الملا

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Feiera

Feierabe

Mr. 29.

Unterhaltungsbeilage.

Der Heiratsbetrüger.

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Von Dr. Robert Heindl.

1927.

Und dann die Heiratsbüros! Es ist nicht zu leugnen, daß es einige seriöse Firmen dar unter gibt, vor allem unter den Schadchen". Aber in der Regel sind diese Agenturen Schwindelunternehmungen und die Mehrzahl ihrer Stunden sind Tangenichtje oder Wüst­linge oder sonstige dunkle Ehrenmänner.

Oder gibt es ernstzunehmende Leute, die zu solchen Büros ihre Zuflucht nehmen? Nur, alte Mädchen, die durch ihre Häßlichkeit oder ihren bösen Charakter alle Freier verscheucht haben und infolge des Zölibats schließlich vollkommen ungenießbar geworden sind, rea­gieren auf jene Annoncen der Heiratsvermili ler, in denen ein junger Mann, blond, sich nach Liebe sehnt und eine Schwesterseele sucht.

Im Pan- Berlag( Berlin ) ist ein Buch eine reiche europäische Familie, die ihm die| derer, und zwar mit einer Schußfertigkeit, die des berühmten Kriminalisten Dr. Robert Tochter anhängen wollte. Er ließ sich im vor- nie daneben trifft. Hier wird das profeffio­Heindl erschienen, das in tiefschürfender aus große Summen zur Einrichtung einer nelle Verbrechen zur Virtuojität, zur Kunst. Weise nicht nur die Probleme der Straf - luxuriösen Wohnung geben und batte sogar rechtspflege behandelt, sondern das auch alle die Frechheit, die gefälschte Rechnung für eine mit dem professionellen Verbrechertum in Hofgala- Uniform dem Schwiegervaier in spe Zusammenhang stehenden Fragen, nicht zu zur Begleichung vorzulegen. Als die geprellte legt die nationalökonomische Seite des Bro Familie hinter den ganzen Schwindel kant, lems in fesselnder Weise erörtert. Der Verließ sie ihm alles, um nur ja den Standal zu faffer, eine Autorität von Weftruf, betitelt vermeiden. Ja, er verlangte sogar eine Ent­das Buch Der Berufsverbrecher". fchädigung, weil er während der Brautzeit Es umfaßt etwa 600 Seiten und enthält sich feinen anderen lukrativen Geschäften 238 Bilder nach Tatortphotographien. hätte widmen fönnen. Auch diese zabite man ( Preis des Werkes 27 Mart.) Um dieses ihm. aufsehenerregende Buch schreiben zu können, Ein Jahr später machte er sich an eine hat der Verfasser jahrelange Studien und viele Reisen gemacht, die ihn ebenso in die Dschungeln Indiens , wie in die spanischen und französischen Straffolonien führten. Alle Spezialisten" des modernen Verbre­chertums werden in dem Buche geschildert, Hochstaplerinnen, Heiratsbetrüger, Mädchen­händler, Mörder, allerlei Desperados, der Abschaum der Menschheit, wie ihn die fapi talistische Gesellschaftsordnung bervorbringt, zieht am Auge des Lesers als eine inter­nationale Revue des Berufsverbrechertums vorüber. Das Buch leuchtet in schauerliche Abgründe hinein und vereinigt mit streng wissenschaftlicher Darstellung eine vorzüg liche Erzählungskunst. Mit besonderer Er­laubnis des Pan- Verlages, Rolf Heise, Berlin Charlottenburg , sind wir in der Lage, hier ein Kapitel aus diesem Werte ab­zudruden:

alte reiche Witwe heran. Jest trat er als unehelicher Entel Ludwigs XVIII. auf. Aber diesmal entwischte ihm sein Opfer rechtzeitig. Die Perspektive, mit dem französischen Stö­nigshause verwandt zu werden, brachte das fleine Gehirn der Winve derart in Aufruhr, daß fie ins Irrenhaus gesteckt werden mußte. Der Bastard von Frankreich wurde ins Zuchthaus geſtedt.

