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Feierabe

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Nr. 50.

Hinterhaltungsbeilage.

Klein Tobrah.

Bon Rudyard Kipling . Mit befondever Erlaubnis dem neu| sogleich die Geschichte des Diebstahls ausführ­erschienenen prächtigen Buche von lich erzählen ließ. Rudyard Kipling : Dunkles Indien", Verlag von Baul List, Leipzig , entnommen..

Ha!" rief der Engländer, jodann dreimal hintereinander. Möglich auch, daß er einen stärkeren Ausdruck gebrauchte. Sted ihn ins Netz und nimm ihn mit nach Hause."

Der Kopf des kleinen Gefangenen reichte nicht einmal bis zur Anklagebant," berichteten in einen Karven geworfen und nach dem So wurde denn Klein Tobrah in einem Neß die Zeitungen; viel mehr stand nicht darin, denn wen hätte der Fall eingehend interes Hause des Engländers gefahren; er zweifelte siert? Man kümmerte sich um Leben und Tod keinen Augenblick, daß er dort wie ein Klein Tobrahs so wenig, wie um das Schick- Schwein abgestochen werden sollte. Aber der Klein Tobrahs so wenig, wie um das Schick- Engländer fagte nur wie vorhin dreimal fat eines Strohhalms. Die Herren im roten Hause faßen den gan­Die Herren im roten Hause saßen den gan- Ha!" und fügte gleich darauf hinzu: Nasses zen, langen, heißen Nachmittag hindurch über Getreide! Pfui Teufel. Man füttere den klei­ihn zu Gericht, und wenn sie eine Frage an nen Bettler! Wir wollen einen Reitburfhen ihn richteten, verbeugte er sich nur bis zur aus ihm machen. Nasses Getreide! So was! Es schreit zum Himmel."

Erde und wimmerte.

Das Urteil lautete auf Freispruch aus Mangel an Beweisen, und der Richter be­ftätigte es. Die Leiche der Schwester Klein Tobrahs war allerdings auf dem Grunde des Brunnens gefunden worden, und Klein To­brah war zu jener Zeit das einzige mensch­liche Geschöpf auf eine halbe Meile im Um Treis gewesen, der als Täter in Betracht kom­men konnte, aber immerhin schien es nicht unmöglich, daß das Mädchen durch Zufall berunglückt war.

Deshalb wurde Klein Tobrah freigespro­hen, und man sagte ihm, daß er nunmehr gehen könne, wohin er wolle.

Das klang sehr großmütig, war es aber nicht, denn wohin hätte Klein Tobvah gehen sollen? Er hatte nichts zu essen und nichts

anzuziehen.

Er trollte sich hinaus auf den umzäunten Hofplatz, setzte sich auf den Brunnenrand und dachte darüber nach, ob ein Sturz in das schwarze Wasser da unten, nebst darauffolgen­dem unfreiwilligen Tauchen eine gewaltsame Reise über ein anderes, noch schwärzeres und wesentlich größeres Gewässer nach sich ziehen würde, da kam ein Stallknecht des Weges und legte einen leeren Futterbeutel auf die Steine. Slein Tobrah war sehr hungrig und klaubte daher die wenigen feuchten Körner heraus, die das Pferd übrig gelassen hatte.

D, du Dieb, du! Und eben erst den Schrecken des Gerichts entronnen!" sagte der Stallfnecht. Komm her, Bursche!"- Er nahm Klein Tobrah am Ohr und führte ihn zu einem dicken, großen Engländer, der sich

Erstatte Bericht über dich!" befahl der Oberstallknecht würdevoll, nachdem Klein To­brah die ihm vorgesetzte Mahlzeit verschlun­gen hatte, und während die Dienerschaft in ihrem Quartier hinter dem Hause der Ruhe pflegte. Du scheinst nicht der Zunft der Be­reiter und Pferdepfleger anzugehören, trotz­dem dein Appetit dafür spricht. Was hast du mit dem Gericht zu tun gehabt und warum? Heraus mit der Sprache, kleiner Teufels­sprößling!"

