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Mittwoch, den 16. April 1890.

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Berliner Volksblatt.

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Organ für die Infereffen der Arbeiter.

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Das Berliner Volksblatt" sscheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei ' s Haus vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pf. Einzelne Nummer 5 Pf. onntags- Nummer mit dem Sonntags- Blatt" 10 Pf. Postabonnement 3,30 Mart pro Quartal. ion. ( Eingetragen in der Postzeitungspreislifte für 1890 unter Nr. 892, V. Nachtrag.) m. Bnter Kreuzband, täglich durch die Erpedition, für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. nicht.

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beträgt für die 5 gespaltene Petitzeile oder deren Naum 40 Pf., für Vereins- und Versammlungs­Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Beuthstraße 3, sowie von allen Annoncen- Bureaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3-7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt VI. Nr. 4106.

Redaktion: Beuthstraße 2.- Expedition: Beuthstraße 3.

Bur Geschichte Borerst sei bemerkt, daß die preußische Regierung im Nationalversammlung arbeiteten Degenkolb, Veit, Becker Januar 1849 eine Versammlung von Vertretern der aus Gotha und Lette einen Entwurf für eine deutsche Nummer Arbeiterkammern. Handwerker und Gesellen unter Theilnahme von Ver- Gewerbeordnung aus, in welcher die H. Wagener zuge­tretern des Kaufmannsstandes und der Fabrikanten ein- schobene Erfindung viel reiner zum Ausdrucke kam, als in In frischer Erinnerung ist noch bei Jedermann die berief, in welcher u. A. die Forderung von Gewerberäthen der preußischen Verordnung vom Jahre 1849 oder gar in nwürdige Haltung der freisinnigen Partei nach den kaiser - erhoben wurde. Diesem Verlangen kam die Regierung in den Auslassungen Wagener's und Wilhelm's I. chen Erlaffen vom 4. Februar d. J. Damals behaupteten der oftroyrten Verordnung vom 7. Februar 1849 Waren nun diese vier genannten Männer Konser

