»«st-"». s»« Rr. 137 Dienstag 16 Juni 188a n. Jahrg. fit w s R-sZ' *5 Sorft«' 1# M erlimVMUl Brgan für die Interessen der Arbeiter. Jnsertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Hebereinkunft� s Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen« Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Kenthstraße 3.— Expedition: Zimmerstraße 44. rücken." \ Vie kapitalistische presse. , Der bekannte Berliner Korrespondent der„Breslauer Leitung", Herr Alexander Meyer, wendet sich in aller Schärf« gegen die Ausweisungen der russisch » kölnischen Arbeiter au» den Jndustrie-Distrikten �ierschlesienS. Der bekannt« manchesterliche Herr macht sich alle die» pnigen Argumente zu eigen, welche von der Unternehmer» W«, also auch die der„Zeitschrist de» Oberschlefischen "erg> und Hüttenmännischen Verein»", die wir schon«in- ftal besprochen habe», vorgebracht werden. Wir würden auf diese Angelegenheit hier an der her» »«tragenden Stelle nicht zurückgekommen sein, wenn nicht •n„Gewerkverein" de« Dr. Max Hirsch , sich ja auch al» Arbeiterorgan gerirt, de« Artikel aus der„Breslau «, Zeitung" abgedruckt und den» >»lb«« sich zu eigen gemacht hätte. Da» Argument, welche« das Organ der Hüttenbefitzer strsten die Autweisurg vorbrachte, lautet: „Die Verhinderung dieser Leute(nämlich der russischen die deutsche Grenze zu kommen) würde nicht r** f** die Grube» einen zunächst gar nicht DL J$/*d«» Ausfall hervorrufen, so«- W1«1 1*• diesseitigen Arbeite, von Nachtheil sein, '0 daß die einheimischen Arbester rascher auf- ...«°llen wir bemerke«, daß vorstehender Satzschon vongen Monats wörtlich in der„Schlesisch.n Zestung stand und daß wir in Nr. 123 in«ine« Lest- , ich>uf gegen eine solch« Auffassung unserer mrthschaftlrche» Verhältnisse ausgesprochen haben. Die de» deffenden Sätze, die wir für wichtig genug halte»,»olle» ftir hier au» de« betreffenden Artikel nochmal« abdrucken. dieselben richten sich nunmehr gegen ein„Arbeiterblatt", Aelche« augenscheinlich im Dienst« de» KapitaliSmu « steht, Segen den Hirfch-Duncker'schen„Gewerkverein". Wir ichrieben damals:........... „Wir haben schon zu wtederholten Malen erklärt, daß wir an sich nicht« gegen die fremden Arbetter haben, da »»ch deutsche Arbeiter in die Fremd« gehen, um ihr Brod £»erdien«». Aber wir sind Gegner derjenigen fremden bester, die nach Deutschland kommen, um Arbeit zu drhmen, wenn sie bedü rfnißl o s e r sind, al« die '' tischen deutschen Arbnter. Dann drücke» sie de« Loh» ' und machen de« deutschen Arbeitern eine verderbliche Unddies«„Bedürsnißlosigkeit" wird ja»«»dracklich durch 68| «rtotot.] IeuMeton. Äm Eckfenster. Roman von Friedrich»erftiicker. (Fortsetzung.) Die Sänge, hörten e»«benfall»; anstatt sie ihr Lied beende« & lasse», liefen Unberufene hinzu und verkündete« die �chreckenSmähr. Einer verstummte— da noch Einer— plötzlich brache» sie mitten darin ab, von den Fackelträgern «hten schon hier und da einzelne ihr« Fackeln z« WT- �lösche» oder zogen pcy'cyeu o,e«uasc yinwo— y war kein Augenblick zu Triumph und Freude.»,« sie cht gut fühlten, aber unheimlich wurde dr« Ovation durch N« Störung, die sich äußerte, al« ob der Tod in«ine Nliche