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Mittwoch, den 25. Juli 1888.
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Berliner Volksblatt.
Organ für die Interessen der Arbeiter.
Seint täglich Morgens auser nach Sonne und Feittagen. Abonnementspreis für Berlin fret ten vernicht aus viertelfährlich 4 Mart, monatlich 1,35 Mart, wöchentlich 35 Pf. Bostabonnement du Midi Rart. Einzelne Rummer 5 Bf. Sonntags- Rummer mit dem Sonntage Blatt" 10 f. ( Eingetragen in der Boftzeitungspreisliste für 1888 unter Nr. 849.) m; als man
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Insertionsgebühr
beträgt für die 4 gespaltete Betitzeile oder deren Raum 25 f. Arbeitsmarkt 10 Bf. Bet größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Bimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen- Bureaus, ohne Erhöhung des Preises, angenommen.
Redaktion: Beuthstraße 2. Expedition: Zimmerstraße 44.
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icfal Stan Für den Monat August eröffnen wir ein neues Abonnement tr Janffen Has
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Lieutenant dem wöchentlich erscheinenden Sonntageblatt.
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Das Berliner Volksblatt" vertritt in jeder Beziehung fritischen Intereffen der werkthätigen Bevölkerung. Als treuer Berather und Streiter für die Aufhebung und ngalaftation gleichung der Klaffengegensäße ist das Berliner VolksBoma, w St. Paulein entschiedener Gegner jeder Politit, die ihre Endin der Bevorzugung einzelner, heute schon mehr berechtigter ellschaftsflaffen findet.
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zu laff Das Berliner Volksblatt" sucht seine Aufgabe durch Stanley nliche Behandlung der politischen als auch der Tagesfragen man bis erfüllen. Die gleichen Grundsäge leiten uns bei Besprechung mit den rer städtischen Angelegenheiten. erlitt.
Im Feuilleton unseres Blattes veröffentlichen wir den glaubt erst spannenden Pariser Kriminalroman, hre Tochter". bedrängte Neu hinzutretenden Abonnenten wird der bisher erschienene wünschteil des Romans gratis nachgeliefert.
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zu erzwingen, sollten die Arbeiter des Hauptplatzes der österreichischen Textilindustrie die Arbeit eingestellt haben, weil infolge der Durchführung einer gesetzlichen Beftimmung der elfstündige Normalarbeitstag bort Plaz greifen sollte.
Ein solches Vorgehen der Arbeiter müßte natürlich Aufsehen erregen und die Vertreter von St. Manchester, inkl. unserer Offiziösen, deren Staatssozialismus und sozialreformatorische Gesinnung bekanntlich immer in die Brüche geht, sos bald es sich darum handelt, dieselben auf die Arbeiter anzuwenden, waren denn auch rasch zur Hand, um aus den Vorgängen in Brünn einen Beweis dafür abzuleiten, welche schädlichen Wirkungen das Eingreifen des Staates in den freien Arbeitsvertrag zur Folge habe, und wie es besonders die Arbeiter seien, welche unter einem solchen Eingreifen zu leiden haben. Es war die alte Weise und der alte Text, was uns da vorgefungen wurde, nur insofern schien dieses Mal ein Wechsel stattgefunden zu haben, als es nicht ausschließlich Fabrikanten und Lohnschreiber des Kapitals zu sein schienen, deren Herz darüber blutete, daß den Arbeitern die ,, Freiheit" genommen wurde, täglich bis zur äußersten Erschöpfung sich abzurackern, sondern daß mit einem Male Arbeiter selbst es sein sollten, die revoltirten, um länger arbeiten zu dürfen.
