بيرولا

Feierabend

Feierabe

Nr. 41.

Unterhaltungsbeilage.

Hoheit kauft Brillanten.

Die Geschichte eines Reinfalls.

Von Gaston Ciuffo.

Ganz London war schon seit vierundzwan| Randall. Sie können beruhigt sein. Auf Wie­zig Stunden in einen tiefgrauen, atembeflem- dersehen!" menden Nebel gehüllt. Alle Verkehrsmittel, Der Juwelier rief den Diener: Vielleicht die Untergrundbahn ausgenommen, standen still, und nur da und dort jah man vereinzelte Automobile, die sich im Schneckentempo vor wärtsbewegten.

würden vormittag Leute kommen. Er solle sie eintreten lassen, sich selbst aber nicht zu weit entfernen, um bei einem Ruf auf dem Plaze zu sein. Berstanden, Stevens?" Der Diener An diesem Morgen ging Mr. J. G. Ran- legte eine Hand auf die Brust: Vollkommen!" dall, von seinen Intimen Jimmy genannt, Be- Es waren noch nicht zehn Minuten ver­sitzer der gleichnamigen Firma( Vrillanten en gangen, als Stevens auf der Schwelle erschien gros) zu Fuß in sein Büro, anstatt sich, wie und einen Besuch anmeldete. Eine junge, üblich, des Autos zu bedienen. Als er anfam, blonde, sehr liebreizend aussehende Dame trat fand er nur den Bürodiener Stevens vor. Das ein, gefolgt von einem baumlangen, steifen Personal, ein Sekretär und zwei Stenotypistin Herrn. Mit einem freundlichen Lächeln sagte nen, waren noch nicht da. Mr. Randall stieg in sein Zimmer hinauf, setzte sich an den Schreibtisch und zog aus der Aftentasche ein Paket der kostbaren Ware hervor, die er über Nacht nie im Büro ließ.

Das Telephon schrillte. Mr. Randall nahm die Hörmuschel zur Hand: Eine Stimme von unverkennbar fremdländischen Akzent wünschte Herrn Randall zu sprechen. Als der Sprecher sicher war, mit Herrn Randall persönlich ver­bunden zu sein, stellte er sich vor als Baron von Rheinbrud, Kammerherr der Prinzessin von Schwarzbach- Morgen, Gemahlin des Prinzen Joachim. Jimmy gab seiner Freude Ausdrud und fragte, was ihm die Ehre verschaffe. Die Stimme erklärte: die Prinzessin wollte Bril­lanten faufen und lasse anfragen, wann Herr Randall im Büro sei.

sie:

,, Guten Tag, Mr. Randall. Es freut mich, Ihre Bekanntschaft zu machen."

Ist mir eine große Ehre, Hoheit. Bitte gütigst Platz zu nehmen."

Dante, Mr. Randall. Baron von Rhein­bruck, mein Kammerherr."

Jimmy verneigte sich und bot dem Herrn ebenfalls einen Stuhl an.

Als sich beide gesetzt hatten, begann die Prinzessin:

Ohne Zweifel."

1932.

,, Möchten Sie mir jie zeigen?"

Paket Brillanten heraus und legte es auf den Randall öffnete den Geldschrank, nahm das Tisch. Eine Hand auf dem Paket, ließ er for­schend den Blick umherschweifen: Die Prinzes­sin, die ihm gegenüberjaß, betrachtete ihn lächelnd, während der Baron, der mit seiner zur Schau trug. Jimmy öffnete nun das Paket: Uhrfette spielte, eher eine gelangweilte Miene das ganze Zimmer begann plötzlich zu leuchten und schillerte in unzähligen Reflegen. Da mel­dete sich die Prinzessin:

Ich habe von meinen Brillanten einige wenden könnte; sie sind hier in meinem Täsch­mitgebracht, die man für den Schmuck wohl ver­chen. Schauen Sie." Rasch öffnete sie das Täschchen, fuhr mit der rechten Hand hinein einen reizenden Revolver hervor,

und zog

den sie blitzschnell Mr. Randall an die Brust

jezte

Hände hoch, Mr. Randall! Keine Bewe­gung. Ich bin eine erstklassige Schüßin."

