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Feierabe

Feierabe

tr. 35

Linterhaltungsbeilage.

As die Flut kam..

Erzählung von Eric Domeige.

Mit leisem Murmeln schmeichelte sich| Brausen des Wahnsinns erhob, als er, wie das Meer an die grauen Klippen heran, ob eben heute, Frau Verfeil und ihren Ge­die gleich gigantischen Ungeheuern dem liebten Roger Dolrieu bei Lieblosungen Lande vorgelagert waren. überraschte.

Eine junge Frau, das Haar im Winde flatternd, die Füße bloß, den Körper in einem blauen Sweater, neigte sich über das Seegras und suchte Krabben. Yann, Sie wären zu lieb, wenn Sie mir meinen Storb holen möchten", rief sie, ,, ich habe ihn auf den Slippen gelassen". Dann wandte sie sich gleich an einen jungen, eleganten Herrn, der einige Schritte abseits stand und ihr mit bewundernden Blicken folgte:

Roger, du fönntest mir wirklich ein wenig helfen, anstatt müßig mit verschränk­ten Armen herumzustehen!"

,, Ach, Odette, du weißt doch, daß ich nur selten das Glück habe, mit dir allein zu sein. Ist es da nicht begreiflich, daß mir dein Anblick interessanter ist als eine Jagd auf diese wehrlojen Tierchen?"

"

Pst, Roger... Yann kommt.. Und die Hand der Krabbenfischerin legte sich auf die Lippen des Freundes.

Yann hatte der Bitte der jungen Frau willfahrt. Plöglich aber hielt er in seinen Schritten inne, drehte sich um, und als er bie zärtliche Bewegung der Pariserin sah, durchzuckte es drohend seine stahlblauen Augen. Langsam, mit gesenktem Kopf, ging

er dann weiter.

Yann war verliebt in Odette Berfeil; dieser wettergebräunte Bursche von fünfund­zwanzig Jahren hatte sie in oergangenen Sommer zwischen zwei langen Uebersee­reisen zum erstenmal gesehen. Betroffen von dem seltsamen Zauber, den sie erbcei­tete, angelockt und wirr gemacht von ihrer mondänen Koketterie, fämpfte er vergeblich gegen die Leidenschaft, die immer mächtiger von ihm Besit ergriff. Ueberall folgte ihr Bild seinen Träumen und selbst in der Glut hitze des Aequators, als er eines Nachts, an die Brüstung des Schiffes gelehnt, dem Auf­gang des südlichen Kreuzes zujah, war es die blonde Pariserin, die ihm als überirdische Vision vom saphirenen Himmel entgegen lächelte.

Anfang Juli in seine Heimat zurück­gefehrt, fand er sie wieder, und der junge Mann fühlte, wie sich in seinem Hirn ein

Yann hob den Korb auf und brachte ihn

Odette.

Sie werden wohl heimkehren müssen, gnädige Frau", sagte er, das Meer beginnt u steigen."

,, Roger, geben Sie mir Ihre Hand und lassen Sie mich ja nicht aus!.

"

Zärtlich an den Arm ihres Freundes zum gelehnt, ging nun Odette wieder Strand zurüd. Yann folgte ihr in einigen Metern Entfernung, wandte aber nicht eine Sekunde seinen Blick von ihrer schlanken Silhouette, die mit einem graziösen Wippen über den Riesel dahinglitt.

Sie gingen... Hinter ihnen rollte das Meer seine schaumgefrönten Wogen und wälzte sich gegen die Klippen, auf denen die gelben Algen wie blonde Haarsträhne er­schimmerten...

Als sie nun auf einem Plateau waren, das von der See nur bei starker Flui er­reicht wird, blieben sie stehen.

die Farben Ihrer Augen", sagte Roger. Betrachten Sie das Meer, es hat heute

Meine Augen sind grüner, nicht habr, Pann?" erwiderte Odete verführerisch und jenkte den Blick für einige Sefunden in die Augen des Fischers.

Ei!... Jch. gnädige Frau... Sie wissen doch..." stotterte Yana

Jann ist fein Maler, gnädige Frau

Sie werden nicht vergessen, Yann", warf die Pariserin ein, daß ich in einer Woche wegfahre; vor meiner Abreise möchte ich aber noch auf der Weißen Insel fischen."

,, Morgen ist große Flut, da können wir zur Zeit der Ebbe hinübergehen, wenn quä dige Frau es wünschen."

,, Es bleibt also dabei; Sie kommen uns morgen holen, Yann. Wir rechnen auf Sie."

Noch ein gnädiges Stopfniden, und Odette war mit Roger Delrien fortgegan­gen.

,, Es ist wahr, sie hat grüne Augen, die Pariserin", murmelte Jann, grün wie das Meer, wenn es zornig ist..."

1929.

Die Flamme dieser Augen brannte in seinem Herzen mit verzehrender Glut. In einer Woche wird sie abreisen.. er fortwährend denken, in einer Woche werde ich sie nicht mehr sehen...

Und Yann träumte noch auf den Klip­pen, während er draußen in der violetten Dänmerung die Weiße Insel verschwinden sah, die Insel , zu der die Pariserin morgen mit ihm hinaus sollte.

-

Das Meer ist weit zurückgetreten.

Eine Gruppe von Badegästen schritt über den Sand, um die Weiße Insel zu er reichen. Unternehmungsluftig geht dette an der Spiße der Karawane und flaubt von Yann begleitet, allerhand Krabben, Schnel­

fen und Krebse.

Der Jagdeifer führt sie unbewußt ein wenig abseits von den übrigen. Schon ist sie auf einer fleineren Klippe, die von der Weißen Insel etwa zweihundert Meter entfernt liegt und bei hoher See eine Schaumkrone auffezt.

Jann folgt der Pariserin wie ihr Schatten. Er berauschte sich an ihrer Schönheit, ihr Duft läßt ihn erzittern, und ohne auf die Stunde zu achten, entfernt er sich mit Odette immer weiter.

Plötzlich entringt sich ihr ein heiserer

Schrei.

Yann, so schauen Sie doch, wir sind vom Waffer eingefreift!"

Jetzt erst erwachte er wie aus einent schweren Traum. Ein Blick und er hatte die drohende Gefahr begriffen: die Klippe, auf der sie stehen, ist von der Weißen Insel durch einen Meeresarm getrennt, und die er Arm wird mit jedem Augenblick weiter. ser Arm wird mit jedem Augenblick weiter. Sommen Sie, grdige Frau!"

fie:

den

Ein Schauer des Entsetzens überläuft

Aber ich werde ja feinen Boden unter Füßen haben!"

Sie werden schwimmen... Kommen Sie nur schnell, ich werde Ihnen helfen."

Noch zögert sie, enn fie befürchtet, das Kleid könnte sie am Schivinen hin­dern. Aber die Wellen murmeln schon um ihre Füße, steigen ihr zu den Knöcheln, be netzen ihre Waden... Auf der Insel drü