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Dienstag» de« 1 Juni 18811.

in. z<ch,H.

MMoHtsM Krgsn für die Intrreffkn ütr Arbeiter.

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Abonnement« Emkaäung. . Mit dem I. Juni eröffnen wir ein neues Adonnemmt das »»Kerliner volksblatt" mit der Gratisbeilage Jllnstrirtes Konntagsblatt". Der AdonnementSpreiS deS Kerlw»r Uolksblott" U der wöchentl. GratisbeilageJllnstrirtes K-nntagsblatt" für Berlin pro Monat 1 M. 3S P'., pro Woche 35 Pf. , �Gestellungen werden von lämmtlichenZeitungS-Spediteuren, '«Wie von unserer Expedition Ztmmerstraste 44 entgegen- Benommen. H, jwt austerhalb nehmen alle Postanstalten Abonnements den Monat Juni gegen Zahlnng von 1 M. 34 Pf. an. m. Dm neu hintutretenden Abonnenten wird soweit der reicht der bisher erschienene Thetl deS RomanS mint Mutter" Vorzeigung der AdonnementSquittung gratis und franko �geliefett. Expedition de«..Berliner volksdlatt", Berlin 8W Zimmerstr. 44. Das Fallndiispclitarat A«ewiß«ine segensreiche Einrichtung in unserem wirth- Dastliche» Lebe«. Ader selten erreicht«ine an sich gute Mnttchwng so wenig de« gewünschte» Erfolg, als gerade ' S-genwirtige« Funktion. ...��"..S'ben wir zu, daß da» Personal ei« viel zu 5?i! um geuau« Ulberwachuag der Fabriken und Werkstätten vorzunehmen. Za, der Fabrikinspektor de« �roß Herzogthum Hesse» erklärt selbst, daß seine eigentliche verustthätrgkeit durch andere Arbeiten, welche er ohne Bei» Alse verrichten mußte, derart gestört werden, daß ein regel» Mäßiger Besuch der Fabriken längere Zeit nicht möglich ge» in sei. i. Wir glaube» aber, daß nicht allein die ArbeitSüber» Mduvg dt« Schuld an der mangelhafte» Beaufsichtigung �Etablissement« ist, sonder« in«och erhöhtem Maße die Nichtige Auswahl der Personen, welche vielfach von techni- Sachen wenig verstehe« und den Umgang mit Arbeiter« |!°'cht kenne«. An dieser Unkeantniß scheitert der beste M. Die Arbeiter find mißtrauisch. Sie habe« meist so oT Unangenehme« von Personen, die im gesellschaftlichen "T* höher stehen, erlebt, daß diese« Mißtrauen sehr»a- tch ist. D« Herr Fabrikinspektor melvet sich oft genug JeuMeton.

Eine Mutter. Roma» von Krtedrich Serftäcker. (Fortsetzung) Helene saß in einem Fauteuil vor ihrem Nähtisch, SmJ. leitete nicht; de» Kopf in die Hand gestützt, sah .ttäumend vor sich nieder und hörte nicht einmal, daß der lac ste schon dreimal gefragt hatte, wo der w, bei Felix' Eintritt hob sie da« Antlitz, und zwar L.. �schreckt, als ob sie gefürchtet hätte, jemand Ander« ö« sehe». ,.>»i.'�Uh. Muth, mein Herz.' rief ihr Felix fröhlich zu; w,.Ü!f« jetzt dem Augenblick, de« Du so lange herbei» Ln:' easch entgegen, und da« Glück selber hat uns darin willst Du jetzt de» Muth verlieren?' «lix." sagte Helene freundlich;»zürne mir nur öaB mich eben da« so schnelle Nahe« deS Augenblicks und_ Du weißt, ich bin ja manchmal wie ei« hxb» Rind mit Angst erfüllt. E« ist aber doch viel» nur die Unruhe der Erwartung.' '°�wiß.»»cht« weiter, liebe« Herz.' W'jytt wie wolle« wir e« möglich machen, die Mutter st» de» viele» fremden Mensche« allein zu spreche»? »trtx uicht angehen, und wir werden den Moment wieder ,<n*> Neue lange, lange hinausschiebe» ist mir auch schon im Kopfe herumgegangen," sinnend.Zuerst hatte ich gedacht, daß Du �i»>w. Vorwand fändest, sie in Dein eigene« fei>u führen, aber ich hatte dabei gehofft. Dich ruhi» jk al« Du wirklich bist; ich darf Dich nicht mit isiibe»* lasse» and e» wird mir nicht« Andere« übrig t>»e» i°l« sie direkt zu bitte«, nach der Leseprobe«och Augenblick ,u verweilen." wird tt«ich» thun.'

