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Sitt<B«g( de» II Dezember 1888.
5. H-ch»»-
SMttVÄsdl«» Krgan für die Interessen der Arbeiter.
Dienstmädchen als Kapitalbildner. t Da die deutschfteisinnige Partei, gedrängt von der "oth der Zeit, sich gezwungen gesehe» hat, mit dem reinen unverfälschten Manchesterthum, das es bis in die neueste % auf ihre Fahne geschrieben hatte, wenigstens im Reichs- zu breche« und ebenfalls in Sozialreform zu machen, scheint Herr Eugen Richter — zweifellos einer der über« £jgtesten, wenn auch nicht begabtesten Anhänger der **a»chefiertheorie— das Bedürfniß gefühlt zu haben, we- "igstent für feine Person vor aller Welt zu bekunden, daß sk»och der Alte geblieben ist. Die Telegenheit dazu bot chm ein Vortrag, den der genannte Politiker in dem PotS- *avier Thor-BezirkSverei« in voriger Woche über die Alters- ** Znvalidenvorlage hielt. Li» Vortrag des Herrn Richter hat stets seine Vor- iigs, und zu den abgedroschenen BezirkSvereinS-Klatschereien, Die wir sie z. B. von den Herme» und Konsorten zu hören kwöhnt find, verhält sich ein Vortrag Richter'S wie eine Flasche echten Burgunoer« zu einem TlaS essigsauren �tÜneberger. Auch in seiner letzten Rede zeigte Richter Dieder seine unbestrittenen Vorzüge, und waS er an Zahlen %% die Berliner Bevölkerung und die Zahl der eventuell hier vorhandenen Rentenempfänger, sowie über die Berliner «lmosenempfänger und ihr Verhältmß zu der geplanten Svvalidenverforgung zum Besten gab, war gewiß von allgemeinem Zntereffe. Sowie aber Herr Richter aus dem Gebiete der Zahlen sich auf da» der volkSwirthschaftliche« aheorien degiebt, dann fängt er an, geradezu gefährlich zu werden. Au« dem scharfen Rechner und brillanten Kritiker bann plötzlich ein ganz gewöhnlicher Nachplapperer der tivialsten und schon tausend Mal in ihr Nichts aufgelösten Gemeinplätze der Manchestertheorie. Diese» Malheur ist Herrn Richter auch wieder am Mittwoch voriger Woche in der bereits erwähnten Ver- fonmlung passirt. Neben den vielen trefflichen Einwänden, Drlche der Vertreter für Hagen gegen den Znvalidengesctz- avtwurf vorbrachte, erhob er nämlich auch da« Bedenken, H derselbe, wenn er Gesetz würde, den Trieb)ur Spar- gjnkeit schwächen und so„die Kapitalbildung m hohem beeinträchtigen würde". DaS Dienstmädchen, Dolche« Ersparniffe macht, um dermaleinst nicht ganz mittel- in die Ehe zu trete», der Geselle oder Hand- 'vna Sgehilfe, der spart, um selbstständig zu werden, alle verliere» den Anspruch auf Rente, wenn sie selbst-
{TjOlg werde», und eS ist deshalb die Gefahr nahe gerückt, !»« in Zukunft nicht J** Erwerb der Selbst »knüpft ist. Die« wäre aber �S«b»iß, den»„der ganze
v,. i« u» outunzi n»u)i mehr sparen werden, weil ja mit ** Erwerb der Selbstständigkeit der Verlust der Rente beklagendes eine»
ein sehr zu Fortschritt
Jeuilreton.
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Kaskowikow.
