Feierabe

Feierabe

d

tr. 3.

( 7)

4.

Unterhaltungsbeilage.

Victoria

Die Gefchichte einer Liebe von

Es geht auf den Morgen zu, der Tag grant, ein bläulicher sitternder September­

morgen.

In den Pappeln im Garten rauscht es sanft. Ein Fenster geh: auf, ein Mann lehnt fich heraus und fummt. Er hat feine Jace

an, er sicht in die Welt hinaus wie ein un­bekleideter Frrer, der sich heute nacht in vol­len Zügen am Glüd berauscht hat.

Blöblich wendete er sich vom Fenster weg und blidt zu feiner Türe; es hat je mand bei ihm augeklopft. Er ruft: Herein!" Ein Mann tritt ein.

,, Guten Morgen!" sagt er zu dem Ein­tretenden.

Es ist ein älterer Mann, er ist bleich und wütend und trägt eine Lampe, weil es noch nicht ganz hell ist.

Ich möchte es Ihnen noch einmal an­be mstellen, Herr Müller, Herr Johannes Müller, ob Sie das vernünftig finden," stam melt der Mann erbittert.

,, Nein," antwortet Johannes, Sie haben recht. Ich habe etwas gefchrieben, es fiel mir so leicht ein, sehen Sie, all das habe ich geschrieben, ich habe Glück gehabt heute nacht. Aber jetzt bin ich fertig. Ich öffnete das Fenster und fang ein wenig."

Sie brüllten," sagt der Mann. Es war der lauteste Gesang, den ich je gehört habe, verstehen Sie. Und noch ist es mitten in der Nacht."

Johannes greift in seine Papiere auf dem Tisch, nimmt eine Handvoll großer und fleiner Bogen.

Knut Samfun.

1926.

Copyryab: by Albert Langen , München .

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ich auch im Lauf der Nacht noch einmal auf ich geschrieben habe es ist ein einziger war jo frob." und gang einige Mal im Zimmer umher. Ich unaufhörlicher Gesang en die Freude, an das Glück, den ich geschrieben habe. Es war gleichsam, als läge das Glück mit einem fchlanten, lachenden Hals nackt da und wollie u mir."

Ich

Ich hörte Sie heute nacht so viel," jagt der Mann. Aber das ist vollkommen unverzeihlich von Ihnen, jest um diese Tages­et das Fenster zu öffnen und derartig zu lärmen."

mit Ihnen schwätzen," sagt der Mann ärger­

Ja, ich will wirklich nicht mehr länger

lich und verzweifelt. Ich habe zunt letzten mal mit Ihnen gesprochen."

Jawohl! Doch, das ist verzeihlich. Aber jetzt habe ich es Ihnen erklärt. Ich habe eine Nacht ohnegleichen hinter mir, müssen Sie Johannes hält ihn bei der Türe zurück. wiffen. Ich habe gestern etwas erlebt. Ich ,, Warten Sie ein wenig. Nein, Sie gehe auf der Straße und begegne meinem hätten sehen sollen, wie Ihnen gerade gleich Glück, oh, hören Sie doch, begegne meinem fam ein wenig Sonne über das Gesicht glitt. Stern und meinem Glüd. Wissen Sie, und Ich sah es jetzt, da Sie sich umwandten, es dann füßt Sie mich. Jhr Mund war so rot, war die Lampe, fie warf einen Sonnenfled und ich liebe fie, sie füßt mich und berauscht auf Ihre Stirne. Sie waren nicht mehr so mich. Hat Ihr Mund jemals so stark ge- berbittert, ich sah es. Ich öffnete das Fen zittert, daß Sie nicht sprechen konnten? Ich ster, allerdings, ich fang zu laut. Ich war fonnte nicht sprechen, mein Herz durchschüt- ein froher Bruder aller Menschen. So geht telte meinen ganzen Körper. Ich ging heim es einem manchmal. Der Verstand stirbt. und fiel in Schlaf; hier saß ich auf diesem Ich hätte bedenken sollen, daß Sie noch Stuhl und schlief. Als es Abend wurde. er- fchliefen wachte ich. Meine Seele schwankte auf und Die ganze Stadt schläft noch." ab in mir vor Stimmung, und ich begann Ja, es ist früh. Ich will Ihnen etwas zu schreiben. Was ich schrieb? Hier ist es! schenken. Wollen Sie es annehmen? Es ist Ich war von einem seltsamen und herrlichen aus Silber, ich habe es selbst bekommen. Gedankengang beherrscht, die Himmel öffneten Ein kleines Mädchen, das ich einmal gerettet jich, es war gleichsam ein warmer Sommer- babe, hat es mir geschenkt. Bitte schön! Es tag für meine Seele, ich erhielt Wein von gehen zwanzig 3 garetten hinein. Sie wollen einem Engel, ich trank ihn, es war berau- ee nicht annehmen? Ja so, Sie rauchen schender Wein, ich trant ihn aus einer Gra- nicht, aber das sollten Sie sich angewöhnen. natschale. Hörte ich, ob die Uhr schlug? Sah Darf ich morgen zu Ihnen hinüberkommen ich, daß die Lampe ausbrannte? Gebe Gott , und mich entschuldigen? Ich möchte gerne Sie verstünden es! Ich durchlebte das Ganze etwas tun, Sie um Verzeihung bitten.... noch einmal, wieder ging ich mit meiner Ge ,, Gute Nacht." lebten auf der Straße, und alle wandten sich rach mir um. Wir gingen in den Park wir begegneten dem König, ich zog meinen Hut

,, Gute Nacht. Ich werde mich jetzt bin legen. Ich verspreche es Ihnen. Sie sollen feinen Laut mehr hören. Und in Zukunft Der Mann ging.

Seheit Sie her!" ruft er. Ich sage Ihnen, noch niemals ist es mir so leicht ge­worden. Es war wie ein langer Bly. Ich babe einmal einen Blitz gesehen, der an einem vor ihm bis zur Erde vor Freude, und der will ich mich besser in Acht nehmen." Telegraphendraht entlang fuhr, Gott schütze König wandte sich nach ihr um, nach meiner Se, es fab aus wie ein Laken aus Feuer.

So ist es mir heute nacht zugeströmt. Was in großter. Wir

Jobannes öffnet plößlich die Türe wie­alle der und fügt hinzu:

soll ich tun? Ich glaube nicht, daß Sie noch Schulkinder drehten sich nach ihr um, denn Ja, richtig, ich reife jetzt ab. Ich werde böse auf mich sein werden, wenn Sie hören, sie ist jung und trägt en helles Kleid. Als Sie nicht mehr stören, ich reise morgen ab. wie es zusammenhängt. Ich saß hier und wir an ein rotes Steinhaus tamen, gingen Ich vergeß, es zu sagen." schrieb, hören Sie, ich rührte mich nicht; ich wir hinein. Ich folgte ihr über die Trevve Er reiste nicht. Verschiedenes hielt ihn dachte an Se und war still. Da kommt der hinauf und wollte vor ihr niederfnien. Da auf, er hatte einige Angelegenheiten zu ord­Augenblick, da ich nicht mehr länger daran schlang sie die Arme um mich und füßte mich. nen, etwas zu kaufen, etwas zu bezahlen. es denken kann, es wollte meine Brust zerforen- Dies geschab mir gestern abend. länger ist wurde Morgen und Abend. Er taumelte wie gen, vielleicht stand ich da auf, vielleicht stand es nicht her. Wenn Sie mich fragten, was sinnlos umher.