Gesellschaft trat. Die Masse der Neugierige« Wst« sich allerding« noch nicht verringert, eher vergrößert, »ber das Mufikkorp» und die Sänger zogen sich scheu RWW , und lautlo» zerstreute» sich auch jetzt die Fackeln, m und da leuchtete noch eine vor— dann lag Alles Wer wie die Nacht, und nur die erne an der Hofapotheke �«brachte G-»lamp- warf noch ihren matten Schein über Menschenschwarm, der jetzt zu de» Fenstern der un» »täcklichen Braut hinaufstarrte. ., An de« benachbarten F-nster» hatte sich natürlich All.» sammelt, wie nu, die ersten Fackeln fichtbar wurde», �Klingmbruch» besonder» hielten thr« Etage vollkommen .„ffia« da» für ein Wesen ist, da», um so ein« Theater- W," r,b doch wirklich rein verrückt- mit emer Königin konnten nicht ärger treiben I" »wem wildfremden Manne um den Hal» falle» und ewige und da zogen sich /che» die Straße hinab— obigen Satz konstatirt, de« davon spricht, daß die russische« Polen in die besser bezahlten Arbeiterkategorien nicht aufrücke». „Wa» ist nun aber die Folge von der polnisch-rusfischen Konkurrenz? Zunächst sei bemerkt, daß Obirschlefie» ein sehr dicht bevölkerte» Land ist, welches weitau» genügende Arbeitskräfte stellen kann; dann sind die oberschlefischen Arbeiter, die durch den Kleru« auf einer tiefen Bildung«- stufe gehalten«erden, immer noch intelligenter und weniger bedürfnißlo», al« die Arbeiter au» Russisch-Pole», so daß sie die sogenannte niedere Aibeit, zu denen die Russen für «ine« Hungerlohn zu haben find, nicht leiste»»ollen zu demselben Preise. „Deshalb ziehen gerade au« Oberschlesie« alljährlich hunderte und tausende von Aibeiter» und Arbeiterinne« nach Mitteldeutschland , wo sie ihre Arbeitskraft gegen höheren Lohn verwerthen, al» sie ihn in Folg« der russische« Konkunenz in ihrer Heimath erlangen können. „Da sie aber immer«och billiger arbeiten, al» die heimischen Arbeiter in Mitteldeutschland , so drücken die oberschlefischen Arbeiter und Arbeiterinnen wiederum die Löhne in ihrem neuen Arbeitsgebiet und vertreiben von dort die heimischen Arbeiter, die ihr Glück wo anders versuche» und dort wieder da» Angebot der Hände vermehren und de» P-eiS der Maare„Arbeitskraft" herabdrücken. Da» wird«un Herr Dr. Max Hirsch, der große Na- tional'Oekonom " doch wohl begreifen können. Für die „Schlefische Zeitung" hatten wir damals die Sache noch weiter ausgeführt, aber hier»ollen wir auf das größere Verständniß de»„Gewerkverein" und solchen Dingen bauend, von einer«eiteren Beweisführung Abstand «ehmen. UebriaenS kommt un< Herr Alexander Meyer, vnlgo die„Breslauer Zeitung", auch schon entgegen, indem sie schreibt: „Außerdem muß billigerweise berücksichtigt werden, daß auch eine große Anzahl von g e ü b t e n preußischen Unter- thanen in ganz gleicher Weise in Pole» lohnender« Ar- beit findet, al« die»seitS, und e« muß daran erinnert »erden, daß allein die in der Näh« der preußischen Grenze gelegene« industriellen Etablissement» zu So»no»ic«, Dom- browa und Siclce tausende deutscher Arbeiter bei hohen Löhnen beschäftige», deren Ausweisung aus Rußland auf den Arbeit»markt im oberschle- fischen Jndustriebezirke«inen gar nicht zu taxirenden Einfluß ausüben