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Donnerstag, den 17. April 1890. bless

7. Jahrg.

Berliner Volksblatt.

Organ für die Interessen der Arbeiter.

Das Berliner Boltsblatt" Wittmerscheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei Tapesin's Haus vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pf. Einzelne, Nummer 5 Pf. Abends. Sonntags- Nummer mit dem Sonntags- Blatt" 10 Pf. Postabonnement 3,30 Mart pro Quartal. nerfir. ( Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1890 unter Nr. 892, V. Nachtrag.) bei Bo fangventer Kreuzband, täglich durch die Expedition, für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat.

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Redaktion: Beuthffraße 2.

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zu den Schweizerischen Arbeiterkongressen.

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beträgt für die 5 gespaltene Petitzeile oder deren Naum 40 Pf., für Vereins- und Versammlungs­Anzeigen 20 Pf. Inferate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Beuthstraße 3, fowie von allen Annoncen- Bureaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3-7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. Fernspredjer: Amt VI. Mr. 4106.

Expedition: Beuthstraße 3. its ing salthine

und allgemeinen Verwaltungsmaßnahmen, welche die Ar- demokratischer gestalten und dem Arbeiter mehr soziale Be­beitsbedingungen und die Stellung der Arbeiter überhaupt rechtigung und Freiheit bieten könnten, wollen wir nicht betreffen. b) Begutachtung aller Fabrik- und Werkstatt- übersehen. Jedoch scheint uns der von Greulich ſfizzirte ordnungen; Untersuchungen über die Einhaltung der Ar- Organismus des Kammersystems doch etwas zu komplizirt beiterschutz- Vorschriften durch Zeugenverhör und Augen zu sein. Nun, bis eine derartige Organisation von den Ueber die Verhandlungen der beiden großen Kon- schein; Vorschlagsrecht für die Wahl kantonaler In- schweizerischen Landesvätern geschaffen wird, dürfte eine greffe in Olten , den des Gewerkschaftsbundes und den spektionsbeamten. c) Erhebungen über alle wirthschaft- so lange Zeit vergehen, daß bishin Jeder Muße hat, eine des Arbeiterbundes wurde bereits berichtet und der Ver- lichen Verhältnisse der Arbeiterklasse mit dem Recht, Vereinfachung des Greulich'schen Vorschlages auszudenken. lauf derselben als durchwegs befriedigend bezeichnet. Wir Beugen zu verhören und schriftliche Angaben zu ver- Beachtenswerth ist der Vorschlag auf jeden Fall. können noch hinzufügen, daß die Verhandlungen um so langen. Eher als ein Gesetz über Arbeiterkammern dürfte eine eilung höher in ihrer Bedeutung für die Arbeiter anzuschlagen Die kantonalen Arbeiterkammern sind der zuständigen Vorlage über Revision des Fabrikgesetzes zu rlich find, als sie in ernster, würdiger Form geführt wurden Regierungsabtheilung beigeordnet, welche ihre Kosten und erwarten sein. Die Erweiterung oder Ausdehnung des­cklich und jeder einzelne Theilnehmer den