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Nr. 277.
Donnerstag, den 27. November 1890.
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Das Berliner Volksblatt"
erscheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei in's Haus vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pf. Einzelne Nummer 5 Pf. Sonntags- Nummer mit dem„ Sonntags- Blatt" 10 Pf. Bostabonnement 3,30 Mart pro Quartal. ( Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1890 unter Nr. 892, V. Nachtrag.) Unter Kreuzband, täglich durch die Expedition, für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat.
Redaktion: Beuthffrahe 2.
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Insertionsgebühr
beträgt für die 5 gespaltene Petitzeile oder deren Naum 40 Pf., für Vereins- und VersammlungsAnzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Beuthstraße 3, sowie von allen Annoncen- Bureaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3-7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt VI. Nr. 4106.
Expedition: Beuthrake 3.
Abonnements- Einladung. Die Tage der ländlichen ein. Bei dem Rübenandnehmen wird der Afforderteng
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Sonntagsblatt"
als Gratisbeilage.
Arbeiter.
III.
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zwischen Männern Frauen gleich getheilt."
Die Theilung des Arbeitslohnes beim Mähen, zu welchem gleichfalls Arbeiter beider Geschlechter gebraucht werden, ist eine andere, weil hier die Leistungen der Unser Gewährsmann, Pastor Dr. Borchard, hat sich Männer größere und schwerere sind, als diejenigen der nicht damit genügen lassen, im Allgemeinen das Vor- Weiber, während beim Rübenausnehmen Mann wie Frau handensein von Uebelständen auf dem Lande festzustellen, dieselben Mühen haben. Für das Mähen wird der Frau er hat vielmehr eine Reihe werthvoller Daten geliefert, 1 M., dem Mann 2,50 M. pro Tag gegeben. Bei dem die zur Erkenntniß der ländlichen Verhältnisse schäßbares Maschinen", dem Dreschen mit der Maschine, erhält die Material" liefern. Er hat die Löhne der ländlichen Ar- Frau oder das Mädchen 1,20 M.; in das Uebrige theilen Unser Blatt ist das Zentralorgan der deutschen Sozial- beiter untersucht und mit viel Geschick und Sorgfalt Haus- sich die Männer, die dabei 2,50 M. täglich verdienen. C., demokratie, es vertritt durchaus den Standpunkt der modernen haltungsbudgets ermittelt, welche über die durchschnittlichen Beim Dreschen mit der Hand beträgt der Tagelohn proletarischen Arbeiterbewegung sowohl in sozialer wie in politischer Einnahmen und Ausgaben fleißiger und sparsamer Arbeiter- 1,50 m. Beziehung. Für den denkenden und aufgeklärten Arbeiter brauchen wir familien, bestehend aus Mann, Frau und drei Kindern, hin- Nun bedenke man, daß der freie ländliche Arbeiter, diesen Standpunkt des Näheren nicht zu erläutern. Für Jeden, reichenden Aufschluß und die Handhabe zur Beurtheilung welcher nicht in fester Arbeit steht, faum mehr als ber die Spannung, welche auf unseren gesammten Verhältnissen der Gesammtlage der landarbeitenden Bevölkerung in seinem 80 Affordtage zu 2 M. und 220 Tage zu 1,50 m. hat. und aufgeklärte Arbeiter muß stets darauf bedacht sein, sein liegt, beobachtet, tritt derfelbe klar zu Tage. Aber der gebildete Beobachtungsbezirke, einem Brennpunkte der Rübenkultur Dazu kommt, daß, sobald die Zuckerfabriken, die jetzt Drgan immer weiteren Kreisen seiner Klassengenossen zugänglich und Zuckerindustrie, geben. meistens von Mitte September bis Mitte Januar arbeiten, Pferdefnechte erhalten danach bei sechzehnstündiger, stillgesetzt sind, in den Monaten März und April der freie beitragen, daß die arbeitende Bevölkerung ihrem Ziele, der end- im Sommer oft siebzehnstündiger, Arbeitszeit wöchentlich ländliche Arbeiter keinen regelmäßigen Verdienst findet. giltigen Befreiung der Menschheit, im Sturmschritt zueilt. 8,90 M. ausbezahlt. Für Rübenvergütigung erhalten sie Der Tagelohn in der Zuckerfabrik ist für den gewöhnlichen Abdruck eines spannend geschriebenen historischen Romans aus die Kohlenfuhren, jedoch nicht die Kohlen frei. der Beit des großen Bauernkriegs von 1525, Im Feuilleton unseres Blattes beginnen wir mit dem 30 M., außerdem freie Wohnung, 1 Morgen Land und Arbeiter 1,50 bis 1,75 M. Wir haben vor längerer Zeit Die die gesundheitsschädliche, überaus anstrengende BeschäfDrescher, die in fester Arbeit stehen, erhalten die Wohnung tigung der Arbeiter in den Zuckerfabriken eingehend nach den Rothenburger Tage, gegen ein Miethgelb von 30 m., 1/2 bis 4 Morgen frei Wittheilungen in der ersten deutſchen Zeitschrift für Hygiene