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M Revifiu« an, oder aber der Fabrikherr erfährt de« Tag >«r Revision auf ander« Weise. E« wird für de« bettefferr- den Tag Alle« in Ordnung gebracht, die Schutzvorrichtungen werden geprüft und ausgebessert, welche längere Zeit in verwahrlostem Zustande sich befanden. Die Arbeitszeit für Kinder und jugendliche Arbeiter wird dann plötzlich streng inne gehalten, um nach der Revision wieder willkürlich ge» handhabt zu werden. Die Arbeiter sehen dies Alles. Sie sehen auch, wie der Fabrikherr oder der Gesellschaftsdirektor de« Herr« In» spektor durch die Räume führt, sie höre« die Erklärungen, sehe« die freundlichen Gesichter, ab und zu wird auch der Herr Inspektor zu einem Imbiß eingeladen und die Rem» fron ist fettig. Die Arbeiter haben nichts davon weiter er» fahren. Spezialberichte werden nicht herausgegeben und au» dem Jahresbencht, der bekanntlich nach dieser Richtung hin ganz summarisch gehalten und den Arbeiter« deS hohe» Preises halber auch nicht zugänglich ist, erfährt man über die einzelnen Fälle gar nicht«. Deshalb haben die Arbeiter kein Vertraue« zu dem ganze» Institut und auch kein« zu den Fabnkinspektoren, wodurch ja einem oder dem ander« Herr» bitter Unrecht geschehe« mag. So beklagt sich auch einer derselbe», daß im ganzen Jahre nur vier Arbeiter sich an ihn mit Beschwerde« ge» wandt hätte«. Wir beklagen da« gleichfall« aufrichtig und möchten den Arbeitern den Rath geben, sich öfter an den Fabrikinspektor zu wende«. Dazu gehört aber, daß diese Herren selbst de« Arbeiter« mehr Aufmerksamkeit schenken, daß sie und zwar allein in Abwesenheit des Fabrikherr», de« Direktors oder eines andere« Beamte» die Arbeiter an» sprechen, dann werden sie Vertrauen erwecken und Aus» kunft erhalten, wie da« jetzt nicht vorkommt und auch nicht vorkommen kann. Dabei müsse» die Herren auch de» richtigen Ton treffe«. Eine falsche Herablassung, wie da« viellercht einmal ei« Offizier seinen Soldaten gegenüber zeigt, ist bei vernünftigen Arbeitern nicht angebracht; die» selbe« wolle» keine Schmeicheleien, sie«ollen ihr Recht. Deshalb solle« keine Abweichungen von dem speziellen Falle, keine allgemeinen Besprechungen über soziale Frage», wie die« jetzt manchmal geschieht, zwischen dem Fabrikinspektor und den Arbeiter« stattfinde», sondern jeder einzelne Fall ist scharf in» Auge zu fasse« und jede einzeln« Beschwerde ist umsichtig und gerecht zu prüfen. Auch muß der Inspektor die Arbeiter und ihr ganze« Wesen kenne« oder doch kenne« ler«en. Die Beschwerde wird manchmal nicht in gewünschter Präzision vorge» bracht. Anstatt nun durch einige geschickte Frage« den Kern der Beschwerde zu entHalle«, verweist der Inspektor de» Arbeiter ungeduldig ans den schriftliche« Be»