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Roman vo» F. M. Dostojewski. #*« kern Russisch«« übersetzt von Wilh. Henckel . _ Aber durchaus nicht! rief Sametow, fichtlich ver- — da» also war Ihre Abficht, um zu diesem \4&UQt zu gelange«, wollten Sie mich m Angst ver- »— Ei« haben e« also»irklich nicht geglaubt? Wovon �-n Sie denn damals, als ich aus dem Polizeibureau Sfying? Weshalb inquirirte mich denn der Lieutenant »?°ir»ach der Ohnmacht?... He, Kellner, wieviel macht 1 Er nahm seine Mütze und stand auf. - Dreißig Kopeke«, antwortete der Bursch. MMUZÄ k dtle hatte I Meine Wirthin T*« an.n�..~
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�ausyefragt'habe«.."-'Nun aber ist'« genug! Assez ZA%%»Ä'Änä sai&ssszas
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Volke» hängt ab von der Kapitalbildung, nicht der einzelnen Reichen, sondern der Masse de« arbeitenden Volke«". Sollte man es für möglich halte«, daß heute, im letzten Viertel des 19. Jahrhundert«, ein Mann von der Be- deutung eines Eugen Richter eine« solchen kompletten Ha- sinn über die Art der Kapitalbildung innerhalb der kapitalisti - schen Produktionsweise zum Besten geben kann? Herr Richter glaubt also noch daran, daß da»„Sparen" die Quelle für die Kapitalbildung sei. Er, der sonst so scharfe Denker und Kritiker, ist sich also»och nicht einmal darüber klar geworden, daß, damit etwas gespart werden kann, es doch vorher schon vorhanden sein muß. Daß also daS Kapital die Vorbedingung für die Möglichkeit des Sparens ist, und nicht umgekehrt, wie Herr Richter meint, da« Sparen erst Kapital bildet. Herr Richter, der sich noch in dem naiven Glauben be» findet, das Sparen fei eine produktive Thätigkeit, durch welche Kapital gebildet werde, während e« unter allen Um- ständen nicht» weiter ist, als eine negative Aktion, durch welche bereits vorhandenes Kapital an einer bestimmten Stelle sich anhäuft, meint auch, daß der ganze Fortschritt eines Volke« davon abhängt, daß die Kapitalbilduag nicht von den einzelne« Reichen, sondern von der Masse de« Volkes geübt wird. Wie Herr Richter angesichts der Kapitalbildner Roth- fchild, Bleichröder , Hansemann, Hirsch und Konsorten sich doch so täuschen kann. Die Dienstmädchen, Gesellen und Hand- lungSgehilfe«, sowie die gesammte werkthätige Bevölkerung erzeuge« durch ihre Arbeit Werth«, Herr Richter, und diese Werths bleibe« im Besitz oer Unter- nehmer, in deren Dienst die Arbeiter gegen Lohn stehen. Und soweit diese Werthe wieder dazu benützt werden, mit ihnen neue Werthe zu erzeuge», d. h. Kapital zu bilden, soweit sind sie selbst Kapital. Nicht also vaS Svaren er» zeugt Kapital, denn Kapital muß längst vorhanden sein, wenn da« Sparen beginnen soll, sondern die Arbeit ist die Kapitalbildnerin und zwar jener Theil der Arbeit, für de« der Unternehmer nicht« bezahlt. Die unbezahlte Mehrarbeit, jener Theil de« ÄrbeitSerträgniffeS, das der Arbeiter liefert über ven Werthbetrag hinaus, der ihm in Gestalt des Lohnes ausbezahlt wird, welcher Mehrertrag in da« Eigenthum deS Unternehmer« übergeht, da« ist der Kapitalbildner, nicht aber die armen Dienstmädchen und Gesellen, wie sich Herr Richter in unglaublicher Raivetät einbildet� � � Richter wirklich, die Vermöae« der Rothschilds und Bleichröder , die Milliarden von Kapital, welche in Fabriken, Eisenbahnen, Maschine«, Häusern-c. in denHänden Einzelner angehäuft sind, sind von diesen Einzelne« gespart worden? Oder soll