überzeugenden Ein- Sizungsgelder bestreitet. felben auf das Gewerbe bildet seit Jahren eine lebhaft bruck gewann, daß den hier gesprochenen Worten zweifel- Durch Abgeordnete der kantonalen Arbeiterkammern erörterte Frage. Warum, sagt man sich mit Recht, soll feit los auch die Thaten folgen werden. Man erhielt ferner soll eine schweizerische Arbeiterkammer ge- der Berufsarbeiter, der Gewerbegehilfe, jedes gesetzlichen den Eindruck, daß die schweizerische Arbeiterbewegung an bildet werden, welcher dann auf eidgenössischem Gebiete Schutzes ermangelnd, täglich 12, 13 bis 15 Stunden fozialistischem Gehalte gewonnen und seit den Tagen von die gleichen Befugnisse und Rechte eingeräumt werden, wie arbeiten müssen, während in der Fabrik der Tagelöhner sen, Aarau bedeutend fortgeschritten sei. Größerer Bedeutung auf kantonalem. Die schweizerische Arbeiterkammer wäre nur 11 Stunden zu arbeiten braucht? Warum soll jener de zuals das früher der Fall war, scheint den Bestrebungen dem zuständigen Departement des Bundesraths beizuordnen, am Sonntag den ganzen Vormittag bei der Arbeit ver­brei der Arbeiter auch von den übrigen Gesellschaftsklassen das auch die Kosten derselben zu tragen hätte. bringen müssen, während der Fabrikarbeiter schon am beigelegt zu werden. Das läßt sich auch schließen aus Den beruflichen Vereinigungen der Gewerbs- Sonnabend frühzeitig( 51/2 Uhr) Feierabend hat? Warum der Anwesenheit der den verschiedensten Lebensstellungen in h aber werden dieselben Rechte eingeräumt, wie den wird die Werkstatt des Gewerbetreibenden von keinem mangehörenden Gästen. Außer den beiden nationalräth- Gewerkschaften der Arbeiter. Die beiderseitigen Gewerk- öffentlichen Beamten inspizirt, während dies in jeder Fabrik lichen Referenten Curti und Dr. Decurtius waren ferner schaften sollen in gleicher Zahl Abgeordnete wählen, welche geschieht? Und doch sind in der Regel die gewerblichen ung anwesend die Nationalräthe Dr. Joos, Wonmatt, Kurz vereinigt die gemischte Gewerkschaftskammer Arbeitsstätten viel ungesunder, enger, schmutziger, weniger erl und Python; außer dem Referenten Ständerath Cornaz bilden sollen mit einem Präsidenten an der Spize, der ventilirt als die Werkstätten in den Fabriken. Und doch feine Kollegen Munzinger, Wonary und Wirz; die Geist- weder Arbeiter noch Gewerbsinhaber ist. Die gemischten verlangt weder Dr. Decurtins noch Dr. Scherrer eine lichen Dr. Beck von Luzern , Waßmer von Solothurn, Gewerkschaftskammern sollen das Recht erhalten, Beschlüsse Ausdehnung des Fabrikgesezes auf das ganze Gewerbe, itglie Weber von Schaffhausen zc.; die Advokaten Fauquez von zu fassen, welche für alle Berufszweige verbindlich find; sondern sie machen willkürlich bei drei Arbeitern Lausanne , Dr. Feigenwinter von Basel , verschiedene Kan- Buwiderhandelnde können sie mit Buße belegen. Halt. Warum drei Gehilfen weniger des gesetzlichen Schutzes pftonsräthe von Neuenburg, der kartellbrüderliche Außer den gemischten Gewerkschaftskammern und den werth und bedürftig