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e Zeitungen und führenden Personen der freisinnigen Partei, nach. Diese Gewerberäthe sollten nach§ 3 der Ver- vative oder gehörten sie gar der jetzt durch die Kreuz­ß das sozialpolitische Programm des Kaisers nach jeder ordnung zu gleichen Theilen aus dem Handwerkerſtande, Zeitung" vertretenen Spielart dieser Partei an? Mit ffen Addichtung mit der Arbeiterschußpolitik der freisinnigen dem Fabrikenstande und dem Handelsstande des Be- Nichten! Veit war ein Altliberaler und schloß sich später en Wiessartei übereinstimme. Imponirend war lediglich an dieser zirkes gewählt werden, und nach den erwähnten drei den Gothanern an. Auch; Becker war ein Liberaler, , daß benso charakterlosen wie bedientenhaften Anpassung an Klassen in drei Abtheilungen zerfallen. In der Hand- er ward später Direktor der Gothaer Feuerversicherungs­n Machtwort des Kaisers die Stirn, mit der die einge- werks- und in den Fabrikabtheilungen der Gewerberäthe gesellschaft, Lette war Leiter des konstutionellen Klubs in eischte Manchesterpartei einiger Wahlsize wegen ihre sollten die Unternehmer und die Arbeiter gleiche Vertretung Berlin , gehörte in Frankfurt der Kaſinopartei an und immtlichen wirthschaftspolitischen Grundsätze im Hand­Tera mdrehen opferte. erhalten, jedoch sollte zur Erlangung der ungeraden Mit- war Ende der 50er Jahre Führer der liberalen Partei. pril, N gliederzahl in jeder Abtheilung ein weiteres Mitglied aus Daß diese Männer jedenfalls heute eher zu den Anhängern Wer die letzten Nummern der Nation" las, in denen bem Kreise der Unternehmer gewählt werden(§ 4 der der freisinnigen Partei als zu denen der Herren Helldorff, aufe er Abgeordnete Barth mit nichtigen Scheingründen die angeführten Verordnung). Diese Gewerberäthe sollten Buttkamer und Stöcker gehören dürften, muß wohl von orderung des Achtstundentages als unberechtigt hinstellt, u. A. die Verhältnisse der Lehrlinge, Gesellen, Gehilfen der Kreuz- Zeitung " zugegeben werden. verebird einsehen, daß die Schwenkung der manchesterlichsten und Fabrikarbeiter regeln, Bestimmungen über die Ar- Wie erklärt es sich aber, daß die freisinnigen Blätter zur artei im Reiche nur ein taktisches Manöver war. beitszeit und den Arbeitslohn treffen. und Politiker die Ausführungen der Kreuz- Zeitung " un Fast ebenso auffallend als der rasche Koulissenwechsel Was den praktischen Erfolg der Gewerberäthe be- angefochten ließen? Hierfür giebt es zwei Erklärungs­manlach dem 4. Februar ist die Haltung der freisinnigen trifft, so entsprach er in keiner Weise den hochgespannten gründe. Entweder will sich die freisinnige Partei nicht en ist. Breffe gegenüber einem Artikel der Kreuz- Beitung" über Erwartungen; die hemmende Praxis der Behörden, durch Reklamirung dieser Idee für dieselbe binden, da die Nachie Arbeiterkammern. Einen Monat nach den Reichstags- mangelnde Organisation und Klassenbewußtsein der Ar- Herren Barth und Brömel es für besser halten könnten, fe,& ahlen begann das christlich- feudale Organ eine Artikel- beiter, die Lethargie der Unternehmer störten die Entgegen sie zu stimmen, wenn ein ähnlicher Antrag dem rie über die Arbeiterkammern, in der es u. a. ausführte, wickelung dieser Organisationen so sehr, daß von den im Reichstage vorgelegt werden sollte, oder diese Herren, mtlich diese Idee zum ersten Male von H. Wagener, ihrem Jahre 1849 tonstituirten 96 Gewerberäthen im Jahre 1864 welche so gerne auf ihr Wissen und ihre Belesenheit orten. hemaligen Chefredakteur, in einer Versammlung am nur noch wenig übrig blieben. Durch Erlaß der Nord- pochen, haben die Geschichte der 48er Bewegung und ihrer Hr. 102. Juni 1863 entwickelt worden wäre, daß die freisinnige deutschen Gewerbeordnung vom Jahre 1869 wurde ihrem Partei vergeffent. isi simili and 100 t Sartei füglich nicht behaupten könne, daß sie an Bestande der gesetzliche Boden entzogen. Da das letztere der Fall sein könnte, möchten wir