Herr Richter wirklich nicht wissen, daß Dienstmädchen oder Gesellen, also Arbeiter, wenn sie sparen über den Hause« geworfen und eine ganz neue Ansicht von der Sache in ihm hervorgerufen. „Jlja Petrowitsch— ist ein Dummkopf!" war da« Endresultat seine« Nachdenken«. Kaum hatte RaSkolnikow die Thür«ach der Straße geöffnet, als er auf der Treppe den eintretenden Rasumichin antraf. Sie wären beinahe mit de» Köpfen zusammen gerannt. Eine Zeit lang maßen sie sich mit den Blicken. Rasumichin war im höchsten Grad erstaunt; plötzlich aber blitzte der Zorn, der helle Zorn in seine» Augen. — Also hier steckst Du? schrie er au« vollem Halse. Vom Bette au» durchgebrannt! Und ich suchte Dich bi« unterm Sopha! Sogar auf dem Bode» sind wir ge- wesen. Nastaßja hätte Deinetwegen beinahe Prügel ge- kriegt... Und nun finde ich Dich hier!... Rod'ka, wa» soll daS bedeuten? Sprich die Wahrheit! Gestehe alle», hörst Du?� jei)eul£� � 2ht mir Alle auf den Tod zu- wider seid, und daß ich allein sei« will! antwortete Ra»- kolnikow ruhig.__., — Allein? Kannst kaum gehen, bist bleich wie ei» Leintuch und hast kaum Aibem! Narr!... Wa» hast Du im Krystallpalast zu suchen? Gesteh' e, sofort! __ Laß mich gehen! sagte RaSkolnikow und wollte sich entfernen.— Aber Rasumichin wurde wüthend und packte ihn fest an die Schulter._____ — So? laß mich gehen? Du unterstehst Dir, mir zu sagen„laß mich gehen!" Weißt Du auch, wa« ich mit Dir thun werde? Ich nehme Dich beim Kragen, binde Dich zu, sammen und schleppe Dich nach HauS, unter Schloß und Höre, Rasumichin, begann RaSkolnikow leise und scheinbar ganz ruhig. Du denn nicht daß# Deine Wohlthaten nicht mag? Wa« findest Du nur für e,n Gefallen daran, jemand Woblthaten aufzudringen, der- darauf lveiet der so etwa« weder ertragen will noch kann! WeS- balb hast Du mich beim Beginn meiner Krankheit aufge- sucht? Ich wäre vielleicht ftoh gewesen zu sterben? Habe ich
sollen, erst etwa» verdienen müssen, daß sie aber dies nur können, wenn jemand ihre Arbeitskraft in Dienst nimmt, sie beschäftigt? Glaubt aber Herr Richter nun, daß diese Beschäftigung nur stattfindet, um den Dienstmädchen Ge- legenheit zu geben, sich etwa« zu„ersparen"? Daß daS nicht der Fall ist, das muß auch Herr Richter wissen. E« kann ihm nicht unbekannt sein, daß die Unter- nehmer sich ftemder Arbeitskraft nur bedienen, weil sie einen Theil derselben nicht zu bezahlen gesonnen sind, ihn auch gar nicht zu bezahle« brauchen, und weil dieser Theil der nichtbezahlte« Arbeit sich zu Kapital verdichtet, mit dem man dann auch in Zukunft Arbeiter behufs neuer Kapital- bildung weiter ausbeuten kann und auch will! WaS also Herr Richter über die Art der Kapital» bildung sagte, ist einfach Unsinn und steht mit de« that- sächlichen wirthschaftlichen Vorgängen in direktem, jedermann ersichtlichem Widerspruch. Man muß wirklich von wirth- schastlichen Dingen so wenig, d. h. gar nicht« verstehen, wie Herr Eugen Richter , um zu dem phänomenalen AuS- spruch gelangen zu können, der ganze Fortschritt eine» Volke« beruhe auf der Kapitalbildung durch da« Spare« feiten« der Dienstmädchen und Gesellen. Aber so unwissend Herr Richter in Bezug auf die Art der Kapitalbilduvg ist, ebenso ftemd ist ihm der wirth» schaftliche Mechanismus, der den Arbeiter zwingt, innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise sich zur Kapitalbildung und Anhäufung verwenden zu lassen. Herr Richter be- fürchtet, daß, wenn die Arbeiter erst die Aussicht auf eine Rente haben, sie für ihre alte» Tage nicht mehr sparen werden. Man sehe dies sehr häufig in„krasser Form" bei Beamtenfamilie«.