Feieraberd
Feierabe
Nr. 7.
Enterhaltungsbeilage.
1932.
Japanische Musterung.
Bon Zorao Hajaffe.
Der Verfasser ist ein japanischer| ,, Du lügst, du hast ihn dir absichtlich abge- 1 aus meiner Nase und tropfte auf den Boden. Student; der Auffay fonnte in Japan hadt." Der Offizier begann ihn lange ins Jch trat einige Schritte zurück und verlor wegen der scharfen Breßzensur nicht Gesicht zu schlagen. Mit einem Aufschrei fast die Besinnung. Sie haben kein Recht, veröffentlicht werden; er erschien in der fiel Essida zu Boden. Bringt den Ver- mich zu schlagen, das ist gesetzwidrig", rief Wiener Arbeiter Zeitung" zum ersten brecher hinaus in die Zelle, wir werden ihn ich aus. Nevolutionär!" Er schlug mich mal in deutscher Uebersetzung. der Gendarmerie ausliefern", befahl der noch einmal. blutüberströmt auf dem Boden lag, mit dem Offizier und schlug noch einmal Essida, der Stiefelabsatz. An den Beinen wurde Effida hinausgeschleift.
Am frühen Maimorgen, als man in unferem Dorf zur Reisernte ging, 30g ich mir mein Nationalkostüm an und verließ das Haus. Der Weg führte mich zu einer kleinen Aus den Gesprächen hörte ich nachher Station. Dort waren schon viele junge die traurige Geschichte des unglüdlichen Leute versammelt. Alle waren sie in fest Effida. Ihrer waren drei. Er, die Mutter lichen Kleidern, in großen Strohhüten, und und der Bruder. Sein Bruder wurde vor sorgfältig rasiert. Schweigend erwarteten vier Jahren zum Dienst geholt. Infolge wir den Zug. Sonderbar war dieses Schwei - des grausamen Regimes in der Kaserne und gen, an einem herrlichen, sonnigen Tage. Der schlechten Verpflegung bekam er die Der Zug fam. Bir betraten die Wagen, Schwindsucht. Zwei Jahre hütete er das und schon nach drei Stunden erreichten wir die Kreishauptstadt. Die Pflaumenbäume blühten.
Bett. Seine Krankheit verschlang die ganzen Ersparnisse der Familie. Nun ist er vor drei Monaten gestorben. Der unglückliche Effida hörte während der Krankheit seines Bruders viel über das Leben in den Kasernen. Um dem Militärdienst auszuweichen, fuchte er lange nach einem Mittel, schließlich hackte er sich entschlossen den Zeigefinger der rechten Hand ab.
Nach Sonnenuntergang trafen wir uns in einem großen Speisezimmer. Aber nie mand aß. Ohne das Abendbrot berührt zu haben, verließen alle den Saal. Es war die letzte Hoffnung: so lange als möglich zu hungern, um schwach und frant auszusehen und bei der Untersuchung durchzufallen. Ich Auf die unglaublichsten Mittel verfallen aß mein Abendbrot auf und ging beschämt die jungen Leute aus Furcht vor dem Kafer hinaus, meinen guten Appetit verwünschend. nendienst. Sie gehen in den Tempel, fünfMeine Kameraden aßen aber am nächsten zig Nächte hintereinander, und opfern den Morgen auch nichts, und um 8 Uhr früh Göttern ihr ganzes Geld. Sie tragen um führte man uns dann zur Musterung. Ein den Hals ein schweres Brett, das sie einem bagerer, efnarntiger Offizier, der wie ein alten Glauben zufolge vor Unglück behungriger Fuchs aussah und mit Orden und wahrt. Ich weiß, daß viele Burschen schon Waffen behängt war, hielt eine lange Rede. vor threm fünfzehnten Jahre an Brillen Dann mußten wir schreiben und rechnen und tragen, um sich die Augen zu verderben.... schließlich uns naci ausziehen. Wir wurden gewogen, gemessen, die Augenschärfe wurde geprüft, das Gehör und die Zähne eingehend untersucht.
Wie heißt dein Monarch?", fragte ein dider Offizier einen jungen, schwächlichen Burschen, der vor mir stand. Dieser schwieg. Idiot, du kennst nicht den Namen unseres allmächtigen Herrschers?", schrie ihn der Offizier wütend an, und schlug ihn mit der Faust zweimal fräftig in das Gesicht. Ich drehte mich unt.
sich um ihren Vorgesezten. Sie verhandelten Alle anwesenden Offiziere versammelten leise miteinander und sahen mich an voller Haß und Wut. In dem großen Saal trat lähmende Stille ein. Der Kommandeur fagte schließlich zu mir:„ Man wird dich nach dem Essen noch einmal rufen." Dann führten mich die Soldaten hinaus. Einige Stunden stand ich in meiner Zelle an die Wand gelehnt. Ich dachte daran, was man mit mir wohl machen würde. Werden sie mich der Gendarmerie ausliefern und sagen, daß ich ein Revolutionär" bin? Oder werde ich in die Kaserne geschickt, wo mein Tod besiegelt sein wird, vielleicht wird man sich bei der Universität beschweren, und dann hätte ich feine Möglichkeit mehr, meine Studien fortzusetzen.
Am Abend rief der hagere, einarmige Offizier alle Neuangeworbenen in den großen Saal. Dann hielt er eine Rede und. sagte etwa folgendes:„ Die Resultate der heutigen Untersuchung waren sehr schlecht. Unter euch befinden sich sehr viele Simulanten, Söhne, die ihr Vaterland nicht lieben, und fogarDentofraten. Das ist eine ande!
hr habt eure Bfticht dem Vaterland gegenüber vergessen." Dann begann er über den Patriotismus zu reden und führte einige Beispiele aus dem Russisch - japanischen Krieg an. Ich sah, wie vor Mulden die Geschoffe der japanischen Soldaten über die Köpfe der
einde pfiffen. Unsere Soldaten benahmen ich wie Feiglinge. Sie hatten Furcht, aus den Schützengräben hinauszusehen, und schossen in den Himmel, statt auf die Feinde." Er redete noch sehr lange, von Zeit zu Zeit sich den Schweiß von der Stirn wischerd.
Nun war die Reihe an mir. Der dicke Offizier begann das Verhör. Wieviel Steuern zahlt deine Familie? Bist du Stu dent? Welcher Fakultät?" Auf seinen Achselflappen waren viele Streifen und Sternchen, und dadurch erschienen seine Schultern un gewöhnlich breit. Er fragte mich aus wie einen Verbrecher und prüfte meine Bapiere. Verzeihung, Herr Kommandeur, es ist Was ist Demokratie?" h ertlärie ihm den eben eine sehr unangenehme Sache geSinn dieses Wortes. Er wurde sebr böse. schchen", sagte der Unteroffizier, hastig in Und wie denkst du, diese Demokratie, ist sie das Zimmer tretend. Nun, was ist denn gut oder schlecht?"" Ich denke, daß sie geschehen?", unterbrach der einarmige OffiWie heißt dein Monarch?", wandte er gut ist", antwortete ich.„ Warum?" zier seine Rede.„ Essida ist aus seiner Zelle sich an Essida, der seitwärts von mir stand Weil die Staatsgewalt in den Händen des ausgebrochen, hat das Fenster eingeschlagen und wie eine Maus vor der Kate zitterte. Voltes liegt." Er schlug mich einige Male...", berichtete der Unteroffizier in miliIch schlug ihn mir versehentlich ab." in das Gesicht. Warm ergoß sich das Blut tärischer Haltung. Rufen Sie sofort tele
"