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zu machen, für sein Organ stets neue Streiter zu suchen, die dazu
und die Kohlenfuhren. Die Aufseher, die auf den großen geschildert und bereits damals auf die hohen Dividenden Gütern die Arbeiter zu überwachen haben, erhalten 48 bis der Unternehmungen, auf die ausgiebigen Gewinne der 60 M. monatlich, freie Wohnung und freies Land; das Ausfuhrvergütungen und die damit Hand in Hand gehende Ausnüßung der Arbeitskräfte hingewiesen. Die LohnRothenburg an der Tauber, die ein Hauptwaffenplay jenes ge Die Erzählung spielt in der hochberühmten alten Reichsstadt ist die Elite der Landarbeiter. Der freie ländliche Arbeiter, der Tagelöhner, der nicht angaben des Ummendorfer Pfarrers ergänzen und bestätigen waltigen Freiheitstampfes war. Der Verfasser versucht auf Grund in fester Arbeit steht, der Typus der Landproletarier, unsere Auseinandersehung. forgfältigfter historischer Studien ein Bild von dem bunten und tommt zwar im Sommer regelmäßig zur Arbeit, wie auch|
und die goldenen Freiheitsträume, der heldenhafte Kampf, die
In einer früheren Arbeit hatte Borchard den Jahres
Figuren, die er geschaffen, sind mitten aus dem Volke entnommen, eine Frau beim Hacken beschäftigt wird. Freie Wohnung verdienst einer verheiratheten Frau und zweier Kinder auf Stände jener großen Beit gewährt. Die hochfliegenden Hoffnungen eine Pacht von 24 M. o daß die Erzählung auch einen Einblick in die sozialen zu erhält er jedoch nicht, nur 2 Morgen bestelltes Land gegen 160 M. angegeben. Er widerruft jetzt diese Angabe als Der Affordlohn beträgt im zu hoch; nach sachverständiger Schäzung beträgt der Ver„ Drei dienst nur 120 M. Die Ueberfluthung des Bezirks mit
tftr. 73 Niederlage und die blutige Reaktion des Jahres 1525 sind in Durchschnitt nicht mehr als 2 M. für den Tag.
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uns Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure, sowie Infere Expedition, Beuth ſtr. 3, Bestellungen zum Preise von 1 Mark 10 Vf. monatlich, frei ins Haus, entgegen. Für außerhalb nehmen sämmtliche Bostanstalten Abonnements zum Preise von 1 Mark 10. Pf. für den Monat Das„ Berliner Volksblatt" ist eingetragen in der PostBeitungsliste unter Nr. 892, V. Nachtrag.
Mauern des Reichsstadt geschildert. Wir glauben mit dieser sie fleißig sind, von Morgens 6 Uhr bis Abends 6 Uhr der ansässigen Arbeiter. Wie geht es den Arbeiterwitiwen? en Erscheinungen und Wirkungen innerhalb der engen Frauen und ein Mann", sagt Borchard,„ können, wenn Sachsengängern bewirkt eine Schmälerung des Verdienstes häufen. Wenn sie um 5 Uhr anfangen und keine Mittags- täglich nur 10 Pf., aber hatten ein warmes Zimmer und pause machen, können sie 3/4 Morgen bearbeiten, so daß Essen. Heute verdienen sie den Winter über nichts. Bei sie in diesem Falle einen Tagelohn von 3 M. erreichen. dem„ Maschinen", das bis in den Dezember hinein dauert, Wenn man aber die Zeit des Rübenausnehmens auf sind höchstens 16 Frauen oder Mädchen beschäftigt. Oft 5 Wochen, oder wie hier auf 8 Wochen berechnet, so darf habe ich gesagt: Wie machen es die Wittwen den Winter man pro Tag nicht mehr als 2 M. und nur unter sehr über? Die ältesten und verständigsten Männer des Dorfes günstigen Witterungs- und Ackerverhältnissen 2,25 M. haben mir geantwortet:" Sie müssen sich durch- rechnen. Die Arbeit des Rübenausnehmens ist sehr an- hungern."
Dezember entgegen.
Die Redaktion und Expedition des „ Berliner Volksblatt".
Feuilleton.
Nachbruck verboten.]
Victoria.
