Feieraberd

Feieraber

Nr. 25.

Unterhaltungsbeilage.

Der Proletarier und feine Frau.

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Bon Lajos Nagy.

hätte fertig sein sollen", schvie er, als würde er die Sache irgendeiner anwesenden dritten Person erklären, und sie bringt sie doch fochend herein. Natürlich, fie läßt sie dor: auf dem Feuer, sie kann es nicht auf die Seite

Dann blickte er der Frau verächtlich in den Augen.

,, Du hast nicht soviel Werstand, wie eine Henne!"

Die Frau faß in der Küche auf einem Schemel. Das Mittagessen war schon zu bereitet; die Kartoffelsuppe hat sie von der Doffnung des Ofens ein wenig fortgeschoben, und an deren Stelle das Bohnengemüse bin gegeben, denn es ist gut, wenn diefes je wei- riden!" cher ist in einer fleinen Bianne auf der Ofenplatte praffelte das Schweinefleisch in feinem Fest. Es war bereits zwei Uhr vor­bei, aber ihr Mann war noch immer nicht Da. Drinnen, in dem einzigen Zimmer, war der Tisch gedeckt. Die Frau stand auf emittelgroße, starte Frau, mit einem fnochi­gen, aber nicht häßlichen Gesicht, sie schist fich ein Stück Brot ab, jezie sich zurück auf den Schemel und begann in ihrer Langeweile an dem Stückchen Brot zu knabbern. Die Zeit verging, die runde Wanduhr ticte, fie zeigte viertel Diei, dann halb Drei. Die Frau nickte ein wenig ein, denn es war drückend beiß in der Küche.

Die Frau unterdrückte ihre Gereiztheit, eine sie sprach doch mit dumpfer, ruhiger Stimme:

Plöglich famt der Mann. Auf dem Stor­ridor waren seine dröhnenden Tritte zu ver­nehmen, er schlug mit der Faust auf die Sebinde und öffnete mit brutaler Straft die Tür, er stieß sie gleichsam auf. Einige Augen­blicke schaute er sich forschend, wittevnd um, er blickte auf den Ofen, auf die Frau, dann Svumme er etwas, so ähnlich wie guten Tag!" Gr trat geräuschvoll in das Zimmer, warf seine Chauffeuvmüße auf das Bett; mit gerunzelter Stirn blickte er um sich, um sei nen Mundwinkel zudie ein bitterzorniger Zug, dann begann er auf und ab zu geben. Er trug Stiefel, der Bretterboden dröhnte. Die Zimmertür hatte er hinter sich balb offen gelassen, nach einer Minute blieb er in der Tütre stehen und rief hinaus:

Sie war zur Seite gerückt!" ,, Natürlich zur Seite! Deshalb ist sie ja so beiß, wie Feuer. Man müßte dich einmal in eine Wanne mit solch zur Seite gerückter" Suppe jesen!... Und dann, weiß Gott , wie lange das schon auf dem Feuer brodelt! Sie ist wie ein Pflaumenmus. Das soll eine Suppe sein?... Schau, daß du damit her­ausfommst, trag sie zum Teufel, sonst schütte ich sie die auf den Kopf."

Die Frau war schon bleich. Sie wollte seufzen, aber sie unterdrückte auch das. Sie jagte bloß furz, heiser:

Sie ist schon über eine Stunde fertig. So spät pflegst du nie zu kommer."

