الهلا

Feierabend

Feierabe

Mr. 47.

Enterhaltungsbeilage.

Zweierlei Erinnerungen.

Bon Juftus Brauer.

Frau.

So.." Des Mannes Stimme triefte von Bosheit und Neugier.

1930.

Ella wandte dem Manne jetzt ihr Antlitz zu und er sah, wie schön es war. Und er zitterte, da er es fah.

Er hatte mit einer Kleinigkeit, mit einer- und ich habe teine Veranlassung, Troßdem es schön war, damals in ben Belanglosigkeit angefangen. Aber wie das Erinnerungen zu scheuen", meinte zu scheuen", meinte die lauen Frühlingsabenden gemeinsam durch so ist ein Wort gab das andere, und je die dämmernden, stillen Straßen zu gehen. mehr Erich sich in seine besinnungslose rot­Seite an Seite auf einer Bank im Park zu glühende Wut hineinredete, hineinschrie, fizen..." Desto ruhiger wenigstens äußerlich, wurde" Ja... wirklich. Nicht wahr: Du Ella. Nur die Bläffe ihres schmalen Geficht erinnerst Dich doch? In einem Speisehaus, chens, nur nur die immer wiederkehrenden wo ich in meinen knappen Mittagspausen Blutwellen, die für Augenblicke ihre Wan - mein Essen herunterzuwürgen pflegte, jahen gen röteten, hätten einem aufmerksamen wir uns zum ersten Male. Es war ein ein­Beobachter verraten tönnen, welcher Art faches, ja, ein sehr einfaches Speisehaus. die Gefühle waren, die ihr Inneres beweg- ch hatte nicht viel Geld, deshalb ging ich hin Du hattest vielleicht mehr Geld es mögen andere Gründe gewesen sein, die Dich antrieben, dort zu essen. Ein paarmal führte uns der Zufall an denselben Tisch zusammen dann war es schon nicht der Bufall mehr, sondern Kluge Berechnungen. War es nicht so?"

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Aber woher hätte Erich die Ruhe zu solchen Beobachtungen nehmen sollen? Ihre Ruhe wenn es auch nur eine scheinbare erbitterte ihn, ihre fühlen Worte, ihre vorwurfsvollen Augen nahmen ihm den letzten Rest von Fassung. Seine Stimme überschlug sich deshalb beinahe, als er end­lich seinen letzten Trumpf hinausheulte.

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Was! Du wagst, mir Vorwürfe zu machen, mir zu widersprechen? Du Dirne Du Du Diebin!"

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,, Es war jo", gab der Mann zu. ,, Aber was soll das?"

Du wirst hören, mein Lieber. Ein bißchen Geduld und Du wirst alles hören. Du hattest Interesse an mir, nicht wahr? Du fandest mich schön, ich war Dir sym­na es ist ja gleich, wie wir es nennen. Jedenfalls Du suchtest meine Gesellschaft..."

Halt", jagt da Ella sehr leise, aber mit so schneidender Stimme, mit so un- pathisch- Du säglicher Verachtung, daß Erich betroffen schwieg. Dies Wort soll Dir nicht geschenkt werden ich glaube, es ist Zeit, Dich an vergangene Dinge zu erinnern!"

Worauf willst du hinaus?" brummte der Mann störrisch. Aber er wagte nicht, ihr den Mund zu verbieten irgendetwas im Tone ihrer Stimme machte ihn schwach.

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" ch", sagte die Frau, und es war wie ein Flüſtern es war peinigend, weil sie standhaft das Gesicht dem Fenster zufehrte und dem Manne nicht einen Blid, nicht einen einzigen, flüchtigen Blick gönnte ,, ich habe in letzter Zeit, in den letzten Monaten es sind schon Monate vergan­gen, seit wir zum ersten Male erfahren haben, wie wenig wir uns eigentlich ver­stehen, nicht wahr?... ja, also all diese langen Wochen habe ich daran denken müssen, wie wir uns einst tennen gelernt haben."

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" Ich finde, Du hast wenig Ver­anlassung, so intensiv an das Einst zu denken", sagte der Mann und ein hämisches Grinzen verzerrte sein Antlig zu einer häß­lichen Grimasse.

Ich habe sehr viel Grund es zu tun

"

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Und Du suchtest Du etwa meine Gesellschaft nicht? War ich Dir jo voll­fommen gleichgültig?"

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" Ich nein, Du warst mir nicht gleichgültig. Ich stand mutterseelenallein in der Welt, ohne Eltern, ohne Freundin, ohne irgendwen. Du kamst zu einer glüd­lichen Stunde, als ich traurig war und unter der Last meines Alleinjeins beinahe zusammenbrach. Du warst zu mir jo gut, wie Du es später nie, nie mehr gewesen bist. Du schienst mich zu verstehen, Du nahmst eine unbeschreibbare, aber sehr, sehr fühlbare Last von meinen Schultern.

,, War es also nicht eine glückliche Zeit?" sagte Erich, nun schon mit schon mit weicherer Stimme,

" Ja, es war eine glückliche Zeit. Eine, von der ich dachte, ich würde ste nie ver­gessen, und wenn ich hundert Jahre alt werden sollte. Ich werde sie nie vergessen und da ist das Traurige und Schlimme

,, Einmal", fuhr Ella fort, an einem folchen Abend erzähltest Du mir, daß Du ein Mädchen liebtest. Du nanntest es Dora

und Du sahst nicht, wie ich lächelte, als ich den Namen hörte. Denn es war schon sehr dunkel. Und dann sagtest Du, Du fönntest nicht wagen, ste zu bitten, Dein Weib zu werden. Warum nicht?" fragte ich. Da offenbartest Du mir Deine Ver­gangenheit, daß Du gestohlen hattest, eins mal, vor vielen, vielen Jahren. Ausgerückt seist aus der alten Heimat, hierher, nach Amerika . Daß Du mit dem geraubten Geld Dir hier eine Existenz gegründet hätteft. Alles", so waren Deine Worte damals, was ich genonimen habe, habe ich inzwischen zurückerstattet, auf Heller und Pfennig, mit Zins und Zinseszinsen. Aber es wäscht den Makel, der auf meinem Leben ruht, nicht ab ich bin ein Gezeichneter." Erit nidte nur, seine Stirn furchte sich grüblerisch.

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,, Wie armselig muß diese Dora sein", sagte ich damals, daß Sie nicht wagen, ihr das zu sagen."

" Sie verstchen mich nicht", erwidertest Du ganz eifrig, denken Sie doch gesetzt den Fall, Dora erwidere meine Liebe- wenn wir uns heiraten würden! Raum ein Tag würde vergehen, an dem sie sich nicht des Opfers, das sie mir gebracht hat, erinnerte. Ich würde Verachtung in ihremt Lächeln, Mitleid in jeder zärtlichen und liebevollen Gebärde sehen. Es würde mich verrückt machen, immer würde diese unselige Vergangenheit zwischen uns stehen wie ein dunkler, drohender Schatten."

Die Frau schwieg und während einiger Sekunden hörte man das gleichmäßige Tiden der Wanduhr.

Da ließ ich das Vifier fallen", fuhr die Frau fort. ch sagte Dir, daß ich wüßte, wer diese Dora sei, daß ich alles Traurig? Schlimm?" von ihr wüßte. Ich sagte Dir, daß Du nicht ,, Traurig- ja. Und so schlimm! erwarten dürftest, ein Mädchen, das Du in

dabei!"