W Feiera

Feierabe

Nr. 17.

( 21)

Unterhaltungsbeilage.

Victoria

Die Gefchichie einer Liebe bon Knut amfun.

1926.

Copyright by Albert Langer München.

ein ganz unbeschreibs Bäumen ist Laub. Wenn ich jest wieder ge- 1 Vaters; aber das kommt daher, daß die Kräfte liches Gefühl. Aber Mutter glaubt, es sei fund würde, dann wäre ich gewiß nie wieder mich verlassen haben. Ich habe lange Zeit vielleicht nur der Fluß oder der Wasserfall böse gegen Sie, Johannes. Wie habe ich gelitten, Johannes, lange nor diesen letzten von daheim gewesen, an den ich mich er darüber nachgedacht und geweint! Ach, ich Tagen. Jo litt, als Sie im Ausland waren, innert habe. würde hinausgehen und alle Steine auf der und später dann, feit ich i Frühling hier

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Lieber Gott, Sie sollten wissen, wie ich Straße streicheln und an jeder Treppenstufe, her in die Stadt kam, habe ich jeden Tag Sie geliebt habe, Johannes. Ich konnte es an der ich vorbeikäme, anhalten und ihr nur gelitten. Ich habe nie vorher gewußt, Ihnen nicht zeigen, es hat sich mir so vieles danken und gut gegen alle sein. Es wäre wie unendlich lang die Nacht sein kann. Ich in den Weg gelegt, vor allen anderen Dingen ganz gleich, wie schlecht es mir auch er- habe Sie in dieser Zeit zweimal auf der meine eigene Natur. Mein Vater fat sich ginge, wenn ich nur leben dürfte. Nie mehr Straße gefehen, das eine Mal summten Sie selbst auch immer so weh, und ich bin seine würde ich über irgend etwas flagen, nein, vor sich hin, als Sie an mir vorbeigingen, Tochter. Aber jetzt, da ich sterben soll und ich würde dem, der mich überfiele und schlüge, aber sie jaben mich nicht. Ich hoffte, Sie es für alles zu spät ist, schreibe ich Ihnen zulächeln und Gott loben und danken, wenn bei Seiers sehen zu können; aber Sie kamen noch einmal und sage es Jynen. Ich frage ich nur leben dürfte. Mein Leben ist so un- nicht. Ich hätte nicht mit Ihnen gesprochen mich selbst, warum ich es tue, da es doch gelebt, für niemand habe ich etwas tun oder hätte mich gerade vor Sie hingestellt, gleichgültig für Sie ist, besonders wenn ich fönnen, und dieses verfehlte Leben soll jetzt sondern wäre nur dankbar gewesen, Sie von einmal nicht mehr am Leben sein werde; enden. Wenn Sie wüßten, wie ungern ich weitem fehen zu dürfen. Aber Sie kamere aber ich möchte Ihnen gerne bis zum letzten sterbe, würden Sie vielleicht etwas tun, wür nicht. Da dachte ich, daß Sie vielleicht um Augenblick nahe sein, damit ich mich wenig den alles tun, was in Jhrer Macht stünde. meinetwillen nicht gefommen wären. Úm eif stens nicht verlassener fühle als vorher. Wenn Sie können freilich nichts tun; aber ich dachte, Uhr fing ich zu tanzen an, weil ich es nicht Sie dies lesen werden, ist es gleichsam, als wenn Sie und die ganze Welt für mich aushielt, länger zu warten. Ja, Johannes, fähe ich Ihre Schultern und Hände und fähe beteten und mich nicht fortlassen wollten, ich habe Sie geliebt, in meinem ganzen Leben alle Ihre Bewegungen, wie Sie den Brief würde Goit mir das Leben schenken. Oh, nur Sie geliebt. Victoria ist es, die dieses vor sich hinhalten und ihn lesen. Dann sind wie dankbar wollte ich da fem und nie mehr schreibt, und Gott sieht mir über meine wir nicht so weit voneinander entfernt, denke jemand etwas Böses tun, sondern allem zu- Schultern.