Mit der Suppe war es also nicht in Didnung. Auch gegen das Fleisch, gegen das Bohnengemüse machte der Mann verschiedene Einwendungen. Er zischte, fluchte, warf der wankenden Frau wahre Schlangenblide zu. Das Fleisch war viel zu mager obwohl er fchon hundertmal gesagt hat und die Frau es auch sehr gut weiß, daß er baibfeties Fleisch liebt. Und wozu dieses viele Fer, in dem es schwimmt? Die Bohnen sind wie kleister! Und welch einen eigenartigen Geschmack fie baben, vielleicht ist es wirklich ein Seleiſter' Warum bai fie nicht ein bißchen Effig hinein Die Frau bewegte sich wahrlich lang geschüttet. Damit es wenigstens davon Ge­fam. Sie batic durchaus feine Lust zu fprintfchmad bekommt. Die Frau sprach fein Wort. gen, denn schon der Blick, der Gruß ibres Mannes gefiel ihr nicht. Sie nahm einen Suppenschöpfer hervor, trug den Topf mit doc Suppe bincin und teilte davon in den Teller des Mannes. Der Mann begann zu effen, er warf aber sofort den Löffel weg und feine Sand ballte sich zur Hauit.

Na, gehen wir, gehen wir! Es ist ohne bin schon pat!"

Die Suppe ist schon wieder beiz! Man muß sich ja den Mund verbrennen", brüllte er. Das ist denn doch ein Standal, wo sie mit den Mitgeffen schon vor einer Stunde

Aber wegen des Effigs machte si: dech die Bemerkung:

Du hast doch ohnedies oft Sodbrennen." Der Mann braufte auf:

Stimmere dich nicht um meinen Magen: Es ist denn doch eine niedernächtige Gemeine beit, day, was immer i aud age, als würde ich zur Mauer reden, und nicht um die Welt würdest du etwas so machen, wie ich es will..."

Der Mann wurde ganz rot, feine Hals:

1927.

adern schwollen an, er stand auf, brüllte und fuchtelte mit den Händen. Er war ein großer, starter Mann, feine Stimme dröhnte, aber manchmal erstickte sie in einem beiseren Rö­cheln. Seine Augen sprühten Funken und das Zucken des Gesichtes und des Mundes zeigten seine sinnlose Wut so schrecklich, daß es einem Beobachter scheinen mußte, ale würde jcin Mund gleich zu schäumen begin= nen und als wollten seine Augen blutunter­laufen bervortreten.

Die Frau zitterte, fie fürchtete jich, aber in ihrer Verzweiflung begann jie den Mann jetzt schon mit entschloffener Böswilligkeit wild zu machen, indem sie sich gegen das Fen ster vendete und mit flüsterndem Droben fagle:

,, Die Nachbarn hören jedes Wort! Sie werden sich von dir sehr schönes denken!"

Der Mann begann fajt zu toben. Was fümmern in die Nachbarn, diese Bagage, wie wagt es die Frau, ihm mit den Nach barn zu kommen, wenn sie noch einmal sol­chen Unsinn redet, steht er für sich nicht gut, er weiß nicht, was er tun wird, aber etwas wird geschehen! Und sie soll den Mund bal­ten, wenn er spricht und nicht frech sein!

Er ging wütend auf und ab, der Frau hin und wieder ein Schimpfwort zuiverjend. Die Frau ließ nur hier und da ein Wort fallen, jie geht auf und davon und kommit nie mehr zurück, dann ging sie hinaus in die Süche und wollte die Tür hinter sich schlie ßen. Der Mann sprang ihr nach und riß die Tür auf.

Verkrieche dich nicht, wenn ich dir deis nen elenden Kopf wasche, daß der Teufel... Die Frau jagte nach einer Weile:

Was fehlt denn eigentlich dem Effen?" Damit wurde das Glas voll. Der Mann stürzte zum Tisch, warf das Gemüse zur Erde, der Teller zerbrach in Süde. Dann padre er feine Müge und lief davon, die Tür hinter sich zuschlagend, das ein Süd Mauer terunterfiel. Die Frau stand wortlos, ste ftarrte eine We le auf die Türe, hinter mel­cher der schreckliche Mensch verschwunten war. Dann feste jie sich auf den kleinen Sche­met und weini, teise vor sich hin...

Der Mann aber rannte die Treppe hin­unter und stürmte hinaus auf die Straße. Dort verlangsamte er ein wenig feine Schritte, aber er eilte noch immer benchond,