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Dienstag, den 7. August 1888.

bibosh tun ab, In

5. Jahrg.

Berliner Volksblatt.

Organ für die Interessen der Arbeiter.

Das Berliner Volksblatt"

afte geheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin fret baus vierteljährlich 4 Mart, monatlich 1,35 Mart, wöchentlich 35 Pf. Poftabonnement Rart. Einzelne Nummer 5 Bf. Sonntags- Nummer mit dem Sonntags- Blatt" 10 Bf. ( Eingetragen in der Bostzeitungspreisliste für 1888 unter Nr. 849.)

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Insertionsgebühr

beträgt für die 4 gespaltete Betitzeile oder deren Raum 25 Pf. Arbeitsmarkt 10 Bf. Bet größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Simmerstraße 44, sowie von allen Annoncen- Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen.

Redaktion: Beuthstraße 2. Expedition:

An die Wähler des

-

Expedition: Zimmerstraße 44.

Eisenbahn- Reform.

sechsten Berliner Reichstags- reformbedürftig ist, wird von uns nicht beftritten werden,

festen

Wahlkreises.

Gegenwärtig liegen die Wählerlisten für die Neuwahl im Berliner Reichstags- Wahlkreise zur öffentlichen Einsicht

nahme aus.

Bir glauben der Mühe überhoben zu sein, hier noch ein

Daß unser Eisenbahnwesen in mancher Beziehung und wenn der Ausschuß des deutschen Han belstages eine Eisenbahnreform verlangt, so hat er an sich ganz recht. Nur darf die verlangte Reform feine ein­seitige sein und wir wünschen sie so, daß sie Allen zu Gute tommt. Bekanntlich haben in den letzten Tagen die offiziösen Blätter den Mund ordentlich voll genommen, weil im 70 Millionen zu erwarten sein soll. Nun, wenn man so

als Spesen" dem Handlungshaus, für das er reist, in An­rechnung bringen kann. Diese Thatsache läßt uns überhaupt drn Antrag des deutschen Handelstages als ,, nicht ganz labenrein" erscheinen. Die Herren Kaufleute drücken auf das Einkommen der Handlungsgehilfen schon seit Jahren und haben es glücklich auf ein Minimum herabgewürgt. Nun möchten sie auch noch die Spesen verringern und wenden sich mit diesem Verlangen unter dem wohlklingenden Namen Eisenbahnreform" an den Staat.

Es wird wohl keinem 3weifel unterliegen, daß die britte und vierte Klasse den Eisenbahnen den eigentlichen Gewinn bringt. In diesen Klassen ist der Verschleiß von Material am geringsten und der völlige Mangel an Komfort im Verein mit der gewaltigen Frequenz bewirkt einen Uebers

mal darauf hinweisen zu sollen, wie unendlich wichtig es ist, fünftigen preußischen Staatsbudget ein Ueberschuß von ba jeber Wähler fich davon überzeugt, ob sein Name richtig in Die Biblerliften eingetragen ist. Wer nicht selbst Beit heidenmäßig viel Geld" hat, kann man doch auch ein ter fein bat, bie Wählerliste zu fontroliren, beauf. Uebriges thun zur Erleichterung der Steuerzahler, die, mit schuß über die Betriebskosten. In der zweiten oder gar trage damit eine andere sichere Person. Nur Herrn v. Moltke zu reden, doch auch eine ,, vornehme Institution" ersten Klasse ist das ganz anders; dort ist keine solche diejenigen, deren Namen fich in der Wählerliste befinden, find vortrefflich organisirt, wenn sie auch in mancher Beziehung

s dies ei der Reichstagswahl wahlberechtigt.

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Die Listen liegen aus:

an den Wochentagen von Vormittags 9 bis Nach

mittags 3 Uhr,

am Sonntage von Vormittags 11 bis Nach­mittags 4 hr

im Staate sind. Die Verkehrsanstalten sind im Allgemeinen ganz besser sein könnten, und ihre Erträgnisse werden wohl reichlich zu dem Ueberschuß beitragen, den diesmal das Budget aufweisen soll.

