الهلال

Feiera

Feierabe

Mr. 34.

Unterhaltungsbeilage.

Das Erbe.

Dem Franzöſiſchen nacherzählt von J. Kunde.

des

geld

rentiers, Saint Quen.

1932.

Auf der Treppe schaut er sich das Trink­an: 40 Sous!... Ah, die Familie!"

*

In Saint- Quen, in elender Holzbarace, Die Dame macht oben vor einer Tür Er schreibt hin: Paul Vauthier, 50 rue hat Toctor sein Heim aufgeschlagen. Den halt, auf deffen Schild der Name Francine Weg, an dem seine Unterkunftstätte liegt, Vauthier" zu lesen ist. Während die Frau hat man, ironisch genug, die Straße der in ihrem Geldtäschchen nach Kleingeld sucht, Rentiers" getauft; Hundeblumen wuchern starri Toctoc sie entgeistert an. rings umher und Hügel von Abfällen drän Verzeihen Sie", erfühut er sich zu fra­gen sich den Blicken auf. Die hier Hausen- gen, sind Sie verwandt mit dem verstor­den find natürlich feine Rentenverzehrer; sie benen Gerichtsrat Vauthier in Nevers ?" gehören zur Gilde der sich sauer ihr Brot Das war mein Vater", wirst die Ge­verdienenden Lumpenhändler, und unter fie fragte flüchtig hin. mischt sich bisweilen Verbrechergesindel.

"

Dann sind Sie ja meine Schwester Francine oh, es ist lange her, daß wir

Der zerlumpt einhergehende, Zigarren­stummel vor Theaterportalen aufflaubende, im Kehricht nach Verwertbarem juchende Toctoc läßt durch seine Gebärden durchblik­fen, daß alle diese Beschäftigungen weit unter Morgenlied für einen Arbeiter. seiner Würde sind. Seine Nachbarn halten Wach auf, mein Kind! Wach auf, mein Sohn! den etwa Vierzigjährigen, der immer eine

Art Kalabreser, mit Hahnenfedern aufge- Wir brauchen Brot. Wir brauchen Lohn, Der Morgen steht vor den Toren. pußt, trägt, für einen, der etwas wirr in der Bitrone" ist: sie haben ihm den Spitznamen 3ur Arbeit bist du geboren. " Toctoc" gegeben.

Er ist ein früh gestrandetes Lebensschiff. Sein Bater, Rat am Gericht, hat den Un­verbesserlichen" früh verstoßen und furz vor seinem Tode dessen Schwester Francine, die fleischgewordene Habgier, zur Alleinerbin feines Vermögens eingesetzt.

Wach auf, mein Sohn! Wach auf, mein Kind! Die Sterne müssen erblassen. Es weht der nasje Morgenwind in allen Vorstadtgassen.

Die Nacht ging hin, die Zeit verfällt, Sirenen heulen schon wieder. Auf allen Wegen in der Welt gehn du und deine Brüder.

Der eines Tages in der Umgebung des Jardin des Plantes umherstromernde Toc­toc sieht plötzlich eine in langsamem Trott Das Brot ist rar, der Lohn ist knapp. daherfahrende Droschke dieses dem Aus- der Morgen steht vor den Toren. sterben verfallene Vehifel taucht hin und Nun schüttle alle Träume ab! wieder auch in Paris noch auf-; neben zur Arbeit bist du geboren!

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Alfred Thi e m e.

Einen Moment blickt sie ihn starr an, erwidert dann schroff: Hier die Bezahlung, gehen Sie!"

dem Kutscher ist ein großer grauer Koffer postiert, den dessen linke Hand sorglich vom Heruntergleiten schüßt. Scharfsinnig wittert Toctoc die Möglichkeit eines fleinen Verdien­ſtes. Im Laufschritt folgt er dem Gefährt, uns nicht gesehen haben und Sie können das bald vor einer Haustür hält. Toctoc mich nicht erkennen in dieser Kleidung und springt an den Schlag, öffnet, reißt seinen Verfaſſung.. zerbeulten Filz vom Kopf und harri mit der Haltung eines Gentleman auf den Fahrgast. Es ist eine Dame. Er erbietet sich zum Tra­gen des Koffers. Die Frau blidt miß­trauisch auf den dienstbeslissenen Strolch, fragt den Kutscher, ob er ihr nicht das Ge­päd in den zweiten Stod hinauftragen will; der verneint, weil er Strafe gewärtigen fönnte, wenn er seinen Wagen im Stiche ließe. Toctoc darf sich als Träger betätigen.

Sie öffnet rasch die Tür, verschwindet. Toctoc hört zweimal den Schlüssel sich drehen und das Vorlegen des Riegels.

Ein neben dem Schild hängender Notiz­blod gibt ihm einen Gedanken ein: man fann nie wissen- vielleicht erinnert sie sich einmal des Bruders..

Am darauffolgenden Sonntag treibt sich Toctoc in der Nähe des Hauses seiner Schwe fter herum. Er lauert auf sie, will sie noch einmal sehen. Er hat Glück. Mit dem Gebetbuch in der Hand tritt sie aus der Türe. Er ihr nach: Francine, laß mich ein paar Worte mit dir reden! Bist du nicht meine Schwester? Ich bin in großer Not..

Beschleunigten Schrittes eilt sie weg, gibt einem an der Ede auftauchenden Schutz­mann ein Zeichen. Der haucht ihn an: Wenn ich Sie nicht festnehmen soll, dann entfernen Sie sich und belästigen Sie keine Passanten!"

von.

Toctoc schleicht sich eingeschüchtert da.

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Einige Wochen später er ist in seiner Behausung gerade mit dem Sortieren von Lumpen beschäftigt da klopft es. Zwei sehr würdig aussehende Herren mit Alten­taschen, einer von ihnen im Zylinder, treten ein: Sie passen schlecht in das Milizu der Straße der Rentiers".

"

Sind Sie Herr Paul Bauthier?" fragt der im Zylinder.

Toctoc nicht verwundert. Was wollen die Beiden von ihm? Er hat nichts auf dem Kerbholz...

Ich habe Ihnen eine sehr erfreuliche Nachricht zu übermitteln", fährt der Besucher fort. Ihr in Nevers fürzlich ver- bener Ontel Henri Vauthier hat Ihnen und Ihrer Schwester die Summe von 800.000 Franken vermacht."

Toctoc schwindelt der Kopf. Die Hun derttausende wirbeln um ihn. Das ist wohl ein Scherz, denft er. Aber nein, die Herren sehen nicht aus, als wollten sie ihn zum Besten haben.

Woher wissen Sie, daß ich hier

wohne?"

Ihre Schwester hat mir nach einigem Zögern ich bin der Notar Lebrun- Jhre

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