Die Arbeiter, so erzählen uns die manchesterlichen Drgane, sollen gar nicht gewußt haben, daß die bedauernswerthen Fabrikanten, als sie ihre Fabriken eine Stunde früher als bisher ſchließen mußten, diese Maßregel nicht aus eigener Initiative ergriffen haben, sondern daß dies nur eine Folge des Gewerbegesetzes sei. Es bedurfte des Eingreifens der Gewerbeinspektoren und der Bezirks
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halten und„ revoltiren". Hat doch kein Geringerer, als der deutsche Reichskanzler behauptet, daß, wenn man den Arbeitern die Möglichkeit nehme, am Sonntag auch zu arbeiten, man sie dadurch um ein Siebentel ihres Verdienstes bringe. Natürlich gilt das auch für die Kürzung der Arbeitsstunden und wenn die Textilarbeiter jetzt blos noch 11, statt bisher 12 Stunden täglich arbeiten dürfen, dann büßen sie ein 3wölftel ihres Verdienstes ein.
Solche und ähnliche Raisonnements lesen wir jetzt in den Bourgeoiszeitungen, und überall begegnen wir dem tiefsten Schmerz und der sittlichen Entrüstung der wackeren Kapitalistenblätter darüber, daß den braven österreichischen Arbeitern so bitter Unrecht geschehe, indem man ihren Arbeitseifer einschränke, und wunderbarer Weise fanden wir sogar in ausgesprochenen Kapitalistenblättern dieses Mal eine Rechtfertigung und Vertheidigung des Brünner Streifs. Die Arbeiter sind in ihrem guten Recht, wenn sie sich lichen Einschränkung ihrer Erwerbszeit liegt, wehren." gegen die Schädigung ihres Erwerbes, welche in der künst
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Wenn Bourgeoisblätter einen Streit rechtfertigen, dann muß es damit seine besondere Bewandtniß haben, und da wir auch sonst wohl gegründete Ursache haben, Angaben, die zu Ehren St. Manchesters gemacht werden, uns stets zwei Mal anzusehen, ehe wir fie glauben, so sind wir auch der Mähr, die da aus Brünn erzählt wird, von den Arbeitern, die sich nicht genug abarbeiten können, genauer nachgegangen, und da haben wir denn erfahren, daß unsere im Dienſte der fatten Tugend und zahlungsfähigen Moral stehende Presse auch dieses Mal wieder ge- flunfert hat, wie sie es stets thut, wenn es gilt, irgend eine Maßregel zu hintertreiben, welche
pimänner, um bie Arbeiter über diesen Irrthum wirklich geeignet ist, das Wohl der arbeitenden Klaſſen zu
Wie sind doch diese guten Fabrikanten zu beklagen. Wie gerne hätten sie, wie bisher, die Arbeiter 12 und 13
Stunden arbeiten laſſen, ja, sie hätten gewiß auch das " Opfer" noch gebracht und 15-16 Stunden arbeiten lassen, wie sie das vor Inkrafttreten des Gewerbegesezes regelmäßig thaten. Aber dieses Gesetz, welches die Freiheit" der Arbeit so graufam stört, welches so gar kein Verständniß dafür zeigt, daß die höchste Luft des Arbeiters darin besteht, von Morgengrauen bis in die geschlagene Nacht am Selfaktor, Webstuhl oder Ambos zu stehen, dieses Gesetz ist der grausame Feind der Arbeiter". Und nun kommt auch noch der Handelsminister, dieser Bureaukrat, der von den
Eine der sonderbarsten Nachrichten machte in der Jen Woche durch die manchesterliche Presse die Runde. iter, und zwar die Spinner im österreichischen Manchester , ner Schuttle Pauptstadt Mährens, Brünn , sollten die Arbeit ein= er, unterment haben, weil sie mit der Weigerung des Handelss ort nicht höftunde weiter zuzulassen, nicht einverstanden seien und m nachzufeber Verkürzung der Arbeitszeit eine Schmälerung ihres daß auch die zwölfte Stunde", welche die Textilbarone bis die Gefalt erigen Einkommens sehen. Während also in aller Welt jetzt noch haben arbeiten lassen Arbeiter zum Streit greifen, um eine Herabsehung der en mußteitszeit, Beseitigung der Nachtarbeit und Sonntagsruhe
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Wie können Sie daran zweifeln nach dem, was Sie en gesehen? Merkten Sie denn nicht, daß Therese noch ter an die Lüge glaubt, deren sich der Feind, der uns folgt, bebiente, um sie hierher zu locken? Sie ahnt t, daß dieses Hotel mir gehört, denn ich habe ihr ja er nur erzählt, daß ich eine Kassirerin sei. Und damit
fend babes glaube, habe ich mich seit fünfzehn Jahren dazu vers
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wirklichen Borgängen, Bedürfnissen und Erfordernissen
im Erwerbsleben kein Verständniß hat, und besteht darauf,
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natürlich nur im Inin Bukunft in Wegfall kommen muß. Was Wunder, daß die Arbeiter sich darüber auf
die aus schlechter Quelle stammt, so hätte ich mein Hab und Gut den Armen gegeben und wäre in's Ausland gegangen, um dort unbekannt zu sterben. Ich hätte mich getödtet, wenn er es verlangt hätte."