sein sollen als vier, ist uns unver­iebe Reichstagsabgeordnete und Kommer besonderen Arbeiterkammern sollen noch Gewerbe- ständlich und ist auch in Olten von keiner Seite begründet en zienrath Siegle sammt Sekretär von tammern für die Gewerbsinhaber gebildet werden. worden. Mit dem Verlangen, den jetzt 11ftündigen Stuttgart , um, wie er angab, das Institut Arbeiter und Gewerbekammer vereint bilden die Normalarbeitstag auf 10 zu reduziren, wird eine sehr ge­and des Arbeiterbundes zu studiren und ferner waren Industrie kammer und zwar eine in jedem Kanton mäßigte Realpolitik betrieben, da in der That die Einführung zwei Vertreter aus Frankreich da. Der Bundes- und außerdem noch eine allgemeine schweizerische. Den des 10stündigen Arbeitstages zum großen Theile nur die rath der auf jedem Schützenfeste durch mehrere seiner Industriekammern werden folgende Befugnisse zugewiesen: Sanktion bereits vollzogener Thatsachen bedeutet, denn in arda Mitglieder vertreten ist, ließ sich hier für seine Abwesen- a) Organisation von Gewerbeschiedsgerichten und Beauf- vielen Werkstätten ist der Behnstundentag bereits ein­e 28. heit entschuldigen; nicht einmal der Bundesanwalt sichtigung ihrer Thätigkeit. b) Bildung von Einigungs- geführt. Trotzdem wird diese Abänderung der gesetzlichen Scherb ließ sich blicken. ämtern zur Verhütung von Arbeitseinstellungen und Ar- Maximalarbeitszeit von Jedermann als Fortschritt aner Zunächst tommen wir noch einmal auf die Thefen beiterausschüssen. c) Begutachtung aller Fragen, aller tannt werden müssen. Betreffs der Buchdruckereien und des Arbeitersekretärs Greulich zurück betreffs der Entwürfe von Gesetzen, Verordnungen und Verwaltungs- anderer Gewerbe soll der Bundesrath ermächtigt Verein Rechte der Gewerkschaften. In diesen Thesen maßnahmen, welche Industrie und Gewerbe betreffen. werden, durch Verordnung die Arbeitszeit dauernd zu, gearbe werden auch Arbeiterkammern vorgesehen, die d) Errichtung gemeinsamer Institutionen zum Nutzen und reduziren. Die Nachtarbeit foll nur ausnahmsweise fantonal abgegrenzt werden sollen, d. h. jeder Kanton soll zur Förderung gewerblicher Ausbildung und gewerblicher gestattet und den jugendlichen Arbeitern bis zum 18. Le­feine Arbeiterkammer erhalten. Gewählt werden die Mit- Interessen. bensjahre gänzlich untersagt sein. Ueberzeitbe. rechun glieder derselben durch die Gewerkschaften bezw. durch in Daß derartige Einrichtungen von Gutem wären und willigungen sollen nur für eine Stunde täglich und eiten kleineren Gemeinden gebildete allgemeine Arbeitervereine. namentlich das heute noch so schroff absolutistische Ar- nur für die Dauer eines Monats ertheilt werden, und Die Befugnisse der Arbeiterkammern werden wie folgt beitsverhältniß, bei dem der Geschäftsinhaber Despot und zwar wenn das Begehren eingehend und genügend be­Sperre formulirt: a) Begutachtung aller Gesetze, Verordnungen der Arbeiter Sklave ist, bedeutend bessern, vor allem gründet ist und in der betreffenden Branche weder eine