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-Fabriefen wichtigen fozialpolitischen Vorschlag irgend ein Nun diese Gewerberäthe bestanden, wenigstens dem den freisinnigen Abgeordneten, welche sich so gern als die Inrecht habe; sie wies darauf hin, daß Max Hirsch die Gesetze nach, noch zu der Zeit als H. Wagener in einer Erben der 48er Ideen hinstellen möchten, rathen, daß sie die ftr. 126, Irbeiterkammern eine Utopie genannt habe. Die Sozial- Versammlung Gewerberäthe mit obrigkeitlichem Charakter Seiten 925-927, 945 und 946 des 2. Bandes der Ver­nhof emokraten und der katholische Sozialpolitiker Hize hätten und mit Vertretung der Gesellen forderte, um die Verhältnisse handlungen der verfassungsgebenden Reichsversammlung ch zwar später dieser ursprünglich Wagener'schen Idee zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu regeln." zu Frankfurt am Main genau studiren. bemächtigt. Nebst Wagener soll auch Kaiser Wilhelm 1. Diese Arbeiterkammern sind demnach nicht auf eine An- Sie werden dort u. A. finden, daß ihre damaligen em Gedanken nahegetreten sein, was durch eine An- regung Wagener's oder Wilhelm's I zurückzuführen. Wohl Parteigenossen für einen Maximalarbeitstag, für Pensions­orache deffelben an eine von ihm am 2. März 1863 tönnte man aber einwenden, ein konservatives Ministerium fassen, für Fabriksausschüsse, Fabriksräthe und Fabriks­Ten.mpfangene Handwerkerdeputation erwiesen sei. Der in Preußen hätte sie zuerst eingeführt, sie seien ein dem schiedsgerichte eintraten. eer vryſtr. Rönig erklärte sich nämlich damals für die korporative konservativen Ideenkreise angehörendes Projekt. Da den wenigsten unserer Leser die Protokolle der Bestaltung der Gewerbe, welche den jezigen Anforderungen Obgleich wir nun dem sozialpolitischen Laboratorium deutschen Nationalversammlung zur Verfügung stehen ntspricht". Diese historischen Ausführungen schloß die der preußischen Junkerpartei diese verflucht gescheute Form dürften, seien die betreffenden Bestimmungen über Fabriks­Kreuz- Zeitung" mit dem Hinweise, daß jezt Kaiser der Berufsorganisation, in welcher die Arbeiter stets in ausschüsse 2c. hier mitgetheilt. Bilhelm II. seines Großvaters und Wagener's Gedanken der Minorität, also im Unrechte wären, vom Herzen gerne t Hose usführe. gönnten und nicht die geringste Spur von Neid empfinden Die deutsche Gewerbeordnung sollte folgende Para­Wie verhält es sich nun in Wirklichkeit mit der Ge- würden, wenn dem so wäre, so geht dies doch nicht an, graphen enthalten: ler Ahichte dieser Idee. Wir wollen dies etwas breiter ent- denn diese Idee ist auch in liberalen Köpfen früher oder 42. Jede Fabrik wählt einen Fabritsausschuß. Derselbe sid Fabritsausschüsse. dni po at mad ottbiickeln, um zu zeigen, wie sehr sowohl den Feudalen gleichzeitig aufgetaucht. Sie ist auch in einem Gesetzes- besteht: Is den Freifinnigen die Geschichte ihres Landes, ja ihrer vorschlage an die deutsche Nationalversammlung hervor- a) aus einem Mitgliede jeder selbstständigen Gruppe der 1. Malartei unbekannt ist. getreten. Jm volkswirthschaftlichen Ausschusse der deutschen o Fabritarbeiter und

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Zum Glück der Damen."

Roman von Emile Zola .

Autorisirte Uebersetzung von Armin Schwarz. Madame Aurelie fuhr mit sanfterer Stimme fort: - Und warum sind Sie von Cornaille fort?

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- Aus Familienrücksichten, erwiderte Denise, start

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auf ihren Lippen schien ihr ganzes Wesen erschlossen zu Erinnerungen zurück und vergrößerten das Bild Mouret's, haben. Ihre grauen Augen gewannen einen zarten Schimmer, liebliche Grübchen erschienen auf ihren Wangen, selbst ihre matten Haare schienen in der ermunternden Heiterfeit ihres ganzen Wesens fliegen zu wollen.

umgaben ihn mit einer Legende, machten aus ihm den Meister der schrecklichen Maschine, von deren Zähnen sie sich seit dem Morgen schier erfaßt fühlte. Und hinter seinem hübschen Kopf mit dem wohlgepflegten Barte und den schönen Augen von der Farbe des alten Goldes sah sie die todte Frau, diese Madame Héduin, deren Blut die Steine des Hauses getittet hatte. Und nun war ihr, als fürchtete sie sich vor ihm.