Die Reform" nun, welche der Ausschuß des deutschen Handelstages proponirt, bezweckt eine Ermäßigung Ser Fahrpreise auf den Eisenbahnen. Dieser Ge­bem Wahlbureau des Magistrats, Königstr. 7, banke ist zeitgemäß, denn der Eisenbahnverkehr ist in stetem of rechts 3 Treppen und gleichzeitig in der Wachsen begriffen und die Eisenbahn ist keine rein fiskalische Burnhalle der 67. Gemeindeschule, Ackerstraße 28 A. Einrichtung; sie soll dem Allgemeinwohl dienen und dann erst den Säckel des Staates berücksichtigen. Das Organ des Herrn Eugen Richter hat diese Gelegenheit nicht ver­und verherrlichen, hat bemerkt, wenn noch зи mehr Privatbahnen beständen, so wären die Fahr die Konkurrenz hinabgedrückt längst durch worden. Nun, vielleicht wäre bei der gegenseitigen Schrau berei diese oder jene Linie zu Grunde gegangen. Uns däucht es bequemer, wenn man die Tarifveränderung einfach dekre­tiren kann, ohne von der Konkurrenz dazu gezwungen worden

Rommiffarien

Es ist bereits in der amtlichen Bekanntmachung darauf aufmertiam gemacht worden, daß ein Jeder, der die Listen für streichen lassen können, ohne die freie Ronkurrenz unrichtig oder unvollständig hält, dies innerhalb acht en nach dem Beginn der Auslegung derselben, also ipätestens am 9. August d. Js. dem Magistrat schrift preise lich anzeigen oder in den vorbezeichneten Lokalen vor den Behauptungen aber, soweit dieselben nicht auf Notorietät bes tuben, beibringen muß.

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Protokoll geben kann, die Beweismittel für seine

e angegebene Wohnung vorzulegen.

Der Vorschlag des deutschen Handelstages geht nun den

Frequenz von Passagieren, schon weil die Wagen nicht so viele aufnehmen tönnen, als in der dritten und vierten zu­fammengepfercht sind, und weil die Einrichtung der Waggons viel theurer zu stehen kommt. Nun weiß man aber, daß die Handlungs­reifenden gewöhnlich zweiter Klasse fahren, weil das Renommé des Hauses, das sie vertreten, dies verlangt; man fürchtet, wenn sie in der dritten oder gar vierten Klasse angefahren fämen, so würde man glauben, ihr Haus stände schlecht und könne keine Billets zweiter Klasse mehr bezahlen. Man kann demnach nicht annehmen, daß die Handlungsreisenden gerade die Hauptkunden der Eisen­bahnen sind. Da giebt es denn doch eine Menge von Leuten, die der Eisenbahn mehr zu lösen geben, als die Handlungsreisenden. Denn die letzteren fahren doch nur zu einer bestimmten Zeit und nicht das ganze Jahr. Wr find überzeugt, daß etwa ein Händler, der mehrere Stunden und der Hauptstadt entfernt wohnt täglich herum und hinaus fährt, feine Waaren zu Markte zu bringen, der Eisenbahn mehr zu lösen giebt, als ein commis- voyageur. Arbeiter, welche außerhalb Ser Stadt wohnen und zur Arbeit täglich herein- und nach derselben wieder hinausfahren, geben im Verhältniß zu ihrem Einkommen der Bahn jedenfalls auch mehr zu lösen, als ein Handlungsreisender. So könnte man noch eine der Eisenbahnen sind und mindestens eben so Berücks

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Bur Begründung der beantragten Nachtragung in die zu sein. Bilerlifte ift entweder der Miethskontrakt, die letzte Mieths dahin, den Geschäftsreisenden, als Heuerquittung oder die polizeilich bescheinigte Anmeldung für Hauptkunden der Eisenbahnen", ermäßigte Menge von Berufen aufzählen, welche Hauptkunden"

Dierbei sei bemerkt, daß die Aufstellung der Wählerlisten eg. Her bem Wohnungsstande vom 20. Juni cr. erfolgt ist und

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Bablbezirlen ausüben tönnen, in welchen fie bis zum 20. Juni

verzogenen Wähler ihr Wahlrecht nur in denjenigen

3. gewohnt haben.

