Marm
Feierabend
Feierabe
Mr. 4.
Unterhaltungsbeilage.
Aufruhr im Hutladen.
Jch ging gestern in das Hutgeschäft Spottbillig" in der Amalienstraße, weil meine Frau behauptet hatte, ich müsse meinen Filshut endlich einmal aufbügeln und dämpfen lassen. So könnte ich damit nicht mehr herumlaufen.
Der Verkäufer im Baden sagte, es bauere 10 Minuten, ich fönne gleich darauf warten, und dann verschwand er mit meinem Hut in einem Nebenraum, der die Aufschrift trug: Werkstatt. Betreten berboten.
-O
Ich lehnte mich an den Ladentisch und wartete eine Weile.- Da fam ein Herr in das Geschäft, hielt mir seinen alten verschwitzten Hut unter die Nase und sagte: Machen Sie hier ein neues Sutband rum!
Das tue ich nicht! antwortete ich. Warum nicht? fragte der Herr. Ich mache nicht jedem gbeliebige Bän der um seinen alten Dedel, erwiderte ich, da könnte ja jeber kommen! Nächstens verlangen Sie noch von mir, ich solle Ihnen die Stiefel pugen! Lassen Sie sich überhaupt erst mal vafieren, bevor Sie unter die Leute gehen, das wäre manierlicher!
Bas fällt Ihnen denn ein, schrie der Herr, vor Wut japsend.
Im Augenblid nichts weiter, fagie ich höflich.
Darauf rannte der Herr aus dem Laden und schlug die Tür so dröhnend zu, daß die Scheibe zerbrach.
Gleich darauf trat ein junger Mann ein und sagte, er käme von der Firma Bir nenwurzel und Ungetüm, Fischstraße 43.
Das ist nett, meinte ich, was wünschen
Sie von mir?
Meine Chefs, antwortete der junge Mann und zog eine Rechnung aus der Tasche, wollen sich unter feinen Umständen länger hinziehen lassen. Wenn Sie heute wieder nicht zahlen, werden die nötigen gerichtlichen Schritte gegen Sie unternommen werden. Bitte, wollen Sie also diese Rech nung regulieren oder nicht?
Rein, erwiderte ich, ich zahle diese Rech nung nicht, und wenn Herr Ungeiüm fich auf den Kopf stellt oder Herr Birnenwurzel zerplatt!
Schön, sagte der junge Mann und nahm eine ernste Amtamiene an, ich werde es aus richten, die Folgen baben Sie sich selber zu zuschreiben!
Bon Dentflöfft. Nach ein paar Minuten kam eine dickere ältere Dame.
1930.
Einen Moment, bitte! rief ich und hielt fie am Aermel fest, nehmen Sie hier das Heine Notizbuch mit dem Firmenaufdruck
Was soll ich denn damit? quietschte die Dame.
Zeigen Sie mir Hüte, sagte sie. Hier find 374 verschiedene Hüte, ermit. widerte ich, suchen Sie sich einen aus, aber schnell, bitte, ich habe nicht viel Zeit, da ich gleich fort muß. Probieren Sie auf, was Sie wollen, und dann entscheiden Sie sich rasch.
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Nur zur Unterstügung Ihres Gedächtniffes, falls Sie doch den Laden bergeffen sollten. Enupfehle mich sehr. Auf Wieder
Wollen Sie mir die Hüte nicht gefäl- fehen! ligst vorzeigen? schrie die dike Dame. Nein! sagte ich.
Das ist ja eine eigentümliche Art von Bedienung hier bei Ihnen!
Nicht wahr, meinte ich, die habe ich mir selber ausgedacht, weil ich die Erfahrung gemacht habe, daß die Damen stundenlang rumframen, alles anjassen und zulezt doch nichts kaufen. Ich habe doch nicht Lust, jeder Dame, die hier in den Laden kommt, unauf hörlich die verschiedensten Hüte aufzustülpen! Sonderbare Geschäftsmethoden! jagte die dide Dame.
Aber praktisch! meinte ich.
Was tostet denn der lila Hut da mit dem schwarzen Besat? fragte sie nun. Das ist wohl ein Pariser Modell?
Jawohl, jagte ich, das ist ein Pariser Modell und kostet 1678.65 Mark.
Sie irren sich wohl?! Um Gottes willen, was reden Sie da.
Ja, ich irre mich, er fostet, wie ich eben ehe, 1.45. Den Schleier gibts noch gratis
su!
fagte: Ich nehme ihn! Die Dame probierte den Hut auf und
Das will ich Ihnen gerne glauben, fagte ich, ich gebe ihn Ihnen aber nicht.
Was soll denn das heißen, warum denn nicht?! fragte die Dame.
Das ist meine Sache, erwiderte ich. Wenn Sie es aber durchaus wissen wolfen, kann ich es Ihnen ja verraten: Er ist viel zu jugendlich für Ihr altes Geficht. Sie würden sich ja direkt fächerlich damit machen! Wählen Sie sich fir etwas anderes aus!
Sie sind wohl verrückt? schrie die dicke Dame.
Gewiß! jagte ich.
Das Geschäft werde ich mir merfen, brüllte die Dame kirschrot vor Wut und wollte aus dem Laden laufen.-
Als die Dame krachend die Tür hinter sich zugeworfen hatte, klingelte das Telefon. Fh hob den Hörer ab und sagte: Hallo! Bubi, du kommst doch heute abend be stimmt?! flötete eine zarte Frauenstimme. Rein, heute abend komme ich nicht, rief ich in den Trichter.
Aber warum denn nicht, Bubi??? Weil ich mit Else ins Kabarett gehe, sagte ich, darum.
Mit wem?? Was sagst du da??!! Ich sage, hente abend gehe ich mit Else ins Kabarett!
Das ist doch unerhört! Du hast mir doch fest zugesagt, daß wir heute abend zusammen find! Was soll ich denn davon halten?!!!
Das soll mir total egal sein, sagte ich, und hängte ab.
Nach zwei Minuten läutete das Telephon stürmisch, und dieselbe Stimme fragte: Jst dort das Hutgeschäft Spottbillig am Apparat?
Nein, sagte ich, hier ist der berühmte Schriftsteller Deutschlöfft, was wünschen Sie von mir?!
Bon Ihnen will ich gar nichts! freischte die Stimme.
Na, warum Hlingeln Sie denn dann wie närrisch, wenn Sie gar nichts von mir wollen, rief ich, glauben Sie denn, ich hätte weiter nichts zu tun, als dauernd aus Telephon zu laufen??!!
Ich will doch das Hutgeschäft Spottbillig, hentie die Stimme.
Belästigen Sie mich gefälligst nicht mit jaren geschäftlichen Angelegenheiten! Schluß! rief ich
Hierauf öffnete sich die Ladentüre, ein bildschönes junges Mädchen trat ein und fragte mich: Was kostet der rote Trotteur mit der Schnalle im Fenster?
Für Sie garnichts, Sie entzückendes