Andreas hob den Kopf und seine Augen leuch teten auf.
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Dieser Traum ist nun vorüber," fuhr Jeanne fort. Therese wird mich fragen, ich weiß noch nicht, was ich ihr antworten werde, aber auf jeden Fall bin ich in einer schrecklichen Lage und der Elende hat sie verschuldet, der durch feinen Brief meine Tochter hierhertrieb. Sie fennen jegt diese meine Lage und selber sollen Sie richten! Kann der Baron von Elven die Tochter der Frau von Lorris heirathen? An Ihnen ist es, die Antwort darauf zu geben. O! Ich verlange nicht, daß Sie sich sofort entscheiden. Es wäre zu peinlich für Sie, mir in's Gesicht zu erklären, Sie würden erröthen, mein Schwiegersohn zu sein. Und es wäre jetzt auch zu schwer für Sie, für Sie, mir etwa die Bedingungen zu nennen, unter denen Sie es sein einzugehen. Sollte Ihre Liebe zu Theresen, was ja kaum möglich ist, stärker sein, als Ihre Bedenken, die Sie ehren, so faffen Sie Ihren Entschluß nach reif lichem Nachdenken und mit genauer Kenntniß der Sachlage. Unsere Unterredung hat jedoch lange genug ge= dauert, obwohl ich Ihnen noch nicht alles gesagt habe. Fragen Sie Guntram, er wird Ihnen das Üebrige mittheilen."
fördern.
Die Spinner in Brünn , das ist richtig, haben aus Anlaß und bei Gelegenheit der endlichen Einführung des
elfftündigen Normalarbeitstages die Arbeit eingestellt, und die Weber und Spinner an vielen anderen Orten Böhmens und Niederösterreichs haben dasselbe gethan. Ueberall aber, wo es zur Arbeitseinstellung fam, haben die Arbeiter sich nicht etwa gegen die Durchführung der gesetzlichen Maß regel gewandt, sondern das genaue Gegentheil hat Arbeitszeit herzlich willkommen, aber sie wollen überall stattgefunden. Die Arbeiter heißen die elfstündige sich die von den Fabrikanten gleichzeitig geplante Kürzung der Löhne nicht gefallen lassen, durch welch' lettere Maßnahme die Herren mit dem Arbeiterwohl" es zu erreichen hofften, daß die Arbeiter sich warmen Herzen für das gegen die Durchführung der gesetzlichen Maßregel auflehnten, um so einen Vorwand zu bekommen, den Handelsminister zur Burücknahme seines Entscheides zu zwingen.
Dieser saubere Plan ist nun von den Arbeitern elend mein Herr, wenn ich davon absehe, Sie zu empfangen. Es wäre ja vollkommen nußlos, Beziehungen fortzusehen, die zu einem Bruche führen könnten. Nur noch ein Wort will ich hinzufügen. Der Gatte Theresens kann auf mein Geld verzichten, ohne deshalb seine Frau in die Armuth führen zu müssen, für den Fall, daß er selber arm wäre. Therese ist soeben die Erbin von zwei Millionen geworden, die ihr die Schwester ihres Vaters hinterlassen hat."
