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Feiera

Feierabe

r. 25

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Träge zog Glodenflang durch die Luft­fling, flang fling, flang rüttelte an den Fensterscheiben, hallte in den dunklen Zimmern wider und trieb ihre Bewohner aus den Betten. Sie kleideten sich hastig an und traten vor die Haustüren, horchten schläfrig auf den Klang der durch die kleine Stadt drang und immer stärker wurde. Einer fragte den anderen:

Brennt es?"

,, Wo brennt es?"

Die vier Neger, welche im Gefangen bause schliefen, sprangen von ihren Pritschen, drückten die Köpfe an die kleinen vergitterten Fenster und fragte einer den anderen: Feuer?"

Aus allen Teilen der Stadt strömten Leute dem Gefangenenhause zu, mit Aegien, Stemmeisen und Stricken. Der Scheriff und einige Polizisten standen mit geladenem Ge­wehr beim Gefängnistor, drängten die Menge zuvid und riefen fast flehentlich:

,, Auseinandergehen!" ,, Auseinandergehen, Leute!" Wir wollen Gerechtigkeit!" tönte es von allen Seiten.

Wir ebenjo!" Der Scheriff schlug sich beteuernd an die Brust und deutete auf die Polizisten. Wozu glaubt ihr, stehen wir hier? Ein Verbrecher muß dem Arm des Gesetzes überantwortet werden."

Wir sind das Gesetz," unterbrach eine Stimme den Scheriff.

..Richtig, wir sind das Gesetz," wieder hoften einige Stimmen.

Der Scheriff hat uns betrogen!" Mit uns ist er den Neger fuchen ge­gangen, den er im Gefangenhaus versteckt bat!"

Gib uns den Neger beraus!"

Gib uns die Bestie heraus!" Die Reger traten von den Fenstern zurüd. Thre großen, gelblich- weißen Aug äriol quollen starf hervor. Sie standen reg­Ios, wie aufgefchrecktes Wild, und schwie gen. Der Aelteste unter ihnen, ein Mann mit grauem Saar nahm ein kleines Kreuz vom Hals und fniete nieder.

Das Kreuz wird ihm viel hessen ," fwurrie ein junger Neger, während er mit starrem Blid im Zimmer auf und ab ging und eine Deffnung zu suchen schien, durch die er entkommen könnte.

Unterhaltungsbeilage.

Bier Neger.

Bon 3. Opotion.

John, ein junger, riesiger Neger, stand borgebeugt, mit gefpreizten Fingern, aufge riffenen Augen. und rührte sich nicht. Dabei zitierte die Haut seines Gesichtes, als hätte er eben einen Schlag erhalten.

,, Sört ihr's, sie wollen John," warf der junge Neger hin, während er unaufhörlich im Zimmer auf und ab schritt.

Wir geben ihn nicht heraus", eviderte der Alte.

Die zwei anderen schwiegen, sie schienen nicht gehört zu haben, was der Alte prach. Der Lärm draußen wurde stärker und tönte von allen Seiten. Die Menge wuchs, drängte immer näher an den Scheriff heran und heulte nach der Auslieferung Johns.

Sooft die Häftlinge hörten wie Johns Name, nicht der ihre genannt wurde, straff­ten sich ihre Glieder und ihre bekümmerten Gesichter bekamen einen Augenblick lang einen ruhigen Zug, als wäre ihnen mitten in der Gefahr, im nächsten Augenblick von der wütenden Menge in Stüde gerissen zu werden, plötzlich eine Hoffnung auf Rettung aufgeleuchtet.

Die Menge rüdie immer näher ans Toc heran, Frauen mischten sich unter die Män­ner, stachelten sie auf und sprachen ihnen Mut zu. Darum wollte jeder sich auszeich­nen und zeigen, was er konnte.

Der Scheriff trat mitten unter fie: ,, Leute ich forder euch im Namen des Gefeßes auf. gehet auseinander... Bür­ger, Nachbarn...!"

So ist's recht!" Padt ihn!" Pfui!"

1929.

Hängt ihn auf!"

Das Geheul wurde immer wilder und mengte sich mit einem Hagel von Steinen, Flaschen und Holzstüden.

Die Neger sonderten sich von John ab und flüsterten miteinander. John, nach vor wärts gebeugt, mit gespreizten Fingern, zit terte an allen Gliedern. In seinen gelblich weißen Augapfeln lagen das Leid und die Hilflosigkeit eines Tieres, das zur Schlacht­bank geführt wird.

Wie wird das enden? Wie wird das enden?" Der Alte raufte sein graues Kraus­haar.

wir

,, Sie wollen ihn!"

Sie wollen John!"

Wenn ihr mir nicht folgt, so werden alle gelyncht!"

Sagt es ihm!"

Wir wollen es ihm jagen!"

Sie wissen ja gar nicht, daß wir hier

fitzen!"

Wir müssen es ihm jagen!"

Alle drei stürzten auf John zu und blie ben plöblich mit offenem Munde vor ihm stehen; sie schienen darüber nachzudenken, wie sie beginnen sollten. John fiel vor ihnen nieder, füßte ihre Füße und weinte und fchbuchte jammerboll, daß es alle überlief:

Brüder, laffet mich nicht töten! Habt Misleid mit einem Bruder!"

täubte in ihnen jedes Mitgefühl. Aus dem Korridor drangen Stimmen: ,, Er ist im Keller!"

Sein Weinen rührte sie. Doch die Angst, Niemand gehorchte. Jeder schrie evas, 3eit zu verlieren, von ihm m't hineingezogen die Stimmen übertönten die Worte des zu werden, wie ein Extrinfender feinen Ret Scheriffs und der Hause, mit geballsen Fäufer in den Strudel zieht diese Angst über­sten, mit Aerien und Striden, rückte immer näfer. Der Sheriff fühlte. daß die Mence, die sich wie eine Wand auf on suchob ihn im nächsten Augenblick erdrüden tonnie; da er sah, daß er im Guten nichts aussichten würde. gab er den Polizisten ein Zeichen und plöblich feuerten sie eine Salve in die Luft ab.

Die Menschenvand schob sich erihredt zuvid. Ihr Zorn wuchs. Ein junger Mann Sprang zum Tor. En Polizist stick ihn mit dom Kolben des Gewehres zurück. Das brachte den Sturm. Mit Indiane geheul warf sich die Menge auf den Scheriff. Vai! Pui!" " Fesselt ibn!"

Die Beste ist im Steller!" ,, Der Scheriff wird es sich überlegen, wieder einmal einen Neger zu schützen!"

Baltet die Stride bereit, Jungens!" Mitten auf der Straße müssen wir ihn tängen!"

D'e Neger waren starr vor Schreck; sie faben den Tod vor Augen, Pöhlich stürzten sie sich auf John. öffneten die Tür und schleu­berien ihn hinaus wie ein Kalb oder ein Pferd, das einem Rudel Wölfe bing- worfen wird, damit der Mensch entfliehen, sein Leben retten fann.