— Daß Herr Richter befürchten kann, die 19 Pf. Altersrente oder die 50 Pf. Invalidenrente könnte» Jemanden davon abhalten, zu sparen— vorausgesetzt, daß er dazu überhaupt Gelegenheit findet— da« ist auch wieder eine der Unbegreiflichkeiten, wie sie nur bei Eugen Richter vorkommen können. Aber davon abgesehen, arbeiten denn die Arbeiter deswegen, um zu sparen? Bewahre, die Arbeiter arbeiten, um leben zu können. Sie, die Enterbte», müsse« den Besitzern der Arbeitsmittel ihre Arbeitskrast anbiete», um sich dadurch ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Und die Unternehmer beschäftigen die Arbeiter, um aus ihnen Profit, Mehrwerth, herauszuschlagen. Die Kapitalbildung, und um diese ist eS ja Herr» Richter zu thun, wird sich also immer vollziehen, wo gearbeitet wird und Werthe er» zeugt werde«. Diese Bildung vollzieht sich aber nicht durch da» Ansammeln der Pfennige, welche sich die Dienstmädchen und Geselle» vom Munde absparen, sonder« eS sind die fetten Dividende«, die Bodenrente, der Kapitalzin«, Herr Richter, die zu neuer Kapitalbildung Verwendung finden. Dort bleiben die Millionen nicht bezahlter Mehrarbeit hängen, wa« Dienstmädchen und Gesellen sparen, da« ist kaum nennenSwerth. Auf alle Fälle aber bildet Sparen keine Kapi- e» Dir heute nicht deutlich genug gezeigt, daß Du mich quälst— daß Du mir zuwider bist? Wa« ist da« nur für eine Wonne, eine« Menschen so zu quälen! Ich versichere Dich, daß e» meiner Gesundheit nachtheilig ist, denn e« reizt mich beständig. Sossimow ging doch vorhin seiner Wege, um mich nicht aufzuregen! Um Gottes willen laß auch Du mich in Ruhe! WaS hast Du überhaupt für ein Recht, mich ge- waltfam zurückzuhalte«? Siehst Du denn nicht, daß ich jetzt ganz vernünftig rede? Belehre mich doch, auf welche Weise soll ich Dich bitten, mich in Ruhe zu lassen und mich mit Deinen Wohlthaten zu verschonen? Halte mich meinetwegen für undankbar, für gemein, aber laß mich um Gotte« willen in Ruhe! Laß mich! laß mich! Er hatte ruhig begonnen und sich gefteut, sei» Gift von sich geben zu können, endete aber wie vorhin, mit Lushm, wüthend und athemlo«. Rasumichin stand eine Weile da, überlegte und ließ dann seine Hand lo«. — Nun, packe Dich meinetwegen zum Teufel! sagte er leise und fast nachdenklich.— Halt, rief er plötzlich, als RaSkolnikow gehen wollte,- höre mich an. Ich erkläre Dir hiermit, daß ihr alle, vom ersten bi« zum letzten— Schwätzer und Großsprecher seid! Wenn einmal ein lumpige« Leide« bei euch einkehrt, so tragt ihr euch damit wie die Henne mit dem Ei! Auch in diesem Fall schmückt ihr euch mit fremden Federn. Keine Spur von selbständigem Leben habt ihr! Au« Spermazetsalbe seid ihr gemacht, anstatt de« Blutes habt ihr Molken in den Adern. Niemand von euch glaube ich da« geringste! Eure erste Sorge ist, in jeder Lage so wenig al« möglich andern Menschen ähnlich zu sei»! Halt still! rief er wüthend, al« er merkte, daß RaSkolnikow im Begriff war zu gehe»,— höre mich bi« ans Endel Du weißt, daß ich heute zur Einweihung meiner neuen Wohnung Gäste habe, e« sind viel» leicht schon jetzt welche da, ich habe aber meinen Onkel zu Haus gelassen, damit er die Gäste empfange, eben erst war ich dort. Also, wenn Du kein Narr bist, kein ganz ordi- närer Narr, kein ausgemachter Narr, keine Ueberfetzunz au»