Doch, mein Herz,' nickte Felix,sie wird e« thun, den» sie keunt jetzt unser Teheimniß sie muß e» kenne» nach dem Namen, den ich ihr genannt, und wer weiß, ob sie sich nicht selber danach gesehnt hat, Dich aufzusuchen, und nur«och nicht wußte, auf welche Weise da« am beste« und am wenigste» auffallenb geschehen könne. Wir komme« ihr damit auf halbem Weg entgegen, und sie wird die Ge» legenheit nicht vorübergehen lassen, sich mit Dir auSzuspre» che«, darauf kannst Du Dich verlassen, wie auch immer sie gesinnt sei» möge.' Meine Mutter!" flüstette Helene, indem sie beide Hände gegen ihr Herz preßte. Ich bin fest davo» überzeugt, Schatz,' sagte Felix, dem jetzt alle« daran lag, seine Frau zu beruhigen;denke doch nur, wie peinlich für sie ein solcher Zustand auf die Länge der Zeit werde« würde, uns in ihrer Nähe zu haben und da»» immer nur zu scheine«, als ob sie un« ftemd wäre. Sie wird die Gelegenheit mit Freuden ergreifen, Dich allem zu spreche«, und wenn sich die Gatti» auch jetzt noch viel» leicht dagegen sträubt, die ihr ftemd gewordene Tochter an» zuerkennen, die Mutter wird der Umarmung ihre» Kindes nicht widerstehe« können." Da« gebe Gott, Felix," sagte Helene leise,den» wen» sie ei thäte, würde e« mich recht, recht sehr unglück- lich mache».' Sie thut e» nicht, Herz aber wahrhaftig, da kom» me» scho« die ersten unserer Gäste!" Papa,' ttef der kleine Günther, der da« Herumtanze» auf dem Teppich satt bekomme« hatte,»spiel ' ei« bische« mit mir.' Ja, jetzt hätt' ich Zeit. Du Schlingel," lachte sein Vater.spiel « mit Dir, nicht wahr? Hinüber zu Eurer Bonne I Bitte, Helen«, laß die Kinder hinüber bringe« und daß Ihr mir artig seid, das rathe ich Euch, sonst dürft Ihr heute Abend nicht mit un« eflen k' Und sich von dem kleinen Bursche», der sich a« ihn anhänge» wollte, lo«- machend, eilte er in das Empfangszimmer, um die eben ein» gettoffeneo Herrschaste» zu begrüße». Gleich danach fuhr George mit der Gräfin Monford vor, und Helene war jetzt selber so i» Anspruch genommen,