Scheue daher Niemand die kleine Mühe, fich zuverlässig zu formiren, ob er wirklich in die Wählerlisten eingetragen ist. Durch eine Nachlässigkeit fann er leicht seines heiligsten Rechtes

des Wahlrechtes

- verlustig gehen.

Daß jeder Arbeiter auf seinem Plage ist! Feuilleton.

Gerade bei der diesmaligen Wahl kommt es darauf an,

Ihre Tochter.

[ 54

Rriminal- Roman nach dem Französischen von R. Detring.

Als Therese fah, daß Andreas sie nicht verstand, fuhr

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Fahrpreise, größere Unabhängigkeit vom Billetschalter und Wir haben selbstverständlich der Route zu gewähren. das Mindeste dagegen einzuwenden, daß nicht die Geschäftsreisenden folcher Vorzüge theilhaftig werden sollen, wir gönnen und wünschen sie ihnen Nur sehen im Gegentheil ganzem Herzen. wir nicht ein, warum gerade die Geschäftsreisenden allein eines solchen Vortheils würdig sein sollen. Da giebt es denn doch auch noch mehr Leute, die gleich viel oder noch mehr Ansprüche darauf hätten.

volle ungebundenheit in der Unterbrechung und Wahl fichtigung verdienen, wie die Handlungsreisenden.

von

Der Geschäftsreisende empfindet vielleicht die hohen Fahrpreise am wenigften, weil er in der Regel dieselben

wäre dies für sie und mich entehrend. Ich verstehe aber nicht, weshalb."

Andreas fuhr zusammen. Raum konnte er an so große Naivetät glauben, und doch empfand er, daß das junge Mädchen unfähig war, hier nur Komödie mit seiner Un­schuld zu spielen.

Ich weiß wohl," fuhr Therese fort, daß eine Frau

Er ist gestorben

Und

Es ist sonach unschwer zu bemerken, daß das Verlangen des deutschen Handelstages von dem Privatintereffe der Herren Kaufleute, ihren Betrieb zu verbilligen, diktirt ist. In der Sache aber haben die Herren Recht. Die Eisenbahnfahrt ist überhaupt zu theuer. Solch ein gemeinnüßiges Institut wie die Eisenbahn ist in erster Linie dazu da, den Verkehr zu erleichtern. Wenn dabei noch ein schönes Stück für den Finanzminister herausspringt, so ist dies für ihn ganz angenehm; es darf aber nicht Hauptsache und 3weck der ganzen Institution sein. Wundern darf man sich allerdings darüber nicht, wenn man auch die

hinzugefügt,... daß ihr Leben nicht immer vorwurfsfrei gewesen sei, und daß alle Ihre Freunde wußten, was sie gethan habe, und daß sie Ihnen, wenn Sie sie fragten, alle rathen würden, ihre Tochter nicht zu heirathen."

Weshalb? Was hat sie verbrochen? Noch einmal bitte ich Sie, antworten Sie mir?"

Andreas duldete die heftigsten Seelenqualen. Er

ab. Sie sagte mir, ich erbe zwei Millionen, und Sie Meine Mutter sagte mir, weshalb Sie fortgegangen aben mich jeht zu reich, um Ihre Frau zu werden. Mutter nicht Schuld daran, daß fie den Mann nicht hei­Boblan! Ich will nichts von diesen häßlichen Millionen rathete, den sie liebte.. When, und ich bin nicht gezwungen, fie anzunehmen. In wenn Sie jetzt sterben würden, wäre ich doch auch nicht willig hinabgeglitten ist. Nicht einmal das Elend dient Jahre bin ich majorenn, und dann verzichte ich strafbar, weil ich Sie geliebt habe. Meine Mutter hat mir und wir brauchen nicht bis dahin mit unserer Heirath zu die Erbschaft. Sie können es mir auf's Wort glauben gesagt, daß Sie von mir wegen meiner Herkunft nichts ohne Mittel und

tarten."

