Feierabe
Nr. 32
Enterhaltungsbeilage.
Die Nacht des Grauens.
Aus einem australischen Gefangenenlager.
Die gelbe Schlange. Die dritte Geschichte erzählte ein Kaufmann aus Sabang, den die Engländer vom Dampfer heruntergeholt und in das Konzen trationslager von Holdsworthy gesteckt hatten. Jedes Jahr, im August, sagte er, feiern die Chinesen ihr Totenfest. Sie kommen gegen Abend in großer Prozession die Straße von Sabang herunter zum Meere zu. Gelbe, fahl geschorene Priester wandeln unter dem Baldachin, flankiert von Assistenten mit Sultgeräten und gefolgt vom niederen Kerus und Laienvolk in großer Zahl mit Opfern und Papiernachbildungen: Pferde Schafe, Schweine, Fische, alles auf Stielen, alles aus Papier. Zwischen den einzelnen Gruppen werden Schüsseln getragen mit fertig bereiteten Speisen: Aga- Aga, Fischgerichte, chinefische Bäckereien, Drachen und Vögel darstellend. Den Schluß bilden die Armen und Aermsten: die Bettler. Die Papierfiguren werden mit Rafetenbeleuchtung ins Meer geworfen, die Speisen ans Meerufer gestellt. Wenn die Honoratioren verschwunden sind, stürzen sich die Bettler darauf. Sie essen diefen einen Tag des Jahres von den Schüsseln der Reichen.
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Bon Heinrich Hemmer.
1929.
Hunderttausend Rachen.
Fenster. Wir sind von wild gestikulierenden beschreiblich an. Sie lächelte faſt. Plöhlich Chineſen umzingelt. Die gelbe Schlange hat traten ihre Augen aus den Höblen, hr sich um das Hotel gewunden und droht uns Mund verzerrte sich wild. Ihre Hand ließ zu erdrücken. Das Tor fracht. Wir sind ver- los. Ihr Körper wurde in die Tiefe gezogen, loren. Der Kopf der Schlange lugt in die ihr Kopf verschwand. Das Meer färbte sich Vorhalle. Scheiben flirren. Die gelbe Schlange röter mit ihrem Blue... wälst sich vorwärts. Wir sind wehrlos gegen die gelbe Bestie, die wir gereizt haben. Sie wird uns die Knochen im Leibe zerbrüden. Es sprachen noch ein Maler und ein wird uns allesamt zu Brei zermalmen. Wer Matrose. Der Maler beschr.eb eigentlich traut sich ihr entgegenzustellen? nur ein Bild. E.ne Sandbauf mitten im Ein dreijähriges Mädchen hatte den Amazonas . Eine weite, sonnige, braune Drachen und den Fiſch aufgenommen und Fläche. Baumlos, graslos, regungslos. Aber trägt jubilierend die Heiligtümer zu den an- wenn man genauer hinjah, waren es nicht deren Spielzeugen", wie es denkt, die die gerippte Sandkörner, die dort lagen, sondern Chinesen in bänden halten. Dabei lacht es gevanzerte Rücken. Tausende und aber Taufindlich unschuldsvoll. Das hat uns gerettet. fende von gepanzerten Leibern lagen auf Die Chineſen entrissen dem Mädchen die der Ebene dicht nebeneinander in der Sonne. Götter, und die gelbe Schlange wälzte sich Sie liefen in einem scheußlichen flachen Stopf den Hügel hinab. aus von dem Raubtierzähne wie Dolche in die Höhe ragten. Hunderttausend Rachen er warten den Menschen, der dort landet. Es sind zusammengeklappte Krokodilrachen, die sich öffnen wie die Hölle und die so plöblich und sicher zugreifen, daß es feine Rettung gibt. Ich hörte: man hat einmal einen blonden Mädchenzopf gefunden im Magen so eines Krokodils.
Ein Meer voll Blut.
Ihr erinnert euch an den Untergang der Seine" zwischen Java und Singapore , sagte ein österreichischer Diplomat, der von Siam herübergeschleppt worden war. von den Siam herübergeschleppt worden war. Ich war damals in Singapore und habe einen der Bassagiere getroffen, den man gereitet und dorthin zurückgebracht hatte. Er war schneeweiß geworden und rauchre Optum. Er faz in der Gesellschaft liederlicher Frauenzimmer und lachte. Er lann nichts mehr in der Welt ernſt nehmen. Er hat das Fürchterlichste erlebt.
Wir waren noch junge Leute-- ich und mein Freund und dachten, es sei ein großer Spaß, ein paar chinesische Papiergötter zu rauben und sie einem jungen Mädchen zu verehren. Wir packten einen Drachen und einen Fisch und rannten damit den Hügel hinauf. Sabang ist terrassenförmig aufgebaut, in Zidzackstraßen. Als wir aus der obersten Biegung ins Freie kamen und dem alleinstehenden Sabaug- Hotel zustrebten, bemerkten wir plötzlich, daß man uns folge. Der gange Zug der Chinesen war hinter uns her. So schnell wir rannten, schob sich der Zug hinterher- eine gelbe Schlange folgte uus. Die Chinesen, in ihren religiösen Gefühlen beleidigt, find Dämonen. Wir getrauten uns die Heiligtümer nicht zu Boden zu werfen. Noch weniger sie zurückzugeben. Wir rannten mit dem Drachen und dem Fisch vor der gelben Schlange her. Erreichten das Hotel. Verriegelten die Türen. Schenkten die Götter der Tochter des Hauses und atmeten auf.
Kommt der Vater und führt uns zum
Wir schwammen, sagte er, nach dem Schiffbruch zu Hunderten umber, weiße, gelbe, braune Menſchen, und die Saie schwammen zu Hunderten um uns besum. Wir waren ihre Beute, wenn immer es die Hate nach uns gelüftete. Sie wanden sich um uns herum, angezogen durch den füßlichen Ge ruch des Menschenblutca. Se drehien ſich und schnappten, als feien wir ihr natürlich Futter. Alle Augeablade war ein arm ab gerissen, ein Bein aus dem Belenk gezerrt, ein Rumpf geöffnet. Das Meer rötete sich. Wir schwammen in einem Meer voll Blut.
Der Totentanz und das Ende.
Hein, ein Leichtmatrose, war in einem ägyptischen Hafen ausgerückt und als man ihn verfolgte, ein Stück in die Wüste gewandert. Wie ich so durch die Nacht wanderte ( er erzählte mit fiebernder Stimme), erhob sich ein Wüstenwind. Mem Fuß bleibt in einer Art Korbflecht steden... etwas Hartes, Rundes schlägt mir an den Kopf... wie ich danach greife. jassen meine Frger in zwei Höhlen... ich stolpere, falle. Eine dunkle Säule kommt von der Ferne auf mich zugewandert... die Sterne verlöschen... um mich braust es. Ich liege in Syacht, der sich um mich dreht: im Zentrum einer Windhofe. Für einen Moment bent. oben ein Stern beren und h sehe das Grauenhafteste. Mein rechter Fuß steckt in Ich schwamm mit meiner jungen Frau, dem Brustkorb eines Skeletts, meine Finger sagte der Opiumraucher. Wir hielten ein in zwei Augenhöhlen. Die Säule, die den ander bei der hand. Mene Fiau be ete Sand aufwirbelte, entblößte andere Stelette leise. Dann so sie mich rührend und un- 1... ein Massengrab... ein Lager von Ge