ich. Ich fann feinen Boten nach Ihnen sen- lächeln, was mir beschieden wäre, wenn es Und jetzt muß ich Ihnen Lebewohl den, dazu habe ich kein Recht. Mutter wollte mir nur erlaubt wäre zu leben. fagen, es ist nun beinahe dunkel, und ich schon vor zwei Tagen nach Ihnen senden, Mutter sitzt da und weint. Sie faß auch sehe nicht mehr. Leben Sie wohl, Johannes aber ich wollte lieber schreiben. Ich wollte die ganze Nacht hier und weinte um mich. Dank für jeden Tag! Wenn ich von der Erde auch am liebsten, daß sie sich meiner so er- Das tut mir ein wenig wohl, es mildert die wegfliege, werde ich Ihnen noch einmal bis innern sollten, wie ich einmal war, als ich Bitterkeit des Abschiedes. Heute dachte ich zum letzten Augenblick danken und auf dem noch nicht frant war. Ich erinnere mich, daß auch: was würden Sie wohl denken, wenn ganzen Weg Ihren Namen vor mich hin­Sie....( hier sind einige Worte ausgelassen) ich eines Tages auf der Straße schön ge- fagen. So leben Sie denn wohl für Ihr meine Augen und meine Augenbrauen; fleidet gerade auf Sie zufäme und nichts ganges Leben und verzeihen Sie mir, was aber auch die sind nicht mehr so wie früher. Verlegendes mehr sagen würde, sondern ich Ihnen angetan habe, und daß ich mich Auch aus diesem Grunde wollte ich nicht, Ihnen eine Rose gäbe, die ich schon vorher nicht vor Ihnen niederwerfen und deswegen daß Sie tämen. Und ich möchte Sie auch gekauft haben könnte. Dann dachte ich gleich um Vergebung babe bitten können. Ich tue ben, mich nicht im Sarge anzusehen. Ich wieder daran, daß ich nie mehr das tun kann, es run in meinem Herzen. So leben Sie werde zwar fast so aussehen, wie zu der Zeit, was ich will; denn ich kann wohl nie mehr wohl, Johannes, und für immer Lebewohl. als ich noch lebte, nur etwas bleicher, und wieder gesund werden, ehe ich sterbe. Ich Und noch einmal Dank für jeden einzigen ich werde ein gelbes Kleid anbaben, aber weine so oft, ich liege gang still da und weine Tag und jede Stunde. Ich kann nicht mehr. trotzdem würden Sie es bereuen, wenn Sie unaufhörlich und trostlos; es tut mir in der Ihre Victoria. tämer und mich sähen. Brust nicht weh, wenn ich nicht schluchze. Nun habe ich die Lampe anzünden Nun habe ich heute schon viele Male Johannes, lieber, lieber Freund, mein einlassen, und es ist viel beller für mich. Ich an diesem Brief geschrieben und doch habe ziger Geliebter auf der Erde, kommen Sie habe in tiefem Schlaf gelegen und bin wieder ich Ihnen nicht den tausendsten Teil von jest zu mir und seien Sie ein wenig hier, weit fort von der Erde ewesen. Gott sei dem gesagt, was ich sagen wollte. Es ist wenn es zu dunkeln beginnt. Ich werde Dant, es war nicht so unheimlich für mich so fürchterlich für mich zu sterben, ich will dann nicht weinen, sondern lächeln, so gut wie früher, ich hörte sogar ein wenig Musik es nicht, noch hoffe ich so innig zu Gott, daß ich es vermag, nur vor Freude darüber, daß und vor allem war es nicht dunkel. Ich bin es vielleicht ein wenig besser werden könnte, Sie gekommen sind. so dankbar. Aber jetzt habe ich keine Kräfte wenn auch nicht länger als bis zum Früh Nein, wo find mein Stolz und mein mehr zum Schreiben, Leb wohl, mein Ge ling. Da sind die Tage hell, und an den Mut! Ich bin jetzt nich. die Tochter meines liebter. ( Schluß