Ich hab nicht genug zu effen gehabt," sagte Klein Tobrah ruhig. Hier aber ist alles prachtvoll."

Mach keine Umtschweife!" mahnte der Oberstallknecht, sonst mußt du den Stall des großen Fuchshengstes auspuken, und das Lu­der beißt wie ein Ramel."

Wir sind Telis Delpresser" berich­tete Klein Tobrah und scharrte dabei mit den Zehen in dem Sand. Wir waren alle Telis, mein Vater, meine Mutter, mein vier Jahre älterer Bruder und die Schwester."

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1926.

und die Mutter daran gestorben. Nur wir sind übrig geblieben: mein Bruder, der da­mals zwölf Jahre alt war und meine Schwester, die nicht mehr hat sehen können, und der Ochse und die Delpresse. Nach und nach haben wir es fertig gebracht, wieder Del Kornhändler, hat uns beim Geschäft betrogen zu pressen wie früher. Aber Surjun Das, der und dann war der Ochs immer so widerspen stig. Wir haben ihm Ringelblumen für die Götter auf den Nacken gelegt und auch auf den großen Mahlbalken unterm Dach, aber wir haben trotzdemt nichts verdient. Surjun Das war ein harter Mann."

,, Bapri- bap!" murrten die Frauen der Pferdeknechte, ein Kind so zu betrügen! Aber wir fennen sie ja, diese Bunnialeute!"

,, Die Presse war schon alt," fuhr der Kleine fort, und wir hatten nicht viel Kraft, mein Bruder und ich. Und wir konnten auch nie den Balken im Bügel festmachen."

,, Das glaub ich gern," fiel die aufgedon­nerte Gattin des Oberstallknechts redselig ein und trat in den Kreis. Das ist eine Arbeit für kräftige Männer. Als ich noch nicht ver­heiratet war und im Haus meines Vaters-" ,, Still, Weib!" befahl der Oberstallknecht. Fahr fort, Bursche!"

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,, No, weiter nichts!" sagte Klein Tobrah. Nur, eines Tages ich weiß nicht mehr wann da hat der große Balken das Dach beruntergeriffen. Mit dem Dach ist ein großer Teil der auswand eingefallen und dent Och sen auf den Rücken. Es hat ihm das Kreuz abgeschlagen. Wir hatten dann weder Haus mehr, noch die Presse, und auch den Ochsen nicht mehr mein Bruder und ich und die Schwester, die blind war.- Wir sind weis nend fortgezogen, Hand in Hand, quer über die Felder und hatten nur sieben Ananas und sechs Pies Geld. Dann sind wir in ein Land gekommen, da war Hungersnot. Ich ,, Dieselbe, ja!" bestätigte Klein Tobrah weiß nicht mehr, wie das Land geheißen hat. ernst. ,, Dieselbe, die tot im Brunnen gefun- Eines Nachts, als wir schliefen, hat meit den wurde. Einmal ich weiß nicht mehr wann ist eine Krankheit in unser Dorf gekommen, wo die Delpresse gestanden hat. Die Schwester hat es zuerst befallen und, als sie aufstand, hatte sie das Augenlicht ver­foren. Denn es war mata die Blattern­krankheit gewesen. Dann sind mein Vater

,, Dieselbe, die man tot im Brunnen gefun­den hat?" fragte einer der Leute, der von der Verhandlung gehört hatte.

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Bruder die fünf Ananas, die wir noch hatten, genommen und ist davon. Ich weiß nicht, wohin er gelaufen ist. Der Fluch meines Vaters fomme über ihn. Ich und meine Schwester sind in die umliegenden Dörfer betteln gegangen, aber niemand hat uns etwas gegeben: Immer hats geheißen: ,, Geht