schwerdeweg. Dazu versteht sich nun der meisten» im Schreiben ungewandte Arbeiter nicht leicht; er würde die Beschwerde schnftlich auch»och weniger klar begründe«, al« mündlich unb die Sache bleibt auf sich beruhe«. Der Fabrikinspektor aber hat a« Vettrauen verloren.--- Die« find so einige Punkte, die wir aus der große« Zahl von Einwände«, die man gegen da« heuttge Fungire» de« Fabrikinspektorats mache» kann und die auch vielfach gemacht werde«, herausgreife» und welche wir wohl für die wichtigste« halte«. Auch liegt e« bei den Fabttkiospektore» selbst, besonder« wen« die i» Aussicht gestellte Vermehrung derselben in Wirklichkeit erfolgt, den eben gerügte« Uebel» ständen ei« Ende zu mache«, oder doch a» den Regieruage», die solche Personen für ei» so ungemein verantwortliche» Amt anstellen sollen, welche demselbe» auch völlig gewachsen sind unb besonders die Arbeiterverhältvisse kenne». Dan« wirb auch das Mißtrauen der Arbeiter bald schwinden, sie werde» sich ger» mit den Jnsprktor«» in Ver» bindung setzen, und Abhilfe für manche Uazulräglichkeite» kan» dann im Interesse nicht nur der Arbeiter, sonder« auch der allgemeine» Zustände gefchaffe» werde». E» dürfte da»« auch da» Institut der Fabttkiufpektore», fast die einzige fozial-politifche Errungenschast auf dem Weg« der Gesetzgebung t« de« letzte« 15 Jahre», für die soziale Entwickelung unserer Zustände vrel segensreicher wirken, al« die« seither geschah und geschehe» konnte. Dolitifche Urberstcht. Hebet die vrauntwetusteuerreform. wie sie dt« Kon» servaliven erstreben, weiß dieFreis. Ztg." folgende» mitzu« theilen: Die Brennereien sollen darnach kontingentirt und die derart monopolistrten Brenner bezirksweise zu Monopol Ge» noffenschaften vereinigt werden. Alle Mitglievcr solcher Mo­nopol-Genossenschaften find verpflichtet, ibren RohsptrituS in ein am Hauptotte deS Bezirk» angelegte» Monopolbasstn ein- zuliefern. Sie erhallen über den eingelieferten Spitttu« eine Empfangsbescheinigung, welche fit verkaufen oder veipsLnden können. Der Befitzer eine« solchen Scheines ist berechtigt, au« dem Basfin daS entsprechend« Quantum Rohspiritus zu ent- nehmen gegm Zahlung der neuen Konsumsteuer. Die Bassin« werden von den Vorständen der Monovolgenossenschatten in Verbindung mit der Steuerbehörde venvallet. Diese Organi- sation bietet den Monopolgenoffenschasten der Brenner eine bequeme Handhabe zur Bildung von PreiSkoalitionen und Preisbestimmungen für den SpirituS. Die au« dem Basfin kaufenden SpirlluShändler werden diesen hohen Preis zahlen müssen» find aber ihrerseits in der Lage, den Detatlltsten und Wirthen noch höhere Preise zu stellen, da die Verpflichtung zur Zahlung der Konsumsteuer bei der Abnahme au« dem Basfin den KrelS der SpirlluShändler auf wenige Großkapllaliften verengern und somit auch unter diesen die Konkurrenz wesent- lich ausgeschlossen sein wird. Vielfach hört man die Meinung daß sie sich scho» gewaltsam fasse« mußte, um keine Störung zu verursache«. Und die Gräfin selber erleichterte ihr da« sehr, den« viel fteundlicher war sie heute, wie»och je; sie reichte Helenen die Hand, wa» sie bis ietzt»och nicht getha«, und sagte, wie sie bedauere, sie auf solche Att i« ihrer Häuslich» kell zu störe« und ihre Hilfe gleich, kaum nach der erste» Beka»»tschaft, i« Anspruch zu nehmen; ihr George habe aber einmal an die Sache sein Herz gesetzt, und der sei vo« einer Zähigkeit, die einmal Erfaßtes nie im Lebe» wieder loslasse, und wenn er deshalb alle seine Mitmensche« bis zum Tode quäle« sollt«. George war aber ihr Liebling, und sie sagte da« mit einem so zuftiedenea Blick auf de» ebe« Angeklagten, daß man recht gut sehe» konnte, wie wohl e« ihr selber thue, da« einmal Begonnene mit Erfolg gekrönt zu sehe». Helene war bei der fteundliche» Anrede feuerroth ge» worden, während die Grifi» ihr ganz unbefangen gegenüber stand; Felix aber, der,»ährend er mit George sprach, sei»« Frau»rcht au» de» Auge» gelassen batte, kam ihr rasch zu Hilfe und übernahm selber die Er»ider»ag, indem er der Gräfin nochmal« versicher'e, wie sehr es sie fteue, etwa» mit zu dem glückliche« Tag, der Verlobung ber liebe»«- würdige» Komtesse, beitrage« zu könne«, und ihre einzige Furcht jetzt sei nur die, daß sie, zum ersten Mal etwa« Der­artige» unternehmend, am Ende ihrer Verpflichtung nicht ordentlich würde« genüge» könne». Gräfin Monford möge deshalb auch seiner Frau die Befangenheit zu Gute halte», die sich aber jedenfalls»ach der erste» Szenenprobe geben werde. Da« Gespräch wurde jetzt allgemein, und«ährend die Diener Kaffee, Limonade, Wei» und Backwerk herumtrugen, sammelten fich die verschiedene» Gäste, da«och nicht alle beisammen waren, i« kleinen Gruppen, bis endlich der Wage» mit den letzten Säumige« vorfuhr und Georg« jetzt darauf drang,.an die Ardell' zu gehen. Die Leseprobe verlief, wie all« derartige« Dinge, ziem­lich glatt und ohne besondere Störung. Durch Teorge's Eifer, die Sache zu fördern, wäre» mehr al» hinreichende