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greifend, und der Akkordertrag war früher besser. Vor Sie müssen sich durchhungern, das ist das A und O zwanzig Jahren waren die Rüben groß, heute sind sie der Lebensführung, das ist das Pendant zu den
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daß ich daß sie daß wir Alle" Er brach plötzlich und prekäre gewesen waren und daß er nur durch in ein gräßliches, lautes, markerschütterndes Lachen aus. seine Energie und das große Vertrauen, das er „ Bettler Bettler Bettler!" und während er mit seinen beim Publikum und in der Geschäftswelt genoß, fich Händen sich vor den Kopf fuhr und sich die Brust zerschlug, zu erhalten vermocht hatte. Hätte er seinen Prozeß gesteigerte sich sein Parorismus, und Alle, die sich ihm nahen wonnen, würde seine Geschicklichkeit das Schlimmste fernwollten, von sich abwehrend, schrie und brüllte er das eine gehalten haben. Nun war er verloren, und das unerwartete, Wort so lange mit steigerndem Entsetzen, bis sein Schreien gleichzeitig hereinbrechende Fallissement einer angesehenen in ein Röcheln überging und er, Schaum vor dem Munde, Bank, bei welcher er selbst Mitglied des VerwaltungsVor der Thür blieben sie stehen und horchten. Drinnen zusammenbrach. ging der Mann mit großen, starken Schritten auf und nieder, rathes gewesen, machte die Katastrophe zu einer zerlaute Worte vor sich hinsprechend. Die folgenden Stunden waren für die Familie Field schmetternden. von jener fieberhaften Aufregung erfüllt, die, die Nerven öffnete rasch die Thür und trat mit ihr ein. verlassen, aber Oswaldt auf's Höchste spannend, fast selbst dem Wahnsinn gleicht. Die Frauen waren fassungslos und lagen in Krämpfen; sie sich vor ihnen in die äußerste Ecke des Zimmers. Fieldt empfing sie mit einem Schreckensruf und flüchtete weinten und rangen die Hände. Waller saß mit einem blöden Ausdruck da, nach Trost
faßt,
Du mich denn nicht?"
Man hatte sein persönliches Vermögen auf Millionen geschätzt; nun zeigte sich, daß die Passiven die Aktiven weit überstiegen und das jeder Ausgleich unmöglich war.
" Was wollt Ihr?" rief er wie von gräßlicher Angst er- worten suchend. was wollt hr? Geht hinaus hinaus!" Oswaldt war der Einzige, der den Kopf oben behielt Papa," rief Hanna mit thränenerstickter Stimme, kennst und im Stande war, die nöthigen Verfügungen zu treffen. Es war gegen Morgen. Nachdem Field, bei dem die Kaum wagte es Jemand, Field in Schutz zu nehmen;
Beberde von sich ab.
Infolge dieses Zusammenbruchs gab es weitere Insolvenzen in der Geschäftswelt, eine förmliche Panik an der Börse, und was das Schlimmste, unendliches Mißtrauen war aufs Neue ins Publikum geworfen, die Spekulation beeinflussend und schädigend.
Er starrte sie an, und als sie herzutrat, um ihn um Anfälle von Tobsucht sich gesteigert, nach einer Privat- Frren- man beschuldigte und beschimpfte ihn maßlos, und selbst sein
" Warum fommst Du und weinst und Du
den Hals zu nehmen, winkte er sie mit leidenschaftlicher anstalt gebracht worden war, verabschiedete sich Oswaldt von tragisches Schicksal, das diesen rastlosen und hellsehenden
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hr es schon? Und die Börse und die Zeitungen
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Die wissen Alles, und die haben es schon gebracht, Schwarz bleiben verbunden".
den Frauen mit dem Versprechen, bald wieder zu kommen. Geist in ewige Nacht gebannt, vermochte keine mildere AufWir gehören ja jezt zusammen," tröstete er, indem er die fassung herbeizuführen. weinende Hanna sanft an seine Brust zog, wir sind und
0!" für Jedermann
auf Weiß, gelt, für Jedermann Er verstummte plötzlich, wurde noch blasser, und den| glafernen Blick auf Oswaldt richtend, blieb er mit offenem| Munde wie Einer, dem ein Unbegreifliches mit einem Male Aufsehen. verständlich war, stehen, dann ihn noch schärfer firirend,|
jagte er
Teshalb Du
Zehntes Kapitel.
Der Zusammenbruch des Hauses Field machte enormes Field besaß viele und mächtige Freunde, aber es stellte
Dem Finanzgenic hatte man geschmeichelt, gleich einem Allmächtigen gehuldigt, den Macht- und Wehrlosen gab man den Eselsfußtritt.
Was Skandalsucht und Neugier aber weiter über die Familie und ihre augenblickliche Lage zu wissen wünschte, konnte man aus den Zeitungen erfahren.
sich heraus, daß seine Verhältnisse, über die man jeßt erſt gab es eine Beziehung, ein intimes Gefühl, das nicht mit Elender! Du hast es schon früher gewußt, volle Klarheit erhielt, seit Langem überaus schwierige l aller Ausführlichkeit publizgirt und glossirt wurde.
Und was man da nicht Alles zu hören bekam! Kaum