würde." De» druckt«in„Arb eiter b l a tt", der„Gewerk- verein", ohne Weitere» ab. Gewiß würde die Rückkehr dieser„geübteren, an hohe Löhne gewöhnte" Arbeiter auf den Arbeitsmarkt in Schlesien einen großen Einfluß haben, Lieb« schwören, wie sie'» alle Abende machen; dazu gehört doch eine merkwürdige Natur." „Du wirst auch sehr selten Leute aus wirklich guter Familie finden, die sich dazu hergeben," sagt« die Mutter wieder:„«* ist fast immer hergelaufenes Volk." „Da kommt der Wagen I" rief Flora, die im Neben- fenster lag.„Oh Du meine Güte, wie sie brülle»; ich werde«och taub davon I" Jetzt begann der Gesang, und da» Ganz« hatte etwa» so Feierliche», daß selbst die junge» Damen einen Moment schwiegen und den Tönen lauschten. Aber da» dauerte nicht lange. „Das ist ja«ine ganz« Gesellschaft, die da au» dem Wagen steigt I" rief Flora.„Fräulein Blendhei« giebt wohl tut Abend eine kleine Soiröe— das schickt sich auch recht r«ine einzelne Dame!" „Konntest Du erkenne», wer da» war, Mama?" fragte Henriette. „Nein; aber Jemand war dabei, der von den Andere» geführt wurde— ich glaube, die Blendheim selber." „Sie wird wohl eine Ohnmacht gespielt haben, um ihre Rührung zu zeigen," bemerkte die Tochter;„lauter Komödie— daß sich die Mensche« nur auf so plumpe Art anführen lassen!" Wieder horchte« sie eine Weile dem Gesang«. „Hörst Du," lachte Flora,„da ist Einer stecke» ge« blieben l" „Ist es den» schon au»?" fragte die Mutter. „Sie hören ja auf einmal auf— wa» laufen den» die Menschen da so herum?" „Die Poiizei wird den Unfug nicht geduldet haben," bemerkte die Frau Oberfilieutenant;„siehst Du, da unten find Polizeidiener." „Da» wär' recht," lachte Hmriette schadenftoh;„t* ist auch eine furchtbare Rücksichtslosigkeit gegen die Nachbarn. Wenn nu« Jemand krank ist und muß den Spektakel mit anhören— da» initirt ja gesunde Nerven!" „Da muß etwa» vorgefallen sein," sagte jetzt der Oberst- lieutenant, der im dritten Fenster lag, indem er zurück in die Stube trat. & aber für die Arbeiter einen günstigen, für die Unternehmer natürlich«inen ungünstigen. Di« bedürfnißlose» gegen niedrigen Loh» arbeitenden Russe« drücken drücken in Schlesien den so wie so schon niedrigen Arbeitslohn, die bedürfnißvoller» zurück» gekehrten„preußischen Unterthanen" würden aber höheren Arbeitslohn verlangen«ad auch erhalten, wenn die Unter- »ehmer keine anderen Arbeiter für geringeren Loh««ehr erhalt» könnten. Solche einfache nationalökonomische Wahrheiten, die selbst ein Schulze-Delitzsch anerkannte, werde» im Interesse de» Kapitalismus selbst von sogenannten Vetretern von Arbeitervereinigungen nunmehr schlankweg abgeleugnet I Sollten da nicht einmal den verständigen Arbeitern unter den Gewerkvereinler» die Angen aufgehen? Sollten sie da nicht einmal der Redaktion ihre»(?) Organ» auf die Finger klopfen? Im Uebrigen liegt die Sache so klar, daß sie keiner weitere» Eröiterung«ehr bedarf. Man sieht nu, hier so recht deutlich den Preßring derKapitalistenklasse: �Unternehmungen, 2) konservative„Schlefische Zeitung", 3) deutsch - freisinnige „Breslauer Zeitung", 4) ein„Arbeiterblatt", der„Gewerk- verein", der brüderlich de« Unternehmerblatt