-Sie ist ja ganz hübsch, sagte Mouret leise zu Bour­doncle. Der Assozie machte eine Geberde des Widerspruchs. Klara spitte die Lippen, während Marguerite sich abwandte. Mittlerweile hatte Madame Aurelie das Buch ge­Madame Aurelie allein schien gewonnen und stimmte mit schlossen. Sie brauchte nur eine Verkäuferin und es waren einem Kopfnicken Mouret zu, als dieser fortfuhr: deren schon zehn vorgemerkt. Doch suchte sie zu sehr dem Ihr Oheim hatte unrecht, Sie nicht herüberzuführen, Patron gefällig zu sein, um hier länger zu zögern. In­

= rei wiröthend. Wir haben unsere Eltern verloren, ich mußte seine Empfehlung würde genügt haben. Man erzählt, daß er, dessen, meinte sie, daß die üblichen Formalitäten beobachtet [ 970 ich meiner Brüder annehmen. Uebrigens habe ich hier ein uns gram sei. Wir sind nicht so engherzig und wenn er für werden müssen; der Inspektor Jauve wird Erkundigungen seine Nichte im eigenen Hause teine keine Beschäftigung hat, einholen, wird berichten und sie wird dann ihren Entschluß Das Zeugniß war ausgezeichnet. Schon begann sie zu so werden wir ihm zeigen, daß sie bei uns nur anzutiopfen fassen. Laden offen, als noch eine letzte Frage sie in Verlegenheit setzte. braucht, um aufgenommen zu werden. Sagen Sie ihm, daß Es ist gut, Fräulein, sagte sie endlich in majestäti Rönnen Sie uns in Paris Referenzen aufgeben? ich ihn hochachte und daß er nicht über mich ungehalten scher Haltung. Man wird Ihnen die Entschließung schrift­188. Bo wohnen Sie? sein dürfe; die veränderten Verhältnisse des Handels seien lich mittheilen. Bei meinem Onkel, flüsterte sie, ohne ihn zu nennen, an Allem schuld; und sagen Sie ihm endlich, daß er ver Denise stand noch immer verwirrt und unbeweglich da. Fer 52 11 enn sie fürchtete, daß man die Nichte des Konkurrenten lolen sei, wenn er an seinen lächerlichen alten Gewohnheiten Sie wußte nicht, nach welcher Seite sie sich aus der Mitte iemals aufnehmen würde. Bei meinem Onkel Baudu, da eigensinnig festhält. all' dieser Leute entfernen sollte; endlich dankte sie Madame jegenüber, sagte sie endlich. Denise war ganz bleich geworden. Dieser Herr war Aurelie und ging mit einem Gruße an Mouret und Bour­Da tonnte Mouret sich nicht länger enthalten, dreinzu- also Mouret. Niemand hatte seinen Namen genannt, aber doncle vorüber. Diese beschäftigten sich übrigens längst nicht er selbst hatte sich als den Patron bezeichnet und sie begriff mehr mit ihr und vergaßen den Gruß zu erwidern; fie Wie, Sie sind die Nichte Baudu's? hat Baudu Sie nun, warum dieser junge Mann einen so tiefen Eindruck prüften jezt mit Madame Frédéric das Modell eines Man­jesendet? auf sie gemacht habe, zuerst auf der Straße, dann in teau à taille. Klara machte eine Geberde des Verdrusses O nein, mein Herr. der Seidenabtheilung und jetzt wieder. Dieser Ein zu Marguerite hinüber, wie um vorauszusagen, daß die Und sie konnte ein Lächeln nicht unterdrücken, so selt druck, den sie nicht zu erklären vermochte, lastete neue Verkäuferin in dieser Abtheilung keine angenehme vorauszusagen, daß die 811 am schien ihr die Idee. Und von da ab war sie wie um- immer schwerer auf ihrem Herzen. Alle die Ge Stellung haben werde. Denise fühlte ohne Zweifel die gewandelt, das Antlig behielt seine Nöthe und das Lächeln schichten, die der Onkel ihr erzählte, kehrten nun in ihre Gleichgiltigkeit und den Verdruß, den sie zurückgelassen,

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