Und wer meldet sich bei Anzeigen? Wo nach eine zwanzigjährige Doppelwaise mit 1,200.000 Mart Mitgift, später mehr"," einen Mann, ernsten Charakters, aus ange= jebener Familie heiraten möchte?

Die Heiratsbetrügerinnen sind nicht min Den ernsten Charakter fennen wir!" der zahlreich. als ihre männlichen Berufs- Das ist ein tief in Schulden steckender Lebe­follegen. In jeder Großstadt gibt es eine mann, in allen Zeilen brüchig und ver Menge reicher Wiswen und Millionenwaifen, braucht. Auch wenn die Doppelwaise einen die den Schwindel bis zum Vorabend der kleinen Fehltritt begangen haben sollte, zögert Hochzeit treiben, um dann zu verschwinden. er nicht. Er läuft zur Agentur. Dort wird er Wenn sie die Sache geschicht einfädeln und von einer älteren Dame in schwarzer Seide vor allem Situationen schaffen, die der Bräu- und Similibrillanten empfangen. Das Prä­trigen auf einmal spinnen und die Berlob- ludium, eine kleine Einschreibegebühr, je nach fönnen sie ungestraft ein Opfer nach dem dem Aeußeren des Kunden, zehn bis fünfzig andern ausbeuten. Nur wenn sie zu viele In Mart. Man zeigt die Photographie der Dop­Auch der Heiratsbetrug wird in einem triguen auf einmal spinnen, und die Verlob pelweise. Alle Achtung! Sträftig gebaut, for­Maßstab praftiziert, von dem der Baie fich ten sich gleichzeitig häufen, statt einander nach- pulent, fleischig! Sie sieht wohl ein bißchen falsche Vorstellungen macht. Wir sprechen zufolgen, fommt es hin und wieder zu Anzei- älter aus als zwanzig, auffallend reif für ihr hier natürlich nur von den gewerbsmägigen gen und Gerichtsverhandlungen. Wir erinnern Alter. Aber Doppelwvaisen haben immer so Heiratsschwindlern, die sich nie wirklich verur an jene Hochstaplerin, die zur selben Zeit viel Stummer durchgemacht, daß das nicht beiraten, sondern nur zum Schein als Bräu mit einem Oberſt, einem Architekten, einem weiter verwunderlich ist. tgam oder Braut auftreten, oder als Ver- berühmten Geigenvirtuosen und einem schver Die Heiratsverminlerin arrangiert ein mitter von Ehen sich gerieren, die nie gereichen Charkutier( Fleiſchbauer) verlobt war. Rendezvous. Eine fleine intime Teegeſellſchaft schlossen werden sollen. Das sind die Bseudo- Der Charfutier- natürlich!- brachte die in ihrer Wohnung. Wir haben sehr fonve Jugenieure und Viendo Finanziers, Die Sache vor Gericht: er bemerkte zufällig amnable Räume, mein Herr!" brauche ich bhin­Barone und Grafen, deren Adel nur auf Finger eines feiner Stonkurrenten einen wert zuzufügen, daß das extra tojiet? Abermals ihren Bijitkarten ſteht und die irgendeinem vollen King, den er feiner Verlobten geschenkt ein Goldstück, das der Gentleman aus seinem Startoffelgroßhändler oder Zahnpastafabrikantatie, und lief zur Polizei. Bortemonnai bolen muß. Die Heirat kommt ten, der ihr Schwiegervater werden soll. Diese Abenteuerinnen machen alle Groß natürlich nie zustande. Die Erbin hat ihren Sand in die Augen streuen. jiödie, Badeorte, Wintersportpläse unsicher, Sinn geändert" oder sich sterblich in einen Man dente an jenen Moraviatsschreiber, verdrehen den Männern durch ihre Eleganz anderen verliebt, von dem sie nicht laffen der ein diretter Nachkomme des Mannes mit den Kopf und plündern sie daun aus. Sie belann. Die Einfahrerbegebühr und die Kosten der eifernen Maste" zu fein vorgab. Ex fand I treiben die Jagd nach dem Mann als Wil - für den kleinen Tee sind zum Teufel.

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