die Hand reicht. Und diese ganze Gesellschaft verbündet sich gegen die Interessen der Arbeiter I Berichtigung. In Nr. 134 muß eS im Leitartikel:„Die Niederlage d«S Deutschthums in Oesterreich " in der ersten Spalte in der einundzwanzigsten Zeile von unten gezählt an- Patt„darnach" heißen dennoch und in der zweiten Spalte in der achten Zeile von unten anstatt„Unser Wunsch"— Unser Vorwurf ist also gerecht»e. KoMisrke Nebersirbt. Prinz Friedrich Carl vo.1 Preuße« ist gestern auf Schloß Glienicke gestorben. Der Prinz wurde vorgestern von einem Schlaganfall heimgesucht, welche eine Lähmung der rechten Seite deS Körper» zur Folge hatte. Trotz aller angewandten ärztlichen Hilfe erfolgte der Tod g/stern um 10 Uhr Vor- mittags. Der Prinz ist am 20 März 1828 geboren und )at somit sein 57. Lebensjahr um drei Monate über. schritten. ig deS deutsch, fteistnnigen Blatte», der„Berliner Zeitung " zu Gestcht kommt, welche über„die Lage der Sozialdemokratie" spallenlang herumsalbodeit. Di« Sozialdemokraten werden sich übrigens wohl am meisten darüber wundern, daß die» liberale Organ sich ihren Kopf zerbricht und allerlei„weiSheUvolle", sonst mütterliche Ermahnungen über den„Zwifr, der im sozial- „Schick' doch einmal die Hanna hinunter, daß sie sich erkundigt," schlug Flora vor. Die Hanna war aber schon unten und stand in der HauSthür, um zuzusehen, denn in die Vorderzimmer durste sie, wie sie recht gut wußte, nicht kommen. Die Bewegung da unten wurde aber so räthsel- Haft— da» plötzliche Abbrechen de» Gesänge», da» Zer- streuen der Fackel», die Versuche, die Einige machten, ihre Fackel» auszulöschen—, daß die Damen Gewißheit darüber haben mußten. Außerdem bemerkten sie jetzt drüben in den Fenstern von Fräulein Blendhei« Licht, und die Schatten verschieden«, Personen glitten hastig bald her, bald hin an den nitdergelassenen Rouleaux. In Ermangelung der Hanna wurde deshalb der Oberstlieutenant selber auf Kund- schaft ausgeschickt, mit der stillschweigenden Bedingung, nicht eher wieder zmückzukehren. bi« er etwas Positive» eifahren habe, und die Damen zerbrachen sich indessen vergeblich die Kopfe, da« schon von oben herau» zu bekomme». Der Vater blieb aber nicht lange; er hatte nicht weit zu gehe« gebraucht, um da» zu erfahren, wa« da unten von Mund zu Mund lief. Er wollte das Gerücht allerding« nicht gleich glauben, e» war zu undenkbar; aber von allen Seiten ward es bestätigt, und ein Unglück mußte geschehen sein, oder die Festlichkeit wäre doch«ahrlich nicht auf ein« so plötzliche und für die davon Bettoffeve sonst jedenfalls beleidigende Weise abgebrochen worden. Al« er zurückkam, war der kleine Mann aschenfahl im Gesicht. „Nun, Papa, wa, ist?« stürmten ihm die beiden Töchter entgegen.„Nicht wahr, die Polizei hat dem Skandal ein Ende gemacht?" „Kinder," sagte der Oberstlieutenant mit fast zitternder Stimme,„ein Unglück ist geschehen..." „Ein Unglück?" riefen alle Drei zu gleicher Zeit. ..Hauptmann von Dürrbeck hat sich erschossen!" Die Damen stand,» ihm sprachlos gegenüber, n Frau Oberstlieutenant gewaniT zueist tne"Sprache"wiedtt'. G«'; W''*><w. baiTn«.»ich,
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