sich verheirathen muß. Meine Mutter und" Gundula haben mußte sprechen, und wenn er sprach, das Herz dieſes Kindes mir immer gesagt, daß das der 3wed unseres Lebens sei. auf's tiefste verwunden, das er so liebte. Er hatte nicht den Muth, ihr zu sagen: Ihre Mutter hat ihre Schönheit Ich verstehe, daß es ein Unglüd sein muß, Jemanden zu lieben und ihn nicht zu da verkauft und ist so reich geworden, sie hat ein schandbares Leben geführt, und das Andenken Ihres Vaters hat sie nicht auf der Bahn der Schande aufgehalten, die sie frei ihr als Entschuldigung, denn sie nicht ganz hatte Talente genug, um durch zu verdienen, um ihre Tochter erziehen zu können. Sie zog es vor, die Laster der Männer auszubeuten, und sich so ein Vermögen zu erwerben, und wenn Sie Sie heut leiden, und wenn ich, der ich Sie glühend liebe, vor Schimpf zurückweiche, der auf dem Namen liegt, den sie in Schimpf zurückweiche, der au den Schmutz getreten, so ist sie allein die einzige Ursache unferes Unglücks. Sie erntet, was sie gefäet hat, und nicht fie beklage ich.

Das Bermögen stammt von Ihrer Tante," stammelte geben, die nicht sehr klar waren...

ber Baron , der vollkommen verwirrt war.

Ja, von einer Tante, die ich nie gekannt habe.

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täuscht; aber sie hat mir noch weitere Aufklärungen ges So hat sie mir zu verstehen gegeben, man mache es ihr zum Vorwurf, daß sie sich Frau von Lorris nenne, ein schönes Hotel und eine toftbare Einrichtung befize. Was ist da Schlechtes dabei?

toie ich auch meinen Vater nie gekannt habe.. ich glaubte, Sagen Sie mir es doch, bitte." er hieße Baldieu, da ich diesen Namen trage... Meine

beißen,

und

meine

Jetzt senkte Andreas den Kopf. Er hatte nicht ver er sei ein Engländer muthet, daß ihn Fräulein Valdieu in die Nothwendigkeit Tante, die mir soviel Geld

und abelig wie Sie gewesen, er habe Georges Avor ges versehen würde, zu lügen, oder ihr die Schande ihrer Mutter

hinterlassen hat, sei an einen Lord verheirathet gewesen."

Hat Ihre Mutter Ihnen auch mitgetheilt, daß Ihr liberrascht war, daß ihm Frau von Lorris bei dem Ge

ihr erfter Geliebter ein vornehmer Engländer gewesen.

zu enthüllen.

fändniß ihrer Vergangenheit, nicht auch gesagt habe, daß tam? Sie sagte mir heute, sie habe nie gearbeitet, wie fie

" Ja," erwiderte Therese nach einer fleinen Pause, sie

Sie schweigen; finden Sie also auch, daß sie schuldig ift?"" fragte traurig Therese. Ich dachte, daß ihr mein Bater alles, was sie befigt, gegeben hätte. Wie konnte fie sonst ein solches Vermögen erwerben, wenn es nicht von ihm es mich glauben gemacht hat,... weil ich noch nicht alt ich wiederhole genug war, die Wahrheit zu verstehen... und dann hat sie hinzugefügt, ihre eigenen Worte.... und dann hat sie hinzugefügt,

fagte mir, ich sei, was man ein natürliches Kind nennt, ihre eigenen Worte...

.

war

dem

An Frau Valdieu ist es, Ihnen hierauf zu antworten," erwiderte er mit tonloser Stimme. Ich wußte bis heute nicht, daß sie sich Frau von Lorris nennt. Ich bin nicht besser unterrichtet, als Sie selbst, aber ich schwöre Ihnen, daß ich niemanden meiner Heirath wegen um Rath fragen

werde."

,, Auch Herrn von Arbois nicht?... Meine Mutter hatte also Recht, als sie sagte, daß Ihre Freunde unsere Heirath nicht billigen würden... und daß Sie deshalb schwankten... In ihrem Leben muß es ein Geheimniß

und sie sei nie verheirathet gewesen. Es scheint so, als und das sollen Sie mir gerade erklären... dann hat sie geben... ich will es nicht wissen... und morgen wird