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VI. ,, Extrablatt.

Unterhaltungsbeilage.

Die verherte Gtabt.

Cine Beitere Gpißbubengefchichte bota

In dem vor einer halben Stunde in Breckendorf eingelaufenen Abendschnellzug fand man die sämtlichen Reisenden 1. und 2. Stlaffe in ihren Abteilen betäubt und aller bertgegenstände beraubt vor. Die meisten Reifenden sind bereits wieder zum Bewußt­

fein

Aerzte( Kurarzt Professor Dr. Hammerstein und Sanitätsrat Dr. Michel) handelt es sich meine relativ harmlose Betäubung mittels nes Aetherpräparates, die spätestens auf

gekommen. Nach der Begutachtung der

Rarl Ettlinger.

1925.

Copyryght by Georg Müller Verlag A.-G. München .

wählt hatte. Es war ein erst kürzlich eröff-| dig auf. Er wollte abreisen und damit basta. netes Luxuslokal, das der findige Besitzer zu Einige Leute aus seinem Gefolge hätten Ehren des Maharadschas nach der Lotos Frauen und Kinder in den Hungerbezirken blume benannt hatte. und verlangten heimwärts.

Allabendlich fand sich Eduard neuer­dings hier ein, um die auswärtigen Zeitun­gen zu studieren. Und dieses Studium lohnte sich, denn Breckendorf erfreute sich allmählich derfelben Schildbürgerberühmtheit, wie sto­penick zur Zeit seines Schusterhauptmanns.

Entdeckte Bohnkraut in einem Blatt eine spöttische Bemerkung über Breckendorf, so zog er einen mächtigen Blauftift aus der Tasche und umrahmte den Zeitungsbericht

Vielleicht auch war der Maharadscha be­leidigt, daß man seinen ausgezeichneten Rat, die fünf ältesten Bredendorferinnen zur Ent­begung der Stadt in einen Sumpf zu werfen, nicht befolgt hatte; vielleicht auch schmeckte ihm der Breckendorfer Rognat nicht mehr, oder er hatte keine Lust mehr, sich bei jeder Gelegenheit von der indischen National hymne überfallen zu lassen, zumal man nicht wissen konnte, ob der unselige Komponist

der vorletzten Station ausgeführt wurde. Da fein fäuberlich. Auf daß spätere Leser ihn nicht meuchlings noch eine dritte Posau das Verbrechen erst einige Minuten nach dem ja nicht übersähen! err Eintreffen des Zuges bemerkt wurde, ist es

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Der Bürgermeister und der Kurdirektor den Tätern leider gelungen, mit den übrigen vermieden es nach Möglichkeit, sich öffentlich

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nenstimme hineinschreiben würde. Schließlich aber, nachdem der Kurdirek

tor sich fast die Zunge aus dem Halse geredet Fahrgästen den Bahnhof zu verlassen, falls zu zeigen. Die Saison war verpfuscht, ret hatte, ließ der Fürst sic, herab, seinen Brek­nicht schon unterwegs aus dem fahrenden funglos verpfuscht. Auch der Maharadscha tendorfer Aufenthalt bis nach dem Flugfest zu verlängern.

Bug gesprungen sein sollten. Unsere ausge- batte abreifen wollen. Erstens, wie er er­Beichnete Kriminalpolizei ist den Spitzbuben flärte, weil er in einer verherten Stadt nicht

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Es war schon dunkel geworden, als

bereits auf der Spur, und die Verhaftung bleiben mochte, zweitens, weil er aus seiner Eduard Bohnkraut das Kaffee Lotos verließ.

blatt

stündlich zu erwarten."

Eduard Bohnkraut versenkte das Extra­schmunzelnd in die Rocktasche.

daß dort infolge einer schlechten Reisernte eine Hungersnot ausgebrochen fei.

Auch das noch! Nachdem doch der Ma­

Er hatte von seinem Klauftift heute reichlich

Er paffte zum Zeichen innerer Ver­anugtbeit einen Extrazug aus seiner Shag- haradscha huldvollft das Protektorat des gros den Assessor Funke, gelefen. Darin war ant

Pfeife. Bei!"

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Schonung der Gauner aller Abarten.

Ben Schaufliegens übernommen hatte! Wenn das nun auch noch ins Wasser fiel, war nicht auszudenken!

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Glücklicherweise war dem Kurdirektor

Gebrauch machen können, ja, er hatte sogr in einem Hauptstädtischen Sensationsblatt cinen bitterbösen Angriff auf seinen Feind, gewisse galante Abenteuer Funkes erinnert worden, die seinerzeit die Ursache seiner wer­fehung nach Breckendorf gewesen waren.

Unsere ausgezeichnete Kriminalpoli­grinste er. In der Tat, eine selten marte Hrmandad! Zeichnet sich vor allen Schanderen Polizeien des Erdballs dadurch aus, ciner jener genialen Gedanken gekommen, an Lagen diese Affären auch schon jahrelang zu a fie feine Verbrecher fängt! Polizeitfub denen die Kurdirektoren so reich sind, und die rück, das hauptstädtische Blatt irrte sich nicht ber werde dir's schon zeigen, Herr Assessor, hatte dem Mabaradscha den demütigen Vor- an dem veralteteſten Selatsch innigeres Ver er von uns beiden der bellere Kopf ist. schlag unterbreitet, das Flugfest zum Besten gnügen findet, als an der ernstesten zeitge heint nach der maßgebenden Ansicht des der hungernden Indier stattfinden zu lassen. techtsanwalts Meier III, dieses leberha- Die Hälfte der Kasseneinnahmen sollte dem

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Die Babeverwaltungen soviel Geld fosten: er

in der Annahme, daß der Durchschnittsleser

mäßen Abhandlung.

unten, gar nicht zweifelhaft zu sein; weshalb Maharadscha zur Stillung des ihm unter- das Blatt geschrieben, daß man ihn nicht

eiteren Verfolgung abhalten? er mich sonst mit aller Gewalt von der

mich

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gebenen Magenknurrens feierlich überreicht

Hat werden.

keiner wahren Begabung entsprechend bes fchäftigt! Weshalb überträgt man ihm die Verfolgung, von Verbrecherit, statt ihn mit

erst beute mittag wieder in der Pension Gewisse Nörgler schimpften zwar und beriprochen, ihm bei der ersten Gelegenheit ten von Rechts wegen den deutschen Sports- trauen, ein Gebiet, auf dem er doch schon telephoniert, aber habe ihm neuerdings meinten, die Breckendorfer Ortearmen soll der Verfolgung alleingehender Damen zu be

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Fohnkraut verspricht, das hält er auch!"

Kugel zu spendieren. Und was Eduard

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Subtallee ab und bummelte nach dem Raf

leuten und der Kurdirektion näherstehen als hungernde Indier, aber diese an sich so rich­tige Meinung drang nicht durch.

Der Mabaradscha nahm den kurdirek­

so allbekannte Erfolge zu erzielen wußte?"

Eduard hatte es sich nicht bersagen kön nen, diesen Satz eigens blau zu unterstreichen und ein riesiges Ausrufungszeichen an den

Er bog von der Kurpromenade in die Lotos, das er zu seinem Stammtaffee er- I torlichen Vorschlag zunächst ziemlich ungnä- Beilenvand zu malen.