Der Juwelier warf einen Blick zur Seite; auch der Baron hielt ihm einen Revolver ent gegen. Da erhob Jimmy die Arme und sagte:

,, Brav, meine Gnädige. Wie ich sehe, bin

Man hat mir gesagt, Mr. Randall, Sie hätten die schönsten Brillanten von ganz Hat­ton Garden, folglich von ganz England." Jimmy machte eine Geste, die seine Beich ganz wie ein Neuling hineingefallen." scheidenheit ausdrücken sollte.

,, Trösten Sie sich, Mr. Randall," erwiderte die Fremde mit einem ironischen Lächeln, das ist schon viel Klügeren passiert.

Mein Mann will mir ein Geschenk machen," fuhr die Brinzessin fort, und über Jimmy antwortete, er bliebe bis halb ein läßt mir die Wahl. Ich habe mich für eine die Waffe an die Schläfe hielt, klaubte seine Und während der Baron " dem Juwelier Uhr im Geschäft. Die Stimme dankte höflich. Kopie des Brillantschmucks entschieden, den Zar A propos", fragte Randall, wo ist die-Brin Baul I. Fräulein Bakunin, seiner Favoritin, versorgte sie in ihrem Täschchen. Nachdem dies Partnerin jämtliche Brillanten zusammen und zessin abgestiegen?" Im Riz Carlton", beschenkte. Dieser Schmuck ist wohl verloren ge- erledigt war, steckte sie Randall ein Seidentuch gangen, aber die Zeichnung blieb erhalten.

fam er zur Antwort.

Nachdem der Juwelier die Hörmuschel wie- Baron, haben Sie die Güte, das Blatt Mr. als Knebel in den Mund, fesselte ihm die Hände und band sie ihm auf den Rücken Tann horch­der angehängt hatte, sah er im Gotha " nach Randall zu zeigen." Nichts rührte und fand beim Buchstaben S: Schwarzbach- Der Baron zog einen Boden aus der Tasche en die zwei einen Augenblick Morgen, Prinz Joachim und Prinzessin Alice, hervor und reichte ihn dem Juwelier, der ihn sich. Der Baron " öffnete nun rasch die Samt­geborene Gräfin Rothenhaus, vermählt 1927, auf dem Tisch ausbreitete. Der Schmuck be- portiere, prallte aber sofort mit einem unter­finderlos, wohnhaft im Palais Schwarzbach, stand aus Diamanten, Halsband, Ohrringen drückten Fluch zurüd: Eine eiserne Gittertür Berlin ." Er legte das Buch zur Seite und und Armbändern und zeigte eine Unzahl Bril- war dort wie durch ein Wunder emporgegau rief den Direktor des Carlton" an, um noch lanten, darunter viele von der Größe einer etliche Erkundigungen einzuziehen. Die Prin­zessin wohnte tatsächlich in diesem Hotel, und es war ihr Kammerherr, der sich mit dem wohl tlingenden Namen vorgestellt hatte. Wie die Prinzessin aussehe? Groß, blond. Ob sie reich fei? Ja. Nein, nein, nichts zu fürchten, Mr.

Haselnuß.

Was sagen Sie dazu, Mr. Randall ist meine Idee gut?"

Ja, Hoheit. Dieser Schmud fönnte nach­gemacht werden."

gen

Die Frau stürzte sich auf Randall, riß ihm den Knebel aus dem Mund und fuhr ihn

an

,, Deffnen Sie sofort diese Tür!" Warum denn?" fragte Jimmy.

,, Um nicht eine Portion Blei in den Schä­

,, Und Sie hätten die passenden Brillanten?" del zu bekommen."