Bu spät bemerkte Jeanne, daß sie durch diese Unge schicklichkeit den guten Eindruck völlig verwischte, den ihr freimüthiges Geständniß hervorgerufen hatte.
Der Baron von Elven erröthete, trat einen Schritt zurück, grüßte sie stolz und verließ durch eine Thür das Bimmer, die nicht die Thür war, welche er wählen mußte, wenn er in den kleinen Salon zurückkehren wollte, wo Therese wartete.
heilt, sie nur in feltenen 3wischenräumen zu sehen, sie, bie ich nur lebe! Nie ist Therese aus dem Hause rang fie ausgekommen, in dem sie geboren worden und wo eine könnten. Ich wäre übrigens entschlossen, auf alle Bedingungen halten. - das junge Person fie erzog, die mein Geheimniß kennt und es
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„ Hoffen Sie denn noch, ihr verheimlichen zu können, Sie hier wohnen?" fragte Andreas mit düsterer „ Ich hoffe nichts mehr," erwiderte Jeanne bitter.„ Ich zu kämpfen versucht. Ich habe alles gethan, um mir grausamen Schmerz und meiner unschuldigen Tochter grausame Enttäuschung zu ersparen. Diejenigen, die Berberben geschworen, verhindern es. In dem Augen wo ich mich gerettet glaubte, trifft mich der vernichSchlag. Ich habe das schändliche Leben aufgegeben, ich schon zu lange geführt. Ich wollte mich in die pinz zurückziehen und träumte davon, dort für Therese anständigen Mann zu finden, der die Vergangenheit Mutter zu vergessen gesonnen gewesen wäre. Ich
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und wenn mein Vermögen ein. Hinderniß gewesen wenn diefer Mann eine Mitgift zurückgewiesen hätte,
Bleich und aufgeregt stand Andreas da und er mußte sich anstrengen, um zu erwidern: „ Ich danke Ihnen, gnädige Frau, für Ihre Offenheit, und" ich rechne auf Ihre Erlaubniß, wiederkommen zu dürfen ,, Hierher? Niemals!"
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Boulevard Nein, aber zu Frau Valdieu „ Ich erlaube Ihnen, an dem Tage wieder zu kommen, an dem Sie mich um die Hand meiner Tochter bitten werden. Bis dahin aber werden Sie es selber richtig finden,
Sein Fortgang war so plöglich und unerwartet, daß er einer Flucht glich und Jeanne blieb so überrascht zurück, daß sie nicht einmal ein Wort fand, um ihn zurück zu
Und sie dachte auch nicht daran, ihm nachzueilen und ihn zurück zu rufen. Das wäre eine zweite ungeschicklichkeit gewesen, und eben wurde ihr flar, daß sie die erste ben gangen habe.
Die Geldfrage, die sie so zur Unzeit auf's Tapet ges bracht, hatte Andreas augenscheinlich tief verlegt. 3weifelLos bildete er sich ein, daß die Millionenerbschaft, von der er so plöglich hörte, aus teiner lauteren Quelle stammte, als das Vermögen der Frau von Lorris. Jeanne erinnerte sich jetzt, daß sie ihm, als fie vom Vater Theresens sprach, nicht gesagt habe, wer er gewesen sei.
,, Er wird sich gedacht haben," sagte sie sich mit Bitters feit, daß mein erster Liebhaber nicht mehr werth gewesen fein mag, als ich selber. Er wäre darauf eingegangen, Therese arm zu heirathen und es ist ihm nicht recht, daß fie reich ist. Ich hätte ihn doch besser kennen sollen. Aber sein Stolz geht doch zu weit. Das Blut der Avor fann wohl noch den Vergleich aushalten mit dem eines bretagnischen Junkers, der nicht Geld noch Gut hat.