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Sie find glücklich, meine Theuere, daß Sie einen galanten Gatten haben. Dann sagte sie zu ihrer Tochter, einem hochgewachsenen Mädchen von zwanzig Jahren, gewendet: -Schau nur die hübsche Chiffre, Blanche! Welch' sorgfältige Arbeit! Sicherlich hat die Chiffre die Montirung so vertheuert!

rit B wohlfeilen Kauf! Zweihundert Franks für eine einfache lich zu Mouret gewendet:

nlun hundert Sous erspart hat! Für hundertzwanzig Frants er

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Zum Glück der Damen" hineingegangen, wo ich mich wie­der zu Thorheiten verleiten ließ; und da ich bestohlen zu werden fürchtete, wagte ich es nicht, meinen Einkauf im Fiater unten zu lassen.

Und als sie Mouret's Anwesenheit bemerkte, fügte sie lachend hinzu! Roman von Emile Zola . Oh, mein Herr, ich sagte dies nicht, um Ihnen Autorisirte Uebersetzung von. Armin Schwarz. Madame de Bores hatte die vierzig hinter sich. Sie Reklame zu machen, denn ich wußte nicht, daß Sie hier war eine herrlich gebaute Frau mit dem Halse einer sind..... Sie haben wirklich jetzt ganz außerordentliche Aber Du mußtest ja den Fächer montiren lassen? Göttin, einem großen, regelmäßigen Gesichte und großen, Spizen. Ohne Zweifel, erwiderte Weme. Desforges. Die Mon- schmachtenden Augen. Ihr Gatte, ein Gestüts- Inspektor, Diese Wendung des Gesprächs lenkte die Aufmerksam hatte sie wegen ihrer Schönheit geheirathet. Sie war ganz feit von dem Fächer ab, den Mouret auf ein Gueridon nieder­Mme. Bourdelais lachte. Das nennt Henriette einen entzückt von der Feinheit der Chiffre. Dann sagte sie plöß- legte. Die Damen waren jetzt neugierig, zu sehen, was Mme. Marty eingekauft habe. Man fannte ihre Wuth, das Geld Elfenbein- Montirung mit einer Chiffre! Und Audies wegen Sagen Sie uns Ihre Meinung, mein Herr, ist das auszugeben; man wußte, daß sie der Versuchung nicht wider­eines Endchens Chantilly - Spitzen, bei welchen sie vielleicht zu theuer: 200 Franks für diese Montirung? stehen könne. Sie war von strengster Ehrbarkeit, unnahbar Mouret stand bet den fünf Frauen und lächelte bei für einen fremden Mann, dagegen feig und überwunden von hält man einen solchen Fächer vollständig montirt. Und sie fällig zu Allem, was sie interessirte. Er nahm den Fächer jedem Endchen Stoff. Sie war die Tochter eines kleinen nannte eine Handlung in der Rue Poissionnière, wo man in die Hand, besichtigte ihn eine Weile und war eben im Beamten und ruinirte jetzt ihren Gatten, einen Professor solche Fächer um diesen Preis erhält. Begriff, zu antworten, als der Diener die Thüre öffnete und der fünften Klasse am Lycée Bonaparte, der sein Gehalt Inzwischen ging der Fächer von Hand zu Hand. Mme. meldete: von sechstausend Franks durch Privatstunden verdoppeln Guibal würdigte ihn taum einca Blides. Sie war eine Madame Marty! mußte, um den fortwährend anwachsenden Ausgaben seines große, schmächtige Frau mit röthlichen Haaren; in ihrem Eine magere, häßliche, blatternarbige, mit auffällig ge- Haushalts genügen zu fönnen. Sie öffnete ihre Ledertasche gleichgiltigen Gefichte saßen zwei graue Augen, aus wel- fuchter Eleganz gekleidete Frau trat ein. Ihr Alter war nicht, sondern hielt sie fest auf den Knien. Sie sprach von chen der krasse Egoismus funtelte. Wian sah sie niemals in schwer zu bestimmen; ihre fünfunddreißig Jahre konnten ihrer vierzehnjährigen Tochter Valentine, einer ihrer kost­der Gesellschaft thres Gatten, eines bekannten Advokaten, ebenso gut für dreißig, wie für vierzig gelten, je nach dem spieligsten Rotetterien; sie fleidete dieselbe, wie sich selbst ber, wie man sich erzählte, ein freies Leben voll Bergnü- nervosen Fieber, daß sie belebte. An ihrer rechten Hand nach allen Einzelnheiten der neuesten Włode, deren Zauber gungen führte. hing eine Tasche von rothem Leder, die sie nicht weglegen sie nicht widerstehen konnte. Oh, flüsterte sie, den Fächer Mme. Boves reichend, wollte. Für junge Mädchen putt man heuer die Kleider mit ich habe in meinem Leben keine zwei Fächer gekauft; man Verzeihen Sie, theuere Frau, daß ich mit meiner einigen Spitzen, wie Sie wissen, sprach sie. Als ich nun eine bekommt deren mehr als genug zum Geschenk. Tasche eintrete, sagte sie zu Wime. Desforges... Denken ganz hübsche Valencienne sah Sie sich: auf dem Wege zu Ihnen bin ich einen Augenblick| Sie entschloß sich endlich, die Tasche zu öffnen. Die

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Die Gräfin erwiderte mit feiner Bosheit: