerbszweige dazu angehalten werden, die wirthschaftlichen Sünden entarteter Geschwister zu bezahlen. So steht es aber mit den 3 uder Lords und den Spiritus Baronen. Wären Zuckersiedereien und Schnapsbrennereien nicht so hochadlige Gewerbe der Großgrundbefiger niemals hätte man in Berlin mit solcher beispiellosen Langmuth dem stetigen Verfall beider Steuerarten und die den Reichskaffen entgehenden Millionen- Beträge zugesehen."
Also giebt es noch Steuerobjekte auch nach Ansicht fonservativer Rreise, die ohne das arbeitende Bolt schwer zu belasten den Reichskassen Millionen- Beträge zuführen tönnten!
Wie den Großgrundbesitzern aber solche Steuern läftig sind, so find den Fabrikanten alle Beiträge unangenehm, die sie zur Erleichterung der Lage der Arbeiter zahlen sollen. Da fiimmen sie lieber für Erhöhung des Kornzolls, wenn ihnen durch industrielle Schutzölle ein spezieller Vortheil erwächst.
Bu ihnen gesellen sich die Liberalen, welche sich gegen die Börsenfteuer und gegen jede Verstaatlichung des Verkehrs wenden, damit Börse und Handel, ihre Lieblingsfinder, in dem großen Interessenkampfe nicht Schaden ers leiden sollen.
Alle drei aber, die Großgrundbesiger( Agra
Wir wissen natürlich nicht, ob die hier ausgesprochene Anschauung auf Wahrheit beruht und überlassen dem fon- rier), die Großindustriellen( Schußzöllner) und
Ragbrud 79
verboten.]
Feuilleton.
Gesamt und gefunden.
$ da Roman von Dr. Dur.
( Forſezung.)
Wenn Euch nicht zuweilen das Fräulein aufrüttelte, Thr würdet den ganzen Tag umherlungern.
Sabt Ihr etwa vor Herrn Harder Respekt?
die Handelsherren und Börsianer( Manchester
männer) sträuben fich gegen die einzige gerechte Steuer, gegen die progressive Einkommensteuer, welche alle Besigenden gleichmäßig belastet und den Armen verschont.
Daraus tann man auch die gerühmte ,, Arbeiterfreundlichkeit" jener drei herrschenden Klassen unserer Bevölkerung ertennen.
Berichtigung. Durch ein Versehen ist zu Ende des gestrigen Leitartikels die überbleibende Summe für die Dampferfubvention auf 3 Millionen 750,000 Wtart angegeben worden. Dieselbe beträgt nur 1 Million 700,000 Mart.
Politische Webersicht.
Erhöhte Rölle führen meist auch zu Kampfzöllen. So freuen sich die fanatischen Ruffen jetzt schon deshalb über die Erhöhung der Getreidezölle in Deutschland , die ihnen eigent lich unbequem find, weil dadurch Rußland die Möglichkeit geboten wird, auch seinerseits erhöhte Industriezölle einzuführen -besonders gegen Deutschlend. Man steht schon daraus, daß wenn Schußzölle wirklich irgend welchen Segen bringen, dieser Segen wieder aufgehoben wird, durch die Zölle, welche das Ausland unseren Erzeugnissen auferlegt. So entsteht ein Kampf dem der Löwen in der Fabel vergleichbar, die sich gegenseitig bis auf die Schwänze aufgefreffen haben.
Die Zolltarifvorlage hat der Bundesrath im Wesent lichen nach den Ausschußanträgen angenommen. Also auch die Erhöhung der Getreidezölle ist damit beschlossene Sache geworden, wenigstens soweit der Bundesrath in Betracht kommt, und der Reichstag wird nunmehr in die Lage kommen, Stellung zu dem Projekt zu nehmen. Daß die sogenannte Freie wirthschaftliche Vereinigung das Zustandekommen der Kornzollerhöhung mit allen Kräften erstrebt, ist bekannt, und ein Umschwung in den Ansichten der Regierung läßt sich jest nur noch von einer Massen- Agitation gegen die geplante Era höhung erhoffen.( 3) Die Liberalen haben diese Agitation bes reits mit einem Aufruf eröffnet. Im Uebrigen hat der Bundesrath fich noch mit dem Auslieferungsvertrag beschäftigt und denselben an die zuständigen Ausschüsse verwiesen.
-
Eine Ergänzung des§ 72 des Reichsbeamtengesekes vom 31. März 1873 soll durch einen dem Bundesrathe vor liegenden Gefeßentwurf herbeigeführt werden. Der§ 72 des erwähnten Geseges erhält folgende Fassung:§ 72. Ein Reichsbeamter, welcher die ihm obliegenden Pflichten(§ 10) verlegt, begeht ein Dienstvergehen und hat die Disziplinar bestrafung verwirkt. Wegen Handlungen, welche ein Reichsbeamter vor seiner Anstellung im Reichsdienste begangen hat, ist ein Disziplinarverfahren dann zuläffta, wenn jene Handlungen die Entfernung aus dem Amte(§ 73 Nr. 2) begründen. War der Beamte vorher im Dienste eines Bundesstaats anges stellt, so unterliegt er wegen aller in diesem Dienstverhältnisse begangenen Dienstvergehen den Vorschriften des gegenwärtigen
Herr nicht mehr ausfährt... Also Sie glauben wirklich, haben ihn bethört, er ist nie hart und grausam gewesen; es geht mit ihm zu Ende?"
Wir müssen Alle einmal sterben," antwortete der Doktor mit zynischem Lächeln, und der Tod wird auch Euren Herrn nicht verschonen.... Aber Sie machen ja Aber Sie machen ja ein Gesicht, als wenn Sie schuld wären an seinem
Tobe." D
Der Stellmacher sah in der That sehr betrübt und fast erschrocken aus bei der traurigen Auskunft des
aber andere Leute sind es."
"
,, Und wer sind die Anderen, die, wie Sie sagen, ihn bethört haben?" ,, D, mein Herr, fragen Sie mich nicht," bat der Stellmacher beinahe in flehendem Tone. Man darf hier nicht allzu viel reden. Sie machen nicht viel Federlesens mit Denen, welche wagen, einen Tabel auszusprechen. Ich bin Vater von vier Kindern, und auch um mich wäre es gefchehen, wenn ich ihnen nicht immer ihren Willen Schuld an seinem Tode," antwortete er mit unsiche- thue?" rer Stimm.„ Schuld an seinem Tode bin ich gerade nicht; fiad" denn die Leute, denen Sie immer ihren Willen Wer ,, Sie sprechen in Räthseln, lieber Freund. aber es liegt mir etwas schwer auf dem Herzen. thun gi Ich kenne Sie nicht, mein Herr, und weiß nicht, ob Sie vielleicht ein Freund oder Verwandter der Amberg's find; darum darf ich nicht reden."
Doktors.
ann mich um das übrige Fuhrwert nicht bekümmern... h habe augenblicklich mit dem Adergeräth zu thun und So, jetzt ist's gut." Mit diesen Worten kam die Gestalt eines Mannes hervorgetrochen, der eine Schürze von blauer Leinwand babe nicht Ruhe, als bis ich's dem gnädigen Herrn geTabl." au gebunden hatte und einen schmußigen, grauen Filz fagt habe..
Wahlkreis)
T.
nie
but trug.
Also Sie sind der Doktor unseres gnädigen Herrn?" Offerten tagte der Mann, der den Kutschenschlag in der Hand hielt, ftc. 44, ahrend Doktor Lauer einstieg. tends wandte sich dann, ohne die Antwort abzuwarten,
reins
O MK
13,
erlin.
224
Er
an den Kutscher: Warte noch einen Augenblick, Johann!"
wiederum
Ich habe Unrecht gethan gegen einige Leute hier, und wenn ich wüßte, es ginge mit dem gnädigen Herrn zu Ende, ich beichtete es ihm, und wenn
es mir mein Brod koftete."
,, Das ist Ihre Sache, mein Freund," antwortete der Vorwärts Doktor; das geht mich nichts an....
"
"
Kutscher.. " Zurück vom Schlage, Barthel!" rief der Kutscher und schnalzte mit der Zunge. -Die Braunen flogen die Rampe hinab.
200
Barthel stand noch ba und starrte mit niedergeschlage ner Miene dem Wagen nach. Da erst bemerkte er, daß
Ich wollte mir erlauben, Herr Doktor," sagte er grauen Filzhut von dem Urwald rothbraunen Haares hers zu dem Arzt, indem er bei diesen Worten seinen unterzog, und einen Ropf zeigte, von dem man eigentlich fehr wenig mehr fah, als die üppigste Haarwucherung, nur die Nase und die Augen waren frei, und die letteren richteten welchen er in seinem Leben noch nicht gesehen hatte. Bars
ich wollte mir erlauben," wiederholte er, an Sie eine
mit
Ich bin weder ein Freund noch ein Verwandter der Amberg's und Sie dürfen offen sein... Was Sie übrigens da andeuten, ist mir nichts Neues. Ich weiß, daß Amberg und seine Tochter Herrn Rodenburg ganz und gar be herrschen."
Das ist das rechte Wort," bestätigte der Stellmacher. ,, Sie thun gegen Andere viel Unrecht und verleiten ehr liche Leute auch, Unrecht zu thun.... Ich kann nichts weiter sagen.... Entschuldigen Sie mich; nichts für ungut, gnädiger Herr!"
Damit machte Barthel einen Kragfuß und wandte dem Angekommenen den Rücken. Als dieser sich dem Hausflur zuwanbte, erschien in demselben ber Bortier, der den Anerbietig zur Seite, um ihm den Weg zur Hausthür frei gekommenen mit erstaunten Blicken maß.
Brage zu richten, Herr Doktor, nämlich, wie es eigentlich zu machen.
unferem gnädigen Herrn bestellt ist?"
Doltor.
Der Fremde blieb stehen.
Schlecht, mein Freund, schlecht!" antwortete der Ich hörte soeben," sagte er, daß der Arzt Ihnen Aber bitte, machen Sie den Schlag zu; mittheilt, es flebe schlecht mit Ihrem Herrn, und es scheint mir, Ihnen geht sein Schicksal nahe."
laffen Sie uns fahren, damit wir den Zug nicht ver
faumen."
..D, das hat nichts zu sagen. Die Braunen greifen
Sehr nahe, mein Herr," antwortete Barthel ,,, denn Mögen die Leute er war ein guter Herr!
gut aus; thun ja jeht nichts, stehen den ganzen Tag im fagen was sie wollen, mögen fie ihn hart nennen
Stalle. Die Rutschpferde haben die beste Beit, seitdem der
und grausam.... ist alles nicht seine Schuld. Sie
" Ich wünsche Herrn Rodenburg zu sprechen," sagte der Fremde.
Geht nicht an!" antwortete der Portier, indem er
fich breit in der Thür aufpflanzte, als wollte er ihm den
Weg versperren.
"
"
Und warum geht es nicht an?" fragte der Fremde. Weil Herr Rodenburg frank ist!"
Nun eben, weil er frant ist, fomme ich
Das klingt sonderbar, mein Herr," versetzte der